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Beziehungsweise, wie geht das?

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    Beziehungsweise, wie geht das?

    Hallo,
    ich bin neu hier und komme direkt mit dem Thema, dass mir sehr unter den Nägeln brennt:

    Knapp 20 Jahre lang war ich Single und alleinerziehend. Natürlich hatte ich meine Affäiren und Liaisons, doch nie lebte ein Mann mit mir und meinen Kindern unter einem Dach.
    Nun entschied ich mich doch, das Patchworkfamilienleben zu versuchen und tat etwas sehr ungewöhnliches und risikobeladenes für mich. Ich gab meinen Haushalt auf und zog mit meinen Kindern zu einem Mann ins Haus. Statt Friede - Freude - Harmonie, Spiel und Spaß kracht es nun noch viel heftiger, als ich es erwartet hatte.

    Ich bin unsportlich und doch begebe ich mich nun andauernd in einen Spaghat zwischen Mann und Kindern. Ich habe keine Ahnung, ob es eine gute Dehnübung für mich ist oder ob ich gerade dabei bin mich zu zerreissen. Enttäuscht bin ich gerade von diesem erwachsenen Mann, der, anstatt mich zu unterstützen, auf das Niveau meiner Kinder begibt. Enttäuscht bin ich über mich, dass ich nicht in der Lage bin, das ganze liebevoll zu händeln, sondern eigentlich nur in mein vertrautes und funktionierendes bisheriges SingelMamaleben zurück kehren möchte. Doch rückwärts geht ja nicht.

    Wer kennt ähnliches und wie seit ihr damit umgegangen?
    _Anais_

    #2
    ich kenne sowas:)) also die patchworkversion.
    mir hat mal jemand erklärt, dass in einer solchen beziehung das paar unbedingt zusammen stehen muss. setzt euch zusammen und beredet, was ihr jeder für sich leisten könnt und wollt und macht euch daraus resultuerend einen plan, den ihr beide konsequent verfolgt.

    wenn nur einer von euch dass nur dem partner zuliebe tut, wird es schiefgehen, es muss wirklich aus dem herzen für euch beide funktionieren, sonst machen euch eure kinder kaputt, weil sie genau die schwachstellen erspüren.

    ich kenne das, wir haben alles probiert. eines unserer mädchen (seine17, meine 13...)hat uns wirklich bis an den rand des wahnsinns gebracht, wir haben keinen rat mehr gewusst. aber wir hatten irgendwann vergessen, dass wir bei uns anfangen müssen und besonders ich habe immer versucht zu vermitteln, statt an einem strang mit meinem freund zu ziehen. mal war ich auf seiner seite, mal auf ihrer... das geht nicht gut.

    aber allein zu leben ist da nicht die bessere lösung, es ist auch die möglichkeit, eure beziehung reich zu machen, wenn ihr anfangt, so offen und respektvoll miteinander zu leben. und du solltest die angst vergessen, dass du kein anderes zuhause mehr hast. das wird dir jede freie entscheidung nehmen. für den moment war es okay so, dass du zu ihm gezogen bist...jetzt müsst ihr halt ein problem lösen, aber das ist nicht der weltuntergang:)))

    ich glaube, das selbe problem haben tausende patchworker, oder??? was es natürlich nicht einfacher macht. ich bin heute noch auf der insel ratlos, wenigstens haben wir gemerkt, was unser denkfehler ist:))) lg

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      #3
      Na, wenn so viele Patchworker das gleiche Porblem haben, dann scheint es ja ganz banal zu sein. Ist es aber für mich/uns nicht. Natürlich ziehen wir auch an einem Strang, denn wir wollen ja zusammen leben, dennoch ist es manchmal zum resignierten Handtuchwerfen. Ich dachte Zusammenleben sei eine Erleichterung, aber im Moment ist es eine riesengroße Herausforderung. Mein Leben ist anstrengender, statt leichter geworden. Ehrlich gesagt irritiert mich das.
      Anais

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        #4
        Zitat von _Anais_ Beitrag anzeigen
        Enttäuscht bin ich gerade von diesem erwachsenen Mann, der, anstatt mich zu unterstützen, auf das Niveau meiner Kinder begibt. Enttäuscht bin ich über mich, dass ich nicht in der Lage bin, das ganze liebevoll zu händeln.
        Liebe Anais, du hast das Problem eigentlich schon erkannt.
        Es mag völlig aus der Luft gegriffenes dummes Geschwafel von mir sein, und wenn, dann gilt der folgende Absatz als nicht geschrieben.
        Das hört sich nach der Sorte Kerle an, die im gemeinsamen Haushalten zum Pflegefall mutieren und dir dann noch Vorwürfe machen wenn du beim Klo Putzen nicht feucht und willig bist. Große Reden schwingen und sich bedienen lassen statt aus dem Knick zu kommen und für das gemeinsame Projekt was zu tun. Kein seltenes Phänomen.
        Aber wenn es so oder in großen Teilen so zutrifft, dann müsste schon ein Wunder geschehen, damit es nicht das Beste wäre wenn du da möglichst schnell wieder die Kurve kriegst. Harte Sache, aber die Erfahrung sagt, dass jede Hoffnung auf Besserung die reine Traumtänzerei ist.

