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mutters emotionale erpressung

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    #31
    PS: Es ist so wie ich mich hier oft fühle: ich werde nicht gesehen, nicht wahrgenommen. Auch hier habe ich dieses Gefühl, denn Antworten gehen nur schleppend auf meine Posts ein (mein Gefühl!)! Es zieht sich "wie ein roter Faden durch mein Leben".

    Sorry, Fortuna. Ich weiß, es gehört alles gar nicht hier rein!

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      #32
      Zitat von Hoffnungsvolle Beitrag anzeigen

      Liebe Hoffnungsvolle,
      Ich komme damit immer noch nicht klar. Mein Versuch ist, mich abzugrenzen, indem ich nur noch selten mit ihnen telefoniere. Auf der anderen Seite fehlt mir etwas. Das Gefühl, von ihnen gesehen/wahrgenommen zu werden wie ich bin. Auch mit meiner Traurigkeit, dass ich alleine bin. Das Thema wird bei uns zuhause soz. "totgeschwiegen". Ich vermisse, dass meine Eltern mich mal in den Arm nehmen, mir sagen, dass sie es traurig finden, dass ich alleine bin, keinen Partner habe, keine Kinder habe. Für sie scheint es selbstverständlich zu sein. So behalten sie (meiner Ansicht nach) am besten die Kontrolle über uns (also meine jüngere Schwester und mich). Wahrscheinlich erzähle ich jetzt viel zu viel. Ich fühle mich nicht gut dabei.

      Hast Du mal mit Deinen Eltern drüber gesprochen? Hast Du ihnen mal gesagt wie Du fühlst, wie Du denkst, was Du Dir wünscht? Hast Du sie mal umarmt um ihnen zu zeigen dass Du gehalten werden möchtest?

      Ich habe drei Jungs - der Jüngste ist 18 und lebt noch zu Hause - und ich empfinde es manchmal total schwierig zu spüren was er (und auch die beiden Anderen) grade brauchen. Nehme ich ihn in den Arm, fühlt er sich 'wie ein Baby behandelt', frage ich nach wie es ihm geht heißt es 'paßt schon', frage ich nicht hat er vielleicht das Gefühl 'Mama hat kein Interesse an mir'.
      Ich möchte dass meine Jungs ihr Leben selbst leben können wie sie es möchten, dass sie stark sind um mit Problemen klarzukommen und gleichzeitig möchte ich dass sie wissen und spüren können dass ich sie über alles liebe.
      Manchmal empfinde ich es als Gratwanderung. Wie kann ich ihnen zeigen dass ich sie liebe und sie gleichzeitig 'loslassen'? Wie kann ich ihnen zeigen
      dass ich Anteil an ihrem Leben habe ohne sie zu kontrollieren?
      Im Endeffekt funktioniert es doch nur über Kommunikation, über das Äußern von Wünschen, von Bedürfnissen aber auch von Kritik und Gefühlen.

      Ich wünsche Dir liebe Hoffnungsvolle, dass Du einen Weg findest mit Deinen Eltern zu reden, ihnen sagen zu können wie Du empfindest und Deine Bedürfnisse äußern zu können. Zeige ihnen wenn Du in den Arm genommen werden möchtest zB indem Du sagst "Mama, ich würd jetzt einfach nur gerne von Dir umarmt werden weil ich traurig bin". Ich bin davon überzeugt dass sie es tun würde und auch mit Dir mitfühlen würde. Versuch es doch einfach. Was kann schon dabei passieren?

      Mütter und Väter sind keine Hellseher, sie möchten (zumindest die Meisten) das Beste für ihre Kinder, aber sie brauchen auch die Mithilfe ihrer Kinder, das Äußern ihrer Wünsche und auch ihrer Kritik. Und sie möchten ihre Kinder zu selbständigen Menschen erziehen die lebensfähig sind und sie deshalb loslassen zu müssen und das 'richtig' zu machen ist nicht immer einfach.

