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Mein Studium macht mich fertig

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    Mein Studium macht mich fertig

    Hallo ihr,

    ich bin derzeit in einer wirklich beschissenen Lage. Ich studiere seit... 5 Semestern... (Regelstudienzeit sind 6 Semester).
    Ich muss mir mein Studium selbst finanzieren, muss also viel arbeiten gehen, wodurch ich kaum Zeit zum studieren habe. Ich habe noch Hausarbeiten aus dem vorletzten Semester nicht eingereicht, weil ich es einfach nicht geschafft habe. Dazu kommen noch die von letztem und diesem Semester. Und die Bachelor-Arbeit kommt jetzt auch bald.

    Mein Problem ist derzeit wirklich, dass ich nicht lernen kann. Ich habe ständig Heulkrämpfe, schlechte Laune, Motivationslosigkeit und kann kaum noch Entscheidungen treffen. Alles ist irgendwie schwarz derzeit. Der einzige Lichtpunkt ist mein Freund, aber der kann mir auch nicht wirklich helfen. Ich kann mich an nichts erfreuen, nehme mir oft extra frei um was für die Uni zu tun und tu dann im Endeffekt doch nichts. Die Uni-Unterlagen liegen zwar neben mir, aber das wars auch schon. Ich schaffe es einfach nicht mich da reinzuhängen.

    Mein Freund sagt zwar immer: "Komm, sieh es als Endspurt, das schaffst Du schon!" Aber ich KANN nicht! Mich überkommt oft solch eine Wut, ich HASSE mein Studium regelrecht. Es macht mich so unglücklich! Ich starre stundenlang in der Gegend rum und mache irgendeinen Schwachsinn... und ich würde so gern mal ins Kino gehen oder ein schönes Buch lesen. Aber ich mache das nicht, weil ich es nicht geniessen könnte und ein schlechtes Gewissen hätte, weil ich ja eigentlich was ganz anderes machen müsste!

    Und mir fällt auch auf, dass bei mir auf der Arbeit irgendwie alle so gute Laune haben, viel reden und lachen, und ich nur sehr gezwungen mal ein Lächeln aus mir herausbekomme. (Obwohl ich eigentlich ein sehr fröhlicher Mensch bin / war.)

    Die nächste Klausur, die ich schreibe, wird wohl auch nichts, da ich es einfach nicht hinbekomme, zu lernen. Die schlechten Gedanken (und davon ist mein Kopf voll) hindern mich momentan an fast allem Zum Sport treiben kann ich mich auch nicht aufraffen, liege am liebsten im Bett rum und bemitleide mich selbst. Ich weiß, dass das eine echt blöde Einstellung ist, aber ich schaffe es irgendwie nicht mehr allein da raus. Immer wenn ich mich aufraffe, hält es einen halben Tag. Dann kommt eine winzige Kleinigkeit die mich wieder total aus der Bahn wirft und mich für mindestens 2 Tage total am Boden liegen lässt.

    Ich denke mittlerweile auch daran, das Studium abzubrechen, aber eigentlich will ich das nicht, weil ich ja schon so kurz vorm Ziel bin. Deshalb möchte ich etwas ändern und wieder vernünftig studieren können, aber ich weiß nicht wie. Meine Psychologin hilft mir da auch nicht viel, sie hört sich zwar mein Elend an, aber sie gibt mir keine Tips.

    Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich hatte mir für heute ganz fest vorgenommen, den Tag gut zu starten und einen guten Tag zu haben. Stattdessen habe ich fast den ganzen Tag rumgeheult und gejammert. Dann hab ich mich weinend hingelegt und habe die Arbeit abgesagt. So kann das doch nicht weitergehen.

    Habt ihr irgendwelche Motivations-Tips?

    Liebe Grüße,
    Sevilla

    #2
    Liebe Sevilla,

    kurz zu meinem Hintergrund: ich habe eine zeitlang Studienberatung gemacht und war auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis mit solchen Problemen konfrontiert, wie Du sie schilderst. Während meiner Doktorarbeit hatte ich mit einem burnoutähnlichen Zustand zu kämpfen.

