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Eingeschränktes Bewusstsein

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    Eingeschränktes Bewusstsein

    Hallo zusammen

    Ich hab kürzlich an einem Hobby-Tanz-Turnier mitgemacht. Für mich eine ganz neue Erfahrung. Bin eher menschenscheu und stelle mich nicht gern vor andere Menschen hin um zu tanzen, eine Rede zu halten oder was auch immer.

    Ich war unglaublich nervös, das war klar. Aber was mich verwirrt hat war, dass ich während dem Tanzen gar nicht richtig da war. Ich dachte, ich sei voll und ganz da, mit geschärften Sinnen und hochkonzentriert aber das war ich nicht. Es war, als würde ich nur einen beschränkten Teil um mich herum wahr nehmen und alles andere war so schwammig, so undeutlich. Ich realisierte z.B. nicht, was für ein Lied gespielt wurde, hab zwar irgendwie den Takt mitbekommen aber sonst nichts. Ich hatte den Eindruck, ich hätte keine Kontrolle mehr, mein Körper reagiert einfach nur noch und mein Gehirn lässt nicht mehr alles durchkommen. Vielleicht war mein Gehirn ja so auf das Wesentliche konzentriert, dass für alles andere kein Platz mehr da war, ich weiss es nicht. Ist mir irgendwie noch nicht so ganz klar und es fällt mir auch noch schwer, zu akzeptieren, dass es so war.

    Kennt das jemand von euch? Was denkt ihr darüber? Kann man das irgendwie ändern?

    liebe Grüsse
    Lorelai

    #2
    Hallo Lorelai

    Ja, das kenne ich auch. Dieses Gefühl stellt sich jeweils ein, wenn sich mein Bewusstsein in meinem Inneren ganz klein macht. Wenn ich eigentlich gar nicht dort sein möchte und sich alles zusammenzieht.
    Vergl. auch diesen Faden hier:
    http://forum.zeitzuleben.de/persoenl...html#post54868
    Was dann zurückbleibt ist so eine Art "Notfalldienst", welcher noch so einen minimalen Service aufrecht erhält.

    Insofern kannst du etwas daran ändern, indem du dich ganz bewusst dafür entscheidest, voll und ganz anwesend und präsent zu sein. Und ganz bewusst auch deinen "Raum" einnimmst.

    Allerdings ist das nicht immer ganz einfach. Doch Übung macht ja bekanntlich den Meister.

    Serafin

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      #3
      Ich hatte ein solches Gefühl bei der Beerdigung meines Vaters.
      Da nahm ich rundherum auch nichts wahr und stand da und starrte in dieses Erdloch und dachte immer nur:Mein Gott,was ist das Grab so tief.
      Immer und immer wieder.Sonst habe ich nichts wahrgenommen.
      Ich war irgendwie in einem Schockzustand.

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        #4
        @Serafin: Nicht dort sein wollen und sich klein machen trifft es sehr gut. Ich verstehe leider deine Schilderungen über den inneren Raum (Link) noch nicht so ganz. Es ist, als bräuchte ich eine Übersetzung in meine persönliche Sprache. Das ist keine Kritik an deiner Erklärung. Mir geht es manchmal so, wenn etwas ganz neu für mich ist, dann macht es nicht gleich Ping. Ich kann mir nicht so viel darunter vorstellen und auch nicht darunter, wie ich diesen Zustand ändern kann.
        Klar, wenn das Problem ist, dass ich nicht dort sein möchte und mich klein mache, könnte man sagen, dass ich einfach diese Einstellung umkehren sollte, aber ich weiss nicht wie, denn ich möchte ja irgendwie wirklich nicht dort sein...

        @Mensch: Ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass es dir damals so erging. Ist wirklich eine schwierige Situation. Ich mag gar nicht daran denken, wie es mir dabei ginge, wenn ich einen Elternteil verlieren würde.

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          #5
          hallo Lorelai?

          ich tippe auf Lampenfieber, also Adrenalin. Ich kenne das, weil ich Tanztheater gemacht hab, also Bühnenarbeit. Ich habe das in dem Moment auch so erlebt, wie Du das schilderst.

          Das ganze hat seinen Sinn. Denn in dem Moment konzentriert man sich ausschließlich auf das eigene Handeln. Dabei wird das abgerufen, was eingeübt wurde. Drum isses wichtig, dass manche Dinge in Fleisch und Blut übergehen, nur die sind in solchen Stress-Situationen griffbereit da.

          Wenn Du öfter Turniere tanzst, wird es besser, aber ganz weggehen wird es wohl nie. So verpeilt wie beim ersten Auftritt war ich bei den nächsten aber nicht mehr Aber zum genießen und auskosten ist ja dann die Party danach da

          Lg Anna

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            #6
            Hallo Anna63

            Klingt sehr einleuchtend, was du erzählst. Womöglich ist das wirklich normal und gar nicht tragisch. Es will mir nur immer noch nicht gelingen, es vollständig zu akzeptieren und anzunehmen.

            In einer Woche findet wieder ein Turnier statt und ich habe Angst, dass es wieder so sein wird. Ich weiss nicht, wie ich damit umgehen soll.
            Die Leute in meinem Team sind total nett und reden mir gut zu. Sagen mir auch, dass es mit der Zeit besser werden wird. Ich hoffe, sie haben recht.

