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Mangelnde Selbstfürsorge bei Mutter

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    Mangelnde Selbstfürsorge bei Mutter

    Ich bin mal wieder auf 180. Meine Mutter hatte ja im März einen schweren Sturz, wegen dem sie fast 2 Monate im Krankenhaus lag.
    Und sie macht zunehmend nur Mist. Stundenlange, anstrengende Aktionen (Kaufhaus, 5 Stunden Kartenspielen etc.) werden ohne Rücksicht auf Verluste gemacht, aber Dinge, die wirklich wichitg wären ( sich darum kümmern, wieder wirklich sicher auf den Beinen zu sein, sich zu erholen etc.) werden natürlich nicht gemacht.

    Und selbst wenn ich den Hütehund spielen würde, was für mich kaum möglich ist, weiß ich genau, das würde alles vor die Wand laufen.Mein Vater hat sich zu seinen Lebzeiten daran die Zähne ausgebissen. Und bei allem verständnis, dass man selbstbestimmt leben will-
    die Folgen dieser Lebenswiese habe auch ich zu tragen, weil wir nebenan wohnen und dann helfen müssen, wenn wieder alles zusammenbricht.

    Ich bin nur noch agressiv, und halte jedesmal lautstarke wütende Vorträge. Das nützt natürlich niemandem.
    hat jemand eine Idee?

    #2
    Hallo Sonnenfell,

    ich weiß jetzt nicht so genau welche Ausmaße der Sturz bei Deiner Mutter angenommen hat, oder wie alt sie ist. Aber ich habe aus beruflichen Gründen meistens mit älteren, aber vor allem kranken Menschen zutun. Und daher weiß ich wie stur sehr viele sind ( den Fall habe ich selbst in meiner Familie ).
    Aber ich denke es bringt nicht viel, wenn man so wie Du schreibst, agressiv an die Sache rangeht und versucht seine eigenen Eltern zu belehren!
    Ich weiß es ist oftmals sehr hart sich unter Kontrolle zu haben und nicht an die Decke zu gehen.
    Nur meine ich das man mit Diplomatie und Einfühlungsvermögen unter Umständen mehr erreicht. Wahrscheinlich sollte man auch bereit sein Kompromisse einzugehen, einfach ein Stück aufeinander zugehen. So das Deine Mutter sich nicht so ganz übergangen vorkommt.
    Ich bekomme oft von Leuten zu hören, das ihre Angehörigen sie nicht verstehen und unterstützen, sondern sie ständig bevormunden. Nicht das es bei Dir auch so ist!
    Man bewegt sich da manchmal auf einem schmalen Grad, aber vielleicht sollte man, wenn es die Situation zulässt, einfach ein Auge zudrücken

    Und ansonsten einfach tiiiiiiiiieeeeeeeeeeffff durchatmen und
    einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig
    Dann geht zumindest der Puls ein wenig runter
    Schönen Abend

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      #3
      Hallo sonnenfell,

      auch bei diesem Thema kann ich Dir nicht wirklich helfen ...

      Es erinnert mich jedoch an eine Familiengeschichte:

      Meine Oma war zuckerkrank, war "eingestellt" und in ärztlicher Behandlung, aber sie konnte ihre Finger nicht von den liebgewonnenen Keksen lassen ... oder von ihrem Kuchen...Sie hat genascht, egal was das Zuckermessgerät gesagt hat.

      Ich weiß noch, dass sich meine Mutter mal am Telefon bitterbös bei mir darüber beklagt hat, dass meine Oma das tut, obwohl sie doch zuckerkrank ist. Meine Mutter hat sich ziemlich Sorgen gemacht...hatte Angst, dass ihre Mutter/meine Oma deswegen bald stirbt...oder als Pflegefall im Krankenhaus landet...

      Irgendwann habe ich meine Oma mal darauf angesprochen, ihr gesagt, dass es Menschen gibt, die sich Sorgen deswegen machen.

      Ich weiß noch wie meine Oma gelächelt hat und gesagt hat, dass sie sich diese kleine Vergnügen einfach nicht nehmen lassen will.

      Und ich hab`s verstanden...angesichts ihres Lebensweges

      Meine Oma hat das nicht gemacht, um irgendjemanden zu ärgern; sie hat ihr Leben auf ihre Art und Weise genossen ...

      Womöglich ist das bei Deiner Mutter ähnlich?

