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Wie gehe ich mit den Launen meines Partners um?

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    Wie gehe ich mit den Launen meines Partners um?

    Hallo zusammen,

    aus aktuellem Anlass möchte ich hier eine Frage in den Raum stellen, die mich seit geraumer Zeit beschäftigt.
    Es geht um meinen Freund. Wir sind etwas mehr als ein Jahr zusammen, vor 3 Monaten bin ich zu ihm gezogen. Dazu hatte ich hier an anderer Stelle bereits etwas geschrieben.
    Unsere Basis stimmt. Womit ich meine, dass wir uns in grundsätzlichen Dingen einig sind, dass wir auf einer sehr ähnlichen spirituellen Ebene sind, dass wir uns die meiste Zeit sehr gut verstehen.
    Mein einziges Problem: er kann sehr aufbrausend sein, und das für mich aus heiterem Himmel! Dann ist er urplötzlich völlig genervt und regt sich über alles auf, was ihm über den Weg läuft. Für mich ist das unerträglich, vor allem, weil oft mein 15jähriger Sohn seine Launen zu spüren bekommt, was sich meist darin ausdrückt, dass mein Freund unzufrieden mit ihm ist. Weil er erwartet, dass er sich so verhält, wie er es gerne hätte.
    Dann gibt es endlose Diskussionen und obwohl er zu „normalen“ Zeiten einen ziemlich klaren Blick hat, wird er in seiner Aufgebrachtheit ungerecht und merkt auch nicht, wenn ich einfach nicht mehr kann.
    Ich weiß nicht, wie ich euch das in der Kürze besser beschreiben kann, aber vielleicht versteht mich ja jemand.
    Ich suche für mich nach einem Weg, damit klarzukommen. Zu fordern, dass er sich ändert, ist ja eher illusorisch, selbst wenn er manchmal einsieht, dass er sich grob verhält, ist er in kritischen Phasen wieder genau so.
    Also, wie schaffe ich es, mich nicht mehr so von dieser Art überwältigen zu lassen? Ich werde immer wieder mal in ruhigen Momenten mit ihm darüber reden, das ist das eine – aber was mache ich, wenn er wieder so genervt ist und ihn alles ankotzt? Das ist soooo anstrengend!
    Am Rande bemerkt: er ist 51 und er geht mit anderen (Mutter, Bruder) ebenso um.
    Was denkt ihr? Wer kennt so etwas?
    Und wie schütze ich mich am besten? Oder bin ich vielleicht zu empfindlich?

    #2
    hallo Shiva,

    zu empfindlich glaube ich nicht. Es ist eher so, dass Deine Unsicherheit ihm diese Unart eher noch ermöglicht, da er ja wieder - wie schon bei seiner Familie, darin bestätigt wird, dass er damit durchkommt. Also warum soll er dann daran arbeiten?

    Andere Frage: wie würdest Du Dich verhalten, wenn er Dir nicht so nahe stehen würde, wenn er z.B. ein Bekannter oder ein Kollege wäre? Wärst Du da genauso bereit, Dich anzupassen und zurückzunehmen? Wie sieht die Sache aus, wenn die Rollen anders herum sind, also wenn die Frau das cholerische Temperament hat und dem völlig ungeniert nachgeht? Der wird das meist von unserer Sozialisation her gar nicht so zugestanden und sie müsste lernen, damit anders umzugehen. Das erwähne ich nur, um deutlich zu machen, dass dies kein hinnehmbares Schicksal ist, sondern eher eine Frage der Toleranz der Mitmenschen.

    Du kannst nicht verlangen, dass er sich ändert. Das stimmt. Aber Du kannst Grenzen setzen und sagen, dass Du eben dann einiges ändern wirst, weil das für Dich untragbar ist. Und dann wird er schon überlegen, ob er als erwachsener Mann wirklich seinen Launen so ausgeliefert ist, oder ob ihm das Zusammenleben mit Dir und Deinem Sohn nicht doch so wichtig ist, dass er sich selbst mal ein bißchen mehr in den Griff kriegt.

    Wegen Deinem Sohn: ich habe oft den Eindruck, dass Männer eine Art "Beißverhalten" gegenüber halbwüchsigen Söhnen ihrer neuren Partnerinnen entwickeln. Ich weiss nicht, ob diese Beobachtungen "Zufall" sind. Was ich damit auch nur sagen will: es kann durchaus was anderes hinter seinem Verhalten stecken, als nur eine launische Unart bzw. ein cholerisches Temperament.

    lg Anna

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      #3
      Mein Partner ist manchmal auch sehr aufbrausend, anfangs hat mich das sehr verunsichert, weil ich es auf mich bezogen habe. Jetzt lass ich ihn schimpfen, es ist seine Art, mit Ärger (z.B. wenn der PC nicht so will) umzugehen, ich lass ihn.

