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    nähe geben und zulassen

    von frühauf habe ich gelernt, dass ich, um weiterhin zu bestehn, nicht unterzugehn oder gar auf die schiefe bahn zu geraten, stark sein muss, alleine zurecht kommen muss. da war niemand an den ich mich mal hätte anlehnen und fallen lassen können, im gegenteil, wenn ich mal hilfe suchte, wurde ich weggestossen, mein anliegen ignoriert, die augen verschlossen. das war doch alles nur halb so wild.

    an sich kam ich auch gut zurecht, gott sei dank war ich irgendwo stark genug und fand meinen weg, konnte mir ein leben aufbauen von welchem ich behaupten kann, dass ich sehr sehr glücklich bin.

    aber dabei blieb, wie mir immer mehr und mehr bewusst wird, etwas ganz wichtiges auf der strecke. ich kann einfach keine nähe zulassen.

    bei meinem mann und meinen kindern klappt das hervorragend und ohne, dass ich darüber nachdenken müsste. es fühlt sich auch nicht gekünstelt oder gar unangenehm an, ich geniesse es richtig und hole es mir oft.

    bei meiner mutter hingegen ist es schon wieder anders. ich kann sie nicht einfach so umarmen oder küssen. und dies obwohl ich sie, trotz allem was war, wirklich liebe. genauso verhält es sich bei meinen freunden. ich kann mich nicht an ihnen anlehnen. umarmen oder küssen lassen, kopf auf die schulter legen, selbst nur kurz anfassen oder einfach mal rumtollen, es geht nicht.

    es fühlt sich unangenehm an. und wie eine bekannte es mal ausdrückte, winde ich mich wie ein aal um schnellstmöglichst wieder aus der situation rauszukommen, wenn man mich mal umarmt. dies passiert zwar meist unbewusst, aber es stimmt.

    darunter leiden meine freundschaften allerdings sehr. scheinbar ist es normal, dass man sich drückt, umarmt und einander auch körperlich nah ist und ich kanns nicht geben, was wiederum misstrauen erweckt.

    die menschen werden aus mir ganz einfach nicht schlau.

    lange habe ich überlegt was sie mit dieser aussage meinen, was ich wohl falsch mache, wo ich doch grundehrlich bin. und nun denke ich, weiss ich es. meine worte sprechen eine andere sprache wie die, welche mein "benehmen" spricht. ich kann noch so oft sagen, dass ich jemanden mag, wenn ich die dazugehörige nähe nicht geben kann, werden sie es nicht glauben können.

    es reicht nicht aus, present zu sein, einen teil meiner zeit zu "geben" um dem menschen zu zeigen, dass ich ihn mag, das zusammensein mit ihm geniesse, wenn das entscheidende fehlt. dabei würd ich doch gerne. in mancheiner verbindung platz mir fast das herz vor emotionen und vorfreude den menschen zu treffen, steh ich dann vor ihm, fühle ich mich in mir selber gefangen und kann einfach nicht aus meiner haut. dies wiederum verletzt mein gegenüber, da die vorfreude ja auf gegenseitigkeit beruhte und schon entsteht misstrauen.

    warum aber kann ich es bei meiner eigenen familie (mann, kinder) und warum sträubt sich mein inneres, wenns darum geht es einem menschen ausserhalb zu geben? und vor allem, wie kann ich dagegen angehn?


    so langsam bin ich richtig verzweifelt..  
     
    lg, silma

    #2
    guten morgen silma,
    oh wie ich das kenne. meine schwester schläft sogar in einem bett mit ihrer freundin,
    wenn die mal bei ihr nächtigt. für mich unvorstellbar.
    die herz und schmust mit freundinnen.. das ich richtig neidisch werd.
    ich hab mich auch gefragt, warum bin ich da so steif? was is mit mir los, dass ich das nicht kann?
    gar nichts is mit mir los... ich bin halt so....
    punkt um ende der durchsage.
    es gibt soviele andre möglichkeiten seine freude, seine liebe, seine freundschaft
    auszudrücken, wenn da jemand dann auf körperliche nähe bestehen würd,
    dann würd er einen schönen korb von mir erhalten.
    weil ich einfach so bin wie ich bin. mein umfeld hat das irgendwann mal kapiert,
    aber erst NACHDEM ich es kapiert hab und ich es an mir akzeptiert hab.
    ich würde manchmal gerne sein wie meine schwester, aber ich bin es eben nicht.
    und es macht gar nichts aus, dass ich da anders bin, weil ich trotzdem toll bin.