      Laß Dich drücken!
      Alles Liebe
      Anneliese

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        #33
        Hallo Anneliese,

        erst vor kurzem hatte ich einen Versuch gewagt, mich zu öffnen. Es kam zum Streit. Meine Mutter fing an zu weinen, ging dann ins Bett, um mir davor noch zu sagen, dass der Abend nun eh "verhunst" wäre. Ich saß dann noch kurz mit meinem Vater zusammen. Bei ihm habe ich häufiger den Eindruck, dass er mich versteht/sieht; allerdings musste ich mir auch da Dinge anhören, auf die ich - trotz Nachfrage - keine Antwort bekam ...

        Meinen Eltern ist das absolut wichtigste ein guter und sicherer Beruf. Was ja auch richtig ist. Ich glaube allerdings, sie meinen, damit ist alles klar im Leben, damit kann man zufrieden sein. Eine schöne Wohnung, ein sicherer Beruf. Im Prinzip stimmt das auch. Dass mir etwas elementares fehlt, nämlich ein Partner und eine eigene Familie, das sehen sie nicht (wollen sie nicht sehen) - ist NIE Thema. Sie äußern sich nur jedesmal, du kannst sooo froh sein, dass du eine schöne Wohnung hast und dass du einen sicheren Beruf hast ... (bin schon seit nahezu 20 Jahren dabei). Sie fragen nie einmal nach, wie es mir (wirklich) geht. Wenn, dann wäre ich ja undankbar. Aus ihrer Sicht ist es mit Sicherheit so, sie (vor allem mein Vater) sind ja ganz anders aufgewachsen.

        Manchmal denke ich, ich lebe das Leben, das meine Eltern für mich woll(t)en. Im Beruf bin ich gerade total unzufrieden, auch sonst mag ich mich selber so gar nicht, habe kein Selbstbewusstsein, will es immer allen recht machen und fühle mich unendlich schlecht, wenn ich einmal meine "wahren" Gefühle zeige, meine Meinung sage.

        Mir erscheint mein Leben zur Zeit so sinnlos, so ziellos. Ich bin verloren. Abends tröste ich mich oft mit Alkohol. Da kommt dann wenigstens die Traurigkeit, die ich sonst nicht zulasse. Oft bin ich alleine. Von einer Partnerschaft bin ich offensichtlich weit davon entfernt. Es gibt niemanden, keiner interessiert sich für mich.

        Angeregt duch Fortunas Posting schreibe ich hier gerade. Ich will den "Faden" nicht zerstören. Fortuna, wenn ich einen eigenen aufmachen soll, schreibe es mir bitte. Vielleicht ist es auch eine "Hilfe/Bereicherung" für dich!?

        Hoffnungsvolle

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          #34
          Liebe Hoffnungsvolle,

          ich lese Deine Beiträge immer wieder gern und möchte Dich ermutigen, einfach drauflos zu schreiben - und die ständigen Entschuldigungen und das Jammern, dass Dich keiner sieht, als Anlaß zur Selbstwahrnehmung zu nutzen (da stolpere ich nämlich immer wieder drüber, wenn ich das mal so spiegeln darf). Ich habe gerade nicht abgespeichert, was Du in Sachen Therapie, Selbstbewußtsein unternimmst. Aber was wäre, wenn Du aus jedem "Entschuldigungsimpuls" eine persönliche Wahrnehmung machen würdest? Einfach: "offensichtlich kann ich mir gerade nicht selbstbewusst meinen Raum nehmen - ist ok!". Oder "mmh, was habe ich gerade für einen schönen Text formuliert"... Was auch immer.
          Nur wenn Du Dir Raum nimmst, wirst Du gesehen. Ob Du dann auch Antwort bekommst, ist dann Sache Deines Gegenübers.
          Nur so ein Gedanke, bei Bedarf einfach ignorieren!
          Ich drück Dich und wünsche Dir Mut (der mir auch oft selber fehlt)!
          Nomada