    Vielleicht kann ich Dir ein paar Möglichkeiten aufzeigen oder durch meine Fragen Anrgungen geben.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

    1. Durchziehen
    2. Aufschieben
    3. Abbrechen

    1. Durchziehen
    Scheint mir in Deiner momentanen Lage schwierig, weil Dein Rückstand groß ist, Dein Zeitbudget klein und Deine psychische Verfassung angeschlagen.

    Deine Psychologin ist keine große Hilfe. Deswegen würde ich mir Hilfe von der psychologischen Beratungsstelle Deiner Universität suchen. Diese Beratungsstellen sind für Dich kostenlos, können Dir schnell mehrere Termine geben und sind mit solchen Problemen vertraut. Das hat zwei meiner Freundinnen geholfen.

    Du brauchst ein gutes Zeitmanagement und eine strukturierte und effiziente Herangehensweise und jemanden, der Dich mitzieht, motiviert und kontrolliert (am besten einen Profi, zur Not tun es auch die Freunde. Ersteres hat meine Mitbewohnerin gemacht - und ihr Studium sehr gut abgeschlossen, nachdem sie ein Jahr festhing.).

    Wichtig ist, daß Du trennst zwischen Freizeit und Arbeit (Erwerbs- und universitäre Arbeit), damit Du Dich erholen kannst. Dein Verhalten, Dinge die Dir guttun zu vertagen, um an Deinem Studium zu arbeiten, dann aber nichts für das Studium zu tun, laugt enorm aus. Du hast weder Deine "Pflicht" getan, noch Dir etwas Freizeit gegönnt. Beides macht unzufrieden und innerlich ist man total unfrei. Ich habe neben meiner 60-Stundenwoche meine Doktorarbeit zusammmengeschrieben und dafür entsprechend lange gebraucht. So etwas ist nicht zu empfehlen.


    2. Aufschieben
    Falls Dir das Studium aus guten Gründen wichtig ist für Deine Karriere, verschaffe Dir eine Verschnaufpause. Du kannst Dich aus medizinischen oder psychologischen Gründen beurlauben lassen. Deine Semesterzahl erhöht sich dadurch nicht (ich kenne persönlich entsprechende Fälle: Pfeiffersches Drüsenfieber, Depressionen).

    Die gewonnene Zeit kannst Du dafür nutzen, die unter Punkt 1. genannten Hilfen zu bekommen. Diese nützen allerdings nichts, wenn Du Dein Studium als Feind ansiehst. Nur wenn Du wieder mit Freude, statt mit enormen inneren Widerständen an Deine Aufgaben gehst, wirst Du Erfolg haben. Denn momentan scheinen Deine Widerstände so groß zu sein, daß Du unheimlich viel Kraft dafür aufwenden mußt, sie zu überwinden - und selbst dann ist Dein Ergebnis mager. Ich habe immer versucht, mir die Freude am Lernen und Schreiben zu erhalten und mich über das Privileg zu freuen, daß ich die Möglichkeit zum Studium und zur Verfolgung meiner wissenschaftlichen Interessen habe.


    3. Abbrechen
    Falls Du guten Grund hast, Dein Studium abzubrechen, tu das. Es endlos hinzuziehen, weil man sich nicht eingestehen will, daß es nicht mehr klappen wird, ist furchtbar. Mein Partner hat sich sehr lange nicht der Wahrheit stellen wollen und war weiterhin eingeschrieben. Dadurch, daß er das Studium erfolgreich abschließen wollte, hat er nichts anderes angefangen, aber mit seiner Diplomarbeit kam er trotzdem nicht weiter. Jetzt steht er ohne Ausbildung und abgeschlossenes Studium da.


    Zuletzt noch ein paar Fragen:

    Warum studierst Du?
    Warum studierst Du gerade dieses Fach?
    Gibt es Alternativen, zu einem Abschluß zu gelangen?
    Neben der Arbeit zu studieren erfordert viel Kraft und Motivation. Was hat Dich dazu motiviert, es trotzdem zu versuchen? Kannst Du diese Motivation wieder wecken?

