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Unabhängigkeit von den Eltern

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    Unabhängigkeit von den Eltern

    Hallo!

    Mir fällt es wirklich schwer mich hier nun über mein Problem zu äußern, nicht zuletzt weil ich es als eine Art Verrat sehe. Aber als ich heute Morgen in meinem Newsletter über "man benötigt eine Krise um ausbrechen zu können" gelesen habe, habe ich dieses als eine Art "Zeichen" gesehen etwas tun zu müssen.

    Ich bin 23 Jahre und komme aus einer gemischten Familie. Meine Mutter ist Deutsche und mein Vater kommt aus einem muslimischen Land. Meine Kindheit und Erziehung waren nie wirklich leicht, aber auch nicht so schlimm, dass ich sagen könnte ich verachte meine Eltern deswegen. Es geht eher um die "Weltansichten" meiner Eltern, die grundverscheiden sind. Während meine Mutter doch etwas "freiheitsdenkender" ist, beruft sich mein Vater eher auf seine ihm in seinem Land erzogenen Werte. Dass es da zu Konflikte kommen musste, war abzusehen. Ich hab mich zuhause nie getraut über meine Probleme zu sprechen, habe deswegen auch sehr viel gelogen, was sich hinterher als sehr fatal herausgestellt hat, wollte nie andere "Freunde" mit nach Hause nehemn etc.

    Ich wa schon damals sehr depressiv, wusste es zu dem Zeitpunkt selbst aber nicht, sondern kann es nur rückblickend beurteilen. Mein Vater hat eine sehr starke emotionale Basis, weshalb man immer sehr aufpassen muss wann und v.a. über was man mit ihm redet. Meistens ist er dann aber ohnehin ausgerastet. Er hat einen dann immer psychisch, nicht physisch, angegriffen, was auf Dauer einfach zu sehr an den Nerven zerrt.

    Als ich dann vor 2 Jahren ausgezogen bin, wegen meinem Studium habe ich gehofft, mich ein wenig von zuhause lösen zu können und ein wenig das nachholen was ich in meiner Kindheit mehr oder weniger verpasst habe, nachzuholen. Und sei es nur bei einer Freundin zu übernachten. Ich wohne über 400 km von zuhause weg und doch traue ich mich selbst so eine Übernachtung nicht Aus Angst mein Vater könnte es herausbekommen, dass ich über Nacht wo anders bin. Ich hab auch einen Freund, noch, mit dem ich mich in der Öffentlichkeit nie zeigen wollte, aus Angst mein Vater könnte das herausbekommen.

    >>>Ich seh schon ich kann mich nciht kurz fassen, tut mir leid<<<

    Meine Mutter hat auch sehr darunter gelitten, weshalb sie nun auch eine Beziehung mit einem anderen Mann angefangen hat. Sie wird demnächst auch mit ihm zusammen ziehen und mein Vater weiß von dem ganzen nichts. Ich aber...Mein Vater hat mir seit den 2 Jahren in denen ich nciht merh zuhause wohne gesagt, dass er nur noch wegen mir mit meiner Mutetr zusammen ist, damit ich mein Studium abschließne kann. Er hätte sich sonst schon längst scheiden lassen Das bekomme ich eigentlich bei jedem Telefonat zu hören. Und ich bekomme zu hören, dass ich die einzige bin, der er noch vertaruen kann und er sonst niemanden hat ( was ledier auch stimmt) Da er weiß dass meine Mutter ihn auch während ihrer Beziehung oft, mit seinen Worten, "verarscht" hat, sagt er mir immer wieder dass er nicht will das ich das auch mit ihm mache. Er sagt wenn was ist, kann ich immer mit ihm reden etc. Etwas was ich nie konnte und kann, weil ich mit meinem Vater nicht wirklich über meine Probleme reden kann ohne zu wissen, dass er ausrasten wird oder nicht.

    Meine Mutter weiß um meine Beziehung mit meinem Freund und ich hab ihr immer gesagt, dass wenn , ich es meinem Vater sagen muss. Ich hab ihr dies bezüglich vertraut, bis vor einigen Tagen wo sie mich anrief und meinte sie hätte es meinem Vater erzählt. Weiter hat mein Vater eine SMS von mir auf ihrem Handy gelesen,wo ich mal geschrieben hatte, ich müsse nun aufpassen was ich schreibe weil mein Vater es sonst lesen könnte (das war auf ihre heimliche Beziehung bezogen) diese Sms ist schon älter und sie hat mir gesagt sie hätte sie sofort gelöscht gehabt. HAt sie aber nicht.