          OTende

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            #35
            liebe Hoffnungsvolle,

            ich freu mich über deine beiträge!

            ich hab das gefühl, an dem punkt an dem du jetzt bist war ich mit meiner mutter auch vor der großen konfrontation, bevor ich den kontakt erstmal abbrach.
            heute würde ich sagen, ich hab mich ihr aber auch so hart und unnahbar gezeigt, und außerdem hätte ich kein mitgefühl angenommen, gift und galle hätte ich gespuckt, hätte meine mutter mich bedauert...hat sie auch gemacht auf ihre art, in dem sie so sachen sagte wie: mensch, wenn du nicht langsam jemand findest wird das nichts mehr...

            heute bin ich mir sehr sicher, dass es sehr wichtig war, dass ich ihr meine schlechte kindheit und meine probleme vorgeworfen habe. irgendwie ist dadurch ein gleichgewicht entstanden...ganz komisch...sie hat ihre verantwortung angenommen, widerwillig und widerstrebend, aber sie hat es getan...vielleicht hab ich ihr damit auch gezeigt, dass mir überhaupt gar nicht alles egal ist und ich eben nicht miss obercool hoch drei bin...

            ist nicht leicht, sich gegenseitig seine gefühle zu zeigen, wenn man das jahrzehntelang nie getan hat...bei mir hat es nur über die wut funktioniert. gibt bestimmt auch andere wege...

            wie gehst du mit wut um? bist du wütend auf deine eltern? ich glaube, sie versteckn ihre unsicherheit, ich bin mir sicher, sie wollen dass es dir gutgeht...weil, mehr als in den arm nehmen können sie nicht, einen neuen job musst du dir selber besorgen, und die ehemänner suchen sie uns auch zum glück nicht mehr aus. stell dir das mal vor...und ich glaube mit diesem vorwurfsvollen: du meldest dich nie...! wollen sie auch sagen: ich vermisse dich...! wie fühlt sich das für dich an?

            manchmal hab ich das gefühl, manche dinge muss man erst mal können, um sie dann sein lassen zu können. früher hab ich mich nur für andere behaupten können, dann hab ich angefangen, das auch für mich einzufordern. konflikte sind heute nicht mehr so mein thema, das kann ich ...jetzt möchte ich gerne meine weiche seite leben und zeigen...in kontakt mit anderen menschen kommen. will trennen können zwischen den gefühlen anderer und meinen. das find ich nämlich gar nicht leicht...

            da vermischt sich vieles...vielleicht kannst du was damit anfangen. aber ein wichtiges resümee für mich ist gerade, meine mutter ist wie sie ist. und ich sehe jetzt wieder, wie unglaublich sie sich bemüht. ich hab nur zwei chancen, entweder ich nehm sie so wie sie ist oder ich lasse es. im kontakt mit ihr hab ich sehr viele möglichkeiten. es werden auch in zukunft konflikte nicht ausbleiben, da bin ich mir sicher. ich will es hinkriegen, mein leben zu leben und sie ab und an teilhaben lassen, wenn ich das bedürfnis dazu habe. vielleicht kommen wir da auf einen nenner. und heute kann ich schon sagen. ich hab auch verständnis für sie. geht so langsam richtung loslassen und vergeben...heieiei, das hätt ich mir vor kurzem noch nicht vorstellen können

            liebe grüße

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              #36
              @fortuna: " mit diesem vorwurfsvollen` du meldest dich nie`...! wollen sie auch sagen: ich vermisse dich...! wie fühlt sich das für dich an?"

              diese stelle gefällt mir besonders gut...
              es erinnert mich an den satz: "hinter jedem negativen vorwurf steckt ein positives bedürfnis!"

              es wäre sicherlich hier in diesem faden angebracht, ein paar mutter/vaterhatgesagt-sätze zu switchen! was haltet ihr davon? wenn es jemand selber nicht schafft aus zu emotionaler beteiligung, können das vielleicht andere übernehmen...

              fortuna, was hältst du davon? bist du einverstanden, oder soll ich lieber einen eigenen faden eröffnen??
              bitte um feedback,
              OS

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                #37
                liebe Orange Seahorse,

                nur zu!

