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Fehler gemacht - Kollege sauer

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    Fehler gemacht - Kollege sauer

    Hallo,

    mir ist ein Fehler unterlaufen - und ein Kollege hat nun zusätzlich arbeit und ist total sauer ...

    Was mir stinkt ist das ich einfach nicht abschalten kann - ständig geht mir wieder die Situation durch den Kopf - ich ärgere mich über mich selbst ... zumal der Kollege und ich eh nicht die besten Freund sind ... jetzt hat er wieder was gefunden ...

    Jetzt ist Pfingsten ich hab frei und bin gedanklich nur im Job - und denke über die Situation nach und habe Horror was ich noch alles falsch gemacht habe .... das ist jetzt aber schon das Xte Wochenende wo irgendwas auf Arbeit war und ich aus dem Gedankenkarusell nicht raus gekommen bin ...
    das kostet so viel Energie...

    Ich möchte einfach lernen vom Job abzuschalten wenn ich frei habe -habt Ihr Tipps????

    Gruss
    Butterfly

    #2
    Vielleicht kommt Ihr und Deine Seele besser miteinander aus wenn Du Deinem Kollegen mitteilst dass Du Dich über Deinen eigenen Fehler zu seinem Nachteil ärgerst und Du ihm mitteilst welche Chancen Du bei Dir siehst wie Du solche Fehler zukünftig auf Deiner Seite reduzieren (fast vermeiden) kannst. Er bekommt dadurch mit dass es Dir nicht egal ist und kann vielleicht auch auf Dein Verständnis hoffen wenn auch ihm einmal ein Fehler unterläuft.
    Falls Du über die Firma seine Privatadresse kennst kannst Du ihm auch eine kurze Postkarte schicken.

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      #3
      Hallo,

      vielen Dank für Deine Nachricht.

      Entschuldigen werde ich mich natürlich - aber er wird die Entschuldigung nicht annehmen - das Thema bin ich echt durch. Er ist jemand mit dem werde ich wohl nicht richtig klar kommen.

      Vielleicht kennt das jemand - es gibt Kollegen mit denen kann man so gar nicht kann und ausgerechnet da passieren dann Fehler.

      Mir geht es in letzter Zeit nicht gut und ich merke das ich mich nicht so konzentrieren kann wie früher - die Arbeit wird täglich chaotischer und ich immer unsicherer ... viele Prozesse sind total unklar ....

      Es geht mir bei den Thema mehr um mich - dass ich eben nicht richtig abschalten kann - mir jeden Fehler so sehr zu Herzen nehme - und mir dadurch natürlich auch viele freie Zeit (Erholungszeit) nehme, weil ich gedanklich immer nur im Job hänge...

      Ich will mal wieder ganz abschalten und an nichts berufliches denken, es gibt kaum ein Wochenende wo das so ist.


      Gruß
      Butterfly

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        #4
        Das kenne ich auch, nach über 30 Jahren Arbeit natürlich nicht mehr so wie früher aber es kommt immer noch vor, dass mich mal etwas aus der Arbeit weit darüber hinaus beschäftigt.

        Entlasten kann ich mich auf verschiedene Art und Weise. Einmal Sport, so richtig auspowern oder einfach nur mit dem Rad in die Natur, von der es hier viel gibt, in die Weite der Landschaft, wo ich dann erkenne, wie unbedeutend mein Dasein gegenüber allem ist und dass es mir dabei doch wirklich gut geht. Oder Musik machen oder dazu tanzen oder ... Mit was heftigem anfangen (AC/DC oder sowas) und dann langsam 'runterkommen.

        Oder hast Du ein anderes Hobby, welches Dir wichtig ist? Dann darauf konzentrieren. In irgendwas eintauchen, was Dir Spaß macht.

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          #5
          Mir hat irgendwann die (grundsätzliche) innere Haltung geholfen, dass jeder Mensch das Recht darauf hat, sauer auf mich zu sein.

          Jeder Mensch hat zudem für das, was er tut (oder denkt oder empfindet) einen guten Grund - auch wenn man diesen Grund nicht immer zu erkennen oder gar akzeptieren mag.

