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    #31
    Mein Sinn des Lebens hat sich geändert, er heißt jetzt:

    Einfach leben, die Herausforderungen annehmen, dabei auf mich selbst achten.

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      #32
      Hallo Nils,
      Nils: Ich helfe den Menschen, in dem ich viel im Internet schreibe. Jeder hat seinen Weg des Helfens. Wir sollten uns nicht darüber streiten, wer der bessere Helfer ist. Jeder sollte das tun, was ihm persönlich möglich ist.
      Wieso streiten ?
      Ich habe nur gefragt, weil ich mir nicht vorstellen konnte wie du jemanden helfen kannst, wenn du abgeschieden im Wald lebst, und nicht unter die Leute gehst.
      Offengesagt kann ich es noch immer nicht verstehen, aber es ist deine Sache und Verantwortung.
      Nils: Mache Menschen wechseln zwischen den Religionen hin und her. Das dürfen sie nach dem Grundsatz der Religionsfreiheit tun. Problematisch wird es dann, wenn sie ihre vorherige Religion schlecht machen. Letztlich zeigt das nur, dass sie in der Tiefe noch nicht wirklich die Religionen begriffen haben und Suchende sind.
      Martin Kamphuis war 7,5 Jahre tibetischer Buddhist, hat für uns hier im Westen lebende aus Überzeugung wirklich kaum vorstellbare Anstrengungen unternommen, um ein Buddhist zu sein.
      Er hat sich dann aus Überzeugung zum bibeltreuen Christen gewandelt, und das ist er nun seit mittlerweilen 20 Jahren.
      Wenn du das als hin und herwechseln zwischen Religionen bezeichnen möchtest, dann ist das einfach nicht richtig, denn er hat nur einmal gewechselt, und ist geblieben.
      Du machst in deinem letzten Post eigenartige Anspielungen, denn er macht den Buddhismus auch nicht schlecht, sondern berichtet nur über die Unterschiede, und verschiedenen Ziele, und gibt auch einen kleinen Einblick was im Buddhismus so im nicht öffentlichen Bereich läuft. Er berichtet über Dinge die er selbst erlebt und praktiziert hat.

      Gruß Erich

      PS:
      Mir fällt auf, dass du plötzlich im Stile deines "knols" hier schreibst, und irgendwo gehst du auch nur auf ganz bestimmte Fragen bzw. Bereiche ein.
      Ich möchte nicht, dass du irgend etwas von dem was ich hier geschrieben habe in deinen Internetauftritt integrierst.

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        #33
        Das möchte ich auch nicht!

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          #34
          Zitat von Bruder Tuck Beitrag anzeigen
          Ich möchte nicht, dass du irgend etwas von dem was ich hier geschrieben habe in deinen Internetauftritt integrierst.


          Das könnten höchstens Vespi und Nomada verhindern, denn die haben die Rechte daran.
          Daraus ergibt sich dann auch, dass die Rechte nicht bei Dritten liegen können.
          Auszug aus den Forenregeln:
          Der Betreiber des Forums erhält ein unbeschränktes Nutzungsrecht an allen Texten, die von Teilnehmern des Forums veröffentlicht werden.

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            #35
            Lieber Nils,

            nach ein paar Tagen ohne Internetanschluss melde ich mich wieder und möchte Dir gleich zu Beginn wieder herzlich für Deine ausführlichen, geduldigen Antworten danken!

            Bei allem, was Du den Lesern dieses Fadens hier bereits erläutert hast, ist mir bisher noch unklar geblieben, warum es für Dich so wichtig zu sein scheint, einen Beweis für ein Weiterleben der Seele nach dem körperlichen Tod zu finden.

            Zitat von Nils Horn Beitrag anzeigen
            Es ist ein Unterschied, ob die Erinnerungen an frühere Leben eine Fiktion oder ein reales Geschehen sind. Als reales Geschehen beweisen sie ein Weiterleben der Seele nach dem Tod. Als Fiktion sind sie belanglose Träumereien. Als beweisbare Tatsache können sie uns dazu bringen so zu leben, dass es uns auch nach unserem Tod im Jenseits und in unseren zukünftigen Leben gut geht. Als Tatsache habe sie eine große Auswirkung auf unsere Lebensplanung. Jedenfalls für alle bewusst lebenden Menschen. Als Tatsache weisen sie darauf hin, dass die heiligen Bücher wahr sind und wir ihnen folgen sollten.
            Was ich daran noch nicht ganz verstehe, ist, warum erst die Beweisbarkeit etwas im eigenen Leben bewegen soll. Reicht nicht allein der Glaube? Ist er nicht vielleicht sogar stärker? Ist es nicht für dieses Leben gleichgültig, ob die Fortdauer der Seele "Wahrheit" oder "Fiktion" ist, solange man sie für wahr hält (an ihre Wahrheit glaubt)?

            Friedrich Heinrich Jacobi, ein heute eher unbekannter Philosoph des 18. Jahrhunderts, der in seiner Zeit als Kritiker Kants und Fichtes hervortrat, hat u.a. in die alte Diskussion um den Unterschied von "Glauben" und "Wissen" einen neuen Aspekt eingebracht, indem er Glauben als eine "unmittelbare Gewissheit" und Wissen als eine "Gewissheit aus zweiter Hand" bezeichnet hat, da bei letzterem ein Beweis vonnöten sei, um einen zu dieser Gewissheit zu führen.

            Zitat von Nils Horn Beitrag anzeigen
            Der gesunde Menschenverstand erkennt, dass die wahrscheinlichste Interpretation im Moment das Weiterleben der Seele nach dem Tod ist. Es gibt ja noch viele weitere Gesichtspunkte, die diese Interpretation unterstützen. Das sind zum Beispiel die Erkenntnisse der Quantenphysik (es gibt einen Hyperraum hinter unserem materiellen Kosmos), die Reinkarnationsberichte und die Aussagen der Erleuchteten, die ins Jenseits hineinspüren können.
            Und warum sollte die Seele nur drei Tage ohne Körper leben können und nicht länger? Dann müsste etwas dafür sprechen. Es gibt aber keinen ernsthaften Anhaltspunkt dafür. Entweder die Seele stirbt mit dem Tod des Körpers oder sie lebt unabhängig vom Körper weiter. Das sind die beiden wahrscheinlichsten Haupttheorien.
            Vor dem Hintergrund dessen, was ich oben über Glauben und Wissen geschrieben habe, möchte ich anmerken, dass m. E. weder der gesunde Menschenverstand noch die Quantenphysik in dieser Frage für irgendwelche Beweiskraft sorgen. Es gab Zeiten, da waren gesunder Menschenverstand und Wissenschaft sich einig, dass die Erde eine Scheibe sei. Alles andere war unwahrscheinlich. Aber es geht mir ja auch nicht darum, irgendeine Gegentheorie zu beweisen. Wie ich mit der "Gegenthese" von der drei Tage über den Körper hinauslebenden Seele bereits deutlich machen wollte, halte ich es nur für unmöglich, in dem Bereich irgendetwas zu beweisen, weil es zu viele Möglichkeiten gibt, die m.E. nicht mit dem Argument, das dafür Hinweise fehlten (vielleicht sehen wir sie nur nicht?) ausgeschlossen werden können.

