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Die Angst vor der Trennung

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    Die Angst vor der Trennung

    Hallo liebe Mitleser,

    ich bin erst kürzlich beim endlosen Suchen im Netz nach Ratschlägen etc. auf euer schönes Forum gestoßen. und vielleicht weiß hier jemand Rat...ich weiß mir langsam keinen mehr

    Ich bin 31, habe eine fast 5jährige Tochter und bin seit 12 Jahren in einer Beziehung. Der treffendste Titel dafür wäre wohl eher Achterbahnfahrt. Aber seit ein paar Monaten gibt es kein Auf...sondern nur noch Abwärts. Egal wie tief wir schon sind, es geht immer noch ein Stück tiefer.

    Aber von vorn. Kennengelernt haben wir uns vor 12 Jahren, 4 Tage nachdem seine damalige Freundin ausgezogen ist und diese Beziehung nach 7 Jahren zu Bruch ging. Und dann beging ich wohl den Fehler meines Lebens: wir zogen Hals über Kopf zusammen...er wohl aus Angst, alleine sein zu müssen...und ich war froh, nun endlich jemand gefunden zu haben. Keine gute Basis für eine Beziehung. Irgenwie haben wir uns aber immer wieder zusammengerauft. Wir haben zusammen sehr viel geschaffen...aber Liebe? Zuneigung? Zärtlichkeiten? Nein...oder nur sehr selten. Die paar Male, wo er mich ehrlich umarmt hat, die kann ich an zwei Händen abzählen. Er kann einfach keine Liebe zeigen und geben, nicht öffentlich. Er kann nicht einfach mal in den Arm nehmen...ein Kuss war mehr als selten (vielleicht auch nur 10 in den ganzen Jahren). Und ich? Wurde immer unzufriedener, dachte aber immer, ich pack das schon, ich halte das schon irgendwie aus. Nur, ich packte es eben nicht. Und habe mir Trost in anderen Armen gesucht...nein nein, nur eine Umarmung, Gespräche...mehr nicht!
    Mögt ihr mich jetzt auch verurteilen, ja, ich weiß um meinen Fehler. Aber diese Eiseskälte war und ist unerträglich. Und wenn ich darüber reden wollte, kam immer nur: du bist doch selber dran schuld.
    Inzwischen ist die Beziehung die Hölle. Ich habe mich meinem Partner zuliebe und dieser verfahrenen Beziehung zuliebe von meinem "Tröster" (ich nenne es jetzt einfach mal so) getrennt. Und es wurde noch schlimmer. Kein Tag vergeht ohne hinterhältige Provokationen, Demütigungen, Hass und Streit.
    Aber wenn einer von uns sagt, er trennt sich...dann ist der andere tötlich beleidigt. Keiner will gehen, keiner will den Anfang machen.
    Entschuldigt mein wirres schreiben, ich bin noch ganz durcheinander. Wir haben gestern abend mal wieder bis tief in die Nacht gestritten.
    Ja, die Trennung wäre das Richtige, sicherlich. Aber mir fehlt der Mut. Ich habe selbst so Angst, alleine zu sein...wie soll das alles weitergehen? Wie soll ich das alles schaffen?
    Danke fürs Lesen...

    #2
    Zitat von Poliana Beitrag anzeigen
    ....Wir haben gestern abend mal wieder bis tief in die Nacht gestritten.
    Ja, die Trennung wäre das Richtige, sicherlich. Aber mir fehlt der Mut. Ich habe selbst so Angst, alleine zu sein...wie soll das alles weitergehen? Wie soll ich das alles schaffen?
    Danke fürs Lesen...
    Hallo Poliana,
    als erstes will ich Dir ganz viel Mut machen: allein kann es Dir wunderbar gehen!!! Du scheinst schon zu sehen, dass das Deine Entscheidung sein sollte. Sicherlich wirst Du an dieser Angst arbeiten müssen - dabei hast du ja immerhin eine Tochter. Wie sieht es mit Freunden und Verwandten aus? Du kannst jedenfalls kaum einsamer sein als in Deiner Beziehung. Schau Dich mal im Forum um, da gibt es einige Fäden mit ähnlichem Inhalt!
    Und wie schaffen? Mir kommt spontan der Gedanke: Ihr streitet offensichtlich viel, das kostet Energie. Wenn Du diese Energie nicht in nutzlose Beziehungsarbeit (also Streit) stecken würdest, sondern in das schrittchenweise Planen Deines neuen Lebens - wäre das nicht eine bessere Investition? Könnte es auch ein Antrieb sein, dass es für Deine Tochter wichtig ist?
    Mich hat es auch immer viel Zeit gekostet, die Kurve zu kriegen...

