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wir Kinder von Müttern mit postpartaler Depression (Wochenbettdepression)

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    wir Kinder von Müttern mit postpartaler Depression (Wochenbettdepression)

    Hallo Leute,

    ich bin fast 40 und habe immer gesagt, ich will keine Kinder. Heute weiss ich, das ist das anders und mir ist bewusst geworden, dass ich es mir nicht so recht vorstellen kann, ein Kind nicht als Belastung und Hindernis zu sehen. (ich bin kein Unmensch, es gibt Babys / kleine Kinder, die ich wirklich lieb finde und ich war tagelang selig nachdem der wenige Wochen alte Sohn meiner Freundin auf meinem Arm eingeschlafen ist)

    Durch eine Anmerkung im Freundinnenkreis im Zusammenhang mit einer Geburt hatte ich sowas wie eine Rückerinnerung, Bewusstwerdung. Ich bin mir heute sicher, meine Mutter litt an einer unbehandelten postpartalen Depression (habe Erfahrungsberichte gelesen - zum googeln: Licht und Schatten) und mir ist jetzt klargeworden, dass für meine Mutter das normale (Über-)Leben (also "kümmern" ohne Extras wie Freude etc.) eine fast übermenschliche Anstrengung war - kein Wunder, dass sie von mir immer Dankbarkeit eingefordert hat.(hat sie in dem Ausmass von mir nicht bekommen, denn ich empfinde meine Kindheit nicht als glücklich)
    Es gibt ein Foto, wo sie mit mir vor dem Krankenhaus (wo ich zur Welt kam) steht - nicht wie eine stolze Mutter, sondern wie eine völlig verzweifelte Frau, unschlüssig, was sie nun tun soll. Anvertraut hat sie sich sicher niemanden - sie wollte schon immer Kinder, 15 Jahre lang hat´s nicht geklappt (ich sage, weil sie zu verkrampft war), dann hat sie sich eine berufliche "Karierre" hingebastelt, war wohl endlich mal glücklich (Arbeit macht ja bekanntlich glücklich) und dann kommt ihr so ein Baby "in die Quere" und alle kommen und erklären ihr wie glücklich sie ja jetzt wohl sein muss, wo sie endlich das langersehnte Kind hat. Und sie hätte mich wohl am liebsten weggegeben und hatte sicher sehr schlimme Schuldgefühle damit. Damit und mit der Tatsache, dass sie mich geschlagen hat, wie ich noch ein Baby war und nicht aufgehört habe zu weinen.

    Ich habe meine Mutter immer als belastend erlebt; wie sie vor einigen Jahren gestorben ist, hatte ich nicht das Gefühl eine MUTTER verloren zu haben;
    heute habe ich oft das Gefühl, ich wäre ohne Mutter aufgewachsen - sogar andere Frauen mit Problemen mit ihren Müttern empfinden ihre Mütter als Mütter - Liebe, Fürsorge, Wärme, Weiblichkeit - alles Begriffe, die ich mit meiner Mutter nicht in Zusammenhang bringe.

    Noch zur Ergänzung: meine Mutter war eigentlich immer depressiv, ich kann mich nicht an unbeschwerte, lockere, lustige Momente mit ihr erinnern. (und ich würde gerne) viele Jahre lang hat sie auch getrunken.

    Geht das anderen Kindern von depressiven Müttern auch so wie mir ?
    Ich tu mir mit anderen Frauen generell ziemlich schwer und das "Weibliche" ist mir immer unheimlich / unverständlich...
    Mutter zu sein kann ich mir garnicht vorstellen, zumindest nicht als beglückend.

    Für alle, die bis hierher gelesen haben: vielen Dank fürs Durchhalten, ich hoffe es war einigermassen verständlich und vielleicht erkennt sich in meiner Erzählung ja jemand wieder !?

    #2
    Zitat von Miura Beitrag anzeigen
    Ich tu mir mit anderen Frauen generell ziemlich schwer und das "Weibliche" ist mir immer unheimlich / unverständlich...
    Mutter zu sein kann ich mir garnicht vorstellen, zumindest nicht als beglückend.
    Belastet Dich das denn? Ersteres hört sich schon so an, bei zweiterem weiß ich nicht so recht wie Du es meinst.

    Zitat von Miura Beitrag anzeigen
    Geht das anderen Kindern von depressiven Müttern auch so wie mir ?
    Meine Mutter war zwar nicht depressiv (zumindest nicht, dass ich wüsste), aber krank (Krebs), sie ist gestorben, als ich zwei war.

