Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Kurzgeschichten.

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Kurzgeschichten.

    Liebe Leute,

    eigene, alltägliche Erlebnisse in einer kleinen Kurzgeschichte
    hier berichten.

    Der Alltag ist höchst interessant, wenn man genau hinschaut,
    und sich Gedanken macht.

    Ein Austausch hier ist bestimmt anregend.

    Meine unverbindlichen Themenvorschläge z.B. :

    " Die letzten Meter vor der Supermarkt-Kasse.
    Beobachtungen, Gespräche, Gedanken..... "

    " Morgens um 7 Uhr in Bus oder Tram auf dem Weg zur Arbeit.
    Beobachtungen, Gedanken..... "

    " Vormittags um 10 Uhr in Bus oder Tram auf dem Weg zum Hausarzt
    zum routinemäßigen Gesundheits-Check.
    Meine Gedanken, meine Selbstgespräche..... "

    " Abends um 17 Uhr im Auto im Stau auf dem Weg von der Arbeit.
    Beobachtungen, Selbst-Gespräche, Gedanken..... "

    " Mittagspause in der Betriebskantine.
    Gedanken zum Menu, den Tischnachbarn, den Tischgesprächen ........"

    " Der Wecker klingelt um 6 Uhr an einem Werktag.
    Es steht ein Meeting im Betrieb an.
    Meine Gedanken unter der Dusche im Bad dazu......".

    Sicher habt ihr obige und viele ähnliche Situationen schon erlebt.

    Euch sind dabei bestimmt interessante Gedanken durch den Kopf gegangen.
    Ein Austausch zur genannten Thematik bringt bestimmt allen Beteiligten
    neue Erkenntnisse und motivierende Anregungen.

    Auf geht`s !

    #2
    Erlebnisse vor der Supermarkt-Kasse.

    Etwa 7 m bin ich noch von der Kassiererin an der Kasse entfernt.
    Vor mir ca. 10 Kunden mit unterschiedlich gefüllten Einkaufswagen.

    Interessant ist auch immer,
    was die Leute so alles kaufen.

    Ist mein Vordermann Alkoholiker, weil er u.a. ca. 30 kleine Flaschen Eierlikör
    auf das Transportband zur Kasse legt.

    Es könnte doch genauso gut ein Gastwirt sein, der sich hier mit preiswertem Likör eindeckt.

    Überhaupt fällt mir z.B. bei Aldi immer wieder auf,
    dass manche Kunden deutlich mehr als haushaltsübliche Mengen einkaufen,
    selbst, wenn eine Großfamilie zu hause wartet.

    Besonders bei Sonderangeboten und Non-Food-Artikeln, die extra preisgünstig
    und nur kurz im Angebot sind, ist das ärgerlich.

    Aber selbst Schuld denke ich.

    Man könnte doch, wenn es einem ernst ist, gleich früh um acht Uhr im Laden stehen,
    wenn doch nicht immer die anderen wichtigen Termine dazwischen kämen.

    Hinter mir wartet eine junge, attraktive Dame.

    Ihr Einkaufswagen ist fast ausschließlich mit Obst und Gemüse
    in für einen Ein-Personenhaushalt angemessener Menge gefüllt.

    Mich juckt es, sie darauf anzusprechen.
    Gedacht, getan.

    „Ich muss Sie loben“ begann ich, und ließ eine kurze Pause folgen, und konnte so kurz ihr verdutztes Gesicht genießen.

    „Wenn ich in Ihren Einkaufswagen sehe, werde ich daran erinnert, dass Sie sich offensichtlich vorbildlich gesund ernähren, während ich immer wieder viel zu oft die Gemüse-Abteilung schnell durchschreite, und deswegen das dortige Angebot bei mir viel zu selten eine Chance hat, gekauft zu werden“.

    Sie lächelte, und ich war leider in diesem Moment an der Kasse angekommen, und musste mich um das Einsammeln meiner Waren und den Bezahl-Vorgang kümmern.

    Genau hinsehen und genießen gilt zu jeder Zeit und an jedem Ort.

    Überall ist etwas Schönes und Interessantes zu entdecken,
    was z.B. oft auch zu netten Gesprächen führt.

    Denkt daran, wenn ihr das nächste Mal an der Supermarkt-Kasse wartet,
    und ärgert euch nicht über Warteschlangen und Wartezeit.

    Kommentar


      #3
      Abgepflückt und abgelegt

      Petrus scheint sich in diesem Jahr längerfristig immer nur auf eine Wettererscheinung konzentrieren zu können. Zuletzt hatten wir Wochen lang Sonne. Jetzt hat er auf „Nebel“ umgestellt.

      Eigentlich mag ich es, wenn der Nebel dick wie ein Wolltuch über der Landschaft liegt und diese in feinen Nuancen von hell bis dunkler Grau überzieht, wie Christo seine Objekte.

