Es ist der 1. Weihnachtsfeiertag. Du sitzt in einem Flugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Detroit. Nach Hause, wo Du ein paar freie Tage verbringen willst. Die letzten Monate waren stressig, der Job hat Dich voll gefordert. Ein Meeting jagte das andere, Du hast Dich oft gefühlt, als wenn Du an drei Orten gleichzeitig hättest sein sollen, und die Zeit, die Du als Passagier in Flugzeugen verbracht hast, kannst Du schon gar nicht mehr zählen. Irgendwann in den nächsten Tagen wirst Du Deine Eltern besuchen, und in weiteren zehn Tagen wirst Du wieder in so einer Maschine sitzen. Auf dem Weg zurück nach Amsterdam, zur Arbeit, in das nächste, ebenso stressige Jahr. Aber vorher willst Du ausspannen, zur Ruhe kommen. Es wird anders sein, diesmal in der Wohnung, die sie im Sommer verlassen hat, weil sie die Fernbeziehung mit Dir nicht mehr ertragen hat. Du warst nicht mehr dort, seit sie weg ist. Thomas Newman - That Next Place schmeichelt sich aus dem Walkman direkt in Deinen Kopf, während Du aus dem Fenster die Wolken vorbeiziehen siehst. Programm für Dein Leben, denkst Du melancholisch lächelnd. Du schließt die Augen und träumst Dich weg.
Plötzlich weckt Dich ein Tumult aus Deiner Versenkung. Menschen springen aufgeregt durch die Gänge, ein junger Mann stürzt sich auf einen anderen Mann, ein paar Reihen davor. Rauch steigt auf, jemand schlägt mit einer Decke auf aufsteigende Flammen, das Bordpersonal und weitere Passagiere überwältigen den Mann vorne, führen ihn ab, während kurz darauf der Landeanflug auf Detroit beginnt. Du nimmst die Kopfhörer aus den Ohren, Deine Mitpassagiere reden aufgeregt durcheinander, ein Stimmenwirrwarr unterschiedlicher Nationalitäten, und die Frau auf dem Sitz neben Dir spricht von einem verhinderten Terroranschlag. Sie ist geschockt und ihr Englisch ist nicht besonders gut; Du hast Mühe, sie zu verstehen. Als Du endlich begriffen hast, rollt das Flugzeug bereits auf der Landebahn aus.
Wie in Trance lässt Du die Sicherheitskontrollen über Dich ergehen, funktionierst automatisch, kümmerst Dich um Dein Gepäck und schaltest beim Verlassen des Flughafengebäudes Dein Handy ein. Du winkst ein Taxi heran, während der erste Anruf eingeht. Deine Schwester, aufgeregt fragend, wie es Dir geht. Du verstaust das Gepäck und steigst in das Taxi, während Du ihr sagst: „Es ist alles ok“ und danach dem Taxifahrer Deine Adresse nennst. Sie redet auf Dich ein, aber Du nimmst kaum wahr, was sie sagt, während Du den Schnee an den Straßenrändern siehst, wo Autos unterschiedlicher Fernsehstationen vor dem Flughafengebäude parken. Sie bittet Dich, kurz bei Deinen Eltern vorbei zu schauen, weil sie sich Sorgen um Dich gemacht haben. Du nickst wortlos, und im selben Moment fällt Dir ein, daß sie das nicht sehen kann, also versprichst Du ihr, es zu tun, beendest das Gespräch und nennst dem Taxifahrer die geänderte Adresse.
Als der Wagen einige Zeit später vor dem Haus Deiner Eltern hält, bittest Du den Fahrer, zu warten. Du steigst aus und beide empfangen Dich schon an der Tür. Sie sind alt geworden, registrierst Du. Sie umarmen Dich, Deine Mutter weint und auch Dein Vater schnieft vernehmlich. Du hörst Dich sagen, daß Du müde bist, erst ein paar Stunden in Deiner Wohnung schlafen willst und später noch einmal bei ihnen vorbei kommst. Sie umarmen Dich erneut, dann sitzt Du wieder im Taxi.
Als es vor dem Haus hält, in dem Du Deine Wohnung hast, hängst Du Dir den Laptop und die Reisetasche um, zahlst den Fahrer, wünschst ihm frohe Weihnachten und gehst hinein. Im Aufzug, der Dich in den vierten Stock bringt, klingelt Dein Handy erneut. Du schaust auf die Anzeige. Dein Boss. Der Aufzug stoppt, die Türen öffnen sich, und während Du vor Deiner Wohnungstür die Reisetasche abstellst, drückst Du den Anruf weg. Du schließt die Tür auf, gehst hinein und registrierst, daß es angenehm warm ist. Deine Schwester, die sich während Deiner Abwesenheit um die Wohnung kümmert, hat Dir einen Blumenstrauß auf den kleinen Tisch im Eingang gestellt. Tannengrün mit einer roten Amaryllis drin. Du betrachtest die Blüte, während Du Deinen Mantel ausziehst. Du bist zu Hause, aber Du fühlst Dich nicht angekommen. Während Du durch die Zimmer gehst, ziehst Du Dich aus und lässt Deine Kleidungsstücke dort liegen, wo Du sie hast fallen lassen. Ziehst den Stecker des Fernsehers und des Telefons aus der Wand, legst die CD in die Stereoanlage, die Du vorhin... vorhin?... im Flugzeug gehört hast. Schaltest Dein Handy aus und gehst ins Bad. Siehst Dich im Spiegel... lebendig, aber fremd, registrierst Du. Du lässt warmes Wasser in die Wanne laufen, legst Dich hinein, tauchst ab, hörst unter Wasser Deinen Herzschlag, gleichmäßig, ruhig, zuverlässig wie ein Uhrwerk, hörst Dein Blut, wie es Durch Deine Adern fließt, ununterbrochen...
