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    Finanziell unabhängig sein

    Hallo Alle!

    Ich möchte euch etwas schreiben, was mich gerade beschäftigt.
    Es fällt mir schwer, den Titel nur in ein Stichwort zu fassen.

    Mein Traum war es immer, mich mit meiner Malerei zu betätigen, was meine Eltern mir früher allerdings ausredeten. Sicher war das gut so, denn dazu braucht man Beziehungen, wenn man davon Leben möchte. Ich habe diesen Gedanken immer weit weggeschoben, weil ich nicht an mich geglaubt habe und den Mut nicht hatte, diesen Schritt zu wagen.
    In den letzten Jahren habe ich verstärkt gemalt, hin und wieder sogar ein Bild verkauft und mich entwickelt. Ich glaube mittlerweile selber an mein Talent und habe mit meinem Job definitiv zu wenig Zeit, zu malen, um wirklich ernsthaft eine Entwicklung zu machen.

    Mein Freund hat mir nun angeboten, diesen Traum zu leben.
    Er will mich unterstützen und hat gute Ideen, wie ich meine Bilder vermarkten könnte, ohne ausschließlich auf eine Galerie angewiesen zu sein, die man normalerweise braucht.

    Mein Leben war aufgrund diverser familiärer Umstände immer darauf ausgelegt, niemals finanziell abhängig von einem Mann zu sein.
    Der Gedanke zu heiraten war für mich total abwegig.

    Nachdem ich mich 1 Jahr mit diesem Thema beschäftigt habe, werden wir demnächst heiraten.
    Obwohl ich mich auf dieses Abenteuer einlassen möchte, beschleicht mich immer mal wieder die Sorge, dass ich mit dieser finanziellen Abhängigkeit nicht klarkomme.
    Besonders dann, sollte ich tatsächlich erfolglos bleiben.

    Welche Ideen habt ihr, wie ich genug Zeit haben kann, zu malen und trotzdem Geld verdienen könnte, um mich unabhängiger zu machen?

    Auf eure Ideen freut sich
    Franziska

    #2
    der klassiker ist, kurse zu geben, für Kinder, ältere Leute, etc.

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      #3
      Liebe Sonnenfell,

      ja, das stimmt und erlebe ich oft, habe selber schon öfter an solchen Workshops teilgenommen, die Künstler geben.
      Ich habe jedoch keine Ausbildung auf dem Gebiet.
      Ob das notwendig ist, kann ich sicher "ergooglen".
      Jedoch ist das eine Arbeit, die ich wie ich mich einschätze nicht gut kann.

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        #4
        die andere Möglichkeit ist, einen Brotberuf mit wenig Aufwand zusätzlich zu haben, Juĺia Cameron schreibt darüber einen schönen abschnitt, ich glaube im "den weg des künstlers weitergehen"...

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          #5
          Ohhh, ja richtig!
          Dieses Buch habe ich mir doch mal gekauft!
          Und nie gelesen.
          Das mache ich mal.
          Danke!
          Ich habe auch schon überlegt, ob ich meinen beruf einfach auf 3 Tage in der Woche reduzieren kann.
          Jedoch ist das in meiner jetzigen Firma nicht möglich, weil sie 70km entfernt von meiner dann neuen Heimat liegt.
          So müsste ich dann 2 Wohnsitze haben und das bedeutet den gleichen Stress wie heute.
          Ich kriege einfach meinen Alltag hier nicht mehr geregelt, wenn ich am Wochenende Freizeit leben will.
          So eine Wochenendbeziehung finde ich logistisch total anstrengend zu realisieren.
          Auf Dauer reibe ich mich auf durch die Arbeit zu Hause, zu lange Arbeitszeit, Freundschaften und Familienkontakte pflegen.
          Also müsste ich mir eine neue Arbeit im neuen Heimatort suchen, in die ich mich dann auch noch neu hineinknien müsste.

