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    Doktorarbeit

    Hallo,

    ich habe ein großes Problem und weiß nicht, ob hier irgendjemand einen Rat für mich hat.
    Hier kurz die Fakten:

    Ich promoviere z.Zt. in einem naturwissenschaftlichen Fach und habe eigentlich schon relativ zeitig gemerkt, dass die Wissenschaft/Forschung nicht wirklich das Richtige für mich ist. Zumindest die äußeren Umstände wie v.a. der Publikationszwang, das ständige "sich-profilieren-müssen", seine Ergebnisse auf Tagungen zu präsentieren (gibt mir so gut wie nichts)... mir fehlt auch der extreme Drang, sich in meiner Freizeit mit meiner Arbeit zu befassen und ich besitze auch nicht diesen illusorischen, selbst-aufopfernden Forschungsdrang, den viele meiner Kollegen zu haben scheinen.
    Naja, leider dachte ich, als ich mit der Promotion begonnen habe, dass dieser Weg der einzige mögliche ist. Viele Kommilitonen "nur" mit Diplom haben keine Stelle gefunden, Doktorandenstellen dagegen waren leichter zu bekommen und auf Jobbörsen bekommt man auch immer zu hören, dass in Naturwissenschaften ein Dr.-Titel unabdingbar ist.
    (soviel vielleicht nur zu den ursprünglichen Beweggründen)

    Ich möchte jetzt mit nicht zu vielen Details nerven (kann ich aber später gern nachreichen, wenn gewünscht).

    Mein Problem ist, dass ich es nicht sehe, dass ich eine noch nötige Publiaktion in den nächsten Wochen zustande bringe (macht mein Dr.-Vater zur Bedingung, damit ich promovieren darf) und dazu kommt, dass ich schon seit 5 (!) Jahren dabei bin.
    Meine biologische Uhr tickt gewaltig, ich führe aber eine Fernbeziehung und kann diese erst beenden wenn ich auch die Promotion beendet habe. Wir wollen danach unbedingt noch ein Jahr ins Ausland und dann eine Familie gründen. Ich freue mich auf diese Zukunft und kann meinen Alltag momentan kaum ertragen. Ich weiß auch, dass ich da wohl übertreibe, aber ich kann mich langsam nicht mehr gedulden. Ich habe auch das Gefühl, dass die Arbeit (und die Angst, diese nie zu beenden) zu viel Raum in meinen Gedanken und Gefühlen einnimmt. Ich reagiere oft überempfindlich, weine sehr viel, habe Angst, scheine meine Freundschaften zu strapazieren, habe kaum noch Motivation für irgendetwas und quäle mich ständig mit Selbstzweifeln und Sorgen.

    Nun überlege ich ernsthaft, ob ich meine Stelle kündige, die Dr.-Arbeit so kurz vorm Ende abbreche und in einer ungewissen Zukunft einen Neuanfang starte. Dieses "aktiv-sein" scheint mir wesentlich erträglicher, als in dieser unerträglichen Situation auszuharren.

    Mir wird oft gesagt, dass ich mich zu sehr unter Druck setze, aber ich weiß nicht, wie ich das unterbinden soll, wo doch mein Lebensglück davon abzuhängen scheint, dass ich meine Arbeit hier endlich beende.

    Kann mir irgendjemand einen Rat geben:
    - entweder zu der Promotions-Situation (so kurz vorm Ende aufgeben?)
    - oder zu meiner Neigung, mich ständig unter Druck zu setzen und stattdessen geduldig zu sein (eigentlich geht es mir ja "gut", weingstens finanziell und immerhin habe ich eine gute Beziehung - warum nicht damit zufrieden und dankbar sein?)

    Ist es wirklich so schwer, sich mit einem nicht-perfekten Lebenslauf irgendwo zu bewerben?

    Werde ich es mein Leben lang bereuen, wenn ich aufgebe?

    Wie kann ich gelassener werden und optimistischer?

    Danke, dass ihr das durchgelesen habt und falls ihr Tipps oder Anmerkungen oder Fragen habt, nur zu!

    Liebe Grüße,
    Shirley

    #2
    Liebe Sirley,

    bin jetzt leider in Zeitdruck, aber in Kürze:
    - gräßliche Gefühle gehören- auch beim hochmotivierten Schreibern- immer dazu, und gerade in der Endphase
    - wielange denkst, soll es noch dauern? ich glaube, dass ein spätes Abbrechen echt furchtbarin seinen Auswikungen sein kann
    - hast Du andere, die auch promovieren? dann kannst Du es machen wie ich, dich in der Bibliothek treffen zu gemeinsamen Arbeitseinheiten, das macht Spaß und motiviert (also jeder macht natürlich seins, aber es hilft einfach, wenn andere auch was tun)

    später mehr...einen schönen tag! geh die Publikationen schritt für schritt an.