            Aber diese Unbeweisbarkeit ist aus meiner Sicht übehaupt kein Mangel. Solange etwas von einem Menschen als unmittelbare Gewissheit erlebt wird, er also an etwas glaubt, wächst ihm doch von dorther Kraft zu und in seinem Leben bewegt sich etwas, ganz unabängig davon, ob das, was für ihn die Wahrheit ist, auch für den Rest der Welt gilt. Glaube versetzt bekanntlich Berge. Deswegen finde ich es auch passend und vollkommen ausreichend zu formulieren:

            Zitat von Nils Horn Beitrag anzeigen
            Ich glaube daran, dass die Seele eines Menschen nach dem Tod weiterlebt.
            Eine weitere Frage, die sich in mir nach dem Lesen Deiner bisherigen Beiträge in diesem Faden stellt, würde ich gerne bei dieser Gelegenheit noch an Dich weiterreichen: Was genau umfasst für Dich der Begriff "Ego", also was alles gilt es aufzulösen?

            Alles Liebe un Gute für Dich!
            Chaja

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              #36
              Hallo,

              Es ist mehr bewiesen, als die meisten Menschen wahrhaben wollen. Auf die Nahtodforschung, die Reinkarnationsforschung, den Karmapa und die Aussagen der Erleuchteten habe ich bereits hingewiesen. In der Quantenphysik gab es den großen Durchbruch 1982. Ich zitiere aus einem Interview mit Amit Goswami. Der amerikanische Physikprofessor Amit Goswami von der Universität Oregan schrieb 1992 das Buch "Das bewusste Universum". Das folgende Interview führte Craig Hamilton.

              Goswami: Von Anfang an – seit dem Beginn der Quantenphysik im Jahr 1900 – hat die Quantenphysik Hinweise darauf gegeben, dass sich unsere Sicht der Dinge ändern könnte. Von 1982 an kamen dann Ergebnisse aus den Laborexperimenten der Physiker. Das ist das Jahr, in dem in Frankreich Alain Aspect und seine Mitarbeiter das große Experiment (geistige Verknüpfung aller Quanten in einer höheren Dimension) durchführten, mit dem die Glaubwürdigkeit der spirituellen Ansätze, insbesondere der Transzendenz, schlüssig nachgewiesen wurde.
              (Zitat gekürzt) (Zitat Hans-Peter Dürr, P.M. Magazin 05/2007)
              Vielen Dank für die Informationen! Ich finde so etwas immer spannend! Habe mich auch schon etwas mit den Grenzen der Quantenphysik beschäftigt. Auch die dunkle Materie erscheint mir hier sehr interessant. Außerdem freue ich mich immer, wenn meine Erkenntnisse wissenschaftlich untermauert werden.

              Was das Weiterleben nach dem Tod angeht, bitte entschuldigt, wenn es etwas unsachlich und arrogant klingen mag (aber nicht so gemeint ist!)…

              Aber, mit Verlaub... macht die Augen auf!

              Es ist die einzige logische Konsequenz, schaut Euch doch mal um!

              Das Leben ist wahrhaftig, es gibt keine Trennung.

              Wir sollten nicht im Außen suchen und auch nicht so viel über Sachen nachdenken, sondern einfach schauen, auf das, was ist.

              Dann kommen die Antworten von ganz alleine.

              Liebe Grüße!

              Kommentar


                #37
                Zitat von Chaja Beitrag anzeigen

                Aber diese Unbeweisbarkeit ist aus meiner Sicht übehaupt kein Mangel. Solange etwas von einem Menschen als unmittelbare Gewissheit erlebt wird, er also an etwas glaubt, wächst ihm doch von dorther Kraft zu und in seinem Leben bewegt sich etwas, ganz unabängig davon, ob das, was für ihn die Wahrheit ist, auch für den Rest der Welt gilt. Glaube versetzt bekanntlich Berge. Deswegen finde ich es auch passend und vollkommen ausreichend zu formulieren:
                Ja, Glaube versetzt Berge, wobei man immer schauen muß, ob er die dann an die richtige Stelle setzt.

                Für mich ist eine fehlende Beweisbarkeit in diesen Fragen auch kein Mangel, sondern eher ein Bestandteil oder Eigenart des zu betrachtenden.

                Es ist eher wie beim Verliebtsein oder bei der Liebe. Es erscheint nahezu grotesk für dieses Gefühl einen Beweis beibringen zu wollen. Es ist für einen einfach da, völlig real.
                Gut, man könnte aus Sicht der Hinforschung erläutern, dass es sich da um ein bestimmtes Zusammenspiel Von Neuronen, Aminosäuren, Molekülen oder was weiß ich handelt, aber ist das angesichts des Gefühls noch wichtig?
                Wohl nur dann, wenn man Teilaspekte erklären will, zur Erklärung des "großen Ganzen" wird es ungeeignet sein.

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                  #38
                  Hallo Ihr Lieben,

                  Zitat von moonson Beitrag anzeigen
                  Was das Weiterleben nach dem Tod angeht, bitte entschuldigt, wenn es etwas unsachlich und arrogant klingen mag (aber nicht so gemeint ist!)…

                  Aber, mit Verlaub... macht die Augen auf!

                  Es ist die einzige logische Konsequenz, schaut Euch doch mal um!

                  Das Leben ist wahrhaftig, es gibt keine Trennung.

                  Wir sollten nicht im Außen suchen und auch nicht so viel über Sachen nachdenken, sondern einfach schauen, auf das, was ist.

                  Dann kommen die Antworten von ganz alleine
                  Lieber Moonson, ich finde es schön, wenn Du auf diese Weise die für Dich entscheidenden Antworten erhältst. Ich kann nur nicht finden, dass das Ganze irgendetwas mit Logik zu tun hat. Meines Erachtens muss es das auch gar nicht. Es gibt viele Arten von Logiken und jede ist auf ihre Weise begrenzt. Deswegen verstehe ich nicht, warum es einem wichtig sein sollte, etwas Großes, Umfassendes im Rahmen einer Logik zu halten. Die Tatsache, dass etwas logisch ist, adelt es nicht unbedingt...