          Mal lesen, was Julia Cameron vorschlägt.
          Solche Entscheidungen trifft man normalerweise mit 30.
          Aber mit fast 50 komme ich mir schon etwas crazy vor.
          Wenn ich das aber nicht versuche, werde ich mich über die entgangene Chance möglicherweise irgendwann grämen.

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            #6
            das glaube ich auch. ach, das mit der zeit ist alles relativ. ich hab r auch nicht alles in der "richtigen" Reihenfolge gemacht...

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              #7
              Ich bin sicher, das tun zu wollen.
              Auch wenn ich schon etwas älter bin.
              Mir wird nur manchmal schwindelig von meinem Mut.
              Und bekomme es dann mit der Angst, weil ich meine Prägung, die auf finanzieller Unabhängigkeit von privaten Kontakten aufgebaut war, nicht so leicht abschütteln kann.
              Ich habe Zeit meines Lebens den Mut von Frauen bewundert, ihre Jobs an den Nagel zu hängen, weil sie schwanger waren.
              Das wäre mir nie eingefallen.

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                #8
                Zitat von Franziska Beitrag anzeigen
                Und bekomme es dann mit der Angst, weil ich meine Prägung, die auf finanzieller Unabhängigkeit von privaten Kontakten aufgebaut war, nicht so leicht abschütteln kann.
                Vielleicht lohnt es sich vor allem dieses Thema zu allererst anzugehen. Wenn diese Angst weniger ist wird es sicher einfacher und vor allem - freier.

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                  #9
                  liebe franziska,

                  ich war 42 jahre alt, als ich beschloss nur noch in "teilzeit" zu arbeiten, um meinem kreativen ich endlich mehr aufmerksamkeit zu geben. vor zwei jahren habe ich ein gewerbe angemeldet und arbeite seit dem an diesem meinem zweiten standbein.

                  im job muss du funktionieren - zum LEBEN gehört sein ICH ausleben.

                  bin sehr glücklich mit dieser entscheidung, die ich für mich getroffen hatte.
                  ich arbeite nur noch 18 std. als angestellte - den rest an zeit ist für mich bestimmt.

                  hier noch ein tipp. informiere dich bei einem steuerberater. es gibt gewisse gehaltsgrenzen, die dem arbeitgeber eine geringe zuzahlung und dir ein mehr an netto ermöglichen. das wissen nur wenige und arbeitgeber schon gar nicht.
                  mein teilzeitgehalt alleine reicht bereits als finanzielle sicherheit und man ist weiterhin kranken- und sozialversichert. als anfang seiner selbstständigkeit im kreativen sektor denke ich sehr wertvoll - zwinker.

                  sehr gute informationen zur selbstständigkeit habe ich über eine kostenlose existenzgründungsberatung erhalten, die als wirtschaftsförderungsgesellschaft für meinen landkreis tätig ist. dort habe ich auch anregungen für mögliche kooperationspartner erhalten.

                  die idee kurse anzubieten ist doch toll. bewerben könntest du diese auch in einem kreativladengeschäft vll sogar in kooperation mit diesem?

                  zudem noch ein gedankengang. ich habe mich davon gelöst künstlerisch "nur das zu entwickeln, was ich besonders liebe" ... natürlich widme ich mich auch meinen lieben, aber ich denke auch an das, was ich als marktlücke in den verkauf bringen kann, was mir defintiv einnahmen bringt. habe mich hier an alte bekannte erinnert, die keine unbedeutenen künstler sind. sie fertigten vieles von dem was ihnen ihr unabhängiges leben sichert - aber auch und vor allem das, was sie in der kunstszene erfolgreich macht. das eine schließt das andere nicht aus.

                  NUR MUT!!! ich fand ihn auch und bin dankbar und GLÜCKLICH!!! diese wegeweisende entscheidung für mich getroffen zu haben!!!

                  liebe grüsse

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                    #10
                    Zitat von Franziska Beitrag anzeigen

                    Ich habe auch schon überlegt, ob ich meinen beruf einfach auf 3 Tage in der Woche reduzieren kann.
                    Jedoch ist das in meiner jetzigen Firma nicht möglich, weil sie 70km entfernt von meiner dann neuen Heimat liegt.
                    o.k. franziska, da möchte ich etwas anmerken.