    Mein Vater ist nun total sauer und will nicht mehr mit mir reden und sagt ich sei für ihn gestorben. Von meiner Mutter fühle ich mich verraten und bin enttäuscht. Außerdem habe ich Angst, dass sie meinem Vater nach ihrem Auszug sagt, dass ich die ganze Zeit von ihrer Beziehung mit dem anderen Mann gewusst habe.

    Am liebsten würde ich beiden sagen macht was ihr wollt und lass mich in Ruhe, aber ich kann es nicht. Auch zu meinem Freund habe ich gesagt ich will mit ihm nichts mehr zu tun haben, nur damit ich nicht mit meinem Vater breche.

    Das Problem ist, dass ich einfach so wie es die Jahre gelaufen ist, kaputt gehe. Ich merke es auch ´, nur kann ich nichts dagegen machen, weil ich einfach zu schwach bin. V.a. zu schwach meinen Eltern, v.a. meinem Vater meine ehrliche Meinung zu sagen.

    Ich weiß einfach nicht was ich tun soll.

    #2
    Kann ich bestens verstehen!
    Ich habe es leider bis zum Tod meiner Eltern auch nicht geschafft, und bitter büßen müssen mit schweren Depressionen.
    Was ich hätte tun sollen, wusste ich: mein eigenes Leben führen, unabhängig davon, was meine Eltern dazu sagen.
    Ich hatte nicht den Mut!

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      #3
      Hallo Liadan!
      Weißt du, was mir (fast) spontan zu deinen Zeilen einfällt, dass bei dir irgendwie mehrere Konflikte ineinander fallen und dich platt drücken.
      Du musst für dich stark sein und deinen Weg im Blick haben. Ich wünsche dir viel Kraft für den Blick auf deinen Weg.

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        #4
        Grüß dich,

        das was du bschreibst kenne ich.
        Ich bin als Moslemin geboren und lebe seit ich 2 Jahre alt bin hier in Deutschland. Meine Eltern hatten im Kopf immer ihre alten Traditionen.
        Für mich ist das wahnsinnig schwer, meine Erziehung und wie ich aufgewachsen bin belastet mich.
        Ich habe das Gefühl, daß ich mich ständig im Kreis drehe und nicht wirklich zu mir finde, um endlich meinen Weg zu gehen und einigermaßen zufrieden zu sein. Auf der anderen Seite wurde ich früher von Freunden oft diskriminiert und bedrängt, keiner Stand wirklich hinter mir, alle wollten mich nur beeinflussen, mich prägen und mir ihren eigenen Stempel aufdrücken.
        Sorry bin dir auch keine Hilfe, da ich selber gerade ein ziemliches Tief habe und mich wieder alles einholt, von dem ich dachte, daß ich es endlich in mich integriert hätte, aber Fehlanzeige.
        Ich weiß auch grad nicht, was ich machen soll, alles erscheint mir wie ein Riesenberg.

        Ich fühle mit dir und drücke dich herzlich.

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          #5
          Hallo!

          Danke für die netten Worte. Mich baut es schon ungemein auf zu wissen, dass ich nicht alleine bin mit solchen Problemen. Natürlich weiß ich es, dass es auch andere mit diesen Problemen gibt, nur wenn man nicht direkt damit konfrontiert wird vergißt man das ganz schnell auch wieder.

          Natürlich muss man stark sein, aber die Angst vor dem was passieren könnte ist stärker. Leider. Und das regt mich so auf. Da darf man schonmal egoistisch denken und schafft es einfach nicht!

          Zu Zentaur, ich verstehe wie du dich fühlen musst und bei dir muss es noch extremer sein, weil deine beiden Elternteile aus einem Land mit strengen Traditionen kommen. Die sogenannten "Freunde" kenne ich auch nur zu gut. Anstatt einem zu helfen, haben sie die Situation nur noch verschlimmert. Ich selbst bin deshalb auch u.a. in vieler Hinsichten menschenscheu geworden.
          Lass Dich bitte nicht unterkriegen. Vielleicht kann ich bei deinem Tief helfen?! Wenn ich mir schon nicht selbst helfen kann ..

          LG

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            #6
            Liebe Liadan,

            Deine Schilderung hat mich sehr berührt.