    In dem, was Du schreibst, habe ich mich trotzdem ein bisschen wiedererkannt. Ich wollte auch nie Kinder. Vor ein paar Jahren hatte ich ein ähnliches Aha-Erlebnis, wie Du es beschreibst, da wurde mir nämlich bewusst, warum das unter anderem so ist (dass ich keine Kinder will). Da bin ich nämlich unter all den rationalen Gründen auf folgenden Glaubenssatz gestossen: Kinder sind lebensbedrohlich. Ich glaube, der ist schon ziemlich alt, älter ich, auch wenn es für die Situation von meiner Mutter und mir auch irgendwie passt. So nach dem Motto "nein, das wird mir jetzt alles zuviel, sterben ist leichter".
    So bei Tag betrachtet macht das alles vielleicht wenig Sinn. Tja.
    Trotzdem regt sich bei mir allein bei der Vorstellung, schwanger zu sein, der totale Widerwille.
    Wer weiß


    Zitat von Miura Beitrag anzeigen
    Ich habe meine Mutter immer als belastend erlebt; wie sie vor einigen Jahren gestorben ist, hatte ich nicht das Gefühl eine MUTTER verloren zu haben;
    heute habe ich oft das Gefühl, ich wäre ohne Mutter aufgewachsen - sogar andere Frauen mit Problemen mit ihren Müttern empfinden ihre Mütter als Mütter - Liebe, Fürsorge, Wärme, Weiblichkeit - alles Begriffe, die ich mit meiner Mutter nicht in Zusammenhang bringe.
    Ich habe jahrelang (und jetzt manchmal auch noch, aber immer seltener) mit dem Thema "allein gelassen werden" bzw. "ich war ganz klein und ganz allein" zu kämpfen. Wobei - die Jahre vorher waren eigentlich noch schlimmer, da habe ich hartnäckig behauptet, dass das alles gar nicht so schlimm war. Und sogar selbst daran geglaubt.
    Nachdem ich dann Verleugnung und "verdammt, es tut so weh" durch hatte, hat mich jemand gefragt, zu was es gut war. Dann habe ich noch ein Weilchen gebraucht, bis ich das annehmen konnte. Dass es tatsächlich für etwas gut war.
    Wie kommt das bei Dir an? Glaubst Du, auch für Dich könnte es zu etwas gut gewesen sein?

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      #3
      Oh ja, ich erkenne mich wieder.

      Ich kenne meine Mutter auch nur als depressive Frau. Das war uns aber damals nicht klar. Ein zweites Kind, und das war ich, war eigentlich das Letzte, was meine Mutter gebrauchen konnte.
      Mir wurde vermittelt, dass ich durch mein Verhalten für das Glück meiner Mutter zuständig war.
      Liebe konnte sie mir nicht in ausreichendem Maße geben, leider bis zu ihrem Tod nicht.
      Ich habe das alles in zahlreichen Therapien aufgearbeitet und bin heute im Frieden mit ihr.
      Die Frage von Schuld stellt sich mir nicht (mehr). Ich habe ein schweres Erbe angetreten, da ich selbst Depressionen habe. Ich hatte eben als Kind schlechte Startchancen.
      Dennoch habe ich die Verantwortung für mein Leben, nicht meine Mutter.

      Kinder haben wir auch keine.

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        #4
        Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
        Belastet Dich das denn? Ersteres hört sich schon so an, bei zweiterem weiß ich nicht so recht wie Du es meinst.
        ja, es belastet mich, weil es mich einsam macht - ich krieg zu den meisten Frauen keinen wirklichen Draht.

        Es tut mir leid für Dich, dass Du Deine Mutter so früh verloren hast ! Damit hast Du gar keine bewusste Erinnerung an sie - hast Du schon mal über eine Rückführung nachgedacht ?

        War niemand anderer Weiblicher für Dich da - Tante, Grossmutter, Freundin der Familie ?
        Bei mir gab es noch Kusine (damals schon erwachsen) und Tante (ebenfalls depri und alkabhängig) und von beiden hab ich mich alleingelassen gefühlt.

        Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
        Wie kommt das bei Dir an? Glaubst Du, auch für Dich könnte es zu etwas gut gewesen sein?
        Nein.
        Ich akzeptiere das als meine Geschichte, auch viele andere haben einen schlechten Start und ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe.
        Aber mich erschreckt, dass ich in mir so ein grosses emotionales Defizit habe.

        Kommentar


          #5
          Hast du das emotionale Defizit nur in Bezug auf Frauen?