    Ich wünsche Dir Freude, Mut und Kraft und hoffe, daß ich Dir ein wenig helfen kann.

    Falls Du manches nicht in diesem Faden erörtern willst, kannst Du mir gerne eine PN schreiben.

    Liebe Grüße
    Freundin der Weisheit

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      #3
      Liebe Freundin der Weisheit,

      vielen lieben Dank für Deine ausführliche Antwort!
      Ich habe sie gestern Abend schon gelesen, aber ich war schon zu müde um zurückzuschreiben.

      Ich möchte mein Studium auf jeden Fall abschliessen. Auch wenn mich ständig der Mut verlässt möchte ich mich da durchbeissen - mit allen Konsequenzen. Und wenn das bedeutet, dass ich eine Zeit lang unglücklich und unzufrieden bin, dann muss ich da wohl durch. Es macht mich aber auch so traurig und enttäuscht, ich habe so sehr für diesen Studienplatz gekämpf und vergaß Freudentränen, als ich endlich die Zusage hatte. Und mit der Zeit stellte ich immer mehr fest, dass mein Studium nichts, aber auch gar nichts mit Freude oder Spaß zu tun hat, sondern nur mit Druck und Stress.

      Ich habe mich gestern per Email an die psychologische Beratung meiner Uni gewendet, mal sehen was die mir antworten. Ich werde auch, wenn es möglich ist, persönlich hingehen.

      Ein Zeitmanagement und eine strukturierte Herangehensweise habe ich auch nicht - bringt das denn wirklich was? Und ich habe auch niemanden, der mich mitzieht oder kontrolliert. Gestern erst hat sich eine Komillitonin von mir als "Life-Coach" angeboten, sie will mir helfen.

      Es wollen 10 Hausarbeiten geschrieben werden, ein Praktikumsbericht (ich mache das Praktikum von Mitte Februar bis Mitte März), 1 Klausur muss nachgeschrieben werden und dann kommt die Bachelor-Arbeit! Es ist so ein Riesenberg der vor mir liegt, da hat man gar keine Motivation überhaupt anzufangen sich durchzugraben, weil: wenn ich eine geschafft habe, warten immernoch 9! Und wenn ich zwei geschafft habe, warten immernoch 8! Das heisst, so verspür ich natürlich auch kein Erfolgserlebnis, eher im Gegenteil, es ist einfach total demotivierend.

      Wo bekommt man denn so einen Profi, der einen unterstütz, her? Das ist doch sicherlich teuer, oder?

      Dein Verhalten, Dinge die Dir guttun zu vertagen, um an Deinem Studium zu arbeiten, dann aber nichts für das Studium zu tun, laugt enorm aus. Du hast weder Deine "Pflicht" getan, noch Dir etwas Freizeit gegönnt. Beides macht unzufrieden und innerlich ist man total unfrei.
      Ja genauso ist es, ich stecke in einem Teufelskreis.

      Vielleicht würde mir jetzt der eine oder andere raten, das Studium abzubrechen und mir was anderes zu suchen, aber das möchte ich nicht. Ich will das schaffen und ich weiß auch, dass ich das kann! Ich brauche wirklich nur meinen verloren gegangenen Antrieb!

      Und im Moment seh ich alles negativ. Ich rege mich über die Inhalte auf, die ich lernen MUSS, weil sie größtenteils völlig uninteressant und langweilig finde, das motiviert natürlich noch weniger. Ich muss am Mittwoch eine Präsentation halten... und dafür habe ich immerhin schon geschafft mir einen Artikel aus der Bib zu besorgen. Nur sitze ich schon wieder seit Tagen daran, ihn zu lesen, obwohl er nicht lang ist. Es ist zum Haaresträuben, ich lese eine Seite, dann lege ich ihn weg und mache irgendetwas anderes...

