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Schulische Schwierigkeiten

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    Schulische Schwierigkeiten

    Hallo,

    Ich bin's wieder, die mit den Problem-Kindern.
    Diesmal geht es um den Großen.
    Ich umreiß mal kurz die Vorgeschichte.
    Mein Sohn ist von mir adoptiert. Seine leibliche Mutter erkrannkte schwer an Krebs, als er drei war und starb nach 3,5 Jahren schwere Krankheit.
    Vor 4 Jahren kam ich in die Familie, wir sind verheiratet und haben jetzt noch ein zweites Kind von 2 Jahren.
    Mein Sohn ist 11 und besucht die 5. Klasse einer Gesamtschule.
    Einerseits hat er Dyskalkulie, die trotz 3-jähriger Therapie nur geringfügig besser wurde, anderseits haben wir große Probleme bei den Hausaufgaben.
    Er macht nichts, aber auch gar nichts ohne Unterstützung.
    Vokabeln lernen geht kaum. Auch nach der 10. Wiederholung weiß er die Vokabeln nicht und was er weiß, ist am nächsten Tag futsch.
    Fleißaufgaben sind ihm lästig und alles was ein bißchen Anstrengung erfordert weißt er von sich.
    Er ist viel verwöhnt worden, keiner hat sich dem "armen" Jungen in den Weg gestellt.
    Seid 2 Jahren helf ich jetzt immer weniger, mit dem Erfolg er lässt es dann ganz bleiben.
    Ein Jahr haben wir ihn schon zurückgesetzt und er ist immer ein Wackelkandidat.
    Wie würdet ihr Euch vehalten?
    Ihn auflaufen lassen, mit nicht gemachten Hausaufgaben, auch auf die Gefahr hin, er muß das Jahr wiederholen?
    Die Kinderpsychologin sagt soweit wäre alles in Ordnung, er kann schlecht rechnen, aber ist normal intelligent.

    So Romanende!

    Lieben Gruß Chrissi

    #2
    Es gibt Schulen, die sich auf solche Kinder besser einstellen (können). Zum Beispiel Montessori- oder Steiner-Schule.

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      #3
      Hallo Chrissi,

      kannst du vielleicht noch ein bisschen was aus dem privaten Umfeld deines Sohnes erzählen... - Hat er Freunde? Treibt er Sport? Was tut er, wenn er sich selbst überlassen ist? Wie gestaltet er Beziehungen zu anderen Kindern oder auch zu Erwachsenen...?

      Liebe Grüße
      von der Tintenweberin

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        #4
        Hallo Chrissi,

        also auflaufen lassen würde ich Deinen Sohn nicht, denn das ist nicht immer heilsam für jedes Kind. Zumal ja trotzdem die Aufgaben und der Stoff nachgeholt werden müssen und das sorgt doch gleich wieder für Unmut bei Dir und Deinem Sohn.

        Was sagt denn die Lehrerin? Woran kann es liegen, dass es ihm so schwer fällt Vokabeln zu lernen? Vielleicht hilft da eine Umstellung der Vorgehensweise?

        Hat er denn schon immer Schwierigkeiten mit dem Lernen, von Anfang an? (Außer der Dyskalkulie)
        Vielleicht würde es helfen, wenn jemand anders außer Dir mal eine Zeit lang auf die Hausaufgaben schauen könnte. Kinder nehmen oft von Kindern, Omas, Nachbarn eher Tipps an als von der eigenen Mutter.

        Meine Tochter ist auch 11. Sie ist noch eine gute Schülerin, allerdings hat sie das Lernen nie gelernt, weil ihr immer alles alleine von der Hand ging. Nun in der 6ten und mit der 2ten Fremdsprache kommen die Schwierigkeiten. Ich dachte eigentlich, ich könnte mich lösen, nicht mehr ständig dahinter sein, ob sie auch den ganzen Schulstoff beherrscht, aber da hab ich mich getäuscht.
        Sie würde sich auch selbst aufgeben, wenn sie merkt, dass ich sie fallen lassen.

        Für ihre Freundin war eine 5 und eine 6 an einem Schultag allerdings heilsam genug um sich auf den Hosenboden zu setzen. So unterschiedlich sind die Kinder.

        Andere Kinder wiederum bekommen von Ihren Eltern für gute Leistungen Geld. Was bei mir nicht in Frage käme und auch überhaupt nicht zum gewünschten Erfolg führen würde.