          Ich habe mit Frauen auch Schwierigkeiten, allerdings nicht mehr so schlimm wie früher.

          Kommentar


            #6
            Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
            Mir wurde vermittelt, dass ich durch mein Verhalten für das Glück meiner Mutter zuständig war.
            JA GENAU ! (danke für diesen Kommentar !! Fühle mich gerade voll verstanden und das tut mir gut)
            Genau das wurde mir auch immer vermittelt - wenn wir Differenzen hatte, wurde MIR nahegelegt, doch hinzugehen und mit ihr zu reden und sich mit ihr zu versöhnen - auch als Erwachsene noch, nur da hab ich dann nicht mehr mitgespielt, einmal hatten wir 4 Wochen keinen Kontakt. Wenn ich etwas wollte, was meiner Mutter missfiel, hiess es "Nein, das ist der Mama nicht recht" oder "Weisst eh, die Mama hat Angst um Dich" - heute weiss ich sie hatte Angst, dass jemand ihr Geheimnis aufdecken würde. Um mich - um meine Bedürfnisse ist es nie wirklich gegangen....

            Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
            Dennoch habe ich die Verantwortung für mein Leben, nicht meine Mutter.
            Das bedeutet, dass Du wirklich weit gekommen bist - Du kannst stolz auf Dich sein !
            Ich war auch depressiv und manchmal hab ich einen kleinen Schub, aber ich weiss mittlerweile damit umzugehen und mich wieder aus dem Sumpf zu ziehen.
            Ab und zu bin ich noch wütend über sie, aber es wird besser mit der Zeit.

            Wie ist Dein Umgang mit Babies / Kleinkindern ? (interessiert mich auch von anderen Betroffenen)


            Ich lese viele Bücher von mutigen, selbstbewussten Frauen (z.b. der Fliegerin Elly Beinhorn) und versuche mich mit ihnen zu identifzieren und bei Krisen immer daran zu denken, wie sie gehandelt hätten - da mir ja ein positives weibliches Vorbild völlig fehlt.
            Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten, damit umzugehen ?

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              #7
              Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
              Hast du das emotionale Defizit nur in Bezug auf Frauen?
              naja, vor allem in Bezug auf Babies - ich finde nicht automatisch jedes Bild von Babies "süüß" und wie gesagt, ich kann mir eine erfüllende Mutterschaft nichtmal im Ansatz vorstellen - nur manchmal und nur ganz kurz. Dass man damit bei anderen Frauen auf Unverständnis stösst, ist klar - ich kann mich nicht dauernd verstellen und auch das würde auffallen.

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                #8
                Bist du nicht in Therapie?
                Mir hat das sehr geholfen, denn wir haben uns dort auch damit beschäftigt, welche Voraussetzungen meine Mutter für ihr eigenes Leben hatte.
                Wenn man es ganz hart formuliert, so war auch sie ein Produkt ihrer Erziehung und der damaligen Zeit.
                Sie hat das gegeben, was sie geben konnte, das war für mich zu wenig, aber eben nicht zu ändern.
                Auch die Psychiatrie war laut Auskunft meines Therapeuten in den 50er Jahren noch nicht so weit, dass die Depression bei ihr als solche erkannt worden wäre, geschweige denn behandelbar gewesen wäre.

                Mein "Frauenbild" hat sich endgültig eigentlich erst dann geändert, seit ich auf eine sehr verständnisvolle, liebevolle Hausärztin gestoßen bin, die zwar nicht Mutterersatz für mich ist, aber meine Einstellung zu Frauen geändert hat.
                Zu einer Psychotherapeutin hätte ich z. B. nicht gehen können.

                Die Wende gab mir eine Frage meines Therapeuten: "Wie lange wollen Sie Ihrer Mutter noch Macht über Ihr Leben geben?"

                Und der Satz: "Sie können nicht Ihr Leben lang sagen, ich kann dieses oder jenes nicht, weil meine Mutter vor 60 (!) Jahren dieses oder jenes gesagt, getan oder nicht geasgt und getan hat."

                Ich musste mich komplett abnabeln. Erwachsen sein, weil ich nun mal nicht mehr das abhängige Kleinkind war.

                Allerdings hat er mir auch klar gemacht, dass diese Liebeslücke nicht gefüllt werden kann, durch niemanden; weder durch meinen Ehemann noch durch jemand anderen, weil eine Mutterliebe eben was Besonderes ist.