      Vielen Dank für Deine Hilfe liebe Freundin der Weisheit. Könntest Du mir vielleicht noch ein bißchen erzählen, wie Deine Freundinnen es geschafft haben? War ihre Situation auch so "beschissen" wie meine? Gibt es noch Hoffnung???

      Liebe Grüße,
      Sevilla

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        #4
        Fang mit Mini Einheiten an, 15 minuten, dann Pause. Konkretes ziel ist jetzt der Mittwoch.

        Blende alles andre aus, konzentriere dich nur auf diesen ersten Termin.
        wenn du den geschafft hast, kannst Du dich auf das große ganze konzentrieren, und erst dann darfst Du dir wieder Sorgen machen. Bis dahin ist das verboten!
        Am Mittwoch kann ich Dir einen Tipp für einen Arbeitsplan geben, aber vorher nicht!

        Kommentar


          #5
          Danke Sonnenfell,
          ich bin dankbar für jeden Tipp! Ich versinke im Chaos... ich habe jetzt 3 Stunden meinen ganzen Kram sortiert und habe mir eine Liste angefertigt mit allen Arbeiten, die ich schreiben muss. Ich weiß nicht ob ich lieber mit der anfangen soll, die ich hätte zuerst abgeben sollen, oder mit der, die mir einfacher und somit schneller zu schreiben erscheint...

          Aber wie Du schon sagst, erstmal kümmere ich mich um die Präsentation am Mittwoch. (und dann kann ich eigentlich gleich anfangen die nächste zu machen, weil ich die Woche darauf auch schon wieder eine halten muss). Oh mann...

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            #6
            Immer eins nach dem anderen. Erstmal Mittwoch. Dann schicke ich Dir, wenn Du magst, einen Muster, wie man bestimmte Dinge langfristig planen kann.

            Hat mir sehr geholfen, meine Diss auf Spur zu bringen, auch wenn ich aktuell etwas aufgelockerter arbeite. Aber es ist wie beim Bergsteigen: immer nur auf den nächsten Schritt achten, weder zusehr auf die Gefahren (nach unten) gucken, noch zusehr auf die Anstrengung (nach oben gucken), sondern auf den nächsten oder maximal übernächsten Schritt. kriege ich auch nicht immer hin, aber es ist wirklich die einzige Chance, nicht durchzudrehen.

            Vielleicht kann das ein ganz spannender Faden werden, eine Art Arbeits-begleitungsfaden. Aber alles erst ab Mittwoch

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              #7
              Ja von mir aus sehr sehr gerne! Ich habe einen langen und nicht einfachen Weg vor mir und würde mich über Begleitung und Unterstützung wirklich sehr freuen. Und ja, ich mag das Muster gern haben.

              Und dass Du aktuell wieder etwas aufgelockerter Arbeitest... was meinst Du damit?

              Liebe Grüße und DANKE!!!

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                #8
                naja, es ist die Frage, wie konkret man sich an Pläne halten kann / will, oder ob es ein paar Schlupflöcher gibt. Habe auch eine Zeit ohne Plan gearbeitet. Allerdings habe ich das Etappenzeil dise Woche nicht erreicht, was schon ärgerlich, aber vorhersehbar war. Muß nun überlegen, wie ich damit umgehe.

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                  #9
                  Darf ich fragen wieviele Stunden am Tag Du arbeitest (also vor dem PC sitzt, recherchierst, liest, schreibst...)? Und wie oft machst Du Pausen? Und was machst Du in den Pausen?

                  Kommentar


                    #10
                    Liebe Sevilla,

                    schau doch mal unter
                    http://forum.zeitzuleben.de/beruf-ka...beitszeit.html
                    nach, da haben wir schon ein paar konkrete Punkte diskutiert.

                    Zitat von Sevilla Beitrag anzeigen
                    Ich habe mich gestern per Email an die psychologische Beratung meiner Uni gewendet, mal sehen was die mir antworten. Ich werde auch, wenn es möglich ist, persönlich hingehen.
                    Das ist ein guter erster Schritt. Ein persönliches Gespräch wird wahrscheinlich mehr bringen als e-mails, deswegen würde ich an Deiner Stelle dorthingehen, wenn es sich machen läßt.

