Im Frühling ist mir ein Buch in die Hände gefallen, welches mich schwer beeindruckt hat und dem ich noch viele weitere Leser wünsche: "Sibir" von Sabrina Janesch.
https://www.rowohlt.de/buch/sabrina-...-9783737101493
Sabrina Janesch erzählt in ihrem Roman die Geschichte ihres Vaters und seiner Familie in der kasachischen Steppe Aussiedlergeschichte sowie die Geschichte ihrer eigenen Kindheit in einer Stadtrandsiedlung einer südniedersächsischen Kleinstadt. In dieser Siedlung müssen die meisten Kinder allein zurechtkommen, die Erwachsenen haben genug mit sich selbst zu tun. Sie leiden unter Schlafstörungen, haben Angst vor Stimmen, vor der Stille, vor Zügen, Kellern und vor allem vor dem Winter. Sie haben elendige Jahre in der kasachischen Steppe hinter sich. Ursprünglich gehörten sie zur deutschsprachigen Bevölkerung in Galizien oder an der Wolga, wurden von den sowjetischen Soldaten jedoch aufgrund ihrer Deutschstämmigkeit von Polen nach Sibirien/Kasachstan verschleppt. So auch Josef, Sabrinas Vater, der mit seinen zehn Jahren mit seinen Großeltern und einer Tante in Kasachstan ums Überleben kämpft. Sein Bruder starb während der Deportation im Viehwaggon, seine Mutter verließ während eines Aufenthaltes den Zug, ging in die winterkalte, eisige Steppe und blieb verschollen.
In einem kasachischen Dorf werden sie notdürftig untergebracht. Hier leben Menschen unterschiedlichster Herkunft: Asiaten, Finnen, Deutsche… bewacht von einem russischen Verwalter. Der deutschen Familie ist es strengstens empfohlen, nicht deutsch zu sprechen und keinen Kontakt zu anderen Deutschen zu halten. Alle Deutschen stehen unter einem „hässlichen Generalverdacht“, so dass es besser ist, nicht als solche/r erkannt zu werden.
Vierzig Jahre später erzählt Sabrina Janesch‘ s Vater von seiner Kindheit in Kasachstan und obwohl Sabrina nicht hungern oder frieren muss, macht sie in ihrem südniedersächsischen Dorf ähnliche Erfahrungen wie ihr Vater.
Der Roman wechselt in den Zeitebenen, und ist sprachlich „dicht gewebt“, kein Schmöker, den ich in einem Rutsch lesen konnte. Trotzdem hat er mich sehr gefesselt und Bevölkerungsgruppe in mein Bewusstsein gerückt, der ich vorher kaum Beachtung geschenkt habe.
https://www.rowohlt.de/buch/sabrina-...-9783737101493
Sabrina Janesch erzählt in ihrem Roman die Geschichte ihres Vaters und seiner Familie in der kasachischen Steppe Aussiedlergeschichte sowie die Geschichte ihrer eigenen Kindheit in einer Stadtrandsiedlung einer südniedersächsischen Kleinstadt. In dieser Siedlung müssen die meisten Kinder allein zurechtkommen, die Erwachsenen haben genug mit sich selbst zu tun. Sie leiden unter Schlafstörungen, haben Angst vor Stimmen, vor der Stille, vor Zügen, Kellern und vor allem vor dem Winter. Sie haben elendige Jahre in der kasachischen Steppe hinter sich. Ursprünglich gehörten sie zur deutschsprachigen Bevölkerung in Galizien oder an der Wolga, wurden von den sowjetischen Soldaten jedoch aufgrund ihrer Deutschstämmigkeit von Polen nach Sibirien/Kasachstan verschleppt. So auch Josef, Sabrinas Vater, der mit seinen zehn Jahren mit seinen Großeltern und einer Tante in Kasachstan ums Überleben kämpft. Sein Bruder starb während der Deportation im Viehwaggon, seine Mutter verließ während eines Aufenthaltes den Zug, ging in die winterkalte, eisige Steppe und blieb verschollen.
In einem kasachischen Dorf werden sie notdürftig untergebracht. Hier leben Menschen unterschiedlichster Herkunft: Asiaten, Finnen, Deutsche… bewacht von einem russischen Verwalter. Der deutschen Familie ist es strengstens empfohlen, nicht deutsch zu sprechen und keinen Kontakt zu anderen Deutschen zu halten. Alle Deutschen stehen unter einem „hässlichen Generalverdacht“, so dass es besser ist, nicht als solche/r erkannt zu werden.
Vierzig Jahre später erzählt Sabrina Janesch‘ s Vater von seiner Kindheit in Kasachstan und obwohl Sabrina nicht hungern oder frieren muss, macht sie in ihrem südniedersächsischen Dorf ähnliche Erfahrungen wie ihr Vater.
Der Roman wechselt in den Zeitebenen, und ist sprachlich „dicht gewebt“, kein Schmöker, den ich in einem Rutsch lesen konnte. Trotzdem hat er mich sehr gefesselt und Bevölkerungsgruppe in mein Bewusstsein gerückt, der ich vorher kaum Beachtung geschenkt habe.

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