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      #3
      man kann da nicht wirklich etwas raten, Shirly
      dafür sind diese Fragestellungen zu komplex und auch zu individuell.
      Aber die Problemlage an sich ist öfter anzutreffen.

      Wenn ich meine ehemalige Freundin fragen würde, ob sie ihre Promotion bereut hat (sie hat sich die Fragen, die Du Dir stellst sehr oft gestellt), würde sie wahrscheinlich sagen ,nein.
      Das gleiche Spiel ging dann bei der Habilitaiton von vorn los.

      Ich glaube schon, dass sie heute, wenn sie noch mal die Möglichkeit hätte, einen anderen Weg eingeschlägen hätte.
      So klingt es jedenfalls zur Zeit manchmal. Aber ich habe ihr auch schon gesagt, das es im Grunde egal sei, weil sie so eine Grundtendenz entwickelt hat, nach einer Gewissen Zeit alles für eine Fehlentscheidung zu halten. Das ist jedenfalls meine Eindruck.
      Ich weiß nicht, ob Du damit was anfangfen kannst.

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        #4
        Hallo ihr 2,
        vielen Dank für Eure Antworten!

        Zitat von sonnenfell Beitrag anzeigen
        - wielange denkst, soll es noch dauern? ich glaube, dass ein spätes Abbrechen echt furchtbarin seinen Auswikungen sein kann
        - hast Du andere, die auch promovieren? dann kannst Du es machen wie ich, dich in der Bibliothek treffen zu gemeinsamen Arbeitseinheiten, das macht Spaß und motiviert (also jeder macht natürlich seins, aber es hilft einfach, wenn andere auch was tun)
        Zu der Frage, wie lange es noch dauern soll: wenn ich das nur wüsste Dieses Jahr soll es auf jeden Fall noch werden, lieber heut als morgen. Realistische Angaben fallen mir schwer, da die Publikation an meiner Chefin hängt, die eigene Vorstellungen davon hat, wie sie die geschrieben haben möchte, meine Zuarbeiten hat sie und ich versuche, so oft wie möglcih Termine zu machen, aber leider werde ich seit längerem (Januar) immer wieder vertröstet, weil sie so viele andere Verpflichtungen hat.

        Andere, die mich motivieren habe ich leider nicht. Diejenigen, die ungefähr soweit sind wie ich, machen lieber ihr Ding allein. Irgendwie scheinen hier viele lieber Einzelkämpfer zu sein Ich bin das gar nicht und habe auch schon mehrfach versucht, mir Hilfe/Unterstützung/Rat zu suchen, aber es gibt niemanden, der genau in meiner Schreibphase steckt oder mit den gleichen Problemen zu kämpfen hätte. Das war während der Diplomarbeit viel einfacher und praktischer...

        @Hubert:
        Hmm, ich weiß nicht, ob ich auch so bin und alles für eine Fehlentscheidung zu halten... Nach der Promotion will ich definitiv nicht weiter machen (habilitieren käme nie in Frage). Ich denke, ich habe zu spät erkannt, was ich eigentlich will und was ich kann. Ich dachte immer, man müsse möglichst perfekt ausgebildet sein um sich später auf dem Arbeitsmarkt behaupten zu können. Ich habe versucht, immer alles "richtig" zu machen, aber nun wird mir langsam klar, dass es auch äußere Umstände und Schwierigkeiten gibt, die man nicht selbst beeinflussen kann (so sehr man sich auch bemüht). Es fällt mir schwer, mich damit zu arrangieren. Z.b. dass meine Chefin kaum Zeit für mich hat, ich daher alles auf die lange Bank schieben muss und eigentlich doch aber zum Ende kommen will und endlich mein Leben so in die Hand nehmen wie ich es eigentlich will (mehr von den Dingen tun, die zu mir passen, mir gut tun -> die Erkenntnis kam sehr spät, als ein Abbrechen schon zu spät war, daher wollte ich es lieber "durchziehen")

        Womit ich zu kämpfen habe, ist das Durchhalten. Nichtmal die Motivation - ich schaffe es, zu schreiben wenn ich halbwegs gut drauf bin. Solange ich das Gefühl habe, es geht voran und ich bin auf dem richtigen Weg, dann geht es. Aber gerade jetzt glaube ich, dass ich es nie schaffen werde, meine letzte Publikation mit Hilfe meiner Chefin zu schreiben, weil es leider sehr von ihr abhängt. (Sie hat ihre ganz bestimmten Vorstellungen und meine Entwürfe hat sie immer wieder verworfen und meinte, sie schreibt es lieber selbst. Hat aber keine Zeit dafür. Das ist ne blöde Zwickmühle, die mich so furchtbar passiv und ausgeliefert fühlen lässt.)