                  Zitat von Hubert1 Beitrag anzeigen
                  Ja, Glaube versetzt Berge, wobei man immer schauen muß, ob er die dann an die richtige Stelle setzt.
                  Lieber Hubert, dem stimme ich unbedingt zu!

                  Für mich ist eine fehlende Beweisbarkeit in diesen Fragen auch kein Mangel, sondern eher ein Bestandteil oder Eigenart des zu betrachtenden.

                  Es ist eher wie beim Verliebtsein oder bei der Liebe. Es erscheint nahezu grotesk für dieses Gefühl einen Beweis beibringen zu wollen. Es ist für einen einfach da, völlig real.
                  Gut, man könnte aus Sicht der Hinforschung erläutern, dass es sich da um ein bestimmtes Zusammenspiel Von Neuronen, Aminosäuren, Molekülen oder was weiß ich handelt, aber ist das angesichts des Gefühls noch wichtig?
                  Wohl nur dann, wenn man Teilaspekte erklären will, zur Erklärung des "großen Ganzen" wird es ungeeignet sein.
                  Genauso sehe ich das auch. Es kann interessant sein, aus einer bestimmten Perspektive auf solche großen Phänomene zu schauen, aber mehr als einen Teilaspekt hat man damit eben nicht im Visier. Diese beschränkte Perspektive für eine einzig wahre oder gar einzig mögliche Perspektive zu erklären, greift zu kurz. Aber auch eine Menge Perspektiven zusammenzutragen, reicht meines Erachtens nicht aus, um das Ganze zu fassen zu kriegen. Aus meiner Sicht erscheint es daher konsequent, bei diesen großen Themen von Annährungsversuchen zu sprechen.

                  Liebe Grüße,
                  Chaja

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                    #39
                    Hallo liebe Chaja,

                    Lieber Moonson, ich finde es schön, wenn Du auf diese Weise die für Dich entscheidenden Antworten erhältst. Ich kann nur nicht finden, dass das Ganze irgendetwas mit Logik zu tun hat. Meines Erachtens muss es das auch gar nicht. Es gibt viele Arten von Logiken und jede ist auf ihre Weise begrenzt. Deswegen verstehe ich nicht, warum es einem wichtig sein sollte, etwas Großes, Umfassendes im Rahmen einer Logik zu halten. Die Tatsache, dass etwas logisch ist, adelt es nicht unbedingt...
                    Nein, das stimmt und natürlich geht das auch nicht. Trotzdem ist Logik für mich gewissermaßen eines von vielen Instrumenten, der Erkenntnisgewinnung. Des Forschens und Vergleichens. Ich muss ja von dem ausgehen, was ich habe, wenn man das dann betrachtet, entstehen gewissermaßen logische Verknüpfungen, die sich zu einem stimmigen Bild zusammenfügen. Ich meine auch Logik (mal wieder) gar nicht so sehr im Sinne von Logik

                    Ich meine das unbegreifliche Phänomen, unserer Existenz. Das Wunder des Lebens. Genau, wie es für mich mittlerweile (man muss sich doch nur einmal wirklich umschauen) gewissermaßen unlogisch ist, dass all dies ohne einen Gott existieren können soll. Genauso logisch ist es inzwischen für mich auch, dass es eben keine Trennung gibt, das alles eins ist. Und das nicht nur diese relative Realität existiert, ergo es auch keinen Grund gibt anzunehmen, dass mit dem verlassen dieser auch mein Sein aufhört.

                    Außerdem habe ich mal gefragt und das Leben hat gesagt, natürlich nicht! Und ich fand das sehr logisch!

                    GLG

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                      #40
                      Antworten auf Chaja

                      Chaja: Mir ist mir bisher noch unklar geblieben, warum es für Dich so wichtig zu sein scheint, einen Beweis für ein Weiterleben der Seele nach dem körperlichen Tod zu finden.

                      Nils: Das habe ich bereits beantwortet: "Als beweisbare Tatsache kann es uns dazu bringen so zu leben, dass es uns auch nach unserem Tod im Jenseits und in unseren zukünftigen Leben gut geht. Als Tatsache hat es eine große Auswirkung auf unsere Lebensplanung. Jedenfalls für alle bewusst lebenden Menschen. Als Tatsache weist es darauf hin, dass die heiligen Bücher wahr sind und wir ihnen folgen sollten."

                      Chaja: Was ich daran noch nicht ganz verstehe, ist, warum erst die Beweisbarkeit etwas im eigenen Leben bewegen soll. Reicht nicht allein der Glaube? Ist er nicht vielleicht sogar stärker? Ist es nicht für dieses Leben gleichgültig, ob die Fortdauer der Seele "Wahrheit" oder "Fiktion" ist, solange man sie für wahr hält (an ihre Wahrheit glaubt)?

                      Nils: Auch der Glaube beruht letztlich aus Indizien für die Wahrheit eines Sachverhaltes. Nur wird kein 100 % Beweis verlangt. Aber wenn zu viele Indizien gegen etwas sprechen, beginnt der Glaube zu wanken. Das geschieht heutzutage bei vielen Christen. In der Kirche lernen sie, dass die Bibel wahr ist und sie daran glauben sollen. Im Fernsehen wird überwiegend eine atheistische Sicht verbreitet und der Sinn des Lebens im äußeren Genuss und im äußeren Erfolg gesehen. Dadurch schwanken nach meiner Erfahrung etwa 90 % der Christen in Deutschland in ihrem Glauben und folgen letztlich vorwiegend den Irrlehren des Fernsehens. Nur zu Weihnachten und an anderen Festtagen erinnern sie sich noch etwas an ihren Glauben. Täglich gebetet wird nur von wenigen Christen und jeden Sonntag in die Kirche geht auch kaum jemand. Der christliche Glaube ist in Deutschland weitgehend zerfallen und zu einem formalen Relikt einer alten Tradition verkommen.

                      Spirituelle Menschen brauchen klare Hinweise, die für die Wahrheit ihrer Orientierungen sprechen. Für die meisten Menschen muss es kein 100 %iger Beweis sein. Es genügt, wenn die Wahrscheinlichkeit eher für ein Weiterleben der Seele nach dem Tod spricht. Aber das ist dann auch erforderlich, damit diese Annahme Konsequenzen im alltäglichen Leben haben kann. Ein Glaube, gegen den jede Vernunft spricht, kann von wissenschaftlich denkenden Mensch kaum über eine längere Zeit innerlich aufrecht erhalten werden.