                    Zitat von Sevilla Beitrag anzeigen
                    Ein Zeitmanagement und eine strukturierte Herangehensweise habe ich auch nicht - bringt das denn wirklich was? Und ich habe auch niemanden, der mich mitzieht oder kontrolliert. Gestern erst hat sich eine Komillitonin von mir als "Life-Coach" angeboten, sie will mir helfen.

                    Es wollen 10 Hausarbeiten geschrieben werden, ein Praktikumsbericht (ich mache das Praktikum von Mitte Februar bis Mitte März), 1 Klausur muss nachgeschrieben werden und dann kommt die Bachelor-Arbeit! Es ist so ein Riesenberg der vor mir liegt, da hat man gar keine Motivation überhaupt anzufangen sich durchzugraben, weil: wenn ich eine geschafft habe, warten immernoch 9! Und wenn ich zwei geschafft habe, warten immernoch 8! Das heisst, so verspür ich natürlich auch kein Erfolgserlebnis, eher im Gegenteil, es ist einfach total demotivierend.

                    Wo bekommt man denn so einen Profi, der einen unterstütz, her? Das ist doch sicherlich teuer, oder?
                    Also: Ohne Zeitmanagement und einen Plan wirst Du diesen Berg schlecht bewältigen können. Du mußt ihn erst einmal in handhabbare Stücke aufteilen und diese in noch kleinere Einheiten.

                    Zum einen, weil Du Dich dann dem ganzen viel eher gewachsen fühlen wirst, zum anderen, weil Du dann planvoll und Stück für Stück vorgehen kannst, statt immer wieder von einem zum anderen zu schwanken und letztendlich zuviel Zeit mit Zweifeln zu verbringen. Kleinere Einheiten sind auch einfach realistischer, als zu erwarten, daß man einen ganzen Tag durcharbeiten kann. Weeen Deiner Erwerbsarbeit wirst Du das sowieso nur sehr selten können.

                    Struktur und Planungshilfe kannst Du über verschiedene Wege bekommen - von kostenlos bis sehr teuer. Zum einen kannst Du Dir Ratgeberliteratur besorgen, zum anderen mit Personen sprechen, die aus eigener persönlicher oder professioneller Warte (Psychologen an der Universität oder darüberhinaus, Coaches, Fachschaftler (in dieser Funktion habe ich Kommilitonen beraten)) damit Erfahrung haben.

                    Sonnenfell hat recht: erledige jetzt erst einmal das Dringendste und laß Dich durch die anderen unerledigten Dinge nicht beirren - das kostet nur unnötig Kraft. Ihr Angebot, Dir ihre Pläne zu zeigen, wird sicher interessant sein.

                    Beim Hausarbeitenschreiben (und auch bei größeren Arbeiten) kommt man schnell vom hundertsten ins tausendste. Da helfen nur klare Prioritäten und Zeitbegrenzungen.
                    D.h. z.B. bei der Literatursuche: genau definieren was Du suchst (am besten eine Liste machen, nach Wichtigkeit verschiedenfarbig markieren und Erledigtes abhaken), und ein Zeitlimit festlegen: wenn Du bestimmte Informationen suchst, solltest Du Dich nicht zu lange mit der Suche nach einer bestimmten Information aufhalten, sondern dies notfalls zurückstellen und die anderen Punkte erledigen. Falls Du das Gewünschte immer noch nicht findest, Kommilitonen oder Dozenten fragen, statt zuviel Zeit zu investieren.

                    Sehr viele Menschen haben die Angewohnheit, immer auf das noch Unerledigte zu schauen, statt auch froh über das schon Geschaffte zu sein und es zu würdigen. Das scheint mir bei Dir auch der Fall zu sein. Statt zu sagen: eine oder zwei Arbeiten habe ich schon geschafft, entmutigst Du Dich damit, noch neun oder acht vor Dir zu haben.