            Meine Assoziationen dazu:

            Es ist sehr wichtig, daß Du Dich von Deinen Eltern löst.

            Dazu mußt Du aber wieder psychisch (und vielleicht auch physisch?) wieder zu Kräften kommen.

            Deine Eltern haben Dir das Leben geschenkt, aber das heißt nicht, daß Du ihnen Dein Leben widmen oder unterordnen mußt. Im Gegenteil, jedes Kind ist immer schon eine eigene Persönlichkeit und wird sich nach und nach von den Eltern lösen müssen, um ein erwachsener und ganzer Mensch zu werden.


            Die räumliche Trennung ist ein erster Schritt, aber durch die Telefonate und SMS bist Du weiterhin in ihr System von Lügen, Heimlichkeiten, emotionalen Erpressungen usw. eingespannt. Deine Eltern sind erwachsene Menschen, die ihre Probleme selbst lösen sollten ohne Dich da zu sehr hineinzuziehen. Du bist nicht ihr Beichtvater, Therapeut, Ersatzpartner oder ihre beste Freundin. Das reale Abhängigkeitsverhältnis, das Kinder zu ihren Eltern haben, wird von diesen leider manchmal mißbraucht, weil diese Eltern es nicht schaffen (können oder wollen), ihre Probleme zu filtern. Damit meine ich, daß ein Kind nicht zu sehr in die Beziehungsprobleme der Eltern verwickelt werden sollte.

            Ich finde es unlogisch, daß Deine Eltern angeblich Deinetwegen zusammenbleiben. Du weißt doch, daß diese Ehe zerüttet ist. Und sie wissen, daß Du es weißt. Sie haben also keine Illusion mehr für Dich aufrechtzuerhalten, um Dich zu schützen. Außerdem bist Du erwachsen und lebst in einem anderen Ort. Vielleicht sind sie aus anderen Gründen noch nicht bereit, sich scheiden zu lassen. Dich als Grund anzuführen, scheint mir einem Denkfehler zu entspringen.


            Es ist sehr ehrenwert von Dir, Deinen Eltern beistehen zu wollen, und ich glaube, daß Du sie liebst und sie Dich. Aber Ihr tut Euch - zumindest bis jetzt - nicht gut. Daß Du Deinen Freund verlassen hast, um Deinen Vater nicht zu verlieren, und jetzt vielleicht ohne beide dastehst, ist sehr traurig. Es ist nicht Deine Schuld, daß Dein Vater unfähig ist, Freundschaften zu schließen und sein Temperament zu zügeln. Und es ist nicht Deine Aufgabe, ihm alle anderen Kontakte zu ersetzen.

            Wenn Du ein freieres Leben führen möchtest, mußt Du Deine Bedürfnisse besser wahrnehmen und vetreten lernen. Dabei könnten Dir eine Therapie und Medikamente gegen Depressionen helfen. Momentan bist Du geschwächt und den emotionalen Stürmen der Konflikte Deiner Eltern kaum gewachsen. Aber bitte mach Dir deswegen keine Vorwürfe, zu schwach zu sein, denn das zieht Dich noch mehr runter. Du kannst schrittweise lernen, Deine Bedürfnisse zu erfüllen.

            Ich wünsche Dir alles Gute, viel Kraft und eine gelungene unabhängigere Existenz - hoffentlich mit einem lieben Partner an Deiner Seite. Einem Partner, der sein eigenes Leben lebt, und sich freut, daß Du da bist, und der Dich akzeptiert wie Du bist.

            Alles Liebe von der
            Freundin der Weisheit

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              #7
              Liebe Freundin der Weisheit!

              Deine Worte haben schon etwas in mir bewirkt. Ich habe mich deshalb auch beschlossen eine Psychotherapie zu machen, eine psychoanalytische. Noch diese Woche werde ich hoffentlich einen Termin ausmachen und dann werde ich sehen was auf mich zukommt.
              Mit meinen Eltern ist es sozusagen in eine neue Runde gegangen und mit mir somit auch. Mein Vater unterstellt mir teilweise nun, dass ich ihn mit meiner Mutter "fertig machen" will. Meine Mutter gießt dazu immer weiter Öl ins Feuer indem sie sich nun auf meinen Freund stützt und sie unbedingt will das wir vorbeikommen. Mein Vater ist auch nun soweit, dass er denkt ich will mein Studium abbrechen, heiraten, Kinder kriegen und fertig ...-.- Außerdem verachtet er meinen Freund indirekt.
              Als ich meiner Mutter gesagt habe, dass sie mich aus ihren ganzen Plänen raushalten soll, auch was die Sache mit meinem Freund betrifft, hat sie mir gleich untertsellt, dass ich all die Jahre die sie unter meinem Vater leiden musste wohl vergessen habe und mir es egal sei was aus ihr würde.
              Ich frag mich wirklich was sie damit bezwecken will.