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                  #38
                  danke, fortuna!

                  was für ein zu-fall: öffne ich doch vorhin eine alte mappe und finde dort den spruch: "ein vorwurf ist nur ein schlecht formulierter wunsch!" ts, ts, ts,.....

                  nun ist es doch so, dass meine mutter doch eigentlich das gegenteil von den euren hier beschriebenen darstellt, es war eher ignorieren und ich kam mir oft nicht gesehen und egal vor...hm....
                  ich switche mal diese situation: ich gehe davon aus, dass sie mich in freiheit aufwachsen sehen wollte, dass sie sich nicht zu viel in mein leben einmischen wollte, dass sie wollte, dass ich meine eigenen erfahrungen im leben machte, es heisst wohl auch, dass sie mir vertraute .....


                  es war auch nicht streiten oder schlagen oder schreien, was mich fertig gemacht hat (hat es nämlich in der tat nie gegeben!), nein, es war das schweigen...es kam mir so eisig vor, so bitterkalt...
                  ich switche: sie wollte nicht, dass ich im streit aufwachse, sie wollte, dass ich in frieden und ruhe aufwachsen kann, sie wollte meinen körper und meine seele schützen....

                  jetzt hab ich urlange überlegen müssen, ob es einen vorwurf gibt, an den ich mich erinnere. ja, es gibt einen, der tauchte öfters auf, und der kam emotional:
                  "du bist wie dein vater!" oder "dein vater tut einfach überhaupt nichts für dich, kümmert sich nicht, und du hast ihn viel lieber und vergötterst ihn!"
                  (erklärung für euch: meine eltern liessen sich genau an meinem 12. geburtstag scheiden)

                  ich switche "du bist wie dein vater": ich liebe dich genauso wie ich deinen vater geliebt habe, ich liebe auch die eigenschaften an dir, die du von ihm hast. ich hab einfach angst, dass du mich auch so verletzt und dass du auch so einen egoistischen und verletzenden weg einschlägst wie er, ich habe angst, dass du mich nicht siehst und mich nicht würdigst.."
                  ich switche "dein vater tut einfach überhaupt nichts für dich, kümmert sich nicht, und du hast ihn viel lieber und vergötterst ihn!":
                  ich möchte, dass du mich und meine arbeit und meine bemühungen um euch kinder anerkennst. ich möchte anerkannt und geliebt werden!

                  so, für den anfang genug, finde ich...
                  bin schon gespannt, ob noch jemand gerne switchen möchte...

                  OS

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                    #39
                    ihr lieben,

                    irgendwie laesst mich dieser thread nicht los. obwohl ich ja meine mutter sehr frueh verloren habe, meine stiefma ihren psychoterror abzog und mein vater sich fuer sie entschied. sprich eine andere und doch so gleiche ausgangslage. denn letzlich: wir wurden verletzt, in der kindheit .. und verarbeiten dies grade .. und suchen einen schmerzfreien und erfuellten umgang im jetzt mit der engsten familie.

                    mein wesentlicher schritt war nicht kompletter cut (wir redeten eh nur aneinander vorbei und es blieb immer ein schales, trauriges gefuehl), sondern die erkenntnis, ich versuche 'es ihnen recht zu machen'
                    sprich ich verdrehte mich. bloss nicht anecken. schoen in ihrem mikrokosmos. derweil es in mir brodelte und schniefte. und vermutlich war es sogar bei ihnen auch so. und parallel wollte ich endlich das heile familienleben von ihnen bekommen. stampf! es steht mir doch zu....

                    das klappte natuerlich nie...