      Liebe Grüße von
      Wilson

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        #4
        hallo,

        mich hat das auch zwischendurch schon ganz schön auf die palme gebracht und frustriert. inzwischen geht es wieder.
        klingt vermutlich banal, aber mir half, mir klarzumachen, daß es einfach die art und weise ist, wie meine mutter leben möchte. es ist ihr leben und somit ihre entscheidung.

        wenn du öfters einspringen mußt wegen der pflege, wäre der einwand natürlich berechtigt, daß es auch um dein leben geht. du hast natürlich das recht, dich zu ärgern.
        aber es stellt sich dann eher die frage, wie ihr es in zukunft handhaben könnt, wenn deine mutter ihr leben lebt und dann evtl pflege braucht und du dein leben lebst und sie evtl nicht pflegen willst. vielleicht würde euch eine pflegeperson helfen ?
        deine mutter ist zwar alt, aber wenn sie 5 stunden karten spielen kann (respekt ;) ist sie wohl noch so fit, daß sie durchaus auch den unterschied erkennen kann, welche konsequenzen es hat, ob man nur sein eigenes ding durchzieht oder evtl mal einen kompromiß eingeht. sie wird merken, ob sie lieber von dir gepflegt werden will und sich dann mit dir etwas mehr abstimmen sollte oder ob mit einer kirchlichen pflege genauso zufrieden ist und weitermachen kann wie bisher.

        und für dich ist es vielleicht auch eine übung, sie etwas mehr loszulassen ?
        manchmal fühlt man sich vielleicht auch nur viel zu sehr verpflichtet oder traut anderen nicht genug zu, um etwas mehr arbeit abzugeben.
        keine ahnung, wie es bei euch ist, aber es spielen oft viele verschiedene punkte mit rein.

        ich fand es jedenfalls sehr schade, als ich nur noch so gereizt war, fast nur noch die fehler meiner mutter gesehen habe. es war einfach falsch von mir und vieles davon hatte auch eher mit mir zu tun und gar nicht so sehr mit meiner mutter. zudem ist es schade um die einander verbleibende zeit, die man noch hat.

        viele grüße, sky

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          #5
          Vielenm dank für Eure Rückmeldungen. Ich hatte gestern noch ein gutes Gespräch mit meinem Mann, der in gewisserweise ähnliches wie ihr gesagt hat. Und ich glaube, sein Tipp, gewisse Unvernünftigkeiten als naturgegeben, also nicht änderbar zu sehen, könnte mir helfen. Also ie als gottgegegben hinnehmen, wie z.B unser hund immer wie verrückt losrappelt wenn er sich freut und dabei echt anstrengend ist, und diese Eigenschaft aber zu ihm gehört.

          Aber wenn sie dann über selbstverschuldete Dinge losjammert, da muß ich mir dann überlegen, wie ich ich damit umgehe...

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            #6
            Hallo Sonnenfell,

            oje, deine Geschichte erinnert mich an was.

            Ich habe es in meinem Fall auch lange mit "Vernunft" und "Argumenten" versucht. Sinnlos! Ich hätte vor Frust und Zorn explodieren können, wenn es dann wieder ans "Ausbaden" ging und ich ganz selbstverständlich dafür eingeplant war.

            Irgenwann habe ich dann mal (als gerade nix akut war) ganz klar und ruhig erläutert, wo mein Problem liegt. Dass es ok ist, wenn der Betreffende tut, was ihm nicht gut tut, dass ich darüber auch kein Wort mehr verlieren werde (denn es ist sein Leben und seine Entscheidung) - dass ich im Gegenzug aber auch erwarte, keinerlei Gejammer über die Folgen zu hören und dass ich für die Beseitungung der Konsequenzen nicht mehr zur Verfügung stehen werde (denn es ist sein Leben und seine Entscheidung).

            Es war am Anfang sehr hart für mich, das durchzustehen und den Betreffenden dann einfach "hängen zu lassen", wenn er in seinem Elend angerobbt kam bzw. zu sagen "Ist das eine der Geschichten, die ich hören möchte oder nicht?! Nein...?! Also... erzähle das bitte jemand anders!". Aber inzwischen werden seine Entscheidungen "vernünftiger" und er "tut sich nur noch an", was er selbst ausbaden kann oder er lässt sich von jemand anders unterstützen.

            Unser Verhältnis hat sich seither sogar gebessert - obwohl ich das Gegenteil erwartet hätte.

            Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche nach deinem Weg aus dem Dilemma. Meiner war extrem und ich will ihn dir nicht zur Nachahmung empfehlen, wenn es sich für dich nicht gut anfühlt!

            Liebe Grüße
            Sunshine

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              #7
              Liebe sonnenfell,

              für mich klingt es so, als ob deine Mutter eine lebenslustige und selbstständige Dame wäre. Ist doch schön. Lieber ein bischen unvernünftig als unglücklich, oder?