                      Für die positiven Auswirkungen eines spirituellen Systems kommt es darauf an, dass man es glaubt. Erst wenn der Geist eines Menschen es für wahr hält, orientiert er sich in seinem tiefen Unterbewusstsein daran. Erst dann kann der Glaube einen Menschen gut durch den Tod und in ein glückliches Leben danach tragen. Erst wenn ein Mensch in der Tiefe seiner Seele glaubt, dass es ihn glücklich macht ein guter Mensch zu sein, wird er sich wirklich bemühen ein guter Mensch zu sein und nach positiven Grundsätzen zu leben. Ansonsten wird er es höchstens als Fassade aufrecht erhalten und im tiefsten Kern seiner Seele ein gnadenloser Egoist sein. Wie viele Menschen in der heutigen Zeit. Sie blockieren damit ihre Erleuchtung und werden nach ihrem Tod nicht ins Paradies gelangen. Und im nächsten Leben werden sie weiter unter ihren negativen Charaktereigenschaften leiden.

                      Chaja: Friedrich Heinrich Jacobi, ein heute eher unbekannter Philosoph des 18. Jahrhunderts, der in seiner Zeit als Kritiker Kants und Fichtes hervortrat, hat u.a. in die alte Diskussion um den Unterschied von "Glauben" und "Wissen" einen neuen Aspekt eingebracht, indem er Glauben als eine "unmittelbare Gewissheit" und Wissen als eine "Gewissheit aus zweiter Hand" bezeichnet hat, da bei letzterem ein Beweis vonnöten sei, um einen zu dieser Gewissheit zu führen.

                      Nils: Wenn du die Erleuchtung erfahren hast, hast du eine unmittelbare Gewissheit, dass es die Erleuchtung gibt, dass sie der tiefere Sinn des Lebens ist und dass es gut ist danach zu streben. Du hast eine unmittelbare Gewissheit, dass es Gott gibt, weil du das Licht in der Welt gesehen hast. Wenn du deine früheren Leben direkt gesehen hast, hast du eine unmittelbare Gewissheit, dass es ein Weiterleben der Seele nach dem Tod gibt. Ich komme zwar durch weltliche Filme im Fernsehen immer wieder in Verwirrung. Aber ich brauche mich dann nur an meine Erfahrungen erinnern, und schon kommt die Gewissheit wieder. Und trotzdem brauche ich wissenschaftliche Beweise. Wenn meine Gewissheit allen wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen würde, würde ich sie in Frage stellen. Aber zum Glück wird sie von vielen Fakten unterstützt.

                      Chaja: Vor dem Hintergrund dessen, was ich oben über Glauben und Wissen geschrieben habe, möchte ich anmerken, dass m. E. weder der gesunde Menschenverstand noch die Quantenphysik in dieser Frage für irgendwelche Beweiskraft sorgen. Es gab Zeiten, da waren gesunder Menschenverstand und Wissenschaft sich einig, dass die Erde eine Scheibe sei. Ich halte es für unmöglich, in dem Bereich irgendetwas zu beweisen, weil es zu viele Möglichkeiten gibt, die m.E. nicht mit dem Argument, das dafür Hinweise fehlten (vielleicht sehen wir sie nur nicht?) ausgeschlossen werden können.

                      Nils: Wissenschaftliche Versuche haben eine Beweiskraft. Der gesunde Menschenverstand ist für die Entwicklung einer vernünftigen Lebensphilosophie wichtig. Wenn du darauf verzichtest, verzichtest du auf ein Leben der Vernunft. Du wirst dann letztlich wie ein Tier von deinen Instinkten und momentanen Gefühlen gesteuert. Ein Mensch wird man durch das vernünftige Denken. Wobei wir die Wissenschaft und die Vernunft auch nicht überschätzen dürfen. Es können immer wieder neue Erkenntnisse auftauchen. Die Wissenschaft kann sich weiter entwickeln. Dann ist es vernünftig dieser Weiterentwicklung zu folgen, obwohl es nie eine 100 %ige Sicherheit geben kann. Der Mensch ist Teil des kosmischen Systems. Er hat seinen Verstand (sein Gehirn) vom Kosmos (von Gott) erhalten und muss die damit verbundenen Begrenzungen akzeptieren. Er kann Gott nicht vollständig erfassen, aber er kann so viel begreifen, dass er zu einem Leben in Gott finden kann.

                      Chaja: Diese Unbeweisbarkeit ist aus meiner Sicht überhaupt kein Mangel. Solange etwas von einem Menschen als unmittelbare Gewissheit erlebt wird, er also an etwas glaubt, wächst ihm doch von dorther Kraft zu und in seinem Leben bewegt sich etwas, ganz unabängig davon, ob das, was für ihn die Wahrheit ist, auch für den Rest der Welt gilt. Glaube versetzt bekanntlich Berge.

                      Nils: Aus einem festen Glauben wächst dem Menschen eine große Kraft zu. Aber auch ein fester Glaube kann erschüttert werden. Ein fester Glaube ist letztlich ein Gefühl. Und Gefühle sind schwankend. Ein starkes Glaubensgefühl braucht starke Indizien für seine Wahrheit, damit es langfristig bestehen bleiben kann. Ein fester Glaube muss langfristig gepflegt werden, damit er fest bleibt. Es ist in einer konsumorientierten Welt nicht einfach den Weg des inneren Glücks und der Genügsamkeit an äußeren Dingen zu gehen. Ich brauche nur schöne Frauen im Fernsehen zu sehen und ich beginne mich zu fragen, ob ich nicht meine Erleuchtung auf das nächste Leben verschieben sollte. Dann erinnert sich der Yogi wieder an seiner Erleuchtungserfahrungen, erkennt, dass Beziehungen meistens auch mit Schwierigkeiten (Streit, Interessenkonflikten) verbunden sind und dass das Glück der Erleuchtung jedes Beziehungsglück bei weitem übersteigt.

                      Chaja: Eine weitere Frage, die sich in mir nach dem Lesen Deiner bisherigen Beiträge stellt: Was genau umfasst für Dich der Begriff "Ego", also was alles gilt es aufzulösen?