              Noch einmal vielen Dank für Deine Worte

              LG

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                #8
                Liebe Liadan,

                es freut mich, daß Du mit meiner Antwort etwas anfangen konntest. Ich hatte etwas Sorge, daß ich mich zu hart ausgedrückt habe. Bei mir kam einiges an Wut auf die Eltern meines Partners und meine Eltern wieder hoch. Insbesondere unsere Mütter haben uns zu Ersatzpartnern machen wollen, was uns nicht gutgetan hat. Und unsere Väter hatten leider auch ziemlich eingeschränkte soziale Fähigkeiten.

                So wie Du die momentane Situation beschreibst, ist es sicher das wichtigste, auf Dein Wohlergehen zu achten. Denn Deine Eltern tun es leider nicht für Dich, sondern denken wieder nur an ihre eigene Lage und wie Du ihnen nutzen oder schaden kannst.

                Ich finde es sehr gut, daß Du eine Psychotherapie beginnen willst.

                Ob es unbedingt eine psychoanalytische Therapie sein muß, oder etwas anderes vielleicht besser zu Dir paßt, solltest Du Dir gut überlegen. Es ist sicher wichtig, die Ursachen Deiner Probleme in der Vergangenheit zu erkennen, statt nur Dein Verhalten zu ändern. Allerdings dauern psychoanalytische Therapien dauern oft mehrere Jahre und werden in diesem Umfang von den Krankenkassen nicht bezahlt, soweit ich mich erinnere. Sie sind auch stark darauf ausgerichtet, daß Du selbst den Zugang zu Deinen Erinnerungen findest und diese interpretierst. Manchen Menschen geht das zu langsam und sie haben Schwierigkeiten mit dieser Methode.

                Die Ausgabe 21 von "Psychologie heute compact" mit dem Titel "Hilfe für die Seele" bietet eine gute Übersicht über verschiedene Psychotherapieformen. Falls Du sie nicht mehr in Handel bekommen kannst, kannst Du sie auf der Homepage der Zeitschrift bestellen.

                Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Suche nach einem oder einer guten Psychotherapeuten/in!


                Du fragtest, was Deine Mutter bezwecken will: Ich vermute, daß sie Dir Schuldgefühle einjagen will, damit Du tust, was sie von Dir erwartet. Sie ist an ihrem Besten interessiert, scheint aber nicht danach zu fragen, was für Dich das Beste wäre. Es ist einfach infam, daß Deine Mutter Dir unterstellt, daß Dir egal sei, was aus ihr würde. Und nur weil sie mit Deinem Vater nicht glücklich war und ist, mußt Du das nicht wiedergutmachen. Wenn überhaupt jemand dafür verantwortlich ist, daß Deine Mutter jahrelang bei Deinem Vater ausgeharrt hat, dann ja wohl sie (und er), aber doch nicht Du. Du bist ihr Kind, aber es nicht Deine Aufgabe sie glücklich zu machen, dafür muß sie selbst sorgen. Hoffentlich ergibt meine Interpretation für Dich einen Sinn.

                Diese Situation muß für Dich und Deinen Freund total anstrengend sein. Könntet Ihr für eine Weile den Kontakt zu Deinen Eltern auf ein Minimum reduzieren? Mir scheint, daß Du und er für die Inszenierungen und Pläne Deiner Eltern sehr wichtig sind. Wenn Ihr Euch dem entzieht, werden Deine Eltern wahrscheinlich sehr wütend und beleidigt reagieren (tun sie jetzt auch schon). Hoffentlich läßt Du Dich davon nicht zu sehr unter Druck setzen.


                Ich wünsche Dir alles Gute! Du wirst gute Nerven brauchen, um diese schwierige Zeit durchzustehen, doch die Belohnung könnte Deine Erwartungen übertreffen: Für Dich leben und nicht für Deine Eltern.

                Liebe Grüße von der Freundin der Weisheit

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