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Begrifflichkeiten - Begriffsklärung

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    Begrifflichkeiten - Begriffsklärung

    Angeregt durch Nordhimmel, die feststellte, daß manchmal schon starke Unterschiede in der Deutung von Begriffen vorliegen, eröffne ich diesen Faden (gehört mir aber nicht ).
    Er ist für alle gedacht, einfach um Begrifflichkeiten zu klären, deren Bedeutung nicht eindeutig ist.

    #2
    Hier die erste Begriffsklärung:

    Ich möchte gern eine Begrifflichkeit aufgreifen, die hier im Forum immer wieder auftaucht: Spiegelgesetz oder Spiegelmethode

    Ich habe den Eindruck, daß es hier im Forum als feststehende Tatsache angenommen wird, obwohl es selbstverständlich keine Tatsache, sondern lediglich eine These ist – die mitunter nicht ungefährlich ist.

    Hier mal die „Gesetze“:
    1.Alles, was man an anderen kritisiert und was einem an anderen stört, ist in Wahrheit das, was man an sich selbst bemängelt, bewusst oder unbewusst.

    Das würde u.a. bedeuten, wenn ich einen jungen Mann kritisiere, weil er einer älteren Frau die Handtasche klaut, hätte das in Wahrheit etwas mit mir zu tun. Vermutlich hätte ich ihr selbst gern die Handtasche geklaut, oder wäre selbst gern beklaut worden.
    Es kann mich eine Eigenschaft bei einer Person zur Weißglut treiben, während sie mich bei einer anderen überhaupt nicht stört. Was würde das nach obigem Gesetz bedeuten? Daß ich in Gegenwart der einen Person diese Eigenschaft in mir bemängle und in der Gegenwart der anderen finde ich sie ok? Das ist – meiner Meinung nach – unlogisch.

    2.Wenn ich mich von Kritik von außen beleidigen lasse, dann ist in dieser Kritik ein Körnchen Wahrheit, das mich verletzt.

    Das ist ein Punkt, zu dem ich einiges sagen kann, da ich über das Thema Kritik sehr viel nachgedacht habe, u.a. über das Lästern in der Schule – da war kein Körnchen Wahrheit an dem, worüber wir gelästert haben, es war eher ein Zeitvertreib, der den anderen aber dennoch verletzt hat. Natürlich wurde jeweils über den gelästert, der gerade nicht anwesend war, also über jeden irgendwann.
    Und auch hier – die selbe Kritik kann mich bei einer Person kalt lassen, während sie mich von der anderen Person verletzt. Als Beispiel: Uns Kinder war es egal, wenn die Mutter was sagte, aber wenn der Vater das Gleiche sagte, waren wir wirklich betroffen.
    Dann macht es noch einen großen Unterschied, wie die Kritik vorgebracht wird. Wenn einer sagt: „Was hast du da für Mist gemacht?“, werde ich mich eher angegriffen fühlen, als wenn er sagt: „Damit bin ich noch nicht ganz zufrieden. Könntest du...“

    3.Wenn mich jemand kritisiert und dies berührt mich nicht, dann ist alles, was er kritisiert eigentlich seine eigene Unsicherheit und rührt von seinen eigenen Fehlern her.

    Könnte das vielleicht auch daran liegen, daß mir die kritisierende Person egal ist? Es macht auch einen Unterschied, ob mich ein Fremder kritisiert oder eine nahe stehende Person, oder ob mich der Chef kritisiert oder mein Kollege. Und selbstverständlich auch, wie ich kritisiert werde - der Ton macht auch hier die Musik.

    4.Alles, was ich an jemanden liebe, ist eigentlich das, was ich auch an mir selbst liebe.

    Um diesen Punkt zu betrachten, können wir einfach mal auf die körperliche Ebene gehen. Wenn mir an einer Person ihr Lächeln gefällt, sagt das dann etwas über meine Einstellung zu meinem eigenen Lächeln aus?
    Genauso verhält es sich mit Eigenschaften. Was ich an jemandem bewundere, oder toll finde, ist nicht unbedingt etwas, das ich an mir bewundere oder toll finde, z.B. Sänger, Maler, Komponisten, große Redner. Ich kann die gleiche Eigenschaft an einer Person lieben und an einer anderen ablehnen, das hat mehr mit meiner Gesamteinstellung gegenüber der Person zu tun.