              Das so ein Sturz in dem Alter unangenehm und langwierig sein kann, verstehe ich. Aber ich sehe nicht, wie deine Mutter einen Sturz (=Unfall) damit verhindern können sollte, dass sie aufs Kartenspielen verzichtet?

              Sollte deine Mutter sich einschränken, damit DU dich (für sie) sicher fühlst? Ist sie wirklich schon in dem Alter, in dem man sie wieder wie ein Kind behandeln muss?

              Vielleicht fehlt mir das Verständnis, weil meine Eltern noch beide im rüstigen Alter sind. Doch mich erinnert deine Fürsorge (die sich in wütenden Vorträgen entlädt) genau an das, was ich mir als Teenager von meinen Eltern am wenigsten gewünscht hätte. Also würde ich auch meine Eltern nicht so behandeln.

              Frage: inwiefern hast du das Gefühl, dass DU die Konsequenzen des Verhaltens deiner Mutter tragen musst? Wenn ja, wäre es für dich denkbar, diese Konsequenzen NICHT auf dich zu nehmen? Im zweiten Schritt, könntest du dir vorstellen ihr klarzumachen, dass du das nicht tun wirst?

              Gruss
              Marigold

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                #8
                @marigold Ja, mir gefällt das ja auch nicht.Aber es geht nicht um das Verbot von schönen Dingen. Aber wenn jemand zulange auf dem Swutch ist, und ich ihn dann deswegen zum Orthopäden fahren darf...

                Aber nehmen wir das heutige Beispiel- sie hat gerade uhr Gleichgewicht nicht im Griff, wollte aber unbedingt Kirschen abpflücken, das geht gerade noch; aber dann muß sie daür in den Sandkasten steigen um besser ranzukommen. GEHTS NOCH? Ich habe nur gesagt, das das ser unsinnig und gefährlich ist und mich in mein Buch vertieft. Heute abend hat sie zugegeben, dass sie dabei um ein Haar gestürzt wäre. Und was könnte ich da an Konsequenzen nicht übernehmen wenn was passiert- sie liegenlassen ? Nicht zum Krankenhaus fahren? sie dann nicht besuchen?


                Naja, der abend war heute aber ganz schön, und diesmal hat sie auf meinen sehr neutralen Rat, vll heute nicht noch zu anstrengenden (und auch nicht so tollen ) Veranstaltungen zu gehen mal gehört

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                  #9
                  @sunshine..das wäre die Königsdisziplin, mein Mann kann sowas. Vielleicht kann ich mich darauf zubewegen..

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                    #10
                    Eigentlich müsste ich nur auf meine entspannte kluge Seite hören, statt panik und Ärger die Zügel schießen zu lassen. Denn heute abend war es ganz leicht...

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                      #11
                      Zitat von sonnenfell Beitrag anzeigen
                      Und was könnte ich da an Konsequenzen nicht übernehmen wenn was passiert- sie liegenlassen ? Nicht zum Krankenhaus fahren?
                      Das nicht

                      sie dann nicht besuchen?
                      Aber das schon, wenn du Grund dazu hast...

                      Aber wenn jemand zulange auf dem Swutch ist, und ich ihn dann deswegen zum Orthopäden fahren darf...
                      Fährt da kein Bus hin, oder Taxi?

                      Ich kann dich schon verstehen... so wie du schreibst, würde ich schreiben wenn ich mich irgendwie erpresst fühlen würde durch das riskante Verhalten meiner Mutter. Aber einen gewissen Spielraum gibt es doch sicher, das Problem auf ihrer Seite des Zauns zu lassen...

                      Marigold

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                        #12
                        Hallo Sonnenfell,

                        wenn du die "Königsdisziplin" mal ausprobiert und etabliert hast, wirst du sehen, wie entspannt du das Treiben deiner Mutter mit ansehen kannst.

                        Für mich war es jedenfalls eine entscheidende Veränderung: keine Panik vor den Konsequenzen, die möglicherweise eintreten könnten, sobald die betreffende Person etwas "kritisches" tut. Sondern ganz gelassen abwarten, ob wirklich etwas passiert. Oft genug habe ich mich nämlich wegen "Wahrscheinlichkeiten" aufgeregt, die überhaupt nicht zum Zuge kamen.

                        Liebe Grüße
                        Sunshine

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                          #13
                          Mir fällt dabei ein wenig die "Self Fullfilling Prophecy" ein, die wir oft auch Kindern mitgeben oder vllt. im Allgemeinen Menschen, denen wir "raten" anders zu sein als sie möchten, weil wir mit den Konsequenzen etwas zu tun haben.