                Ich kann inzwischen mit diesem Defizit leben, gut leben.
                Ich hatte sicher Glück, dass ich an einen fähigen Psychtotherapeuten geraten bin, der es wirklich fertig brachte, die Sache auf den Punkt zu bringen.
                Es war für mich teilweise sehr hart, ich hab "Rotz und Wasser" geheult, aber manche Dinge müssen eben ausgesprochen werden. Da führt kein Weg dran vorbei.
                Jetzt hab ich es aber begriffen und verinnerlicht. Hat lange gedauert.

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                  #9
                  Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                  Bist du nicht in Therapie?
                  Nicht mehr - habe ich erfolgreich beendet, ich habe die Depression besiegt.Ich hab mein Leben so ganz gut im Griff - Stimmungstiefs (wie gestern) hat jeder mal, das zählt nicht

                  Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                  Zu einer Psychotherapeutin hätte ich z. B. nicht gehen können.
                  Ich war - zu meiner eigenen Überaschung - bei einer Frau. Nach einer Probestunde bei einem Mann.

                  Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                  Die Wende gab mir eine Frage meines Therapeuten: "Wie lange wollen Sie Ihrer Mutter noch Macht über Ihr Leben geben?"

                  Und der Satz: "Sie können nicht Ihr Leben lang sagen, ich kann dieses oder jenes nicht, weil meine Mutter vor 60 (!) Jahren dieses oder jenes gesagt, getan oder nicht geasgt und getan hat."
                  Die beiden Sätze find ich suuper

                  Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute !

                  Kommentar


                    #10
                    Hallo Miura,

                    Zitat von Miura Beitrag anzeigen
                    hast Du schon mal über eine Rückführung nachgedacht ?
                    Nicht nur nachgedacht . Nachdem ich erst mal den Deckel aufgemacht hatte, habe ich ganz schön gestaunt, wo dieses Thema überall auftauchte.

                    Zitat von Miura Beitrag anzeigen
                    War niemand anderer Weiblicher für Dich da - Tante, Grossmutter, Freundin der Familie ?
                    Theoretisch waren ganz viele Menschen für mich da, tendenziell auch mehr weibliche als männliche. Ich war auch praktisch nicht allein. Aber meine Mutter war nicht mehr da. Wie Bonny schreibt:
                    Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                    Allerdings hat er mir auch klar gemacht, dass diese Liebeslücke nicht gefüllt werden kann, durch niemanden; weder durch meinen Ehemann noch durch jemand anderen, weil eine Mutterliebe eben was Besonderes ist.
                    Und allen anderen hat sie ja auch gefehlt, so dass ich mich da auch selbst sehr zurückgenommen habe. So auf die Art: Die anderen haben genug mit sich selber zu kämpfen, da kann ich jetzt nicht auch noch ankommen.

                    Das ging also eher in die Richtung:
                    Zitat von Miura Beitrag anzeigen
                    Um mich - um meine Bedürfnisse ist es nie wirklich gegangen....
                    Ich würde es allerdings für mich anders formulieren: Ich habe mich selber und meine Bedürfnisse zurückgestellt.
                    Das mache ich immer noch oft. Aber mittlerweile merke ich es immerhin meistens schneller.

                    Zitat von Miura Beitrag anzeigen
                    ich finde nicht automatisch jedes Bild von Babies "süüß"
                    Hast Du schon MissPigs Beitrag im "Ich mag das Baby nicht" Faden gelesen?
                    Wer sagt denn, dass Du Babies süß finden solltest?

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                      #11
                      Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                      Theoretisch waren ganz viele Menschen für mich da, tendenziell auch mehr weibliche als männliche.
                      Mh, mein Gedanke war irgendwie dahingehend, dass mir überhaupt eine nicht-depressive weibliche Bezugsperson gefehlt hat und das mich das Vorhandensein einer solchen vielleicht "gerettet" hätte. Wenn ich Deine Geschichte so lese, dann hätte das wohl auch nichts genutzt.

                      Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                      Hast Du schon MissPigs Beitrag im "Ich mag das Baby nicht" Faden gelesen?
                      Wer sagt denn, dass Du Babies süß finden solltest?
                      Danke für den Verweis auf den Beitrag - nun, ich komme mir halt immer als Alien vor, wenn alle zum Baby stürmen und herumsäuseln und mir ist das relativ egal.... übrigens(zum Thema Kindchenschema): ein junger Hund hat bei mir tendenziell mehr Chancen auf Aufmerksamkeit als ein Baby (ich fühle mich schrecklich wenn ich das schreibe und ich glaube ich würde das nicht öffentlich zugeben...) ABER ich finde auch nicht automatisch alle Welpen zum Knutschen.