            Ich setze mich wahrscheinlich viel zu sehr unter Druck. Es ist ja ein Hobby-Turnier und soll ja auch einfach mal Spass machen. Mir gelingt es nur noch nicht so sehr Spass daran zu empfinden.

            Liebe Grüsse
            Lorelai

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              #7
              hallo Lorelai,

              beim Tanztheater haben wir bestimmte Rituale vorm Auftritt gehabt, und uns dadurch durch die Gemeinschaft gestärkt.
              Bei Turnieren wird das wohl nicht möglich sein, da ihr ja KonkurrentInnen seid. Vll kannst Du mit Deinem Tanzpartner oder Team irgend ein Ritual machen (Kampfschrei, motivierender Spruch oder so was).

              Was auch hilft, um die Energie besser ins Fließen zu bringen, z.B. tönen.

              Ihr macht doch bestimmt ein Warm up, oder? Das mit tiefem Atem verbinden, oder ein paar Atemübungen noch anhängen. Evtl auch während des Auftritts immer wieder mal auf Deinen Atem konzentrieren. Bringt einen ganz gut ins hier und jetzt.

              oder versuchs mal damit: auf Tennisbälle stehen, die unter die Fersen schieben und mit jedem Atemzug Dich mehr drauf sinken lassen. Wenn die unter den Fersen sind, geht der Atem tiefer und die Wirkung ist eher beruhigend. Unterm Vorderfuß/Ballen ist die Wirkung belebend. Bei mir wirkts

              Bühnenarbeit ist für introvertierte Menschen einfach klasse, braucht aber Mut. Den hast Du schon bewiesen, bleib dabei, Du kannst nur gewinnen (für Dich, nicht unbedingt das Turnier) Könnt ihr eigentlich vorher am Veranstaltungsort schon trainieren? Finde das extrem hilfreich, sich die "Bühne" schon vorher einzuverleiben, damit der Ort einem dann vertraut ist, wenn das Adrenalin den Verstand überflutet

              Viel Glück
              Anna

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                #8
                Hallo Anna63

                Vielen Dank für deine Tips. Das mit dem Atmen könnte bei mir funktionieren. Ich kenne da auch noch eine tolle Übung aus der Kinesiologie, die ich damit kombinieren könnte.

                Ich bin auch sicher, dass ich viel lernen kann, dass ich selbstbewusster werde dadurch. Also das hoffe ich zumindest.

                Was sicher auch toll ist, wir tanzen in einem Team. Es wird also nicht das einzelne Paar bewertet, sondern das ganze Team (3 Paare). Das heisst, wir sind da 6 Nasen, die sich gegenseitig anfeuern und Mut machen können. Das ist schon mal toll.
                Heute Abend haben wir ja wieder ein Turnier. Manchmal durchfahren mich echt nervöse Wellen, wenn ich daran denke, aber ansonsten gehts mir gut. Jedenfalls haben wir heute Heimspiel. Sprich, es ist schon mal die vertraue Umgebung und daher auch mehr Zuschauer, die uns kennen und anfeuern werden.

                Ich hoffe, es wird ein toller, entspannter Abend.
                Drückt mir die Daumen

                Alles Liebe
                Lorelai

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                  #9
                  Wünsch Dir viel Glück und nen tollen Abend, Lorelai,

                  lg Anna

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                    #10
                    Erfolg auf der ganzen Linie

                    Hey Ihr Lieben

                    Vielen Dank fürs Daumen drücken. Es hat voll geholfen! Ich war zwar auch wieder nervös und hatte Angst, hab es aber akzeptiert. Ich war viel präsenter als beim letzten mal. Hab alles voll wahrgenommen und zwischendurch sogar geniessen können. In der Vorrunde waren die Zuschauer auch noch eher zurückhaltend, doch mit der Zeit wurde die Stimmung immer besser. Es wurde geklatscht, applaudiert, geschrien. Echt ne tolle Stimmung. Wir haben Vollgas gegeben und unser Bestes getan. Fehler haben wir mit einem Lächeln kompensiert und gestrahlt haben wir sowieso viel öfter als beim letzten Mal

                    Jedenfalls haben wir es über 3 Runden hinweg bis ins Final geschafft und landeten auf Platz 1! Der absolute Hammer!!!
                    Nie hätten wir das gedacht. Wir waren so überrascht und einfach nur happy
                    Es wurden dieses Mal sogar Medaillen gespendet von einem Tanzsportclub und wir haben unsere goldenen Medaillen voller Stolz nach Hause getragen

                    Es war ein echt schönes Gefühl gewonnen zu haben. So viele Leute haben uns gratuliert, sogar konkurrierende Paare, die es nicht ins Final geschafft haben. Sie sind bis zum Ende geblieben und haben uns angefeuert und später gratuliert. Es war schön, die vielen glücklichen Gesichter zu sehen und sich mit den Leuten zu freuen.

                    Egal, wie die nächsten Turniere laufen, diese Gefühl, dieses Ereignis, dass kann uns nie jemand wegnehmen, das bleibt für immer in uns erhalten und das ist echt toll

                    Heute waren wir echt müde, trotzdem konnten wir es nicht lassen und haben noch mit den Anderen trainiert und gingen abends noch in die Tanzstunde. Ich glaube, bei uns ist ne richtige Tanz-Euphorie ausgebrochen

                    Vielen Dank für eure Tips und fürs Daumendrücken!
                    Alles Liebe
                    Lorelai

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