      Bei Streit hab ich zwar auch oft das Gefühl, den Kürzeren zu ziehen, aber ich kann ja noch daran lernen.

      Wenn allerdings Kinder darunter leiden, find ich das nicht so toll! Da würde ich ihm schon sagen, dass er seine schlechte Laune nicht an dem Kind auslassen soll! Und vor allem musst du dein Kind unterstützen/beistehen.

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        #4
        Launen oder Jähzorn?

        Hallo Shiva,

        ich habe so ein Problem nicht mit Partner oder Partnerin erlebt, aber meine Mutter und mein Bruder waren sehr jähzornig.

        Damals habe ich das meist so ausgehalten. Heute würde ich den Raum verlassen bis sich die Person abgeregt hat. Damals dachte ich, daß ich nicht gehen dürfte, weil ich sonst eine Niederlage erlitten hätte. Außerdem wollte ich immer vermitteln, ausgleichen usw..

        Was ich inzwischen für mich gelernt habe: Jähzorn, Respektlosigkeit, Launen tun mir weh, beschäftigen mich lange, kurzum: tun mir nicht gut.

        Falls möglich, versuche ich ruhig zu bleiben und Grenzen zu setzen. Manche zornigen Personen werden dadurch noch zorniger (z.B. einige Vorgesetzte mit denen ich zu tun hatte), aber ich habe keine Lust auf ein Wettschreien.

        Vielleicht schaffen Du und Dein Sohn es ja Deinem neuen Partner zu zeigen, daß sein Verhalten inakzeptabel ist und er andere Wege finden muß, um sich abzuregen (laufen, die Wand anschreien, den Teddybären boxen etc. pp.).

        Liebe Grüße von der
        Freundin der Weisheit

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          #5
          Hallo und danke für eure Antworten!

          Ich bin in letzter Zeit leider gar nicht mehr an den PC gekommen, hier wird gerade alles umgebaut, u.a. ist sicher ist auch das ein Grund für die zeitweilige Anspannung meines Freundes.

          @ Anna:

          Wenn ich, wie du schreibst, selber so aufbrausend wäre....hmmmm... das kann ich mir in dieser Beziehung gar nicht vorstellen. Früher, in meiner 13jährigen Ehe war ich das tatsächlich, mein Mann damals war sehr passiv und hat mich damit regelmäßig auf die Palme gebracht...
          Jetzt aber ist es so, dass ich der Ansicht bin, dass man in einer Partnerschaft destruktive Verhaltensweisen so gut wie es geht, vermeidet. Ich lasse meinen Launen nicht mehr freien Lauf, das bringt doch nur schlechte Stimmung. Und ich kann mir vorstellen, das mein Freund darauf auch entnervt reagieren würde, so wie ich auf seine zeitweilige Aufgebrachtheit, auch wenn er von mir erwartet, dass ich sie so hinnehme.
          Er argumentiert so, dass es ja nichts mit mir zu tun habe und ich für die Gefühle, die dabei in mir hochkommen, selbst verantwortlich bin.
          Also, die Grenzen, von denen du geschrieben hast, und die ich versucht habe, ihm zu setzen, akzeptiert er nicht.
          Und wenn ich aus dem Raum gehe, fühle ich mich immer noch mies, weil eben die allgemeine Stimmung schlecht und ungeklärt ist.
          Was meinen Sohn betrifft, so kann sein Verhalten in diesem Zusammenhang sicher eine andere Ursache haben, aber es gibt eben auch andere Situationen, wo er für meine Begriffe unangemessen harsch mit mir (oder anderen) umgeht.
          Es ist so anstrengend für mich...und ich weiß immer noch nicht, wie ich damit umgehen soll!

          @ Heidi:

          Und wie lässt du ihn? Ich meine, was macht das dann mit dir, kannst du deinen normalen Alltagsdingen weiter nachgehen?
          Bei mir ist es so, dass mich das so belastet, dass ich es zumindest dauernd im Hinterkopf habe, und ich habe dann auch Angst, dass die miese Stimmung weiter besteht, bzw. eskaliert.