                    die weiche kam beidseitig. ich sagte "so nicht mehr, nicht mit mir" und zurueck kam "lass die vergangenheit doch mal ruhen, wir kennen uns doch gar nciht mehr"
                    und nunmehr machen wir die ersten vorsichtigen schritte im neuland.
                    wir stoppen, wenn alte emotionen hochkommen..gucken uns die bilder an, die dahinter stehen. sooo viel misverstaendnis.
                    und bei anderen charakterstika " man muss einen menschen eben so verbrauchen, wie er ist" sprich miene stiefma wird sich nicht aendern, und entweder ich fuehle mich angegriffen oder nicht (diese wahlfreiheit habe ich ja schliesslich)

                    allerdings...
                    und das mag in dem gesamtzusammenhang auch eine rolle spielen.
                    parallel hat mein vater auch seine vergangenheit ad acta gelegt. und meint, er moechte sein restleben lieber zufrieden bestreiten. vielleicht ist alles (sprich unsere neuerliche connection zur familie) ja auch eine frage des zeitpunkts?
                    es wird gesagt, man muesse mit der familie gut koennen - und daraus entsteht ein zwang. oder ein gefuehl der unzulaenglichkeit. des verbiegens. eventuell liegt der schluessel einfach darin, zu agieren, wie es sich gut & richtig anfuehlt. vielleicht auch mit einer funkstille ueber jahre. um zu reifen - egal, was das umfeld dazu sagt?!

                    liebe fortuna, ich hoffe, es fuehrt nicht ot.
                    aber irgendwie - es scheint zu funktionieren. auch ohne zu viel gruebelei. denn bei mir war z.t. einfach nicht genug platz/zeit, alles en detail zu beleuchten. aber es wird.
                    und genau das wuensche ich dir, wie auch allen anderen in unserem belasteten familienboot.

                    auf dass der ballast der vergangenheit uns alle staerken moege, uns die freude am jetzt mit den entwickelten faehigkeiten und der liebe, dem vertrauen zu einer gluecklichen reise im jetzt und in die zukunft verhilft!

                    alles liebe .... fuer uns alle
                    vom kuestenmaedel

                    PS: hoffnungsvolle.
                    nimm dir zeit - aber ich stimme den vorrednerinnen zu: wech mit entschuldigungen. du schreibst sehr schoen und treffend. realisiere dies ruhig als staerke und nehme an, dass wir dir gerne zulesen. wir bereichern uns alle gegenseitig, und du bist genauso teil des ganzen! und wenn es noch braucht, na, dann nimm dir genau deine zeit

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                      #40
                      Hallo liebe Hoffnungsvolle,
                      du hast dir so einen schönen, positiven Nick ausgesucht - vielleicht solltest du dir an deiner eigenen Nick-Wahl ein Beispiel nehmen.

                      Ich verstehe deinen Schmerz - ich hab bis vor kurzem auch immer wieder meinen Kummer im Alkohol ertränkt aber eigentlich hatte ich nur Angst vor meinen eigenen Gefühlen. Und das einzige was ich damit erreicht habe war mich von mir selbst zu trennen und mich ständig schuldig zu fühlen.

                      Hier sind so viele helfende Hände - aufstehen musst du aber selbst!

                      Zitat von Earl Nightingale
                      „Wenn der Mensch erkennen würde, welche Macht er
                      über sein Leben und seine Bestimmung hat, würde
                      er in einem Zustand ständigen Staunens und
                      fortwährender Dankbarkeit leben".
                      Es umarmt dich, der !Wot!

                      __________________
                      Once a lifetime twice a day ... (Captain Sensible)

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                        #41
                        Zitat von Orange Seahorse Beitrag anzeigen
                        "hinter jedem negativen vorwurf steckt ein positives bedürfnis!"