      Nebelfotos sind in meinem Archiv in der absoluten Minderzahl. Ich dachte heute wieder einmal daran und beschloss sofort mit dem Auto vor die Stadt zu fahren.

      Es war kaum überraschend, dort nicht den gewohnten See vorzufinden, sondern ein uferloses Gewässer. Die anderer Seite hatte der Nebel verschluckt. Ich wählte den Parkplatz direkt am Ufer und stieg aus.

      Der Sommer, die Zeit endloser Blechlawinen ist vorbei. An Tagen wie heute, findet man die Brotzeittische und -bänke menschenleer. Ich stieg die steile Böschung zum See hinab. Ein leiser Windhauch kräuselte die Oberfläche und der breite Schilfgürtel wiegte sich etwas steif in der Brise.

      Auf dem Rückweg verstellte mir ein Strauch mit Hagebutten den Weg. „Du möchtest auch ins rechte Licht gerückt werden“, denke ich. Ist auch sehenswert, die vielen großen roten Hagebutten. Himmelsgrau und feuerrot, welch ein angenehmer Kontrast, eine Modeerscheinung der Natur.

      Und dann finde ich sie, die letzte Rose des Strauchs, abgepflückt und abgelegt auf einem der Brotzeittische. Zu schade, um hier zu welken. Ich nehme sie mit und,- vielleicht schafft es im Warmen noch richtig aufzublühen.

      Kommentar


        #4
        @ success vielen Dank für diese schöne Idee mit den Kurzgeschichten. Freundlichkeit im Umgang mit Fremden ist eine Sache, der man gern mehr Aufmerksamkeit schenken darf.

        bante

        Kommentar


          #5
          Eine schöne Geschichte von dir,
          bante,
          zum Lauf der Jahreszeiten.

          Man spürt deine Freude und Fähigkeit am gezielten Ausdruck,
          um deine Stimmung zu beschreiben.

          Das gelingt dir sehr gut,
          und es macht Freude es zu lesen.

          Ich habe bis jetzt die Geschichte zweimal gelesen,
          weil sie mir sehr gut gefiel.

          Kommentar


            #6
            Hallo bante,

            ich habe eben um 7 Uhr deine Geschichte nochmal gelesen,
            weil ich sie so gelungen fand.

            Ich werde sie im Bekanntenkreis verbreiten,
            und dadurch weitere Beurteilungen einholen,
            weil mich dazu "des Volkes Meinung" interessiert.

            Bitte schreib`doch ähnliche, weitere Geschichten.

            LG,
            success.

            Kommentar


              #7
              Danke, success, ich fühle mich motiviert .

              Kommentar


                #8
                Ein Bekannter von mir schrieb diese Kurzgeschichte :

                Die weißen Sohlen.


                Heute morgen war ich beim Doktor zur Blut-Untersuchung.

                Ich sitze im Wartezimmer, wo die Wartenden vor sich hin schweigen.

                Vor mir sitzt ein älterer Mann mit Schuhen mit weißen Sohlen.

                Ich habe diese weißen Sohlen irgendwo schon gesehen.
                Da fällt es mir ein. Kay Pflaume, der die Vorabendsendung “Wer weiß denn sowas” moderiert, wo erwachsene Leute vor sich hin albern, und wo es darum geht, idiotische Fragen zu beantworten.

                Und womöglich hat dieser Mann auch diese Sendung gesehen und meint wohl, genauso Schuhe mit weißer Sohle wie der Pflaume tragen zu müssen. Schwachsinn. Will der womöglich modern sein?

                Ich kann nicht anders, ich muss immer wieder auf diese Sohlen schauen, die so überhaupt nicht zu diesem Mann passen.
                Ich bin fast geneigt, den Mann zu fragen, wie er dazu kommt, sich Schuhe mit weißen Sohlen zu kaufen, oder ob er die vielleicht geschenkt bekommen hat, und dieses Geschenk nicht ablehnen konnte.

                Bei mir im Kopf wird es fast zur Manie.
                ​​​​​​​Ich muss mich beherrschen, den Kerl nicht anzusprechen. Aber in einem Wartezimmer spricht man nicht, wenigstens nicht laut. Und überhaupt, es geht mich doch auch gar nichts an.

                Ich würde den Mann ganz sicher provozieren, was natürlich auch meine Absicht ist. Dabei sieht er nett und harmlos und hat es bestimmt nicht verdient, von mir angemacht zu werden. Andererseits, warum provoziert der seine Umgebung mit diesen weißen Sohlen?

                Kommentar


                  #9
                  Ein tolles Beispiel, an dem man nachspüren kann, wie Bewertungen so nach und nach "die Atmosphäre vergiften" können.

                  Kommentar


                    #10
                    Stimme dir zu,
                    bante.

                    Persönliche Sichtweisen sind fast immer die Grundlage für Bewertungen,
                    und führen deshalb oft zu Konflikten mit unseren Mitmenschen,
                    weil diese oft andere Sichtweisen, und dadurch andere Bewertungen als wir haben.