          @Freundin der Wahrheit:

          Danke für deine Antwort! Für mich ist diese Grenze zu setzen, eine schwierige Angelegenheit. Ich habe das Gefühl, aus dem Raum zu gehen, verlängert nur das Leiden, also dass es bei der nächsten Begegnung weitergeht, weil nichts geklärt ist.
          Es fällt mir sehr schwer, das Ganze klar zu beurteilen, wahrscheinlich lösen diese Situationen tatsächlich irgendeine uralte Geschichte in mir aus. Ich habe manchmal, wie weiter oben schon geschrieben, richtiggehend Angst vor seiner aufbrausenden Art, und ich merke inzwischen deutlich, dass dies wirklich nicht primär mit seiner Art zu tun hat.
          WIr hatten gerade heute wieder so eine Situation, deshalb bin ich auch noch ein wenig durcheinander.
          Wenn seine schlechte Laune nichts mit mir zu tun hat, sollte ich dann wohl anfangen, nachzuforschen, woher meine Beklommenheit dabei kommt...?
          Hat er recht, wenn er fordert, ich solle Verantwortung für meine Gefühle übernehmen?

          Liebe Grüße euch allen,

          Shiva

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            #6
            An Dir arbeiten und seinerseits Verantwortung fordern

            Hallo Shiva,

            Du schriebst

            @Freundin der Wahrheit:

            Danke für deine Antwort! Für mich ist diese Grenze zu setzen, eine schwierige Angelegenheit. Ich habe das Gefühl, aus dem Raum zu gehen, verlängert nur das Leiden, also dass es bei der nächsten Begegnung weitergeht, weil nichts geklärt ist.
            Es fällt mir sehr schwer, das Ganze klar zu beurteilen, wahrscheinlich lösen diese Situationen tatsächlich irgendeine uralte Geschichte in mir aus. Ich habe manchmal, wie weiter oben schon geschrieben, richtiggehend Angst vor seiner aufbrausenden Art, und ich merke inzwischen deutlich, dass dies wirklich nicht primär mit seiner Art zu tun hat.
            WIr hatten gerade heute wieder so eine Situation, deshalb bin ich auch noch ein wenig durcheinander.
            Wenn seine schlechte Laune nichts mit mir zu tun hat, sollte ich dann wohl anfangen, nachzuforschen, woher meine Beklommenheit dabei kommt...?
            Hat er recht, wenn er fordert, ich solle Verantwortung für meine Gefühle übernehmen?


            Aus meinen Erfahrungen heraus würde ich zwei Wege einschlagen:

            Zum einen finde ich es wichtig herauszufinden, warum dieses aufbrausende Verhalten bei Dir soviel auslöst. Dann fühlst Du Dich der Situation vielleicht nicht mehr ganz so ausgeliefert und kannst auch nach Lösungen für Dich suchen. Ein Beispiel: Interpretierst Du seinen Ärger gleich als "er mag/liebt mich nicht" oder "ich habe irgenetwas falsch gemacht" oder "???".

            Zum anderen sehe ich aber auch nicht ein, warum er nicht bereit ist, sich mehr zu beherrschen. Sein Verhalten stellt für die meisten Leute in seinem Umfeld eine Belastung dar. Die Verantwortung dafür zu externalisieren ist für ihn sicher bequem, so nach dem Motto "alle sollen sich ändern, nur ich nicht".

            Ohne Euch zu kennen habe ich natürlich keine Ahnung, ob meine Einschätzung zutrifft, sondern ich habe einfach aufgeschrieben, was mir im allgemeinen menschlichen Umgang sinnvoll erscheint.

            Sind seine Launen und Ausbrüche denn sehr häufig oder aus geringem Anlaß? Wenn ja, liegt das in seiner Persönlichkeit oder in der momentanen Lebenssituation?

            Auch wenn Du beides mit ja beantworten würdest, müßte er an sich arbeiten. Beides würde zwar einiges erklären, ist aber nicht unabänderlich.

            Liebe Grüße, viel Erfolg beim Erkunden von Möglichkeiten und gute Nerven
            wünscht die Freundin der Weisheit