                      Nils: Das innere Glück wird durch die Verspannungen im Körper und Geist eines Menschen blockiert. Diese Verspannungen gilt es durch körperliche (Yoga, Gehen, Meditation) und geistige Übungen (Gedankenarbeit, positives Denken, philosophieren) aufzulösen. Die Verspannungen entstehen hauptsächlich durch Ängste (Ablehnung von Leid) und durch Anhaftung an äußere Genüsse. Das Ego ist ein Folge der inneren Verspannungen. Je mehr ein Mensch sich innerlich reinigt, je mehr seine Seele heil wird, desto kleiner wird das Ego. Wenn die Liebe und das Glück in einem Menschen sehr groß werden, verschwindet das Ego von alleine und der Mensch gelangt in ein kosmisches Bewusstsein (Einheitsbewusstsein, Gottesbewusstsein). Dann sieht sich der Mensch in allen seine Mitwesen, empfindet Liebe zu allen Wesen und ist im Einklang mit sich und der Welt. Alles Liebe und Gute auch für Dich! Nils
                      Zuletzt geändert von Nils Horn; 11.07.2011, 11:31.

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                        #41
                        Lieber Nils,

                        habe wiederum vielen Dank für Deine Erläuterungen, die ich sehr zu schätzen weiß.

                        Zitat von Nils Horn Beitrag anzeigen
                        Ein Glaube, gegen den jede Vernunft spricht, kann von wissenschaftlich denkenden Mensch kaum über eine längere Zeit innerlich aufrecht erhalten werden.
                        Dem möchte ich zustimmen. Es würde zu einer kaum erträglichen Spaltung führen, einem Glaube anzuhängen, der allem, was man weiß, entgegenläuft. Das setzt allerdings voraus, dass man in diesem Bereich (hier die Antwort auf die Frage: Was geschieht mit der Seele nach dem körperlichen Tod?) etwas Allgemeingültiges wissen kann. Da hege ich noch meine Zweifel. Wenn man aber wie ich an dieser Stelle die Ansicht nicht teilen kann, dass etwas FÜR eine bestimmte Interpretation gewisser "Indizien" spricht, kann es für einen auch nichts geben, das GEGEN diese Interpretation spricht. Damit kommt man zu einem Nebeneinander von Glauben und Wissen, die einander nicht zuwiderlaufen müssen, weil der Glaube sich in Bereichen des Wissens mit diesem deckt und in Bereichen, in denen kein Wissen möglich ist, für sich alleine steht.

                        Nils: Wissenschaftliche Versuche haben eine Beweiskraft. Der gesunde Menschenverstand ist für die Entwicklung einer vernünftigen Lebensphilosophie wichtig. Wenn du darauf verzichtest, verzichtest du auf ein Leben der Vernunft. Du wirst dann letztlich wie ein Tier von deinen Instinkten und momentanen Gefühlen gesteuert. Ein Mensch wird man durch das vernünftige Denken.
                        Um jedem Missverständnis vorzubeugen, das ich durch meine nicht explizite Einschränkung meiner Aussage vielleicht evoziert habe: Natürlich haben wissenschaftliche Versuche Beweiskraft - für Bereiche des Wissens. Und selbstverständlich ging es mit nicht darum, den gesunden Menschenverstand als solchen abzuwerten oder ähnliches. Sowohl die Wissenschaft als auch den gesunden Menschenverstand schätze ich sehr! Ich habe nur meine Zweifel, ob das Prinzip Wissenschaft auf Bereiche wie die Frage, ob die Seele nach dem körperlichen Tod weiterlebt, sinnvoll bezogen werden kann. Und der gesunde Menschenverstand kann für so unterschiedliche Aussagen in Anspruch genommen werden, dass er m.E. einfach keine Beweiskraft hat.

                        Spirituelle Menschen brauchen klare Hinweise, die für die Wahrheit ihrer Orientierungen sprechen. Für die meisten Menschen muss es kein 100 %iger Beweis sein. Es genügt, wenn die Wahrscheinlichkeit eher für ein Weiterleben der Seele nach dem Tod spricht. Aber das ist dann auch erforderlich, damit diese Annahme Konsequenzen im alltäglichen Leben haben kann. Ein Glaube, gegen den jede Vernunft spricht, kann von wissenschaftlich denkenden Mensch kaum über eine längere Zeit innerlich aufrecht erhalten werden.
                        Wie gesagt: hier gehen wir offenbar einfach von unterschiedlichen Voraussetzungen aus. Wenn ich aus Deiner Perspektive schaue und in diesem Zuge davon ausgehe, dass ein Wissen über diese Dinge möglich ist, muss ich Dir natürlich recht geben, dass es mindestens klarer Hinweise bedarf, um diesen Glauben mit Wissensanspruch "durchzuhalten". Da für mich aber Glauben eher dort hervortritt, wo ich nicht wissen kann (und einen solchen Bereich meine ich zu bereten, wenn ich mich mit der Frage nach einem seelischen Fortleben befasse), hat der Glaube in diesem Verständnis keinen solchen Wissensaspekt. Beweisbarkeit wird damit unerheblich. Auch diese Form des Glaubens kann - so meine Erfahrung - ungeheuer fest sein, zumal es nichts gibt, was jemals dagegensprechen könnte, es sei denn neue eigene Erfahrungen. Es ist also durchaus eine zweischneidige Angelegenheit, auf diese Weise zu glauben, und die damit einergehenden Proleme negiere ich keineswegs. Nur das Problem, eine wissenschaftliche Unterstützung des eigenen Glaubens zu benötigen, hat man eben nicht, wenn man akzeptiert, dass es Bereiche gibt, in denen es nie möglich sein wird, etwas zu beweisen.
                        .
                        Für die positiven Auswirkungen eines spirituellen Systems kommt es darauf an, dass man es glaubt. Erst wenn der Geist eines Menschen es für wahr hält, orientiert er sich in seinem tiefen Unterbewusstsein daran. [...]. Erst wenn ein Mensch in der Tiefe seiner Seele glaubt, dass es ihn glücklich macht ein guter Mensch zu sein, wird er sich wirklich bemühen ein guter Mensch zu sein und nach positiven Grundsätzen zu leben. Ansonsten wird er es höchstens als Fassade aufrecht erhalten und im tiefsten Kern seiner Seele ein gnadenloser Egoist sein.
                        Dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen.

                        Ansonsten wird er es höchstens als Fassade aufrecht erhalten und im tiefsten Kern seiner Seele ein gnadenloser Egoist sein. Wie viele Menschen in der heutigen Zeit. Sie blockieren damit ihre Erleuchtung und werden nach ihrem Tod nicht ins Paradies gelangen. Und im nächsten Leben werden sie weiter unter ihren negativen Charaktereigenschaften leiden.
                        In diesen Punkten dringst Du offenbar weiter in die Zukunft vor als ich und urteilst auch, aufgrund dessen, was für Dich offensichtliche eine Tatsache zu sein scheint, schärfer als ich.