                    Es folgt dann eine unendliche Diskussion, die oft nicht friedlich endet.

                    Dennoch kann es auch anders gehen.

                    Mein einfaches Rezept in solchen Situationen :

                    "Herr Meier, ich verstehe und akzeptiere Ihre Sichtweise zum Sachverhalt,
                    und aus
                    I H R E R S I C H T
                    würde ich die Angelegenheit genauso beurteilen,
                    aber ich sehe die Sache anders, und ich schlage nun einen Kompromiss vor."

                    Dadurch, dass sich Meier verstanden fühlt, und mir nicht ständig beweisen muss,
                    dass er recht hat, ist die Wahrscheinlichkeit eines Kompromisses groß.

                    Kommentar


                      #11
                      Geduld-Erdulden.
                      Rückblick.

                      Ich stehe morgens vor meinem kleinen Reisewasserkocher und warte auf mein Teewasser.
                      Und es dauert...
                      Und dauert...
                      Ich schaue nach ob etwas defekt ist.
                      Nein,alles in Ordnung.
                      Es dauert halt.
                      Ich laufe hin und her ,schaue aus dem Fenster und ich bemerke ,das mir das alles viel zu lange dauert.
                      Doofer Wasserkocher,was soll das?
                      Und so fange ich mit dem Wasserkocher an zu reden:warte ab ,du wirst erst mal entsorgt,wenn ich zu Hause bin ,so was lahmarsch.....
                      Hab schon keine Lust mehr auf Tee.
                      Ich bin ungehalten.

                      Ich bemerke aber genau meine Gedanken und muss plötzlich grinsen.
                      Da fällt mir das Wort Geduld und Er-dulden ein.

                      Ich entwickel den Wunsch,mich zu beobachten .
                      Wann bin ich ungeduldig und was macht das mit mir?

                      Das Teewasser ist dann irgendwann fertig und ich um eine Einsicht reicher.

                      Und dann wieder Zuhause,suche ich in einem Supermarkt Senf.
                      Ich finde einfach den Senf nicht und niemand in Sicht ,der mir helfen kann.
                      Unruhig wandere ich durch die Gänge und stelle fest,das Senf einfach auch irgendwie doof ist.
                      Innerlich ist mein Geist auf Hochtouren.
                      "Diese doofe Einteilung hier ,keine bestimmte Ordnung,wie soll man sich hier zurecht finden,das nervt" usw.

                      Nach eine Weile erkenne ich, was hier los ist in meinem Inneren und muss wieder grinsen.
                      Wieder das gleiche.

                      Keine Geduld,mein Geist war in Aufruhr,wegen einer Tube Senf.

                      Spannend und sehr erheiternd.
                      Stellt sich die Frage ,wie lange mach ich das schon so ,so unbewusst ,so garnicht achtsam?

                      Es sind immer Situationen ,die man nicht so haben will ,wie sie nun mal sind.
                      Das macht Stress.

                      Und nun bin ich auf der Hut und sozusagen auf Entdeckungstour.

                      Mal ist es das Teewasser,mal die Tube Senf,die nicht zu finden ist.
                      Vielleicht mal "erdulden",das es manchmal nicht so ist ,wie ich es gerne haben möchte.

                      Warten und suchen,voller Geduld,mit ruhigem Geist.

                      Rosie


                      Kommentar


                        #12
                        Das nenne ich dann mal ein Plus für Lebensqualität. So richtig etwas zum Nachahmen, wenn es gerade nicht so läuft, wie gewünscht.

                        Kommentar


                          #13
                          Schöne, nachvollziehbare Beispiele
                          in deiner Geschichte, Rosie.

                          Regt zum Überdenken des eigenen Verhaltens
                          in vergleichbaren Situationen an.

                          Und das wäre schon der erste Schritt
                          zum Stress-Abbau.

                          Kommentar


                            #14
                            Gestern auf einer Autofahrt, las ich bei meinem Vordermann, hinten in großen Lettern auf der Windschutzscheibe:
                            Nichts ist für die Ewigkeit !

                            Hmm ,habe ich überlegt,das muss diesem Menschen ja wichtig gewesen sein diese Botschaft.

                            Leider kann ich nicht herausbekommen,was dieser Satz für den Menschen bedeutet.

                            Ich habe für mich überlegt.
                            Für mich sagt der Satz etwas über die Vergänglichkeit ,die uns jeden Tag begegnet,aus.
                            Und über loslassen.

                            Der Satz begleitet mich seit gestern und gibt mir noch Futter für verschiedene Überlegungen.
                            Zum Beispiel ,wie viel wir jeden Tag loslassen.

                            Gruß Rosie

                            Kommentar


                              #15
                              Nichts ist für die Ewigkeit !

                              Rosie :
                              Für mich sagt der Satz etwas über die Vergänglichkeit ,die uns jeden Tag begegnet,aus.

                              success :
                              sehe ich, wie du, Rosie.

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X