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              #7
              Hallo Freundin der Wahrheit,

              genau das versuche ich seit einiger Zeit. Ich stelle fest, dass ich tatsächlich ziemlich harmoniebedürftig bin und die alte Konditionierung "Liebesentzug", die ich als Kind erfahren habe, wirkt immer noch nach! Also, sobald die Stimmung mal nicht so schön ist, stelle ich alles mögliche in Frage, fühle mich verantwortlich, selbst wenn ich nichts damit zu tun habe, dann aber will ich zumindest immer dafür sorgen, dass schnell wieder alles Friedefreudeeierkuchen ist. Lieber stecke ich zurück, als diesen Unfrieden auszuhalten.
              Zu deiner Frage: seine Launen hängen mit seiner Persönlichkeit zusammen. Er ist Widder vom Sternzeichen und weiß Gott, so benimmt er sich auch! Wenn er angespannt ist, dann aber richtig. Und das kommt schon häufiger vor. Schlimm dabei ist für mich aber viel mehr, dass es für mich oft aus heiterem Himmel geschieht und dass ich nie weiß, wann es wieder aufhört. Wenn ich dann etwas "falsches" sage, geht's erst recht los.
              In solchen Momenten hilft wohl tatsächlich nur Rückzug.
              Wir sprechen immer wieder über diese Thematik, aber bis jetzt sieht er einfach nicht ein, dass er andere mit diesen Launen runterzieht. Er ist der Auffassung, dass eben nicht immer nur alles positiv ist und ich seine "unangenehmen" Seiten aushalten muss.
              Tja, ich weiß nicht so recht, vielleicht ist da ja was dran...

              LG,
              Shiva

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                #8
                Shiva, ich reagiere nicht darauf, lass ihn erstmal schimpfen, bin in einem anderen Zimmer, kann sein, das sich ihn später frag oder erzählt es von allein.

                Konditionierung "Liebesentzug", die ich als Kind erfahren habe, wirkt immer noch nach! Also, sobald die Stimmung mal nicht so schön ist, stelle ich alles mögliche in Frage, fühle mich verantwortlich, selbst wenn ich nichts damit zu tun habe, dann aber will ich zumindest immer dafür sorgen, dass schnell wieder alles Friedefreudeeierkuchen ist.
                Das kenne ich auch sehr gut, mir geht es da ähnlich, obwohl ich heute schon mehr aushalten kann und mich auch streiten kann. Das konnte ich früher nicht, mein erster Mann auch nicht, der hat immer nur gesagt, ist ja schon gut, wurde alles unter den Teppich gekehrt. Es war gar nichts gut...

                In sofern hab ich jetzt den richtigen Partner *gg* denn streiten muss man ja auch lernen.
                Er ist der Auffassung, dass eben nicht immer nur alles positiv ist und ich seine "unangenehmen" Seiten aushalten muss.
                Wohl oder übel musst du es wohl, obwohl ich es nicht gut finde, wenn man sagt, ich bin halt so, damit must du leben. Da macht er es sich sehr einfach, finde ich. Vor allem, wenn Kinder darunter leiden!

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                  #9
                  Sternzeichen sind keine Entschuldigung für Rücksichtslosigkeit

                  Hallo Shiva,

                  auch auf die Gefahr hin, Dich oder jemand anderen zu verärgern:

                  Sternzeichen, selbst wenn man an sie glaubt (was ich nicht tue, Astrologie ist für mich eine veraltete Weise der Weltdeutung), sind keine Entschuldigung dafür, nicht an sich zu arbeiten. Mag ja sein, daß Dein Partner launisch ist, aber das läßt sich zumindest verringern.

                  Ich habe das schon als kleines Kind gerlernt. Vielleicht waren die Bedingungen meines Aufwachsens zu extrem darauf ausgerichtet, andere zu stützen und selbst nicht bedüftig sein zu dürfen, sondern nur zu funktionieren. Aber ich bin auch Widder und das war nie ein Grund, mich derartig aufzuführen.

                  Unberechenbarkeit von Mitmenschen ist ein enormer Streßfaktor, das bestätigen mir meine Erfahrungen und eine Menge Untersuchungen.

                  Natürlich ist nicht immer alles einfach oder konfliktfrei, aber Du und Dein Partner könnt Euch vielleicht bei einer solchen Position treffen. Offenbar gibt es da zwei Extreme: Du hättest gerne, daß es harmonisch und konfliktfrei zwischen Euch ist, und er, daß er sich frei in seinen Launen ausleben kann und keinerlei Rücksicht nehmen muß. Wenn er sich zügeln würde und Du mehr Konflikt ertragen würdest, wäre das doch vielleicht etwas, wovon Eure Beziehung und damit Ihr beide profitieren würdet. Ich finde, daß nicht nur Du kompromißbereit sein solltest, sondern Ihr beide.

                  Ich hoffe, daß Ihr eine für Euch geeignete Lösung finden werdet. Für mich sieht das nach einem Muster aus, das ich öfter beobachtet habe. Frau beschwert sich, Mann versteht ihr Problem nicht und meint, sie solle sich ändern, dann verschwände ihr Problem, weswegen er nicht bereit ist, sich zu ändern. Denn er hat ja angeblich kein Problem.

