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ich versuche mich in kleinen Geschichten

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    ich versuche mich in kleinen Geschichten

    Gerade jetzt, wo die Schuleinführungen waren, überkam mich die Lust am Schreiben, ich gab meiner Tastatur die Sporen und es entstand eine kleine Kindergeschichte.

    Konrads Schuleinführung
    Es ist noch Sommer und Anfang August. Mutter Rese ist mächtig aufgeregt, hat ihr kleiner Konrad doch bald Schuleinführung. An was muss alles gedacht werden, es soll ja auch ein unvergessliches Erlebnis für alle werden, besonders für den Zappelphilipp Konrad.

    Ich weiß, dass es schwierig werden wird, denn er kann absolut nicht still sitzen, beim Essen zappelt er ständig herum und es fallen da auch mal Teller und Tassen vom Tisch. Wie soll das nur werden?

    Auch Konrad geht der Mutter schon mächtig auf die Nerven, „Mutti……. Wann ist es endlich soweit, wie lange muss ich noch schlafen“? Ich will meine Zuckertüte sehen und stampft trotzig mit den Füßen auf, dass es nur so kracht. Der Mutter wollte bald die Hand ausrutschen, doch schnell hält sie inne und denkt daran, wie es einmal bei ihr war. Es sind aber noch ein paar Wochen bis zur Schuleinführung.

    Der Papa Anton ist ständig unterwegs auf Arbeit und Rese muss fast alles allein bewältigen. Sie ruft Anton an und bittet ihn, heute doch einmal eher nach Hause zu kommen, denn sie möchte mit ihm die Feier besprechen. Es ist noch nicht gewiss, ob sie die Feier zu Hause machen werden, oder ob sie Plätze in einem Restaurant bestellen sollen.

    Anton kommt heute wirklich einmal eher nach Hause und freut sich auf die Familie. Zuerst gibt es Abendbrot und Konrad fängt schon wieder an zu quängeln…. Aber der Vater spricht ein Machtwort und Konrad ist auf einmal ganz still. Vater hat gerade angekündigt, wenn er so weiter macht, dann ruft er den Schulleiter an und meldet Konrad wieder ab, dann dürfte er erst nächstes Jahr zur Schule gehen. Das wollte Konrad nicht auf sich sitzen lassen und blieb still.

    Die beiden Eltern grübelten und wägten ein Für und Wider für ein Restaurant ab, bis sie sich einig wurden, dass sie trotz aller Arbeit zu Hause feiern wollen. Onkel René, Tante Marie, sowie die Patentante, Oma und Opa aus dem fernen München wollen alle kommen und es wird sicherlich viel zu teuer, wenn wir im Restaurant feiern.

    Es hat sich die Nachbarin angeboten, das Essen zuzubereiten, das nahmen Rese und Anton dankend an. Also wenn ich genau nachzähle, dann werden es ca. 15 Personen, die zur Feier kommen. 5 können bei uns übernachten, für die anderen könnte man in der naheliegenden Pension Zimmer buchen. Da wäre das Problem der Übernachtung gelöst. Anton hat gerade nachgefragt und hat für den Termin der Schuleinführung eine Zusage bekommen und es scheint auch gar nicht so sehr teuer zu werden, denn alle werden etwas dazugeben.
    Konrad ist die letzten Tage sehr still geworden, im Kindergarten steht die Verabschiedung an. Das heißt, von allen Freunden Abschied nehmen, denn nicht alle werden mit an die neue Schule kommen. Konrad ist sehr traurig und Mutter Rese muss viel Überzeugungsarbeit leisten, damit er wieder beruhigt spielen kann. Mutter sagte, die Freunde können Dich doch jederzeit besuchen und wir machen dann immer ein großes Freundetreffen. Konrad gibt sich damit zufrieden, denn er freut sich doch so sehr auf die Schule. Mutter denkt……. Na, das wird sicherlich nicht lange anhalten und lächelt still vor sich hin.
    Am Wochenende wollen die Eltern mit Konrad in die Stadt fahren und Schulsachen einkaufen.
    Oh je, was hier alles benötigt wird, hier habe ich mal die Liste, die wir zum ersten Elternabend bekommen hatten:
    1 Mäppchen mit: 2 Bleistifte, Radiergummi,Spitzer,Buntstifte aus Holz,Filzstifte, kleines Lineal, verschiedene wasserlösliche Stifte, eine Bastelschere, Farbkasten, Pinsel, Wasserbecher und vielleicht auch eine Schürze, damit sie sich nicht die Kleidung beschmutzen. Da lese ich noch, es muss noch ein großes Heft A5 mit festem Einband sein, ein Hausaufgabenheft, brauchen die Kinder das denn schon? und ganz wichtig ist der Turnbeutel mit festen Turnschuhen und Sportdress. Konrad meinte, ich will die schönen Turnschuhe mit dem weißen Haken….., nee neee mein lieber, die gibt es nicht, die sind zu teuer. Du musst lernen, nicht immer gleich das teuerste haben zu wollen.