        Ich weiß, dass diese Probleme immer sehr individuell sind. Und ich suche hier auch nach keiner Patentlösung (wäre zwar zu schön )

        Nein, vielleicht hilft es mir auch wenn mir ab und zu jemand Mut macht oder sich meine Ängste anhört. Deshalb habe ich geschrieben... Und ich wüsste gern, wie man sich weniger unter Druck setzen könnte, die biologische Uhr ignorieren und hoffnungsvoll und optimistisch in die Zukunft schauen könnte.

        Danke nochmal fürs Lesen.
        Liebe Grüße,
        Shirley

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          #5
          Hi Shirley!
          Ich finde, dafür, dass Du mit der Promotion "nur" angefangen hast, weil Du Dir vom Titel bessere Jobchancen versprochen hast, und eigentlich für den Prozess selbst wenig Motivation hattest, so wie Du schreibst, bist Du schon sehr weit gekommen - Respekt, Respekt!
          Was würde Dir ein einem oder zwei Jahren fehlen, wenn Du jetzt abbrechen würdest?
          Zur biologischen Uhr - wie alt bist Du denn? Ich finde, so richtig kann man das eigentlich nicht planen. Es wäre ja durchaus möglich, dass Ihr nächsten Monat zusammenzieht, Du die Doktorarbeit schmeisst, Ihr sogar Euren Auslandsaufenthalt absagt, und dann irgendwann in 3 Jahren schwanger werdet und Du Dir sagst - tja, in der Zeit hätte ich das jetzt auch noch alles geschafft...
          Zu motivierenden Mitstreitern - wenn es in Deinem direkten Umfeld niemanden gibt, wie sieht's auf diesen Tagungen aus, mit Leuten, die direkt mit Deinem Thema zu tun haben? Könnte Dich die Aufgabe "auf der nächsten Tagung suche ich mir jemanden, mit dem ich regelmäßig Telefonate und Emails zur Motivation austauschen will" vielleicht noch motivieren?
          In welcher Phase bist Du gerade - schreibst Du "nur" noch, oder musst Du noch Forschungsreihen zu Ende bringen? Im ersteren Fall - könntest Du die Arbeit auch im Ausland fertig stellen? Oder ist Deine derzeitige Stelle absolut mit der Beendigung verbunden? Könntest Du Dir vorstellen, mit Deinem Partner den Auslandsaufenthalt und die Beendigung des schriftlichen Teils Deiner Arbeit zu verbinden? Vielleicht würden sich daraus noch neue Impulse ergeben, die die letzte Phase "erträglicher" machen? Oder die sogar Spaß machen würden?
          Und dann noch eine Frage - auf Deinem heutigen Kenntnisstand: BRAUCHST Du die Doktorarbeit und den Titel und die Publikation noch, für Deine derzeitige Zukunftsplanung?

          Ein spannendes Thema...

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            #6
            Ich hab mal so nachgedacht.. wenn man ein Studium schmeißt, hat man immerhin was gelernt bis dahin, aber bei einer Diss, besonders wenn sie eher ein Pflicht-Ding ist, geht es eher nach dem alles oder nichts Prinzip, also steht man dann irgendwie mit leeren Händen da.

            Oft hat man auch eine unbewusste Angst vorm beenden. Ich hatte am Donnerstag noch Arbeit zu tun von ca 2 Stunden, bevor ich einen Teil der Arbeit an meine Profs schicken konnte- und habe den ganzen Tag lamentiert, dass ich diese völlig ungerechte Arbeit bei dem schönen wetter niemals schaffen kann (vorher waren tägliche 7 stunden kein Problem...).. irgendwann am späten abend hat dann die vernunft gesiegt... das nur zur Illustration.