                        es wäre sicherlich hier in diesem faden angebracht, ein paar mutter/vaterhatgesagt-sätze zu switchen!
                        Ich habe schon immer intuitiv gespürt oder verstanden, was die eigentliche Botschaft hinter den Vorwürfen war, die mir meine Mutter an den Kopf geschmissen hat. Dieses Wissen nützt aber nichts, wenn einem die mütterlichen Sorgen und Ängste sich in einem wütenden, gemeinen und ungerechtfertigten Schwall von Vorwürfen und Unterstellungen um die Ohren gehauen wird. Als Teenager konnte ich nur bockig oder ebenfalls mit Geschrei darauf reagieren. Als ich älter war, wollte ich dann immer mal wieder sachlich auf Vorwürfe eingehen, nur um zu erkennen, dass mit meiner Mutter ein solches Gespräch gar nicht möglich war. Sie wollte (konnte) überhaupt nicht reden, wurde agressiv oder hat mit diesem verbitterten, zusammengekniffenen Mund einfach geschwiegen, ist weggelaufen oder hat den Telefonhörer auf die Gabel geknalt. Aber eigentlich wünschte ich mir nichts sehnlicher, als dass sie den oben erwähnten Switch selber erkennt und ausspricht. Ich glaube, sie hätte sich lieber die Zunge abgebissen, als mir zu sagen: "Ich habe Angst um dich." oder: "Ich hab dich lieb und würde dich gerne öfter sehen."

                        Um sich den Eltern wieder anzunähern reicht es oft nicht, wenn man als Tochter oder Sohn auf sie zugeht. Auch die Eltern müssen bereit und offen dafür sein. Und allen muss klar sein, wie zerbrechlich so eine sachte und vorsichtige Annäherung ist. Und dafür braucht es Ehrlichkeit, Vertrauen, Respekt und immer wieder Vertrauen. Und zwar auf beiden Seiten.

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                          #42
                          ja.

                          doch mir geht es auch um den INNEREN umgang mit den eltern...wenn ich mich mangels andererseitiger berietschaft zurückziehe, so muss das nicht mit einer ewigen verbitterung sein...darum geht es mir...dass man annehmen kann, dass gewisse familiensituationen- und -konstellationen nun mal nicht so sind, wie wir uns das o0ft wünschen....dass man sich womöglich entscheidet, nicht mehr hin zu gehen, aber keinen groll mehr dabei empfindet...für mich ist das ein schönes ziel..und ich habe es bei eimigen familienmitgliedern erreicht: sagen zu können: "ich mag sie. schade, es geht nicht. es ist einfach so." mir geht es dabei um den INNEREN FRIEDEN...nicht mehr....
                          OS

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                            #43
                            ....denn manchmal hatte man nie eine chance...und damit in frieden zu leben ist in meinen augen eine WAHRE KUNST!!!

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                              #44
                              hallo zusammen,

                              Menschin hat das auch so kurz und treffend beschrieben, liebe OS, Küstenkind und die anderen: wenn ich meinen inneren frieden mit meinen eltern gefunden hab, dann find ich ihn auch mit ihnen- das fühlt sich für mich stimmig an.

                              manchmal, oft, haben wir bei unseren reellen eltern keine chance, das dürfen wir nicht vergessen. manche eltern sind gift für uns, und da kann ich alle nur an die arbeit von alice miller verweisen, die ganz klar gegen das 4. gebot, wie es leider so oft in unserer gesellschaft benutzt wird, ausspricht: du sollst vater und mutter ehren. ich verstehe, was damit gemeint ist. es heißt aber nicht, gib deine seele auf um die bedürfnisse anderer zu befriedigen, egal ob sie mutter, vater, x, y, oder z heißen...

                              es kann wirklich lange lange jahre arbeit sein, die verwobenen fäden, die schuldmantsche, auseinanderzudröseln. ich spür so deutlich, wie ich mir zum zigsten mal diesen schuh angezogen hab, ich hätte es trennen können, wäre ich nicht in mein altes muster zurückgefallen: ich bin schuld am zustand meines gegenübers. nein bin ich nicht...