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      #3
      liebe silma ,
      wo liegt der unterschied zwischen deinem mann und deinen freunden ? deine kinder würde ich da nicht mit einrechnen, sie sind ein teil von dir , da ist die nähe doch viel selbstverständlicher , irdendwie logischer .
      zu anfang der beziehung zu deinem mann , war es da anders mit den berührungsängsten ?
      fehlt dir vertrauen in deine freunde ? hast du angst , etwas von dir zu geben an deine freunde , was dann weg ist , oder was von den freunden nicht so angenommen wird , wie es von dir gegeben wurde ?
      vielleicht hast du auch angst zu zeigen , auch vor dir selbst , daß du diese nähe willst . es kann verletzlich machen , wenn du etwas von dir gibst , und es wird nicht als gabe von dir gesehen . verstehst du ?
      du mußt wirklich bereit sein , ein stück von dir her zu geben , dich zu öffnen , loszulassen .
      das kann ich auch ganz schlecht , auch zugeben , daß ich nähe will und brauche , bei meinem partner natürlich kein problem , aber bei freunden ist es anders , warum ???
      weil die liebe fehlt , dieses verständnis ohne einschränkung , dieses geben ohne aufrechnung ???
      vielleicht ist es das . ich versuche , nicht allzuviel darüber zu grübeln , weil es mich glaube ich nicht weiter bringt , es geht mir gut , und das reicht , meistens . ich habe in meinem leben schon viel mit mir kämpfen müssen , um zufrieden sein zu können , da haben mich zu viel grübeleien auch nicht wirklich voran gebracht .
      und wenn du meinst , du MUßT doch aber , dann wird dein wunsch nicht in erfüllung gehen , weil es über die schiene mit druck nicht funktioniert , du wirst nur immer mehr dicht machen .
      so , das nur mal eben als wort zum samstag
      lieben gruß
      christin

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        #4
        lieben dank schonmal euch beiden, für eure antworten.

        im grunde bin ich gar nicht so unglücklich, im gegenteil, ich bin im normalfall sogar ziemlich glücklich und zufrieden mit mir und meiner welt.

        mich macht nur die tatsache unglücklich, dass ich mit meinem verhalten mein gegenüber scheinbar verletze, weil ich ihm das was er sucht nicht geben kann, es mir zum teil nichtmal bewusst ist, dass ichs geben sollte.

        wenn ich dann wieder darauf angesprochen werde, bzw es mir vorgeworfen wird - und das war mittlerweile schon ein paar mal in voneinander unabhängigen verbindungen der fall - frage ich mich, ob es normal ist so zu sein, wie ich bin?

        oder ob es daraus resultiert, dass ich einfach lange zeit allein zurecht kommen MUSSTE und auch zurecht kam, ich einfach lieblos geworden bin.

        natürlich geniesse ich das zusammensein mit menschen die mir lieb sind, sonst würde ich mir die zeit doch gar nicht erst nehmen um mit ihnen zusammenzusein. und ich kann mit sicherheit auch mal nähe geben, wenns grad passt, aber ich brauche dieses permanent anhängliche einfach nicht um meine zuneigung zu unterstreichen.

        freundschaftliche liebe definiere ich auch nicht mit körperkontakt, sondern mit respekt und toleranz. ganz einfach miteinander sein können auf einer total ehrlichen unvoreingenommenen basis wo man dennoch jedem seinen raum freiheit und privatsphäre überlässt.

        wies mir scheint verstehen aber viele menschen unter liebe nur die körpersprache und können ein zusammensein mit so einem "kalten" wesen wie mir nur schwer ertragen.. dabei bin ich eigentlich alles andere als gefühlskalt, mit sicherheit manchesmal sogar viel zu sehr überwältigt als dass ich es zum ausdruck bringen könnte..

        lg, silma
        Zuletzt geändert von Silmarwen; 06.06.2009, 11:30.

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          #5
          hallo Silma,

          mal eine ungewöhnliche frage: ist eine freundschaft, in der nicht ständig rumgekuschelt wird, weniger wert? wer bemisst und bewertet das?

          wenn du meine freundin wärst, und ich darum wüßte, dass du einfach nicht gerne angefasst werden möchtest, wäre das für mich völlig in ordnung. wahrscheinlich deshalb, weil ich meine freunde zwar gerne in arm nehme zur begrüßung, ansonsten aber auch nicht den körperkontakt suche. ich bin auch keine sofakuschlerin oder mit freundin in einem bett-schläferin (och nö!)...und im urlaub hab ich auch gerne mein eigenes zimmer sogar!

          zeigst du deinen freunden auf anderen wegen (kleine geschenke, eine "ich denk an dich-sms", etc), dass du sie magst?

          herzliche grüße

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            #6
            guten morgen,

            also silma, ich hab aus einem andren thread mal einen link abgespeichert.
            für dich vll interesant da mal nachzulesen:
            Fünf Sprachen der Liebe ? Wikipedia

            auch wenns da um partnerschaft geht, das kannst du auch auf freundschaften anwenden.
            für mich viel interessanter wäre die frage, warum deine freunde dich genau auf
            das ansprechen? so wie fortuna dich fragte, wer bewertet das?