                        Nils: Das innere Glück wird durch die Verspannungen im Körper und Geist eines Menschen blockiert. Diese Verspannungen gilt es durch körperliche (Yoga, Gehen, Meditation) und geistige Übungen (Gedankenarbeit, positives Denken, philosophieren) aufzulösen. Die Verspannungen entstehen hauptsächlich durch Ängste (Ablehnung von Leid) und durch Anhaftung an äußere Genüsse. Das Ego ist ein Folge der inneren Verspannungen. Je mehr ein Mensch sich innerlich reinigt, je mehr seine Seele heil wird, desto kleiner wird das Ego. Wenn die Liebe und das Glück in einem Menschen sehr groß werden, verschwindet das Ego von alleine und der Mensch gelangt in ein kosmisches Bewusstsein (Einheitsbewusstsein, Gottesbewusstsein).
                        Vielen Dank auch für diese Erklärung! "Ego" umfasst in diesem Verständnis also nichts, was die eigene Persönlichkeit im positiven Sinne auszeichnen könnte?

                        Dann sieht sich der Mensch in allen seine Mitwesen, empfindet Liebe zu allen Wesen und ist im Einklang mit sich und der Welt
                        Würdest Du auch hier wieder verschiedene Grade dieses Gefühls kontatieren? Denn das, was Du beschreibst, klingt für mich vor meinem Erfahrungsorizont sehr nach diesem (nicht im abwertenden Sinne) alltäglichen Gefühlerlebnis, bei dem man einfach von Freude und Dankbarkeit so durchflossen wird, dass man die ganze Welt umarmen und insbesondere zu allen Menschen gut sein möchte.

                        Mit bestem Dank für Deine Mühe grüßt wiederum herzlich
                        Chaja

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                          #42
                          Gedanken eines kleinen Yogis

                          Chaja: Es würde zu einer kaum erträglichen Spaltung führen, einem Glaube anzuhängen, der allem, was man weiß, entgegenläuft. Das setzt allerdings voraus, dass man in diesem Bereich (Was geschieht mit der Seele nach dem körperlichen Tod?) etwas Allgemeingültiges wissen kann. Da hege ich noch meine Zweifel.

                          Nils: Ich habe meine Argumente für ein Leben nach dem Tod dargelegt. Die Fakten weisen darauf hin, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Ich habe die Erkenntnisse der Nahtodforschung, der Reinkarnationsforschung, der Quantenphysik, den Karmapa und die Wahrnehmungen der Erleuchteten dargestellt. Man kann derzeit etwas Allgemeingültiges darüber wissen. Zweifel können zu weiterem Forschen veranlassen, aber sie dürfen nicht den klaren Verstand blockieren.

                          Chaja: Wenn man aber wie ich an dieser Stelle die Ansicht nicht teilen kann, dass etwas FÜR eine bestimmte Interpretation gewisser "Indizien" spricht, ...

                          Nils: Wenn du für dich zu dem Ergebnis gekommen bist, dass die Fakten nicht ausreichen um ein Weiterleben der Seele nach dem Tod anzunehmen, dann musst du als konsequent denkender Mensch dein Leben so leben, als ob es dein einziges ist. Du kannst aber trotzdem nach Glück und Erleuchtung streben, weil ein glückliches Leben eindeutig mehr Spaß bringt als ein unglückliches.

                          Chaja: ... kann es für einen auch nichts geben, das GEGEN diese Interpretation spricht.

                          Nils: Um ein Weiterleben nach dem Tod anzunehmen, brauchst du einen positiven Beweis. Um die Existenz Gottes zu bejahen, brauchst du Indizien, die dafür sprechen. Wenn weder etwas für noch gegen Gott spricht, dann gibt es Gott für einen rationalen Menschen nicht.

                          Chaja: Damit kommt man zu einem Nebeneinander von Glauben und Wissen, die einander nicht zuwiderlaufen müssen, weil der Glaube sich in Bereichen des Wissens mit diesem deckt und in Bereichen, in denen kein Wissen möglich ist, für sich alleine steht.

                          Nils: Bei einem Nebeneinander von Glauben und Wissen folge ich als wissenschaftlich denkender Mensch dem Wissen. Ein Glauben, der sich nicht auf vernünftige Fakten stützen kann, ist für mich eine geistige Spielerei und kann gefährlich sein. Ich denke da zum Beispiel an die Islamisten, die als Selbstmordattentäter andere Menschen mit in den Tod reißen und glauben, dass sie dadurch ins Paradies kommen. Ein Glauben ohne Wissen beruht auf irrationalen Gefühlen. Und irrationale Gefühle können missbraucht werden.

                          Chaja: Natürlich haben wissenschaftliche Versuche Beweiskraft - für Bereiche des Wissens. Und selbstverständlich ging es mir nicht darum, den gesunden Menschenverstand als solchen abzuwerten oder ähnliches. Sowohl die Wissenschaft als auch den gesunden Menschenverstand schätze ich sehr! Ich habe nur meine Zweifel, ob das Prinzip Wissenschaft auf Bereiche wie die Frage, ob die Seele nach dem körperlichen Tod weiterlebt, sinnvoll bezogen werden kann. Und der gesunde Menschenverstand kann für so unterschiedliche Aussagen in Anspruch genommen werden, dass er m.E. einfach keine Beweiskraft hat.

                          Nils: Natürlich kann man die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, wissenschaftlich untersuchen. Natürlich können Menschen mit einem gesunden Menschenverstand zu unterschiedlichen Bewertungen von Fakten kommen. Das ist gerade bei der Frage des Lebens nach dem Tod durchaus möglich. Bei einer vielfältigen und komplizierten Faktenlage sind unterschiedliche Ansichten möglich. Das ist für mich kein Problem. Ob die Beweislage für ein Leben nach dem Tod und für die Existenz Gottes ausreicht, darf in einem freien Land jeder Mensch für sich selbst entscheiden.

                          Chaja: Das Problem, eine wissenschaftliche Unterstützung des eigenen Glaubens zu benötigen, hat man nicht, wenn man akzeptiert, dass es Bereiche gibt, in denen es nie möglich sein wird, etwas zu beweisen.

                          Nils: Das ist die herrschende Argumentation der christlichen Kirche. Damit schießt sie sich in einer wissenschaftlich denkenden Zeit geistig ins Aus. Die Folge ist, dass sie kaum noch jemanden für den christlichen Glauben gewinnen kann. Das langsame Verschwinden des christlichen Glaubens in Deutschland können wir derzeit deutlich beobachten. Ein Glaube muss vernünftig begründbar sein, wenn er in der heutigen Zeit die Menschen überzeugen will.

                          Chaja: "Ego" umfasst nichts, was die eigene Persönlichkeit im positiven Sinne auszeichnen könnte?