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              #7
              Zitat von Snuffles Beitrag anzeigen
              Hi Shirley!
              Ich finde, dafür, dass Du mit der Promotion "nur" angefangen hast, weil Du Dir vom Titel bessere Jobchancen versprochen hast, und eigentlich für den Prozess selbst wenig Motivation hattest, so wie Du schreibst, bist Du schon sehr weit gekommen - Respekt, Respekt!
              Hi Snuffles, danke Dir, das hat mir echt gut getan zu lesen. Ich denk immer, das ist doch nichts, machen doch so viele andere auch...

              Was würde Dir ein einem oder zwei Jahren fehlen, wenn Du jetzt abbrechen würdest?
              Hmm, die Bestätigung, es geschafft zu haben, mich da durchgebissen zu haben und mir bewiesen zu haben, dass ich es kann. Und wahrscheinlich halbwegs annehmbare Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

              Zur biologischen Uhr - wie alt bist Du denn? Ich finde, so richtig kann man das eigentlich nicht planen. Es wäre ja durchaus möglich, dass Ihr nächsten Monat zusammenzieht, Du die Doktorarbeit schmeisst, Ihr sogar Euren Auslandsaufenthalt absagt, und dann irgendwann in 3 Jahren schwanger werdet und Du Dir sagst - tja, in der Zeit hätte ich das jetzt auch noch alles geschafft...
              Hmm, auch ein interessanter Denkansatz. Ich bin 29. Geht vielleicht noch, in der heutigen Zeit, aber mir ist 30+ eigentlich schon zu spät. Aber Du hast recht, diese was-wäre-wenn-Vorstellung ist irgendwie gut. Muss die mir noch ein paarmal vorbeten, dann hilft es vielleicht beim Geduld-Üben.

              Zu motivierenden Mitstreitern - wenn es in Deinem direkten Umfeld niemanden gibt, wie sieht's auf diesen Tagungen aus, mit Leuten, die direkt mit Deinem Thema zu tun haben? Könnte Dich die Aufgabe "auf der nächsten Tagung suche ich mir jemanden, mit dem ich regelmäßig Telefonate und Emails zur Motivation austauschen will" vielleicht noch motivieren?
              Hmm, direkt mit meinem Thema eher weniger, bzw. liefe das dann eher auf Konkurrenzdenken aus, so nach dem Motto, wer kriegt die Ergebnisse schneller veröffentlicht. Weniger nach dem Prinzip, am selben Strang zu ziehen, leider. Außerdem wollte ich eigentlich vor dem Ende jetzt zu keiner Tagung mehr fahren.

              In welcher Phase bist Du gerade - schreibst Du "nur" noch, oder musst Du noch Forschungsreihen zu Ende bringen? Im ersteren Fall - könntest Du die Arbeit auch im Ausland fertig stellen? Oder ist Deine derzeitige Stelle absolut mit der Beendigung verbunden? Könntest Du Dir vorstellen, mit Deinem Partner den Auslandsaufenthalt und die Beendigung des schriftlichen Teils Deiner Arbeit zu verbinden? Vielleicht würden sich daraus noch neue Impulse ergeben, die die letzte Phase "erträglicher" machen? Oder die sogar Spaß machen würden?
              Ich bin wirklich in der letzten Schreibphase. Experimente sind abgeschlossen und nun müssen "nur" noch die letzten Ergebnisse publiziert werden. Daran hängt es momentan, weil meine Chefin ganz eigene Vorstellungen hat, die ich leider nicht so umgesetzt bekomme (habs nach x Versuchen aufzugeben, ihre Gedanken umzusetzen), wie sie gern hätte und ich kann und darf es leider nicht im Alleingang machen. Leider sind die Ergebnisse auch recht schwirig zu interpretieren. Ich glaube oft, dass es sowieso nie publiziert wird, weil es einfach zu wenig Neuheitswert hat.

              Im Ausland zuende schreiben geht nicht (glaube ich). Ich muss ja dann auch hier verteidigen, und auch die Besprechungen mit meiner Chefin (wenn sie denn mal Zeit für mich hat) sind persönlich wohl am konstruktivsten als per Mail oder so. Ich denk, das wär zu kompliziert, aber ich denk nochmal drüber nach. Eigentlich wollte ich das ganze aber abgehakt haben, bevor es losgeht, eins nach dem anderen, und nicht noch diesen (psychischen) Ballast mit mir rumschleppen.