    Das ist aber in jeder Schule anders, den Schulranzen haben wir uns schon ausgesucht, Blau mit bunten Bällen auf der Vorderseite und mit vielen blinkenden Scheiben, damit die Autofahrer im dunkeln sehen, dass dort ein Kind unterwegs ist.

    So, nun haben wir alles eingekauft und im Auto verstaut, Konrad ist ein wenig müde geworden von dem vielen Schauen. Schnell fahren wir nach Hause.
    Wir räumen alles inzwischen in den Schrank. Das Abendessen verläuft ruhig, denn alle sind etwas geschafft von dem anstrengenden Einkaufstag.
    Am Morgen des nächsten Tages kommt der Postbote und bringt ein großes Päckchen von den Großeltern aus Dresden. Neugierig machen die 3 das Päckchen auf und was kommt zum Vorschein? Eine schicke Kombination mit Hose und Weste, ein weißes Hemd und eine kleine blaue Schleife. Konrad fragt, für was ist den das Band gedacht? Für die Zuckertüte? …. Da durchfährt die Eltern ein großer Schreck, die Zuckertüte haben wir doch ganz vergessen……. Nein Konrad, die Schleife ist für Deinen Kragen am Hemd, damit Du ganz schick aussiehst. Wir freuen uns ganz riesig, denn das hilft uns unwahrscheinlich sparen. Somit können wir etwas anderes für Konrad aussuchen, worüber er sich sicherlich sehr freuen wird.

    Vater Anton bringt am Montag eine wunderschöne große und sechseckige Zuckertüte mit, die muss nun aber gefüllt werden. Das Amt hat Mutter Rese übernommen. Es sollen ja nicht nur Süßigkeiten hinein, sondern auch etwas Nützliches. In der Stadt gibt es ein wunderbares Schokoladen-Geschäft. Dort kauft Mutter viel Gutes ein, Schokolade ein wenig, Gummibärchen, die Konrad so mag, die kleinen Keksrollen, und vieles mehr. Natürlich kommen auch eine Packung Buntstifte und der Farbkasten rein, für später kaufen wir noch einen Füller. Ein kleines Buch, ein Quartett und ein kleines Plüschtier darf nicht fehlen.

    Später kauft der Vater noch Konrads erste Armbanduhr und plötzlich bringt er ein Handy mit und sagt, das ist für Konrad, damit er sofort anrufen kann, wenn er länger in der Schule sitzen muss und lacht dabei, natürlich meinte er damit nicht das Nachsitzen, sondern, wenn mal der Bus nicht pünktlich ist oder wenn einmal etwas passiert ist, damit sich Mutti keine Sorgen macht.
    Langsam nähert sich der Tag, es sind nur noch 2 Tage. Alles, was für die Essenszubreitung gebraucht wird, ist von Mutter Rese und der Nachbarin schon eingekauft worden und steht schon in der Speisekammer und im Kühlschrank.

    Konrad muss nun nur noch einmal schlafen, er ist so aufgeregt und kann einfach nicht einschlafen. Mutter und Vater schauen in der Nacht noch mal nach ihm und da schläft er friedlich und ruhig.

    Am Morgen wird Anton durch ein lautes Hupen geweckt, er reibt sich die Augen und ruft nach den Eltern. Die haben schon lange alles im Wohnzimmer vorbereitet. Konrad steht auf, weil niemand sein Rufen hört, denn die Eltern sind beide unten im Hof und begrüßen die ersten Gäste.
    Nachdem alle im Hause sind, wird ausgiebig gefrühstückt, Konrad ist so unruhig, dass er sich vollständig mit Kakao bekleckert. Na ja, das sind wir ja gewohnt, schnell umziehen. Nur gut, dass wir noch ein weiteres weißes Hemd gekauft hatten.

    Die Haare stehen vollkommen wirr nach oben und sind so widerborstig, dass Mama sie nur noch mit Wasser und Haarlack bändigen kann. Alles andere sitzt und Konrad sieht zum Knuddeln aus.

    Vati holt ganz schnell das Auto aus der Garage und putzt noch schnell mal die Scheiben. Konrad sieht ganz verklärt auf das zugedeckte Etwas im Kofferraum, das ist die Zuckertüte und die bekommt er erst an der Schule von Mutti und Vati überreicht. Sie sitzen nun alle im Auto, Konrads Cousine Dana sitzt mit ihm auf der Rückbank und ist ebenfalls schon sehr aufgeregt.
    An der Schule angekommen, holt Vati die Zuckertüte aus dem Kofferraum, eine wunderschöne große eckige mit einer riesengroßen Schleife und einem kleinen als Ball hergerichtetem Blumensträuschen. Oben heraus schaut ein kleiner Plüschhase. Konrads Augen werden immer größer, als er von den Onkels und Tanten noch jeweils etwas kleinere Zuckertüten überreicht bekommt. Er kann sie aber nicht alle in den Arm nehmen, deshalb werden sie ins Auto gepackt. Damit die Sonne, die so wunderschön scheint, die Schokolade nicht auftaut.