Was fühlst Du?
Plötzlich weckt Dich ein Tumult aus Deiner Versenkung. Menschen springen aufgeregt durch die Gänge, ein junger Mann stürzt sich auf einen anderen Mann, ein paar Reihen davor. Rauch steigt auf, jemand schlägt mit einer Decke auf aufsteigende Flammen, das Bordpersonal und weitere Passagiere überwältigen den Mann vorne, führen ihn ab, während kurz darauf der Landeanflug auf Detroit beginnt. Du nimmst die Kopfhörer aus den Ohren, Deine Mitpassagiere reden aufgeregt durcheinander, ein Stimmenwirrwarr unterschiedlicher Nationalitäten, und die Frau auf dem Sitz neben Dir spricht von einem verhinderten Terroranschlag. Sie ist geschockt und ihr Englisch ist nicht besonders gut; Du hast Mühe, sie zu verstehen. Als Du endlich begriffen hast, rollt das Flugzeug bereits auf der Landebahn aus.
Wie in Trance lässt Du die Sicherheitskontrollen über Dich ergehen, funktionierst automatisch, kümmerst Dich um Dein Gepäck und schaltest beim Verlassen des Flughafengebäudes Dein Handy ein. Du winkst ein Taxi heran, während der erste Anruf eingeht. Deine Schwester, aufgeregt fragend, wie es Dir geht. Du verstaust das Gepäck und steigst in das Taxi, während Du ihr sagst: „Es ist alles ok“ und danach dem Taxifahrer Deine Adresse nennst. Sie redet auf Dich ein, aber Du nimmst kaum wahr, was sie sagt, während Du den Schnee an den Straßenrändern siehst, wo Autos unterschiedlicher Fernsehstationen vor dem Flughafengebäude parken. Sie bittet Dich, kurz bei Deinen Eltern vorbei zu schauen, weil sie sich Sorgen um Dich gemacht haben. Du nickst wortlos, und im selben Moment fällt Dir ein, daß sie das nicht sehen kann, also versprichst Du ihr, es zu tun, beendest das Gespräch und nennst dem Taxifahrer die geänderte Adresse.
Als der Wagen einige Zeit später vor dem Haus Deiner Eltern hält, bittest Du den Fahrer, zu warten. Du steigst aus und beide empfangen Dich schon an der Tür. Sie sind alt geworden, registrierst Du. Sie umarmen Dich, Deine Mutter weint und auch Dein Vater schnieft vernehmlich. Du hörst Dich sagen, daß Du müde bist, erst ein paar Stunden in Deiner Wohnung schlafen willst und später noch einmal bei ihnen vorbei kommst. Sie umarmen Dich erneut, dann sitzt Du wieder im Taxi.
Als es vor dem Haus hält, in dem Du Deine Wohnung hast, hängst Du Dir den Laptop und die Reisetasche um, zahlst den Fahrer, wünschst ihm frohe Weihnachten und gehst hinein. Im Aufzug, der Dich in den vierten Stock bringt, klingelt Dein Handy erneut. Du schaust auf die Anzeige. Dein Boss. Der Aufzug stoppt, die Türen öffnen sich, und während Du vor Deiner Wohnungstür die Reisetasche abstellst, drückst Du den Anruf weg. Du schließt die Tür auf, gehst hinein und registrierst, daß es angenehm warm ist. Deine Schwester, die sich während Deiner Abwesenheit um die Wohnung kümmert, hat Dir einen Blumenstrauß auf den kleinen Tisch im Eingang gestellt. Tannengrün mit einer roten Amaryllis drin. Du betrachtest die Blüte, während Du Deinen Mantel ausziehst. Du bist zu Hause, aber Du fühlst Dich nicht angekommen. Während Du durch die Zimmer gehst, ziehst Du Dich aus und lässt Deine Kleidungsstücke dort liegen, wo Du sie hast fallen lassen. Ziehst den Stecker des Fernsehers und des Telefons aus der Wand, legst die CD in die Stereoanlage, die Du vorhin... vorhin?... im Flugzeug gehört hast. Schaltest Dein Handy aus und gehst ins Bad. Siehst Dich im Spiegel... lebendig, aber fremd, registrierst Du. Du lässt warmes Wasser in die Wanne laufen, legst Dich hinein, tauchst ab, hörst unter Wasser Deinen Herzschlag, gleichmäßig, ruhig, zuverlässig wie ein Uhrwerk, hörst Dein Blut, wie es Durch Deine Adern fließt, ununterbrochen...
Was fühlst Du?



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