    Das Gefährliche an den Spiegelgesetzen ist vor allem die Annahme, daß man nur dann schlecht behandelt wird, wenn man sich selbst schlecht behandelt und die Gesellschaft nur das spiegelt, was man von sich selbst hält. Dadurch wird alles, was mich verletzt, mir selbst angelastet.
    Solche „Gesetze“ werden ausgenutzt, um Menschen zu manipulieren, jemanden schlecht zu behandeln und es ihm dann noch selbst anzulasten (schließlich hat man irgendwas in sich selbst aufzulösen, sonst würde es einem ja nichts ausmachen) oder aber Opfern die Schuld für etwas zu geben, was nicht ihrem Einfluß unterliegt (die Frau wäre nicht vom Mann geschlagen worden, wenn sie sich nicht am liebsten selbst schlagen würde, oder umgekehrt).
    Tatsache ist doch, daß schlimme Dinge auch hervorragend „reflektierten“ und „mit der Welt + den Menschen völlig im Einklang befindlichen“ Menschen passieren, ein Unglück kann man nicht vorbeugen, indem man sich selbst und alle anderen liebt und akzeptiert.

    Ich sehe diese Begrifflichkeit also als einen gefährlichen Glauben an. Vielleicht möchte ein anderer sagen, wie er es sieht.

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      #3
      richtig, chryso!

      so sehe ich es auch. diese 'spiegelgesetze' sind ein fieses instrument. ich weiß natürlich, wie du auf diesen punkt gekommen bist; ich lese ja mit.
      und ich finde es legitim, sich dagegen zu verwahren, weil 'spiegelgesetz' ein unfaires totschlag-argument ist. aus dieser verleumnenden ecke würde ich auch wieder rauswollen - oder es ignorieren, wenn mir der anlaß zu nichtig erscheint. danke für die eröffnung dieses themas! ich werde bestimmt mit eigenen unstimmigkeiten darauf zurückkommen.
      ps in diesem zusammenhang akzeptiere ich nur das postulat von spiegelneuronen, ohne die man nicht zu mitgefühl fähig wäre.
      ach ja: das ist eigentlich ein eher psychologisches thema, aber leider fehlt diese rubrik...

      Kommentar


        #4
        Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
        1.Alles, was man an anderen kritisiert und was einem an anderen stört, ist in Wahrheit das, was man an sich selbst bemängelt, bewusst oder unbewusst.
        Wo hast du denn das gelesen? Das beschreibt nicht das Spiegelgesetzt
        Was man bemängelt und kritisiert, will nur betrachtet werden. Sonst erst mal nichts.

        2.Wenn ich mich von Kritik von außen beleidigen lasse, dann ist in dieser Kritik ein Körnchen Wahrheit, das mich verletzt.
        Es geht nicht um Wahrheit sondern um das Gefühl was Kritik auslöst und betrachtet werden will.

        3.Wenn mich jemand kritisiert und dies berührt mich nicht, dann ist alles, was er kritisiert eigentlich seine eigene Unsicherheit und rührt von seinen eigenen Fehlern her.
        Da sehe ich keinen Zusammenhang. Wenn es dich nicht berührt, warum fällt es dir dann auf, wenn es nicht doch irgend wo ein Thema ist?

        Könnte das vielleicht auch daran liegen, daß mir die kritisierende Person egal ist?
        Wäre dir ein Mensch egal, dann würdest du ihn nicht einmal wahrnehmen. Nimmst du ihn aber wahr, ist er in dem Moment für dich nicht mehr egal. Wie und warum ist davon erst einmal unabhängig

        4.Alles, was ich an jemanden liebe, ist eigentlich das, was ich auch an mir selbst liebe.
        Sehe ich anders. Was ich an einem anderen Menschen liebe, hätte ich gerne selbst in meinem Leben, dazu muss ich aber nicht so werden.