                    70 km fahrtweg... ich finde das ist für drei tage in der woche sehr machbar. wenn ich bedenke, das ich in der großstadt täglich ca.50 min für einen arbeitsweg benötigte... habe die fahrtzeit zum abschalten genutzt. in öffentlichen verkehrsmitteln mit musik im ohr - im auto mit hörbuch oder musik zum mitsingen denke darüber nach.

                    liebe grüsse

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                      #11
                      Liebe Franziska,

                      eine Idee möchte ich auch noch für dich hier lassen. Ich mag allerdings gleich vorweg sagen, dass es meine Geschichte ist, die ich hier erzähle, und dass sie absolut nichts mit dir zu tun haben muss. Wenn du meinst, dass sie nicht zu dir passt, dann vergiss sie einfach wieder...

                      Ich habe mir schon als Schülerin gewünscht, nicht nur mit sondern auch von meiner Schreiberei zu leben und es gab auch immer die eine oder andere vielversprechende Phase in der ich annahm, dass ich jetzt endlich auf dem Absprung in die große Freiheit stehen würde. Als ich etwas älter als dreißig war und mit meinem Referendariat gerade einen ziemlich Flop gelandet hatte, bot mir mein damaliger Mann an, meine Pläne zu unterstützen. Ich sollte zuhause bleiben und an meiner Autorinnenkarriere basteln, während er in die Uni gehen und Geld verdienen würde und in der Tat war es so, dass sein Gehalt nach einer Beförderung zum akademischen Rat höher war, als unser früheres gemeinsames Einkommen. Ich habe dieses großzügige Angebot damals gerne angenommen, aber diesen Schritt habe ich nicht ganz sechs Monate später schon bitter bereut. Obwohl ich vorher immer schon die eine oder andere Kurzgeschichte verkauft oder einen Job als Texterin ergattert hatte, lief ich jetzt geradewegs in eine Flaute, die einfach nicht abreißen wollte und bereits nach zwei oder drei Monaten saß ich Morgen für Morgen untätig an meinem Schreibtisch, weil selbst an meinem damaligen "Großprojekt" (einem historischen Jugendroman) nicht mehr weiter arbeiten konnte...

                      Keiner außer mir selbst hat mir die Hölle heiß gemacht, weil es mir partout nicht gelingen wollte, wenigstens einen kleinen Obulus für die Haushaltskasse dazu zu verdienen, aber die Situation hat mich in eine ziemlich derbe Schreibblockade manövriert. Als ich schließlich eine halbe Stelle als pädagogische Mitarbeiterin in einem Internat antrat, sprudelten die Ideen sofort wieder und ich habe in dieser Zeit einige Rollenspiel-Szenarios geschrieben, die nicht zu meinen schlechtesten Arbeiten gehören.

                      Bei mir ist es wohl auch so, dass es mein Innerer Besserwisser nahezu unmoralisch findet, wenn ein gesunder Mensch ohne erziehungsbedürftige Kinder oder pflegebedürftige Eltern auf Kosten anderer lebt und ich bin ziemlich sicher, dass ich dieses Experiment nicht mehr wagen würde...

                      Aber das sind keine Lebensweisheiten sondern nicht mehr als zwei Cent
                      aus der Tasche der Tintenweberin...