    Gelassenheit und Kraft schickt Dir

    Nomada

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      #3
      Hab den Mut, den Schritt zu wagen, es wartet ein schönes Leben auf dich, wenn du dich drauf einlässt.

      Frage dich, willst du in einem, in 5 oder 20 Jahren immer noch so leben? Vielleicht überlebst du das aber gar nicht so lange!
      Was kann schlimmer sein als das, was du gerade erlebst??????
      Was gibst du deiner Tochter als Vorbild, wenn du in diesem lieblosen, streiterfüllten Umfeld bleibst?

      Steck die Energie, die du jetzt in den Sreitereien vergeudest, in den Ablösungsprozess, such dir Hilfe, plane... fang einfach an...

      Ich wünsche dir viel Glück!

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        #4
        Hallo Poliana,

        oft brauchts erst mal nen räumlichen Abstand, um wieder klare Gedanken fassen zu können und handlungsfähig zu werden. Gut, wenn man in dem Fall Freunde hat..

        Ich bin in einer solchen Situation kurzerhand mal für ne Woche zu meiner Freundin gezogen. ist schon lange her, aber die hatte für immer nen Stein im Brett dafür Jedenfalls hat mir das wirklich geholfen, die nächsten Schritte einzuleiten und mir mal über einiges klar zu werden.

        lg Anna

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          #5
          du schaffst das

          Liebe Poliana,

          ich wünsche Dir ganz viel Mut, aus dieser lieblosen Partnerschaft herauszufinden. Die Kraft dazu hast Du. Denn wenn Du Dir einmal überlegst, wie anstrengend, aufreibend und belastend Eure Partnerschaft sein muss und Du machst das alles mit...überlege mal, wenn Du Dir diese Energie sparst und stattdessen zur freien Verfügung für ein neues, glücklicheres Leben hättest...kein Zweifel, dass das funktionieren kann.

          Alles Gute für Dich und Dein Kind,
          lorie

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            #6
            Hallo liebe Poliana!

            Ich schicke dir eine Geschichte:

            Erster Tag - Ich gehe eine Straße entlang. Vollkommen unerwartet tut sich vor mir ein Loch im Boden auf. Ich stürze mitten hinein. Ich habe das Gefühl, ich muss sterben. Verzweifelt rufe ich um Hilfe. Dann, nach endlos langer Zeit des Wartens, kommt jemand und hilft mir aus dem Loch heraus.
            Zweiter Tag - Ich gehe die gleiche Straße entlang. Schon wieder stürze ich in das Loch hinein, das sich plötzlich vor mir auftut. Ich habe Angst. Aber ich rapple mich auf und ich erkenne, dass es eine Möglichkeit gibt, wie ich mich selbst aus dem Loch befreien kann. Das ist mühsam, aber es gelingt mir schließlich doch.
            Dritter Tag - Ich gehe wieder die gleiche Straße entlang und stürze erneut in das Loch - aus reiner Gewohnheit. Ich ärgere mich über mich selbst, klettere auf dem mir nun schon bekannten Weg heraus und gehe weiter.
            Vierter Tag - Ich gehe schon wieder die gleiche Straße entlang, sehe das Loch vor mir - und wechsle die Straßenseite.
            Fünfter Tag - Ich nehme eine andere Straße.
            nach einer Erzählung von Nossrat Peseschkian

            Ich wünsche dir, dass du schnell eine neue Straße für dich findest und darauf dem Glück entgegen laufen kannst.