                          Nils: Das Ego ist eine Entwicklungsphase des Menschen. In einer materiellen Welt braucht man ein starkes Ego, um als Einzelner überleben zu können. Für die Gesamtmenschheit kann ein zu starkes Ego ihrer einzelnen Mitglieder gefährlich werden. Wenn die Menschen zu sehr auf ihr Einzelinteresse achten und das Gesamtinteresse zu wenig berücksichtigt wird, kann sich die Menschheit selbst ausrotten. Im Moment beobachten wir den Wahnsinn, dass in einer globalisierten Welt einige wenige Menschen unermesslich reich sind und etwa eine Milliarde Menschen am Verhungern ist. Das ist für mich ein übertriebener Egoismus der Reichen. Sie sollten den Armen so viel von ihrem Geld abgeben, dass alle Menschen gut leben können. Das werden die Reichen aber nur tun, wenn sie begreifen, dass das innere Glück das Zentrum des Menschen ist. Inneres Glück entsteht, wenn man den Egoismus überwindet und in der umfassenden Liebe lebt.

                          Chaja: Das, was Du beschreibst, klingt für mich nach dem alltäglichen Gefühlerlebnis, bei dem man einfach von Freude und Dankbarkeit so durchflossen wird, dass man die ganze Welt umarmen und insbesondere zu allen Menschen gut sein möchte.

                          Nils: Wenn dieses Gefühl für dich alltäglich ist, ist das wunderbar. Dann bist du spirituell schon sehr weit entwickelt. Alles Liebe, Nils

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                            #43
                            Lieber Nils

                            Zitat von Nils Horn Beitrag anzeigen
                            Nils: Ich habe meine Argumente für ein Leben nach dem Tod dargelegt. Die Fakten weisen darauf hin, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Ich habe die Erkenntnisse der Nahtodforschung, der Reinkarnationsforschung, der Quantenphysik, den Karmapa und die Wahrnehmungen der Erleuchteten dargestellt. Man kann derzeit etwas Allgemeingültiges darüber wissen. Zweifel können zu weiterem Forschen veranlassen, aber sie dürfen nicht den klaren Verstand blockieren.
                            Entschldige bitte, falls ich Dir damit auf die Nerven falle. Aber ich fürchte, an diesem Punkt werden wir so schnell keine Annäherung aneinander erreichen. Es deuten nämlich - wie immer in der Wissenschaft - nicht "die Fakten" auf irgendetwas hin, sondern Deine Interpretation der Fakten. Du sprichst Deiner Interpretation der Fakten eine so hohe Wahrscheinlichkeit zu, dass Du ihnen Beweiskraft einräumst. Ich habe nur gesagt, dass ich diese Interpetation für genauso wahrscheinlich halte wie andere mögliche Interpretationen. Damit verliert diese Interpretation für mich die Beweiskraft, die Du ihr zusprichst.

                            Nils: Wenn du für dich zu dem Ergebnis gekommen bist, dass die Fakten nicht ausreichen um ein Weiterleben der Seele nach dem Tod anzunehmen, dann musst du als konsequent denkender Mensch dein Leben so leben, als ob es dein einziges ist.

                            Nils: Um ein Weiterleben nach dem Tod anzunehmen, brauchst du einen positiven Beweis. Um die Existenz Gottes zu bejahen, brauchst du Indizien, die dafür sprechen. Wenn weder etwas für noch gegen Gott spricht, dann gibt es Gott für einen rationalen Menschen nicht.
                            Ich muss gestehen, dass mich Deine Art des Schlussfolgerns gelegentlich irritiert. Ich habe bereits ausgeführt, dass es für mich Bereiche gibt (darunter den, in den die Frage nach einem Leben nach dem Tod fällt) die für mich keine Wissensbereiche sind, und das für mich dort, wo m.E. kein Wissen mehr möglich ist, der Glaube greift. Bisher haben wir hier nur über das diskutiert, was wir wissen können. In diesem Punkt haben sich unterschiedliche Ansichten herauskritallisiert. Ich habe nie behauptet, dass ich nicht an ein Weiterleben der Seele glaube und schon gar nicht, dass es für mich keinen Gott gibt (was für mich übrigens nicht zwingend mit der Frage nach einem Weiterleben der Seele verknüpft ist).

                            Du kannst aber trotzdem nach Glück und Erleuchtung streben, weil ein glückliches Leben eindeutig mehr Spaß bringt als ein unglückliches. .
                            Selbstverständlich ist ein glückliches Leben angenehmer als ein unglückliches. Nach Glück werde ich aber nicht streben, weil ich bereits ein glückliches Leben lebe

                            Ein Glauben ohne Wissen beruht auf irrationalen Gefühlen. Und irrationale Gefühle können missbraucht werden.
                            Das klingt, als könnte Rationalität nicht missbraucht werden!? M.E. gibt es in beiden Bereichen Missbrauch. Das sollte aber doch nicht davon abschrecken, sich in diese Bereiche vorzuwagen und dort nach Kräften das Gute zu unterstützen.

                            Ein Glaube muss vernünftig begründbar sein, wenn er in der heutigen Zeit die Menschen überzeugen will.
                            Das magst Du mit Deinem Glaubensbegriff so formulieren können - ich kann es mit meinem nicht.

                            Nils: Das Ego ist eine Entwicklungsphase des Menschen. In einer materiellen Welt braucht man ein starkes Ego, um als Einzelner überleben zu können. Für die Gesamtmenschheit kann ein zu starkes Ego ihrer einzelnen Mitglieder gefährlich werden. Wenn die Menschen zu sehr auf ihr Einzelinteresse achten und das Gesamtinteresse zu wenig berücksichtigt wird, kann sich die Menschheit selbst ausrotten. Im Moment beobachten wir den Wahnsinn, dass in einer globalisierten Welt einige wenige Menschen unermesslich reich sind und etwa eine Milliarde Menschen am Verhungern ist. Das ist für mich ein übertriebener Egoismus der Reichen. Sie sollten den Armen so viel von ihrem Geld abgeben, dass alle Menschen gut leben können. Das werden die Reichen aber nur tun, wenn sie begreifen, dass das innere Glück das Zentrum des Menschen ist. Inneres Glück entsteht, wenn man den Egoismus überwindet und in der umfassenden Liebe lebt.
                            Vielen Dank für diese Erläuterung. In diesem Punkt sind wir uns vollkommen einig.