              Und dann noch eine Frage - auf Deinem heutigen Kenntnisstand: BRAUCHST Du die Doktorarbeit und den Titel und die Publikation noch, für Deine derzeitige Zukunftsplanung?
              Tja, wenn ich das wüsste. Es heißt überall, ohne den Titel sei es schwer, als Naturwissenschaftler überhaupt eine Stelle zu bekommen. Ich will zwar nicht weiter in der Forschung arbeiten, aber auch in der Industrie, selbst in kleineren Firmen stellen sie eher Leute mit Dr.-Titel ein oder dann eben Technische Assistenten. Für das Dazwischen ("nur" Diplom) gibt es weniger Chancen. Soweit das was man "so sagt". Ich wäre froh, wenn mir jemand etwas anderes sagen würde.

              Ich danke Dir auf jeden Fall fürs Brainstorming! Ein paar Gedanken helfen mir auch ein bisschen weiter. Und überhaupt dass mir jemand zu"liest".

              Liebe Grüße,
              Shirley

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                #8
                Zitat von sonnenfell Beitrag anzeigen
                Ich hab mal so nachgedacht.. wenn man ein Studium schmeißt, hat man immerhin was gelernt bis dahin, aber bei einer Diss, besonders wenn sie eher ein Pflicht-Ding ist, geht es eher nach dem alles oder nichts Prinzip, also steht man dann irgendwie mit leeren Händen da.
                Hi Sonnenfell,
                Du hast Recht. Das mit dem Hinschmeißen bringt irgendwie kaum Vorteile, außer mich aus dem momentan herrschenden Gefühl, nicht das machen zu können/dürfen was ich eigentlich geplant habe, zu befreien. Und ob das dann lange anhält, weiß ich auch nicht.

                Oft hat man auch eine unbewusste Angst vorm beenden.
                Hmm, hab ich auch schon oft gehört und drüber nachgedacht und sicher schwingt das auch mit. Ist aber jetzt gerade nicht so der Fall, weil es ja gerade nicht an mir hängt, sondern am Wohlwollen (und der Zeit) meiner Chefin.

                Ich muss wohl einfach noch länger durchhalten und nicht so sehr Panik schieben, dass es nie etwas wird.
                Weniger so: --> Mehr so: (Irgendwelche Tipps?? )

                Liebe Grüße,
                Shirley

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                  #9
                  sich zwischendurch gutes tun, bewusst nix interlektuelles; und halbwegs ausgeruht an die einzelnen Phasen ran.

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                    #10
                    Oh Mann, heut gehts mir gar nicht gut. Hab den ganzen Morgen schon so ein beklemmendes Gefühl im Magen, versuche das irgendwie zu ignorieren oder mir einzureden, dass doch alles nicht so schlimm ist. Ich würde am liebsten weglaufen und mich verstecken. Und ich fühl mich dieser Situation so ausgeliefert und allein. Genau deshalb will ich es ja endlich zu einem Ende bringen, weil ich diese Angst-Gefühle, die immer wieder kommen, nicht mehr aushalte. Aber es liegt nicht in meiner Hand, wie lange es noch dauert. Genau das ist das Schlimme Ich hab gestern schon den ganzen Tag nichts geschafft, soll das heute so weiter gehen?

                    Sorry, musste mal kurz jammern.....

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                      #11
                      warum liegt es nicht in Deiner Hand? (hab da wohl was überlesen..)

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                        #12
                        Noch einen Tipp: mach doch mit Dir eine Zeit aus, bis zu der Du erstmal einfach durchälst, also z.B. März 2011. und wenn es bis dahin schlecht aussieht, verahandelst Du neu mit Dir. Dann musst Du nicht ständig Grundsatzdebatten mit Dir führen.

                        Ich muß morgen hier zuhause schreiben, und wenn Du magst können wir uns verabreden, und gemeinsam starten, und uns in der Mittagspause ein wenig austauschen... oft bin ich in der Bibliothek, aber diese Woche muß ich viel zuhause sein, weil unser Hund gerade ein OP hatte.
                        Ich fange so zwischen 9.0-10.00 Uhr an...

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                          #13
                          Das hört sich so an, als bräuchtest Du im Moment ganz aktuell Hilfe. Dieses Ausgeliefertsein-Gefühl ist wohl in der Situation wie Deine Chefin Dich gerade "am ausgestreckten Arm verhungern lässt" sehr normal. Kannst Du mal mit Deinem Doktorvater über die Situation sprechen, und Dir da Unterstützung holen?