        Viele Grüße

        Meerjungfrau

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          #5
          Hallo,

          @Tintenweberin
          Mein Sohn macht keinen Sport, geht dafür aber jeden Samstag bei einem befreundeten Bauern arbeiten, was er auch für sein Leben gern tut.
          Freunde hat er zwar nicht viele, dafür 2 gute mit denen er sich trifft.
          Wenn er allein ist spielt er Bauer, werkelt im Garten oder bastelt.
          Immer öfter ist ihm allerdings auch langweilig und er erwartet Unterhaltung von uns.
          Sein Verhältnis zu kinder oder Erwachsenen ist normal.
          Wobei er sehr wenig Selbstbewußt sein hat und sich viel gefallen läßt.

          @ Meerjungfrau
          Die Lehrer sind ja seid den Sommerferien alle neu, die können noch nicht viel sagen. Sie erwecken auch nicht den Eindruck, was sagen zu wollen....

          Er hat eine Zeit lang mit Oma Hausaufgaben gemacht und hat sie so gepolt, das er einfach nix macht und Oma ihm dann durch vorsagen flott hilft.
          War also ein Schuß nach hinten.
          So lief das die ersten 2,5 Schuljahre, da war ich noch nicht in der Familie. Ich kann nicht beurteilen ob er schon da Schwierigkeiten mit dem Lernen hatte.
          Oder es einfach noch nie mußte.
          Ich bin mit meinem Latein am Ende, warum ihm Vokabeln lernen so schwer fällt.

          Ich weiß, das er furchtbar verwöhnt ist. Er ist egoistisch und kann schlecht akzeptieren, das nicht er Maß aller Dinge ist.
          Manchmal hab ich das Gefühl, er hat einfach keinen Bock. Das ist alles anstrengend und brauchen tut man das eh nicht, also warum dann machen.
          Und das ist einfach anstrengend, ihn dann zu den Hausaufgaben zu treiben und dann zu merken es kommt nix bei rum.Wobei er sagt: Er ist dümmer wie die anderen, er kann das eben nicht.
          in den letzten 2 Jahren ist auch keine Veränderung eingetreten, obwohl wir ihn Bestärken und unterstützen.

          Lieben Gruß

          PS:ich hoffe irgendwer wird schlau aus dem konfusen Geschreibsel. Meine Kleine muß grade jetzt um mich rum hopsen.
          Zuletzt geändert von *chrissi*; 16.10.2008, 11:06. Grund: Zusatz

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            #6
            Ich weiß, das er furchtbar verwöhnt ist. Er ist egoistisch und kann schlecht akzeptieren, das nicht er Maß aller Dinge ist.
            Um Mißverständnisse vorzubeugen: Er hat das Sterben seiner Mama miterleben müssen, um ihm in dieser grausamen Zeit eine Freude zu machen,hab Papa und die Großeltern ihn maßlos verwöhnt.
            An diesem anerzogenen Verhalten hapert es. Auch bei den Hausaufgaben, denn früher wurd flott geholfen, wenn er z.B.viel auf hatte.

            Er ist nicht in meinem Bauch gewachsen,sondern in meinem Herzen.Es gibt also keine Unterschiede zu meiner Tochter. Und ich lege ihm gegenüber keine grausam harte Beurteilung an den Tag, noch möchte ich ihn Umerziehen, damit er mir angenehm ist.
            Ich merke nur das er in der Schule nicht mehr mitkommt und lerne kaum fruchtet. Und möchte ihm da helfen.

            Vielen Dank für Eure Antworten.

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              #7
              Liebe Chrissi,

              ich kann und will keine Ferndiagnose stellen, aber vielleicht kann ich ein paar Denkanstöße beisteuern...

              Ich habe dafür Verständnis, dass der Junge von seinem Vater und seiner Großmutter in der schweren Zeit "verwöhnt" wurde. Die beiden (und vielleicht auch andere Leute) haben ihm - zum Ausgleich für die schwere Last, die er lange vor seiner Zeit tragen musste - alle Liebe gegeben die sie für ihn übrig hatten. Daran ist wahrhaftig nichts Verkehrtes.