        Das Gefährliche an den Spiegelgesetzen ist vor allem die Annahme, daß man nur dann schlecht behandelt wird, wenn man sich selbst schlecht behandelt
        Der Spiegel wirft nicht immer 1 zu 1 das Bild zurück, der eigentliche Aspekt, der betrachtet werden will, steht oft hinter dem Offensichtlichen.

        Solche „Gesetze“ werden ausgenutzt, um Menschen zu manipulieren,
        Das ist schade, aber hat ja nichts mit dem Gesetz zu tun. Das Gesetz der Schwerkraft, kann auch dazu benutzt werden dir zu schaden, ich brauch dich ja nur aus dem zehnten Stock zu werfen. Scheiß Gesetz gell?

        Ich sehe diese Begrifflichkeit also als einen gefährlichen Glauben an
        Es ist gar kein Glaube, es soll nur eine Sichtweise beschreiben, die dazu führen soll Zusammenhänge zu verstehen. Wenn es dir nicht hilft, dann bist du nicht gezwungen dem weiter nach zu gehen.

        Da gibt es in meinen Augen viel gefährlichere Begriffe wie "Liebe" um nur ein Beispiel zu nennen.

        Yasinee

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          #5
          Zitat von benno Beitrag anzeigen
          ach ja: das ist eigentlich ein eher psychologisches thema, aber leider fehlt diese rubrik...
          Oder zum Glück...
          Es gibt schon genug Hobby-Psychologen und Freizeit-Therapeuten

          Kommentar


            #6
            Zitat von benno Beitrag anzeigen
            diesem zusammenhang akzeptiere ich nur das postulat von spiegelneuronen
            Alles klar! äh was sind spiegelneuronen bitte?

            verwirrte Yasinee

            Kommentar


              #7
              ich weiß natürlich, wie du auf diesen punkt gekommen bist; ich lese ja mit. und ich finde es legitim, sich dagegen zu verwahren
              Was will uns das nur wieder spiegeln?

              Kommentar


                #8
                Zitat von benno Beitrag anzeigen
                so sehe ich es auch. diese 'spiegelgesetze' sind ein fieses instrument. ich weiß natürlich, wie du auf diesen punkt gekommen bist; ich lese ja mit.
                und ich finde es legitim, sich dagegen zu verwahren, weil 'spiegelgesetz' ein unfaires totschlag-argument ist. aus dieser verleumnenden ecke würde ich auch wieder rauswollen - oder es ignorieren, wenn mir der anlaß zu nichtig erscheint. danke für die eröffnung dieses themas! ich werde bestimmt mit eigenen unstimmigkeiten darauf zurückkommen.
                ps in diesem zusammenhang akzeptiere ich nur das postulat von spiegelneuronen, ohne die man nicht zu mitgefühl fähig wäre.
                ach ja: das ist eigentlich ein eher psychologisches thema, aber leider fehlt diese rubrik...
                Dieses "Spiegeln" kommt hier sehr häufig vor und ich habe mich schon seit längerem daran gestört, weil es einfach unlogisch ist. Schön, daß du es auch so siehst, dann fühl ich mich nicht ganz so "Alien-mäßig".

                Spiegelneuronen, sehr wichtig zum Lernen. Mach doch ruhig hier dazu einen Beitrag.

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                  #9
                  Zitat von Yasinee Beitrag anzeigen
                  Wo hast du denn das gelesen? Das beschreibt nicht das Spiegelgesetzt
                  Ich hab das aus dem Internet. Das beschreibt das Spiegelgesetz, das manchmal auch Resonanzgesetz genannt wird - es herrscht also auch bei den Gläubigen Unklarheit darüber.

                  Die Schwerkraft ist etwas, was du nachprüfen kannst, indem du mich z.B. aus dem zehnten Stock wirfst. Das "Spiegelgesetz" kannst du nicht nachprüfen, ist damit kein Fakt, sondern reine Glaubenssache, wie Religion.

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                    #10
                    @ yasinee

                    spiegelneuronen: google mal danach; da wird es besser erklärt, als ich es kann. und ich schone meine fingerkuppen.
                    und nicht alle meine sätze beziehen sich auf das thema 'begrifflichkeit'. manches hat einen persönlichen bezug ("ich weiß natürlich, wie du auf diesen punkt gekommen bist...")