            Liebe Grüße von der Schnucke, die grade auch einen ganz neuen Weg wagt.

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              #7
              Danke für die wunderschöne Geschichte.
              Wer ist der Mensch der sie geschrieben hat?
              Liebe Grüße Akinom

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                #8
                Liebe Poliana,

                deine Geschichte hat mich sehr berührt. Wie hält man 12 Jahre Beziehung, ohne Liebe und Zärtlichkeit aus? Es erstaunt mich immer wieder, an was sich ein Mensch alles gewöhnen kann und in die Gewohnheit ein gewisse Sicherheit hinein zu interpretieren, was es ihm dann so schwer macht, aus dieser wieder herauszufinden.

                Du sagst ihr habt euch was geschaffen. Was meinst du damit konkret? Ist es ein Haus, Auto, tolle Einrichtung? Sind es vielleicht eher die schönen Dinge die du nicht aufgeben möchtest? Vielleicht hast du auch schlechtes Gewissen, gegenüber deiner Tochter oder deinem Mann (finanziell). Viel Faktoren die erst mal geklärt werden müssen um es zu verstehen.

                Angst vor der Trennung, lautet dein Titel.
                Vielleicht hilft dir, die Sache anders zu betrachten, etwas weiter. Ich sehe in deiner Beziehung keinerlei Bindung. Es ist eher umgekehrt, du lebst schon seit 12 Jahren getrennt. Getrennt von deinem Mann (gefühlsmäßig), getrennt von dir selbst (weißt nicht was du wirklich willst) und getrennt vom ganzen Leben (fühlst dich schlecht wenn du dir, zu Recht, einen Tröster suchst). Also, alles nur eine Frage des Standpunktes.

                Du bist jedenfalls nicht der Verlierer. Sonst wärst du nicht hier und suchst dir Rat und Ideen. Ich vermute mal du weißt ganz genau wie du dein Leben ändern könntest, aber es fehlt dir dazu der Mut oder die Kraft es zu wagen. Der letzte Impuls sozusagen, der alles was momentan klemmt, ins Rollen bringt.

                Diese Arbeit, kann niemand für dich hier übernehmen. Das weißt du und es ist dir auch nicht geholfen, wenn du weißt das es noch andere Menschen gibt, den es ähnlich geht. Was du brauchst ist ein Bewusstsein, das in dir einen Schlussstrich zieht und konsequent das durchzieht was sich dein Herz erträumt.

                Eine Beziehung auf einem Schlag zu beenden, ist für niemanden leicht. Jedenfalls ist mir niemand bekannt. Das muss man auch nicht. Besser wäre es, das als Löseprozess zu betrachten, in dem man sich Stück für Stück, von wertlos gewordenen Gewohnheiten löst. Die Art und den Rytmus legst du dabei ganz alleine fest.

                Das könnte so aussehen:
                1. finanziell unabhängig werden (wenn auch nur vorübergehend)
                2. ein neues Hobby suchen oder ein Sport betreiben (Stressabbau, Kräfte sammeln)
                3. alte Gewohnheiten durchbrechen und neue schaffen (Veränderung einleiten)
                4. sich in der Gesellschaft als "wieder zu haben" zeigen
                5. bereit sein sich zu verlieben (innnerer Sehnsucht nachgeben)
                6. Streit und Demütigungen aus dem Weg gehen (Kräfte sparen)
                Wenn du diese Phasen durchläufst, dann wirst du überrascht sein wie schnell dir die "Trennung" gelingen wird. Oder sagen wir lieber das Zurückgewinnen deines eigenen Lebens, das du vor etlicher Zeit, für einen zu hohen Preis verkauft hast.

                Wenn du dafür nicht die Kraft hast, dann such dir eine gute Freundin oder Freund (z.B. dein Tröster). Es ist keineswegs verurteilungswürdig, dass du dir in schweren Zeiten, Verbündete suchst. Es ist sogar ausgesprochen menschlich, wenn nicht gar lebensrettend.

                Ich wünsche dir dabei viel Glück und Kraft.
                Zauberwort

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