              Ich vermute allerdings, dass sich der Junge durch diese Art der Unterstützung eine gewisse "Schonhaltung" angewöhnt hat. Es ist mit seelischen Verletzungen nicht anders als mit körperlichen: Wenn etwas weh tut, dann belastet man es besser nicht. Aber wie man wieder üben muss "normal" zu laufen, wenn ein gebrochener Knochen wieder geheilt ist, muss man auch wieder lernen, sich mit den Anstrengungen eines ganz normalen Lebens zu belasten, wenn der schlimmste Schmerz abgeklungen ist...

              Ich arbeite am liebsten mit einer Förderung über die Stärken. Wenn dein Sohn gerne und engagiert auf einem Bauernhof mitarbeitet, dann kannst du vielleicht herausfinden, was ihm dort am meisten Spaß macht (Tiere? Maschinen?...) und vielleicht könnt ihr ihm "davon" in seinem alltäglichen Leben mehr bieten (Haustier? Mitgliedschaft in einem Modellflugverein?...). Wenn die Anstrengungsbereitschaft in einem Bereich gestiegen ist, dann lässt sich der "Mechanismus" von Selbstbelohnung durch erfolgreiche Bemühung relativ leicht auf einen anderen Lebensbereich (Schule) übertragen.

              Es ist übrigens auch möglich, dass sich das Trauma, das der Junge mit dem Sterben seiner Mutter erlitten hat, als "Blockierung" irgendwo "festgesetzt" hat. So eine Blockade könnte entweder ein Arzt, der mit chinesischer Medizin vertraut ist oder ein Kinesiologe finden und eventuell auch auflösen...

              Was ich dir geschrieben habe, ist bitte kein Patentrezept sondern nur eine Idee die mich bei der Lektüre deines Textes "angesprungen" hat...

              Schau einfach, ob du etwas davon brauchen kannst.
              die Tintenweberin

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                #8
                @Tintenweberin
                Danke!!! "Schonhaltung" das umschreibt den Zustand am besten.
                Wir hatten auch schon das Gefühl, das er irgendwo blockiert ist und werden das jetzt mal näher verfolgen.

                Der Papa sieht es genau so, tut sich aber schwer damit umzugehen.
                Er neigt wirklich zu nachgeben.

                LG

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                  #9
                  Liebe Chrissi,

                  Du hast dich da ja schon ganz schön reingehängt.

                  Ich denke, dass du da noch eine Menge Kraft hast Hilfe zu organisieren.

                  Nicht immer schafft Schule und Elternhaus eine Lösung! Es ist manchmal einfach zu komplex - so scheint es mir auch bei euch.
                  Die Ideen von Schonhaltung, Blokade und systhemische Familienarbeit finde ich bestechend.

                  Mir gefällt die Idee Unterstützung für euch alle gemeinsam zu holen, damit könnt ihr alle auch Entlastung erfahren.
                  Es ist möglich, dass dein Stiefsohn schon so die Lernaufforderungen und sein Nichtstun gewöhnt ist, dass das alles nur noch euch Erwachsenen belastet - er einfach abschaltet, wenn er das Wort Schule hört.

                  Viel Glück beim Unterstützung finden!!
                  Amelie

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                    #10
                    Danke Ihr Lieben,

                    Familienarbeit, ich denk das ist es.
                    Je mehr ich über Eure Beiträge nachdenke,deso klarer wird es.
                    In meinem Bauch ist schon länger das Gefühl, das er einfach stehen geblieben ist.
                    Er verharrt in seiner"Schonstellung" und das zieht sich durch alle Bereiche.
                    ihm wurden weitesgehend schulische Belastungen abgenommen-das erwartet er auch heute noch, keinerlei Pflichten auferlegt(wie Müll rausbringen oder benutztes Geschirr wegbringen oder Schultasche packen)-geht auch immer noch nicht und er wurde permanent bespaßt- ihm ist doch oft langweilig.
                    Ob er gar nicht mehr richtig spürt was er will?Weil immer jemand gegeben hat, sei es Unterhaltung, Süßigkeiten,Geschenke.
                    Ich hab ne Menge Stoff für den nächsten Psychologenbesuch!!!!


                    LG

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                      #11
                      Hallo Chrissi,

                      grade eben habe ich mich auch hier angemeldet, natürlich, weil ich Zzl einfach wunderbar finde und mich die Beiträge hier emotional sehr berührt haben. Ausschlaggebend für meine Anmeldung war jedoch dein Bericht.