                              ich will meine innere einstellung dazu verändern. ich will meiner mutter zugestehen, dass das ihre art ist, mir ihre sehnsucht, ihre liebe zu zeigen, dass das ihre art, sich mir zu zeigen. letztendlich ist es nicht mehr, als ein äußern von gefühlen, es hing kein: wenn du dich nicht meldest, enterbe ich dich! oder so dran...so gesehen war es gar keine emotionale erpressung, merk ich gerade.

                              HEUTE findet die "erpressung" ganz alleine in mir drin statt

                              ich hab so viele möglichkeiten, darauf zu reagieren: mit liebe und mitgefühl, mit distanz und stirnrunzeln, abstand, wut, traurigkeit, tränen, missverstanden fühlen, nicht gesehen werden...usw...
                              auf den versuch eines menschen, kontakt mit mir aufzunehmen und mir seine gefühle zu zeigen (bewerten wir mal einfach nicht ob es "geschickt" oder klug oder was auch immer war und hätte sein können)...

                              ich will mir die zeit geben, die ich brauche. ich brauche die reflektion mit euch, um nicht in meine alten kindlichen muster zurückzufallen.

                              gerade hilft es mir auch, mir einfach mal auszumalen, was wäre wenn ich dem bedürfnis meiner mutter nachgeben würde. wenn ich ihr alles erfüllen würde, was sie sich wünscht. ich also irgendeinen typen hätte, ein paar kinder und als brave hausfrau dicht bei ihr, im nachbarshaus, wohnen würde...ich sie nach rezepten fragen würde, mit ihr zusammen zum friseur gehen würde...sie auf meine kinder aufpassen würde...wir über unsere männer schimpfen würden...uns über kindererziehung streiten würden...
                              es würde ihr altes schwarzes loch, dass nämlich genau das das gewesen wäre, was sie sich mit ihrer mutter so sehnlichst gewünscht hat, nicht füllen können...und ich würde es an meine kinder weitergeben, weil ich mir nicht erlauben dürfte, zu erforschen, was mein lebenssinn gewesen wäre...am schluss gäbe es mehr als zwei unglückliche menschen...

                              ich kann es nicht vermeiden, dass ich menschen die ich liebe und oder die mich lieben, enttäusche. das ist leben. manchmal gehen wünsche nicht zusammen, manchmal will der eine nach süden und der andere nach norden, der eine braten und der andere kuchen...lassen wir uns doch so sein, wie wir sind...

                              die anderen, die eltern so sein lassen, wie sie sind, heißt nicht, sich etwas gefallen zu lassen oder nie wieder zu streiten. es heißt für mich, zu versuchen, bei mir zu bleiben. zu schauen, wo bin ich, wo ist der andere. was geht, was geht nicht....

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                                #45
                                Zitat von Orange Seahorse Beitrag anzeigen
                                ...dass man sich womöglich entscheidet, nicht mehr hin zu gehen, aber keinen groll mehr dabei empfindet...für mich ist das ein schönes ziel...
                                Daran möchte ich arbeiten: Diesen Groll in liebevolle Gedanken umzuwandeln. Wie macht man das bloss?

                                Wenn ich aus einer objektiven Sicht (als ob ich eine Aussenstehende wäre) über meine Eltern nachdenke, dann sehe ich, dass sie eigentlich gute Menschen sind und ich verstehe, warum sie so geworden sind wie sie sind. Mein Herz zerspringt dann fast vor Mitgefühl und ich wünsche mir dann, ich könnte sie in die Arme nehmen, sie trösten und sie unterstützen. Aber sobald ich ihr Verhalten wieder aus der subjektiven Sicht der Tochter sehe, die vom Vater ignoriert und von der Mutter mit Vorwürfen überschüttet wurde, anstatt auch nur einmal in die Arme genommen zu werden, dann würde ich sie am liebsten an einen Stuhl fesseln und knebeln und ihnen meine ganze Wut und den Groll ins Gesicht schreien.

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