                  Ich fürchte, diese Muster bei Euch wiederzuerkennen. Leider weiß ich nicht, wie Du ihm klarmachen könntest, daß es um Euch beide geht und nicht um "Dein Problem". Aber das wäre der Schlüssel.

                  Liebe Grüße von der
                  Freundin der Weisheit

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                    #10
                    Nimm ihm die Selbstverständlichkeit der Beziehung, dann bemüht er sich auch um sie.

                    Vielleicht nimmst du es zu persönlich. Wenn er von Haus aus (Elternhaus) cholerisch ist, dann wirst du es nicht ändern können und bist eigentlich dafür auch nicht verantwortlich. Durch Besprechung von Problemen ist sowieso nichts auszurichten. Hier ist bereits die Basis (beim Mann) gestört. Jeder der daran herummäkelt, würde alles noch tiefer hineintreiben.

                    Er trägt meiner Meinung nach tiefe Verletzungen in sich und hat auch nie eine richtige Streitkultur erlernen können. All das lernt er von seinen Eltern (hätte er lernen sollen) aber die waren unvermögen.

                    Wutausbrüche sind wie kindliche Schreie, die heißen sollen "ach! Mama hab mich doch lieb". Zu einem Kind das so etwas sagt, geht man ja auch nicht hin und sagt, "ok, lass uns über dein Problem reden". Sondern man nimmt es in den Arm, sofern man selber dazu im Stande ist.

                    Doch dazu sind wir zu egoistisch: "Deine Art gefällt mir nicht", "Nimm doch Rücksicht auf mich und die Kinder", "Lass uns über dein Problem reden".

                    Das Ergbenis: Er fühlt sich noch schlechter als vorher. Bestätigt darin, dass er ein Problem hat. Die Aufgabe besteht darin, seine Wut in Liebe aufzulösen.

                    Nun hast du liebe Shiva aber ebenfalls Defizite was das betrifft. Das ist überhaupt der Grund warum du ihn als Partner gewählt hast. Um deine Liebesfähigkeit neu zu entdecken, um deine Sucht nach Harmonie abzubauen, um letztlich wieder zu dir zu finden. Du wirst daran reifen und die Wutausbrüche von ihm stellen den Kern deines Reifeprozesses dar.

                    Erst wenn du seine Wut (innere Traurigkeit) nicht mehr als Problem, sondern als Chance siehst, dann wird sich schlagartig alles ändern.

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                      #11
                      Hallo Yasinee,

                      was du schreibst, gefällt mir sehr und ich empfinde es ganz ähnlich.
                      Er reagiert aufgrund seiner früh erfahrenen Verletzungen, im Moment kann er nicht anders (ich erwarte allerdings trotzdem, dass er an sich arbeitet...), und mit mir hat das Ganze nichts zu tun, bis auf meinen eigenen Lernprozeß, der damit ausgelöst wird.
                      Ihn in solchen Fällen in den Arm zu nehmen, wie man es bei einem Kind täte, erscheint mir etwas schwierig. Allerdings habe ich das einmal ganz spontan gemacht, und sofort war der ganze "Spuk" vorbei. Glaube aber trotzdem, dass das eher eine Ausnahme war.
                      Die Wut in Liebe auflösen - ja, das denke ich auch immer. Dies ist ein Weg, den jeder nur alleine gehen kann, ein Weg, auf den man sich einlassen muss. Selbst bei seinem ziemlich ausgeprägten spirituellen Bewußtsein, geht er den Kernthemen, die ihn wirklich weiterbringen würden, aus dem Weg, das sehe ich deutlich.
                      Wenn ich ihn auf diese Zusammenhänge hinweise, wimmelt er das Ganze ab. Es geht um Wut, um die Fähigkeit, anderen zu vergeben (seiner Mutter), um in sich selbst Frieden zu finden. (Theoretisch weiß er auch das)
                      Und noch etwas: Liebe ist kein Gefühl, Liebe ist etwas Aktives, ein Tun. Wir müssen es immer wieder praktizieren, Mitgefühl entwickeln, und aufhören, andere zu verurteilen.
                      So, jetzt bin ich etwas abgeschweift.
                      Ich danke dir jedenfalls für deine einfühlsame Antwort.
                      Eine Frage dazu habe ich allerdings noch:
                      Wie kann ich seine Wut als Chance für mich ergreifen, auf welche Weise, meinst du, und wie sähe dann diese Veränderung aus?

                      Liebe Grüße,

                      Shiva

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