                      Ich selbst habe erst letzte Woche mit einer entfernten Bekannten über
                      Legasthenie und Dys..... gesprochen; habe SELBST keine Erfahrung damit. Deshalb gebe ich hier nur DAS wieder, wie ich es als absoluter Laie erklären KANN.
                      Der Hintergrund bei ihren beiden Mädels war:
                      Sie selbst (Mutter) und ihre beiden Töchter sind Legastheniker.
                      Beide Mädels haben große Schwierigkeiten in der Schule und tragen eine Brille. Da die Mutter eine richtige Kämpferin ist, hat sie nach und nach u.a. folgendes erfahren (Achtung: laienhafte, Erklärung meinerseits):
                      Für nicht alles ist die Legasthenie verantwortlich, sondern es gibt auch eine "Winkelfehlsichtigkeit". Sie riet mir DRINGENDST, niemals einen Augenarzt daraufhin anzusprechen, weil wohl keiner zugeben möchte, das es so etwas gibt. Auch gibt es nur wenige OPTIKER in Deutschland, die sich darauf spezialisiert haben. Diese Mutter hat sich dermaßen "auf die Hinterbeine gestellt" und sich von niemandem etwas gefallen lassen, daß sie wohl eine Spezialistin in diesem Bereich gefunden hat. Ich schreibe dir hier einen link rein, den ich von ihr bekommen habe. Die Seite dieser Optikerin ist wirklich sehr empfehlenswert, inkl. der PDF-Dateien und auch für Laien wie mich sehr gut verständlich: www.ludwig-sehzentrum.de (Heppenheim). Man kann nicht die gesamten Schwierigkeiten beheben, doch durch eine gezielte Behandlung einige Besserungen (auch im schulischen und Konzentrationsbereich) erwirken. Wie gesagt, in den PDF-Dateien ist es auch sehr gut erklärt.

                      Ich habe deine Beschreibung bezüglich der familiären Entwicklung auch gelesen. Sicherlich tragen sie auch in großem Maße zu dem momentanen Verhalten bei. Aber vielleicht hast du Glück und man kann auch durch eine ANDERE (spezielle) Brille und ein oder 2 OPs noch wesentliche Besserung erreichen.

                      So, hoffentlich war das nicht zu umständlich erklärt (du merkst, ich SCHREIBE gerne, und habe nebenbei auch noch Probleme, "auf den Punkt" zu kommen).

                      VG Gordine

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                        #12
                        PS, habe was vergessen...

                        Hallo Chrissi,

                        ich habe was vergessen, was auch schon ein anderer Teilnehmer (Mokka ?) empfohlen hat: eine Familienaufstellung.
                        Ich war vor ein paar Monaten zum ersten Mal (und mittlerweile schon bei einigen) bei einer FA und habe auch selbst bereits aufgestellt.
                        Es ist kaum zu glauben, WELCHE Probleme WELCHE Gründe haben.
                        WAS WIE zusammenhängt. Und wie einfach eine Sache manchmal sein kann. U.a. war auch eine Familie dort, mit einem Sohn, der Legasthenie hat. Aber egal, um welches Problem es geht. Seit ich (und auch meine Freundin, die schon sehr vieles ausprobiert hat und trotzdem noch "auf dem Boden geblieben" ist) diese Familienaufstellungen gesehen und auch mitgemacht habe, sind wir beide überzeugt, daß es eine der direktesten Möglichkeiten ist, Probleme anzugehen bzw. zu lösen bzw. eine andere Sichtweise zu bekommen.
                        Ich habe jetzt vergessen, zu lesen, woher du kommst. Wenn es nicht zu weit weg ist, kann ich dir eine WUNDERVOLLE Frau empfehlen, die FA macht.

                        Da ich mich erst heute registriert habe, weil ich nicht, ob ich PN's empfangen kann oder dir welche schicken kann.
                        Wenn du Interesse an dieser Empfehlung hast, schreib mir einfach.

                        Viel Erfolg, Gordine

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                          #13
                          Hallo Chrissi,
                          Hör dir das mal an. Irgenwie dachte ich an dich, als
                          ich das heute hörte:
                          http://hpz.anthope.net/HPZsPowerPodcast44.mp3

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                            #14
                            Danke Ihr Lieben!
                            Ich verarbeite erstmal Eure Anrehungen.

                            LG
                            Chrissi

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