            oder andres rum gefragt, wer unter deinen freunden hat damit ein problem?
            wer überträgt sein problem auf dich?
            hast du damit ein problem oder kam das von außen auf dich zugetragen?
            willst du dich ändern? oder wollen es die andern?

            hör mal in dich hinein......dein 2. satz beinhaltet das wort *scheinbar...*
            verletzt du andre damit.
            is dem wirklich so? oder willst du das nur auch so können wie die andren?
            wenn sie dich als *kalt* bezeichnen.... ist das vll nur dein *manchmal bin ich so
            überwältigt dass ich es gar nicht zum ausdruck bringen kann*
            ich denk mir, das hier nur ein missverständnis in der komunikation und in der
            körpersprache auftritt.
            ich war früher so schüchtern, dass ich als arogant wirkte. dabei war ich nur
            völlig unsicher.....
            am ende wird deine körpersprache/haltung nur missinterpretiert?

            so, jetz aber genug fragen, ich hoff ich war nicht zu verwirrend.

            lg ulrike

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              #7
              Hallo Silmarwen,

              ich denke, daß ich Deine Situation etwas nachfühlen kann.

              Danke dafür, daß Du das Thema angefangen hast. Ich hatte auch mal überlegt, ob ich dazu etwas schreiben soll, aber mein Leidensdruck ist momentan nicht so groß.

              In meiner Herkunftsfamilie gab es wenig Berührungen. Mein Vater hat mich das erste Mal umarmt als ich erwachsen war (zumindest erinnere ich mich nicht daran, daß er das mal getan hätte, als ich ein Kind war). Meine Mutter wollte mich zwar öfter umarmen, aber dagegen habe ich mich gewehrt, weil sie psychisch enorm übergriffig und abhängig war, und ich quasi die Elternrolle eingenommen habe. Und Körperkontakt habe ich meist nur bei Kabbeleien oder Schlägereien mit meinem Bruder oder Mitschülern erlebt, was natürlich oft nicht positiv war (obwohl ich so auch erlebt habe, daß ich mich wehren kann).

              Damals und auch heute wünsche ich mir, Freunde, Freundinnen oder Familienmitglieder zu umarmen, oft bleibt es aber beim Händeschütteln. Das liegt auch daran, daß ich mir oft unsicher bin, ob eine Umarmung angemessen wäre. Ich habe da einfach wenig Erfahrung, deswegen fällt mir die Einschätzung schwer. Also entscheide ich meist gegen eine Umarmung, zumindest wenn ich sie initiieren müßte. Und meine Freunde haben natürlich auch gemerkt, daß ich in einer Umarmung eher steif bin und dadurch den Eindruck vermittele, mich nicht wohlzufühlen. Und tatsächlich ist das auch ambivalent für mich: Einerseits möchte ich, andererseits muß ich dafür jemanden in meine "Schutzzone" lassen. Manche sind auch einfach so spontan, daß ich mich mitreißen lassen kann. Ich habe aber weder als Jugendliche noch als Erwachsene diese angeblich so typischen Frauenfreundschaften gehabt, bei denen man Hand in Hand geht, sich küßt oder zusammen auf die Toilette geht. Trotzdem habe ich mit meinen Freundinnen und Freunden eine tiefgehende emotionale Verbindung. Wir akzeptieren uns so wie wir sind. Allerdings sind diese Menschen auch sehr aufgeschlossen, haben viel erlebt und in verschiedenen Kulturen gelebt, da relativiert sich auch einiges. (Ein Japaner sagte mir z.B., daß man sich in Japan auch bei einem Geburtstag nicht umarmt. Eine Niederländerin hingegen meinte, daß in manchen Gegenden nicht nur Küßchen links und rechts verteilt werden, sondern daß in der Familie ihres Freundes alle zur Begrüßung auf den Mund küssen, was ihr dann doch unangenehm war.)


              Ich denke, daß es interessant wäre herauszufinden, was Dich hemmt und wie sehr Du darunter wirklich leidest, aber auch, warum Deine Freunde nicht bereit sind, Dich so akzeptieren wie Du bist. Eingeforderte Intimität grenzt für mich an Gewalttätigkeit, sie ist ein Übergriff.

              (So etwas habe ich schon als Kind gehaßt. Warum darf mich jemand, der ein paar Chromosomen mit mir gemeinsam hat, mich ienfach so auf die Wange küssen? Spui Spinne! )

              Ich wünsche Dir alles Liebe und viel Erfolg beim Erforschen Deines Selbst. Vielleicht kannst Du Dich an mehr Körperkontakt herantasten, wenn Du ihn denn wirklich willst. Es kann sein, daß Deine Freunde Dich sehr anders wahrnehmen als Du bist, weil sie sich zu sehr auf einen Aspekt der Äußerung von Zuneigung fixieren (wie von anderen schon erwähnt).

              Viele Grüße von der Freundin der Weisheit

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