                    Du fragtest nach meinen Freundinnen. Sie waren waren alle in schwierige Situationen:
                    Eine (Jurastudentin) konnte ein Jahr wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers nicht studieren, weil sie so geschwächt war. Danach hatte sie Depressionen. Die Termine hat sie sich in kleine Einheiten aufgeteilt, sodaß sie zweimal pro Woche über ihre Aktivitäten berichten mußte.
                    Eine andere (Pädagogikstudentin) hatte ADHS und hat sich den ganzen Tag vermiest, weil sie alles andere abgesagt hat, um arbeiten zu können, hat dann aber nur rumgedaddelt und am Ende des Tages höchstens eine Stunde produktiv an ihrer Diplomarbeit gesessen. Sie hatte alle zwei Wochen Sitzungen mit einer Psychologin, die ihr geholfen hat, ihre Arbeit zu strukturieren.
                    Eine weitere (Physikstudentin) wurde gemobbt und hatte Depressionen. Die psychologische Beratungsstelle der Universität hat ihr mit wöchentlichen Terminen geholfen ihr Doktorarbeit abzuschließen. Außerdem hat sie Medikamente genommen.
                    Einer anderen (Biophysik) hat auch die psychologische Beratungsstelle ihrer Universität geholfen ihre Diplomarbeit abzuschließen.

                    Alle habe ich ermutigt, sich Hilfe zu suchen, als sie festhingen. Der eigene Wille muß da sein, aber auch das passende Handwerkszeug. D.h. wie schon erwähnt: Strukturieren und Priorisieren, sich nicht überforden, sich motivieren und Vermeidungsstrategien auszuschalten.

                    Ich habe seit sehr langer Zeit chronische Kopfschmerzen (in meinem Fall pausenlose und meistens starke Schmerzen) und manchmal auch Migräneanfälle. Da hilft nur Selbstdiziplin und gute Planung, um trotz dieser Störfaktoren erfolgreich die gestellten Aufgaben zu bewältigen.


                    War denn Dein ganzes Studium durch Druck und Streß geprägt? Dieser Druck kann durchaus bewußt durch die Entwerfer der Studienordnung geplant worden sein, weil diese davon überzeugt sind, daß man nur so gute Leistungen aus den Studierenden herauspreßt. In diesem Fall kannst Du nur versuchen, Dir nicht noch zusätzlich Streß zu machen, sondern Dich in diesem System klug zu bewegen. Denn eine kombinierte Streßlast kann lähmend wirken. Ich weiß das aus eigener Erfahrung, denn ich gehöre zu den Leuten, die sich selbst viel Streß machen und ich benötige den Druck von außen nicht, er stört mich eher. Andere brauchen den Druck hingegen, um überhaupt in Bewegung zu kommen.


                    Soviel für heute. Ich bin momentan recht eingespannt, lese aber mit und werde auch versuchen zu antworten.

                    Liebe Grüße,
                    Freundin der Weisheit

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                      #11
                      Liebe Freundin der Weisheit,

                      ich war gestern sehr fleissig und heute auch schon. Heute morgen habe ich bei der psychologischen Studienberatung meiner Uni angerufen und habe für nächste Woche Montag einen Termin bekommen. Ich bin gespannt, ob mir da vielleicht jemand ein wenig unter die Arme greifen kann.

                      Ich habe mir jetzt auch vorgenommen erstmal ein bißchen weniger arbeiten zu gehen und mich jetzt komplett auf mein Studium zu konzentrieren. Ich seh das alles nicht mehr ganz so schwarz, Du und Sonnenfell habt mich schon allein durch den Austausch hier ein bißchen motivieren können und ich bin bereit mich dem Berg zu stellen.

                      Auf in den Kampf!!!

                      bitte schreibt mir weiterhin!!!