                      Und ich weiss irgendwie nicht was ich machen soll, wenn mir eine Mutter stolz ihr Baby präsentiert und ich FÜHLE einfach zu wenig oder... das Falsche - ich fühle mich irgendwie... minderwertig, weil ich das was sie hat ich nie haben werde.

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                        #12
                        Hallo Miura,

                        kennst Du die Methode "The Work" von Byron Katie?

                        Ich frage deshalb, weil ich aus vielem, was Du schreibst, Überzeugungen herauslese, die für mich nicht stimmig sind,
                        bei denen ich mich frage, warum das so sein sollte.
                        Überzeugungen wie: Ich sollte Babies mögen (warum?). Es hätte jemand für mich da sein sollen
                        (es war so und Du kannst es nicht ändern). Sie hätte nicht depressiv sein sollen (es war so und Du kannst es nicht ändern). Ich sollte mich mit Frauen emotionaler verbunden fühlen (warum?). Ich werde das nie haben (wer sagt das, woher willst du das wissen?). Ich fühle das Falsche (wie kann etwas, was du fühlst, falsch sein?).
                        Mag sein, dass das nur meine Interpretationen sind.

                        Meiner Erfahrung nach ist "the work" ein gutes Mittel, um solchen "solltes" beizukommen.

                        Zum Beispiel:
                        Ich sollte Babies mögen.

                        Ist das wahr?
                        Ja sicher. Alle mögen Babies. Babies muss man einfach mögen. Jeder, der sie nicht mag, ist doch irgendwie nicht normal.

                        Ist es absolut sicher, dass das wahr ist?
                        Na ja. Ich habe noch nirgends eine Statistik darüber gelesen. Und MissPig hat auch geschrieben, dass ihr Babies ziemlich wurscht sind. Und viele andere in dem Faden fanden das gar nicht so entsetzlich. Haben ihr sogar zugestimmt.

                        Wie reagiere ich auf diesen Gedanken, ich sollte Babies mögen?
                        Es geht mir schlecht. Ich fühle mich falsch und nicht richtig und so, als würde ich nicht dazugehören. Ich bin traurig und auch ein bisschen wütend. Ich ziehe die Schultern ein, bin völlig verkrampft und würde am liebsten davonrennen.

                        Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?
                        Ui. Ich könnte aufrechter gehen, leichter atmen, ich wäre viel fröhlicher und offener. Ich könnte mir endlich ohne schlechtes Gewissen einen Hund zulegen.

                        Die Umkehrung
                        Ich sollte Babies nicht mögen.
                        Keiner sollte Babies mögen.
                        Babies sollten mich mögen.
                        Babies sollten mich nicht mögen.
                        ...

                        Das sind jetzt alles Worte, die von mir kommen, Du hättest wahrscheinlich ganz andere gefunden (vielleicht hast Du ja Lust, es auzuprobieren?).
                        Vielleicht geht es Dir ganz anders, vielleicht ist aber auch das eine oder andere dabei, das Dich irgendwie berührt.

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                          #13
                          Hallo hobbes,

                          gehört hab ich natürlich schon von "The Work", mich aber nicht näher damit beschäftigt.

                          Inklusive dem Punkt "Wer wäre ich ohne diesen Gedanken ?" kann ich Dir ja folgen, aber was soll die Umkehrung bewirken ? Oder soll das weiter so im Kreis gehen ? Vielleicht kannst Du da Licht reinbringen - tappe im Dunkeln...

                          Kommentar


                            #14
                            Die Umkehrung - da schließt sich die Frage an: Ist dieser Satz denn nicht genauso wahr? Oder sogar noch wahrer als die ursprüngliche Aussage, die ja genau das Gegenteil ausdrückt?
                            In den Fällen, in denen ich das selbst schon ausprobiert habe, ging die Umkehrung mit einer Erleichterung einher. Manchmal hat es ein Weilchen gedauert, bis ich die passenden Worte fand und diese dann auch noch in die passende Reihenfolge gebracht habe. Wenn ich es gefunden hatte, habe ich das oft auch körperlich gemerkt, ich fühlte mich leichter, freier, bekam besser Luft.

                            Hier im Forum gibt es auch schon einige Fäden dazu, wenn Du mehr wissen willst, kannst Du ja einfach mal nach "work" suchen.

                            Kommentar


                              #15
                              Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                              Hier im Forum gibt es auch schon einige Fäden dazu, wenn Du mehr wissen willst, kannst Du ja einfach mal nach "work" suchen.
                              Danke für Deine Erläuterung, werde mich mal einlesen !

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