    Die neue Klassenlehrerin, Frau Mende, ruft alle ABC-Schützen mit Namen zu sich. Sie sollen sich alle in einer Zweierreihe aufstellen. Die kleinen Plappermäulchen bleiben aber nicht stehen, es ist ein heilloses Durcheinander. Aber letztendlich schafft es Frau Mende doch, dass alle Kinder brav in die Schule hineingehen. Die Eltern folgen mit etwas Abstand. Zuerst geht es in die Aula, denn es werden in diesem Jahr 3 Klassen eingeschult, das ist enorm. Der Direktor stellt sich hier den Kindern kurz vor und wünscht allen ein super schönes erstes Schuljahr. Der Schulchor singt ein schönes Kinderlied „Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer….“, das kannten wir noch aus unseren Kindertagen. Es klang sehr schön. Am Schluss gingen alle Kinder mit den Klassenlehrerinnen in die Klassenzimmer. Konrad hatte schon eine Freundin gefunden, Lara aus dem Nachbarhaus ist in seiner Klasse. Das ist echt super, da können die Kinder morgens gemeinsam zur Schule gehen.
    Jedes Kind durfte sich einen Platz aussuchen, stellt Euch nur mal das Gewusel vor, alle rannten durcheinander, ich will hier sitzen schrie der eine, der andere knuffte durch die Gegend, nein ich will hier sitzen, das ging so lange, bis Frau Mende einschritt. Sie holte einen Plan aus der Tasche und setzte die Kinder erst einmal so nach ihren Vorstellungen auf die Plätze.

    Psssssst, seit doch endlich einmal still, Ihr müsst lernen, Euren Mund zu halten, denn im Unterricht sollte nur gesprochen werden, wenn ich Euch etwas frage, oder wenn Ihr Euch gemeldet habt. Sie erklärte, wie man sich melden musste. Egon aus der hinteren Bank rief hinein, „ich weiß wie das geht und schnipste mit den Fingern“. Nun wurde es langsam ruhiger und jedes Kind durfte einmal seine Schulsachen auspacken. Es sollte das Schreibheft herausgesucht werden und jeder durfte eine Zuckertüte malen, was allen sehr viel Spaß machte. Frau Mende überreichte noch jedem Kind den fertigen Stundenplan und erklärte, was zu bestimmten Stunden mitzubringen ist, dazu gab es für die Eltern noch eine Belehrungsmappe.

    Nach einer Stunde klingelte die Schulglocke und es war der erste Unterricht vorbei. Alle Kinder packten fröhlich alles zusammen und mussten sich wieder in einer Zweierreihe an der Tür aufstellen. Dann ging es raus zu den Eltern, wir setzten uns ins Auto und fuhren nach Hause. Unsere Nachbarin hatte schon einen kleinen Imbiss zubereitet. Es freute alle, denn sie hatten schon etwas Hunger bekommen. Das Mittagessen gab es in 2 Stunden. Es gab heute einen deftigen Sauerbraten mit Klößen und Rotkohl.

    Inzwischen sind alle Gäste eingetrudelt und überreichen Konrad die Geschenke, die er mit Begeisterung auspackte und sich sehr darüber freute.
    Das Mittagessen verlief ruhig und harmonisch. Es schmeckte allen vorzüglich. Konrad wurde etwas müde und wurde von Mutti ins Bett gebracht, denn der Tag war sehr anstrengend und morgen soll es ja schon richtig losgehen. Konrad legte sich freiwillig hin und schlief sofort ein.

    Am Nachmittag machten alle noch einen wunderschönen Ausflug ins Gebirge und fuhren mit der Bimmelbahn. Mutti und Vati hatten einige Plätze in einem Kaffee bestellt, dort gab es wunderbar duftenden Kaffee, für die Kinder natürlich heiße Schokolade und Eierschecke. Hmmmmmm das schmeckte.
    Alles in allem war es ein wunderschöner Tag und der sollte allen noch recht lange im Gedächtnis bleiben.


    #2
    Das ist eine sehr hübsche Geschichte, liebe Bärchen. Sie klingt so nach den 50iger Jahren, da lag doch auch Dein Schulanfang. Meiner auch. Kennst Du Konrad persönlich?

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      #3
      meine Enkeltochter ist vor 2 Jahren in die Schule gekommen und mein kleiner Enkel kommt erst nächstes Jahr rein.
      Nein ich kenne den Konrad nicht, habe alles erfunden, aber Du hast Recht, es könnten die Erinnerungen an meinen Schulanfang 1954 sein.

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        #4
        Danke für das Angebot, ein andermal gerne. Ich habe gerade mein Frühstück beendet.

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