                          Wir sprechen von den Gefahren, drohen mit Strafe - statt einzuprägen, zu betonen welches Verhalten vor ihnen schützt und dies dann ausgiebig zu belohnen.

                          Wir beschäftigen uns mit Problemen - bevor sie aufgetreten sind; nicht wissend OB sie überhaupt relevant werden.
                          Unsere Gedanken werden gelenkt und das geben wir weiter, so werden auch die Gedanken unserer "Schutzbefohlenen" manipuliert.

                          .... vllt. hat deine Mutter einfach keine Lust mehr, ewig Angst vor dem Morgen und Konsequenzen zu haben, weil ihr bewusst geworden ist, dass sie immernoch im Jetzt viel versäumen kann - und einfach ein wenig egoistischer als früher tut, was ihr Spaß macht?
                          Ihr solltet nicht die Rollen tauschen...:
                          "Weißt du Mama - irgendwie kommt mir das vor wie verkehrte Welt. Früher konnte ich es nicht leiden, wenn du mich auf meine Unvernunft hingewiesen hast. Kannst du das heute nachvollziehen?"

                          Es muss nicht immer gut sein, sich zu schonen. Allerdings würde ich auch kein Gejammer akzeptieren, da finde ich Sunshines Handlung sinnvoll (hat bei meinem Vater auch ganz gut funktioniert, ich kann bestätigen, dass auch er mich augenscheinlich ernster nimmt...)

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                            #14
                            Sunshine hat meine Gedanken gut ausformuliert. Die Energie, die Du reinsteckst, auf Deine Mutter einzureden, kannst Du auch in Deine persönliche Abgrenzung stecken. Ja, Dich dem Gejammer fernzuhalten und Dich bei einem Unfall auf die übliche Nachbarschaftshilfe beschränken. Schwer, ich weiß.
                            Ich habe auch sehr damit gekämpft, meine schwindelige Oma war auch nicht zu bremsen. Irgendwann hat mein Onkel nicht pünktlich den Müll rausgebracht und als sie es selbst versucht hat, hat sie sich den Arm gebrochen. 2 Jahre hat sie über Schmerzen geklagt, war nicht gegipst oder gar genagelt aufgrund der Stelle und des Alters! Und danach ging es grad so weiter...
                            Sie wurde durch einen Pflegedienst minimal versorgt. Aber alles selbstbestimmt. Retrospektiv denke ich, dass genau das auch ein Wert an sich ist... Jeder hat das Recht, sich unglücklich zu machen - und wir fühlen uns dafür mehr verantwortlich, als wirklich nötig.

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                              #15
                              Liebe Sonnenfell,

                              es ist schwierig zusehen zu müssen wie Menschen die wir lieben, 'einen Weg gehen' den wir nicht so gehen würden, den wir gefährlich halten und wo wir glauben dass der andere Weg sinnvoller wäre. Dennoch muss jeder Mensch seinen Weg gehen. Und Liebe heißt, ihn/sie den Weg gehen zu lassen und darauf zu vertrauen dass er/sie weiß was gut für ihn/sie ist.

                              Als mein Mann immer wieder mit den gleichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte bin ich schier verzweifelt. "Er hätte doch nur auf mich hören brauchen um nicht wieder das gleiche Problem zu bekommen" - so war meine Denkweise. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Ich lernte meinem Mann die Verantwortung für sein Leben 'zurückgeben', sie nicht 'an mich zu reißen' weil ich evtl. Konsequenzen mittragen muss (zB Krankenhaus). Das Komische dabei war, als ich ihm die Verantwortung zurückgab, erledigte sich manches wie von selbst.

                              Ich denke die ganze Situation spiegelte mir einfach nur dass ich nicht die Verantwortung für sein Leben/für das Leben Anderer tragen soll, sondern dass ich darauf vertrauen soll dass derjenige selbst spürt und weiß was gut für ihn ist und welchen Weg er gehen soll.

                              Wie würdest Du Dich fühlen wenn Dir jemand die Freiheit läßt zu entscheiden was Du tun willst - auch wenn es in seinen Augen ein Fehler wäre (er weiß dass es falsch ist) - und dann noch zu Dir steht und Dir hilft wenn Du Hilfe brauchst?
                              Vielleicht braucht Deine Mutter einfach das Gefühl dass Du ihr vertraust dass sie 'richtig' entscheiden kann und selbst wenn es schiefgeht, Du zu ihr stehst?

                              Ich wünsch Dir was.
                              Liebe Grüße
                              Anneliese

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