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                        #12
                        @Shaina
                        Beim Schreiben dieses Satzes habe ich schon gedacht, dass da der Hase im Pfeffer liegt. Du hast sicher Recht, dass es hilfreich wäre, dieses Thema zu bearbeiten.
                        Aber ich bin sicher, bevor ich dieses Thema gelöst habe, ist meine Malereikarriere auf ein noch höheres Alter gerutscht.
                        @Friesin1964
                        Ich befürchte, dass mein Arbeitgeber diese Zeitreduzierung nicht mitmachen wird, da meine Stelle so schlecht ausgefüllt werden kann.
                        Aber ich werde es auf jeden Fall so versuchen.
                        Zumindest für den Anfang wäre das ja vielleicht ein Weg.
                        Auch wollte ich meinen Arbeitgeber fragen, ob es möglich wäre von zu Hause zu arbeiten, was auch praktisch kaum vorstellbar ist.
                        Aber Versuch macht kluch.
                        Danke für Deine Erfahrungsschilderung. Das macht Mut.
                        @Tintenweberin
                        Auch Dir danke für die Schilderung Deiner Erfahrungen.
                        Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es mir ähnlich gehen wird.
                        Daher ja auch die Suche nach einem Ausweg.
                        Ich werde sehen, was ich arbeiten kann, wo und wie viel.
                        Wahrscheinlich findet sich eh alles, wie von selber.
                        Aber ich bin eben gerade dabei, etwas aufzugeben, das mich sehr viel Einsatz gekostet hat.
                        Auch wenn ich so nicht unbedingt weiter machen möchte, ich könnte es.
                        Würde dabei nichts verlieren, jedoch auch nichts gewinnen.

                        Aber eure Antworten machen mir Mut.
                        Immerhin schreibt keiner von euch: SPINNST DU?

                        Liebe Grüße
                        Franziska

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                          #13
                          Hallo Franziska und all die anderen, die in diesem Faden was geschrieben haben, bin neu hier, grad erst angekommen und endlich an der richtigen Adresse, aber dazu ein andermal, bin zeitig aufgestanden und hundemüde, aber wenn ich das hier jetzt nicht reinklimpere, dann vergess ich es bis morgen.
                          Franziska, du spinnst und das ist gut so. Ich hab ein geteiltes Leben hinter mir, also da gab es eine Wende, dazu werde ich mal noch schreiben, hier an dieser Stelle nur soviel, dass mir da Leute, meine so genannten Freunde, mitgeteilt hatten, dass ich spinne. Das einzige was sich geaendert hatte, war dass mir mein bisheriges Leben nicht gefallen hat und ich was anderes, besseres machen wollte. Dazu gehörte auch ein kleiner Lernprozess, der damals angefangen und bis heute nicht aufgehört hat und da hab ich viele Sachen gelernt, unter anderen, dass es auf dieser Welt einen Menschen gibt, auf den ich mich zu einhundert Prozent verlassen kann. Für Dich Franziska, gibt es auch so einen Menschen, das bist naemlich du selbst. Für den einen oder anderen mag das belanglos klingen, aber in meinem Leben war das einer der grossen Unterschiede, denn seither mach ich was ich will und das war immer mein grosser Traum, sone Art Freiheit. Ich gebe zu, die gibt es auch jetzt nicht, aber viel weniger Kompromisse und da wird das Leben dann interessant.

                          Von der Malerei zu leben dürfte zumeist recht schwierig sein, aber zu leben um zu malen geht.

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                            #14
                            Hallo Lukas, willkommen hier im Forum
                            Hallo Franziska,

                            ich schließe mich Lukas' Meinung an und begrüße Deinen Mut Dich selbst zu entwickeln. Ich spiel ja auch mit der Vision mal die eine oder andere Handarbeit zu verkaufen. Bis jetzt aber ohne Nachfrage obwohl ich echt schöne Stickereien anfertigen kann
                            Für die Vermarktung via Internet fehlt mir allerdings die Erfahrung und die Konsequenz oder wie man auf die Schnelle die richtige Zielgruppe findet.

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                              #15
                              Hallo Franziska, bewahr dir deinen Mut zu Veränderung und ja, herzlichen Glückwunsch dazu!! Ich stehe selbst mit jetzt 52 Jahren in solch einem Prozess mit offenem Ausgang. Mein Endziel ist es, vom Nähen leben zu können und das Etappenziel ist eine Teilzeitstelle in Wohnortnähe als ein hoffentlich sicheres Standbein... .
                              Was hältst du davon, dir eine realistische Zeitspanne vorzunehmen, in der du messbare Erfolge erreichen willst? Damit sähe ich den Gedanken der Abhängigkeit stark eingeschränkt und wohl eher handhabbar??

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