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                        #12
                        Erst einmal hallo liebe Sevilla,

                        ich habe selbst letzten Herbst mein Studium begonnen und stehe gerade vor meinen ersten Klausuren, Anfang Februar kommen sechs Stück - und irgendwie sollte ich mal anfangen zu lernen
                        Anders gesagt, es kommt mir - und nicht nur durch die momentane Situation - bekannt vor, lästige Dinge immer weiter rauszuschieben, bis man irgendwann glaubt, es nicht mehr schaffen zu können.
                        Bis jetzt habe ich es zwar irgendwie immer noch geschafft, aber eben nicht so zufriedenstellend, wie es vielleicht hätte sein können, wenn ich rechtzeitig mit der Aufgabe begonnen hätte.

                        Oft geht es mir eben auch so, dass ich mir eigentlich einen ganzen Nachmittag für etwas freihalte, dann aber doch nur rumdaddele, im Internet surfe oder lese - das aber dann auch wieder nicht genießen kann, weil ich weiß, was ich eigentlich stattdessen erledigen sollte (und mich dann eben danach auszuruhen).

                        Deswegen möchte ich, wenn es dich nicht stört, sehr gerne dein Thema hier weiterlesen und -kommentieren, natürlich, um dich zu unterstützen, aber auch, um mir selbst vielleicht die eine oder andere Anregung zu holen, wie ich meinen Stress reduzieren bzw. mich selbst besser und effektiver organisieren kann.

                        Ich drücke dir auf jeden Fall ganz fest die Daumen und schicke dir ganz viel Kraft und Motivation!

                        Zitat von sonnenfell Beitrag anzeigen
                        Immer eins nach dem anderen. Erstmal Mittwoch. Dann schicke ich Dir, wenn Du magst, einen Muster, wie man bestimmte Dinge langfristig planen kann.
                        Das würde mich auch sehr interessieren, gibt es vielleicht die Möglichkeit, mir das Muster auch zu schicken oder es einfach hier zu posten?

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                          #13
                          Herzlich Willkommen liebe Rhapsy,

                          fühl Dich wie zu Hause. Heul Dich hier aus oder lass Dich hier aufpäppeln, genauso wie ich... Du wirst sehen, wie gut schon allein das tut. Sechs Klausuren ist ja auch nicht ohne...

                          Wir können uns ja gegenseitig motivieren...
                          Hast Du denn noch gar nicht begonnen zu lernen???

                          Kommentar


                            #14
                            Zitat von Sevilla Beitrag anzeigen
                            Heul Dich hier aus oder lass Dich hier aufpäppeln, genauso wie ich... Du wirst sehen, wie gut schon allein das tut.
                            Danke, das ist lieb

                            Zitat von Sevilla Beitrag anzeigen
                            Hast Du denn noch gar nicht begonnen zu lernen???
                            Nein, leider nicht
                            Ich hab mir zwar mal einen Plan gemacht, aber meine Sachen sind auch alle noch nicht geordnet...und ich weiß eben nicht genau, wo ich anfangen soll. Mein Zimmer sollte ich im Übrigen auch mal wieder aufräumen, in diesem Chaos kann ja auch keiner lernen...
                            Von den sechs Klausuren sind die ersten drei erstmal am dringendsten, weil ich die wirklich direkt hintereinander schreibe - meine Klausurtermine sehen so aus: 02.02., 03.02. (zwei Klausuren), 06.02., 10.02. und 11.02..
                            Dazu noch eine klausurersetzende Hausaufgabe, die ich am 25.01. abgeben muss, aber die soll auch nur eine Seite lang sein, das geht eigentlich (muss es halt nur tun >_<).

                            Hatte mir überlegt, heute und morgen erst einmal aufzuräumen und einen neuen Lernplan zu erstellen und dann am Mittwoch endlich mit Lernen anzufangen, ein paar Stunden müsste ich eigentlich jeden Tag schaffen.

                            Das Gute an meinem Studium ist ja, dass ich die Fächer eigentlich gerne mache und das Lernen nicht allzu langweilig sein dürfte. Hoffe ich zumindest mal *räusper*.

                            Achso, und natürlich noch ein ganz dickes Motivationslob, dass du gestern und heute schon fleißig warst, das klingt doch sehr gut

                            Kommentar


                              #15
                              Liebe Sevilla, hoffe, deine Präsentation heute ist gut gelaufen?

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