                          Zur Familienplanung: Ich bin jetzt 37 und hab das Thema auch noch nicht "aufgegeben"... ;o) Im Moment geht's grad nicht, da ich noch die Brötchen verdiene, und ich verstehe auch absolut die "irgendwann ist's zu spät" Gedanken (da geht's ja nicht nur um biologische Möglichkeiten, sondern auch um "wie gut kann ich mit 50+ noch mit Teenie-Quatsch umgehen" etc...) - ich wollte das nur mal einwerfen, so gegen die Torschlusspanik. Ich habe auch das Gefühl, dass 30 bei vielen Frauen da so eine riesige Grenze darstellt...
                          Achja, und meine Mama hat mich übrigens mit 41 gekriegt. Als ich meinen Teenie-Quatsch hatte, haben wir uns nicht wirklich gut verstanden, das war schon ne harte Zeit, aber jetzt sind wir die besten Freundinnen und sie ist eine sehr fitte 80jährige... Nur mal so... von der anderen Seite der 30...

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                            #14
                            Jetzt hab ich das erstmal richtig gelesen

                            Also, bei meinen "Mitschreibern" war es so, dass sie cehn Verhältnissen in ähnlich problematischen Verältnissen waren wie Du- bei ihnen war es jedesmal der Weg, offensiv klare Worte zu sprechen, und ggf klar zu machen, dass man nur bis zu einer bestimmten Grenze noch das Hick hack mitmacht... bei eier wurde vom DV mherfach das Thema infrage gestellt..

                            da ich extern promoviere kenn ich diese Art von Stress nicht, aber es scheint wichtig zu sein, sich nicht nur unterzuordnen... und Du hast wenig zu verlieren, weil Du dann zumindest eine ungeliebte Tätigkeit los wärst...

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                              #15
                              Hallo Sonnenfell,
                              Zitat von sonnenfell Beitrag anzeigen
                              warum liegt es nicht in Deiner Hand? (hab da wohl was überlesen..)
                              In Kürze: Ich muss (lt. Doktorvater) noch eine Publikation einreichen, bevor ich die Dissertation abgeben darf. Die Daten dazu sind vorhanden, aber meine Chefin/Betreuerin möchte dieses paper nach genau ihren Vorstellungen geschrieben haben oder besser selbst schreiben und ich habe da wenig Macht, sie anzutreiben. Sie hat einfach keine Zeit, einen riesigen Stapel an anderer Arbeit auf ihrem Schreibtisch und vertröstet mich immer wieder.


                              Zitat von sonnenfell Beitrag anzeigen
                              Noch einen Tipp: mach doch mit Dir eine Zeit aus, bis zu der Du erstmal einfach durchälst, also z.B. März 2011. und wenn es bis dahin schlecht aussieht, verahandelst Du neu mit Dir. Dann musst Du nicht ständig Grundsatzdebatten mit Dir führen.
                              Der Tipp ist an sich nicht schlecht, aber das habe ich vor einem Jahr schon gemacht. (Bin ja jetzt auch schon 5 Jahre dabei und das ist schon wirklich lang und sieht auch bei Bewerbungen später nicht gut aus )
                              Dann hatte ich Anfang dieses Jahres mit ihr geredet und meinen Plan, in 3 Monaten einzureichen (das wäre dann jetzt) unterbreitet. Sie fand das völlig ok und machbar. Jetzt aber schiebt sie ständig anderes vor, vertröstet mich und ich muss meine PLäne immer wieder nach hinten schieben. Klar könnte ich sagen, ich warte jetzt nochmal 6 Monate. Aber es ist nicht gesagt, dass sie dann endlich mal Zeit hat. Und ich denke immer, dass ich doch nur dieses eine Leben habe, das hier macht mich nicht glücklich, ich habe Pläne und ich finde es furchtbar wie es gerade läuft.

                              Ich muß morgen hier zuhause schreiben, und wenn Du magst können wir uns verabreden, und gemeinsam starten, und uns in der Mittagspause ein wenig austauschen... oft bin ich in der Bibliothek, aber diese Woche muß ich viel zuhause sein, weil unser Hund gerade ein OP hatte.
                              Ich fange so zwischen 9.0-10.00 Uhr an...
                              Das können wir gern machen, ich kann mich wegen meiner Sorgen gerade sehr schwer konzentrieren, aber muss ja doch noch ein bisschen zu den Sachen schreiben, die nicht direkt mit der Publikation zu tun haben. Dazu wäre eine solche Verabredung sicher hilfreich. Danke!

                              Liebe Grüße,
                              Shirley

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