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                      #11
                      Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                      Ich hab das aus dem Internet
                      Vielleicht nicht immer eine sichere Quelle?

                      es herrscht also auch bei den Gläubigen Unklarheit darüber.
                      Das deckt sich leider auch mit meinen Erfahrungen.

                      Das "Spiegelgesetz" kannst du nicht nachprüfen, ist damit kein Fakt
                      Möchtest du dass ich es nachprüfe? lass mir nur ein wenig Zeit, bis mir ein Beispiel einfällt...

                      Klingt jetzt nach fauler Ausrede gell?

                      Aber es geht ja um Definition. Du kannst dich glücklich schätzen, dass ich das Spiegelgesetz nicht so definiere wie du es beschrieben hast. Das ist in meinen Augen ein sehr verzerrtes und manipulatives Bild. Da gebe ich dir Recht.

                      Hier meine Definition:
                      Spiegeln heißt für mich, ich erkenne Eigenschaften oder Merkmale in einer Person, die mit mir etwas zu tun hat (die Eigenschaft, nicht die Person). Alles andere ist eine Frage der Interpretation und nicht die Frage des Gesetzes.

                      Jetzt fällt mir ein Beispiel für den Nachweis des Gesetzes ein:
                      Stell dich vor einem Spiegel, was siehst du?
                      (Blödes Beispiel, ich weiß, aber Gesetz ist Gesetz)

                      Siehst du einen Mensch mit Makeln, dann ist das nur deine Interpretation, aber nicht das was der Spiegel zeigt. Verstanden?

                      sich spiegelnde Yasinee

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                        #12
                        Zitat von benno Beitrag anzeigen
                        google mal danach
                        Und ich dachte es geht hier im Faden um Begrifflichkeiten und nicht um "wer möchte was googeln"

                        Aber danke ich habe nachgelesen und bin eigentlich nicht schlauer geworden (weil ich auch so furchtbar schlau bin)

                        Jedenfalls bin ich eher eine 'Spiegelsyndrom' (ich muss in jeden Spiegel schauen)

                        schlaue Yasinee

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                          #13
                          Zitat von Yasinee Beitrag anzeigen
                          Und ich dachte es geht hier im Faden um Begrifflichkeiten und nicht um "wer möchte was googeln"

                          Aber danke ich habe nachgelesen und bin eigentlich nicht schlauer geworden (weil ich auch so furchtbar schlau bin)

                          Jedenfalls bin ich eher eine 'Spiegelsyndrom' (ich muss in jeden Spiegel schauen)

                          schlaue Yasinee
                          Spiegelneuronen sorgen beim Primaten (also auch beim Menschen) dafür, daß im Gehirn die selben Aktivitätsmuster entstehen, wenn etwas nur beobachtet wird, wie wenn es selbst durchgeführt würde. U.a. sorgt es dafür, daß wir gähnen, wenn wir jemanden gähnen sehen, oder Mitleid empfinden, wenn wir jemanden weinen sehen, usw.

                          Kommentar


                            #14
                            Dabei fällt mir ein, daß ich gestern dazu etwas gesehen habe.
                            Bei Serienkillern waren diese Gehirnbereiche stark unterentwickelt, sie konnten also nicht mitfühlen.
                            Allerdings machte sie das nicht automatisch zu Killern, da andere Menschen mit der gleichen "Unterentwicklung" ein normales Leben führten. Es braucht also zur fehlenden Empathie noch die soziale Komponente.

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                              #15
                              Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                              Spiegelneuronen sorgen beim Primaten (also auch beim Menschen) dafür, daß im Gehirn die selben Aktivitätsmuster entstehen
                              Danke für die verständliche Definition

                              Zitat von Benno
                              und ich finde es legitim, sich dagegen zu verwahren, weil 'spiegelgesetz' ein unfaires totschlag-argument ist
                              Es geht mich nichts an und gehört nur indirekt hier her, aber wer hat euch denn so fies in die Suppe gepinkelt?

                              spiegelneurotische Yasinee

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