                            Liebe Grüße von Chaja

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                              #44
                              Chaja: (Nils: Ich habe meine Argumente für ein Leben nach dem Tod dargelegt. Die Fakten weisen darauf hin, dass es ein Leben nach dem Tod gibt.) Entschuldige bitte, falls ich Dir damit auf die Nerven falle. Aber ich fürchte, an diesem Punkt werden wir so schnell keine Annäherung aneinander erreichen. Es deuten nämlich - wie immer in der Wissenschaft - nicht "die Fakten" auf irgendetwas hin, sondern Deine Interpretation der Fakten. Du sprichst Deiner Interpretation der Fakten eine so hohe Wahrscheinlichkeit zu, dass Du ihnen Beweiskraft einräumst. Ich habe nur gesagt, dass ich diese Interpetation für genauso wahrscheinlich halte wie andere mögliche Interpretationen. Damit verliert diese Interpretation für mich die Beweiskraft, die Du ihr zusprichst.

                              Nils: Hier haben wir unterschiedliche Ansichten. Das ist für mich akzeptabel und völlig in Ordnung. Wir müssen nicht die gleiche Meinung in allen Dingen haben. Du darfst mir auch gerne auf die Nerven fallen. Da wir konstruktiv diskutieren, erfreut mich das.

                              Chaja: Ich habe nie behauptet, dass ich nicht an ein Weiterleben der Seele glaube und schon gar nicht, dass es für mich keinen Gott gibt.

                              Nils: Wenn du an Gott und an ein Weiterleben der Seele nach dem Tod glaubst, brauche ich dich ja nicht mehr zu überzeugen. Es geht dann nur noch darum, wie man als Christ seinen Glauben am besten vermittelt. Ich habe dazu meine Meinung geäußert. Das genügt mir.

                              Chaja: Selbstverständlich ist ein glückliches Leben angenehmer als ein unglückliches. Nach Glück werde ich aber nicht streben, weil ich bereits ein glückliches Leben lebe.

                              Nils: Das ist wunderbar. Ich freue mich über jeden glücklichen Menschen. Obwohl das immer die Gefahr der spirituellen Faulheit mit sich bringt. Ich war meistens irgendwie unglücklich, habe immer gesucht und so meine Ziele und meinen Weg gefunden. Vielleicht wollte Gott dich als glücklichen und mich als unglücklichen Menschen. Das finde ich zwar gemein von ihm, aber Gott hat letztlich immer recht. Vielleicht nützt so jeder auf seine Art der Welt.

                              Chaja: Das klingt, als könnte Rationalität nicht missbraucht werden!? M.E. gibt es in beiden Bereichen Missbrauch. Das sollte aber doch nicht davon abschrecken, sich in diese Bereiche vorzuwagen und dort nach Kräften das Gute zu unterstützen.

                              Nils: Auch Wissenschaft kann missbraucht werden, wenn sie nicht auf einer positiven Wertebasis betrieben wird. Mein Weg ist die Verbindung von Wahrheit und Liebe. Beides muss zusammenkommen, damit eine bessere Welt entsteht. Ich freue mich, dass wir beide offensichtlich zu den Guten gehören. Das Gute muss in dieser Welt des Leidens unterstützt werden. Sonst geht es unter.

                              Chaja: (Nils: Inneres Glück entsteht, wenn man den Egoismus überwindet und in der umfassenden Liebe lebt.) Vielen Dank für diese Erläuterung. In diesem Punkt sind wir uns vollkommen einig.

                              Nils: Das ist doch schön. Liebe Grüße auch von mir.

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                                #45
                                Lieber Nils,

                                Zitat von Nils Horn Beitrag anzeigen
                                Nils: Wenn du an Gott und an ein Weiterleben der Seele nach dem Tod glaubst, brauche ich dich ja nicht mehr zu überzeugen.
                                Siehst Du das bei Menschen, die nicht daran glauben, als Deine Aufgabe an?

                                Ich war meistens irgendwie unglücklich, habe immer gesucht und so meine Ziele und meinen Weg gefunden. Vielleicht wollte Gott dich als glücklichen und mich als unglücklichen Menschen. Das finde ich zwar gemein von ihm, aber Gott hat letztlich immer recht.
                                Ich glaube nicht, dass Gott auf diese Weise Schicksale verteilt bzw.jemanden glücklich oder unglücklich sehen will. Für mich ist Gott die Liebe, als solche zwar ein geistig-geistliches Gegenüber z.B. für den Betenden, aber ansonsten keine extern wirkende Gewalt. Die Liebe wirkt m.E. nur durch uns Menschen, durch unser Reden und Handeln. Wenn wir die Liebe nicht praktizieren, vermag sie nichts. "Allmächtig", um dieses biblische Wort aufzugreifen, wird sie in meinen Augen nur dort, wo sie umfassend gelebt wird. Ich würde daher nicht sagen, dass die Liebe einen Willen hätte, aber wenn man unbedingt einen solchen konstruieren wollte, um beispielsweise bestimmte Aussagen der Bibel einzubeziehen, könnte dieser in meinen Augen nur dem Wesen der Liebe gemäß sein. Z.B. einen Flugzeugabsturz als Willen Gottes zu bezeichnen, halte ich für absurd. Die Allmacht Gottes besteht m.E. nicht darin, dass er eine Hand ausstrecken und das Flugzeug auffangen könnte, wenn er nur wollte. Einen solchen Könnenden-aber-nicht-Wollenden könnte ich keinerlei positive Gefühle entgegenbringen. Und es würde tatsächlich meinem Verstand zuwiderlaufen - mit allen den von Dir bereits angesprochenen Spaltungsfolgen -, einen solchen Gott anzubeten.

                                Ich freue mich, dass wir beide offensichtlich zu den Guten gehören. Das Gute muss in dieser Welt des Leidens unterstützt werden. Sonst geht es unter.
                                Ich würde sagen, das Gute lebt nur, wenn Gutes getan wird. Aber mir persönlich widerstrebt es zutiefst, die Menschen in die Guten und die ... ja was? ... die Schlechten? die Bösen? einzuteilen. Zum ersten: wer wollte darüber urteilen? Zum zweiten: Wozu? Sich selbst auf die Seite der "Guten" zu stellen, kann doch eigentlich nur dem Ego schmeicheln. Und zum dritten halte ich alles für ungünstig, was künstliche Barrieren zwischen den Menschen errichtet. Liebe, die in dieser Weise urteilen muss, greift meines Erachtens zu kurz...

                                Aber jetzt habe ich hier in Deinem Faden sehr viel von mir geredet, entschuldige bitte. Magst Du vielleicht mal erzählen, welche Fragen Dich selbst gerade beschäftigen, was bei Dir gerade im Werden ist? (natürlich nur, wenn Du wirklich willst!)

                                Viele liebe Grüße sendet Dir
                                Chaja

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