        Ich weiß jetzt gar nicht, ob man das eigentlich so hart schreiben darf. Klingt ziemlich rabaukig.

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          #5
          Hallo,
          ich sehe das nicht so hart wie Hardy.

          Vielleicht ist der Mann durch die Situation ebenso überfordert und sein übliches Verhaltens-/Reaktionsmuster geht halt in Richtung hilflos.
          Ich denke, dass eine so massiv andere Familiensituation immer schwieriger ist, als der vorher gewohnte Trott den man schon auswendig kann und wo mit großen Überraschuingen nicht mehr zu rechnen ist.

          Beziehungen sind anstrengend, herausfordernd und manchmal streckenweise sehr arbeitsintensiv - doch es zahlt sich aus....

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            #6
            Guten Morgen Hardy,
            es ist kein dummes Geschwafel und es hilft mir sehr, was Du geschrieben hast, gerade darin zu erkennen, dass es so nun absolut nicht ist.
            Die Knackpunkte sind bisher für mich gewesen, dass sie untereinander stritten und er sich dabei auf die Ebene meiner Kinder begab und dass sowol meine Töchter, als auch er, anstatt direkt miteinander zu reden, immer über mich gingen. Ich ziehe mich da bun immer stärker heraus, spiele nicht mehr den Puffer.oder die Übermittlerin von Botschaften.
            Ihm sage ich in Abwesenheit meiner Töchter, wenn ich sein Verhalten falsch finde. Meinen Töchtern mache ich deutlich, dass ich mich für ein neues Leben entschieden habe, in dem auch ich mich anders Verhalte, als zuvor und dass es daran einfach nichts zu rütteln gibt. Das wollen sie natürlich nicht hören.
            Und schwer ist es für mich, wenn die Süßen dann so traurig und unglücklich tun oder er sich auch enttäuscht zurückzieht. Ich neige dazu, es allen Recht machen zu wollen und mich selbst dabei aus den Augen zu verlieren. Und das ist verdammt anstrengend. Da muss ich mir immer wieder vor Augen führen, dass Rosen verdammt scharfe Dornen haben und ein unaufmerksamer Griff schmerzhafte Wunden reißen kann.
            Anais

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              #7
              Du hast glaube ich des Pudels Kern schon erkannt und die richtigen Schritte unternommen: mach dich nicht für die Streitigkeiten verantwortlich.

              Das bedeutet aber auch wirklich, loslassen. Die Welt geht nicht unter, wenn Kinder und Partner sich streiten. U.U. können das auch von den Kindern Versuche sein, zu verifizieren, dass der Neue auch im Streit nicht gleich wieder verschwindet. Deinem Mann solltest du signalisieren, welche Vorgehensweise DU dir WÜNSCHST.

              Es ist aber anstrengend, das weiß ich auch, beiden Seiten immer wieder zu signalisieren, ich bin für euch da ohne sich vereinnahmen zu lassen.

              Vielleicht hilft dir folgender Vorschlag:
              Einmal in der Woche, bei uns ist es der Sonntag abend, wird Familiensitzung gemacht. Jeder resümiert seine letzte Woche aus seiner Sicht (Ich-Botschaften), was war gut, was war blöde, die anderen nehmen das zu Kenntnis (ohne Kommentare). Und dann werden die Vorhaben und Wünsche für die nächste Woche mitgeteilt. Wenn alle durch sind, kann man über gemeinsame Verbesserungen, Verhaltensregeln, Wünsche oder sonstiges sprechen.

              Die Regeln müssen natürlich vorher für alle verbindlich klar sein.

              Aber auch dafür gilt: DU bist nicht allein verantwortlich, dass die Regeln eingehalten werden. Ggf. einfach feststellen: Das läuft nicht so wie abgemacht, aus meiner Sicht. Pause machen, Sitzung neu aufnehmen oder vertagen.

              Gerade bei Patchwork ist es auch hilfreich, sich zeitig genug Familienberatung zu holen, da gibt es Anlaufstellen, die keine Kosten verursachen. Begleitete Gespräche können verhindern, dass sich bestimmte Probleme verhärten.

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