          Wenn du jedoch alles getan hat, um den Fehler auszubügeln, wenn du dich entschuldigt und dafür gesorgt hast, dass der Kollege keine weiteren Scherereien wegen deines Fehlers hat, dann bist glaube ich weniger du diejenige, die sich Gedanken machen sollte, sondern dein Kollege: warum er trotz deiner Schadensbegrenzungsbemühungen nicht in der Lage ist, mit der Sache entspannter umzugehen.

          Passiert ein Fehler, gehören da hinterher immer zwei zu: der, der den Fehler bereut und versucht gut zu machen, und der der diese Anstrengungen zu würdigen weiß, den guten Willen dahinter erkennen und somit verzeihen kann. Kann der andere jedoch nicht verzeihen, wiegt also für ihn die Tatsache, das jemand einen Fehler gemacht hat, schwerer als der Versuch des anderen, die Sache wieder auszubügeln, ins Reine zu bringen oder sonst wie die Ausweirkungen des Fehlers zu minimieren, dann hat in meinen Augen der, der nicht verzeihen kann, einen ebenso großen Anteil daran, dass die Sache nicht bereinigt werden kann.

          Ich selber kann nur entscheiden, ob und in wie weit ich mein Möglichstes zu tun bereit bin. Das kann ich beeinflussen. Worauf ich keinen Einfluß habe ist, ob der andere mein Möglichstes zu würdigen weiß. Und wenn mir das klar ist, weiß ich auch, dass es vertane Zeit ist, mich über etwas zu ärgern, was ich eh nicht beeinflussen und ändern kann.

          Im Englischen gibt es dazu ein schönes Sprichwort: You can lead a horse to water but you can't make it drink.

          Umgekehrt musst (solltest) du dir vielleicht auch die Frage stellen, warum du es nicht akzeptieren (ertragen)? kannst, dass dein Kollege auf dich immer noch sauer ist.
          Nur so eine Idee: Hast du dir denn selber den Fehler schon verziehen...???

          Sicherlich gibt es unverzeihliche Dinge, aber ich gehe jetzt mal schwer davon aus, dass es in deinem Fall um einen ganz normalen, wenn vielleicht auch folgenreidchen, ärgerlichen Fehler handelt.

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            #6
            Wer arbeitet, macht Fehler.
            Wer Fehler nicht verarbeitet, muss an sich selber arbeiten.

            Wenn Dein Kollege nicht verzeiht, auch wenn die Fakten auf dem Tisch liegen und Du Dich entschuldigt hast, dann muss der Kollege an sich arbeiten.
            Du hast Mist gemacht, Dich entschuldigt und die Lehren drausgezogen, damit es nicht mehr vorkommt. Punkt.
            Wenn ER auf stur stellt, spricht das nicht für ihn. Er hat ein Problem.... ist daber nicht Deins.

            Zu Dir: es gibt ein Buch: "die Kunst des Nichtdenkens" von so nem Japaner. Ich finds gut. Evtl. kaufst Du es Dir.

            Vergiss die Vergangenheit! Lebe im JETZT. Jede Sekunde die Du wegen dem Zwischenfall verdödelst, ist verloren und kommt nie wieder. Also: easy.

            Uebe Gelassenheit! Wenn einer an der Tanke vordrängelt... lass ihn doch und hör Dir ein Lied in Deinem Auto genüsslich zu Ende... und tanke dann.

            Wenn Dir einer die letzte Pizza vor der Nase wegschnappt: hol Dir ne Lasagne und geniess die. (die Pizza hatte eh zuviele Pilze drauf)

            Wenn Du nen Fehler gemacht hast, dann überlege Dir wieviel NICHtFehler Du im gleichen Zeitraum gemacht hast. Und? ...eben... sind nämlich viel mehr.
            Also erfreue Dich daran. Und wenns nur nen Brief ist, den Du erstmals nur 1x statt viermal korrigieren hast müssen.

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              #7
              Zitat von Anubis Beitrag anzeigen
              Uebe Gelassenheit! Wenn einer an der Tanke vordrängelt... lass ihn doch und hör Dir ein Lied in Deinem Auto genüsslich zu Ende... und tanke dann.
              Das ist auch ein Lebensprinzip, das ich mir zunehmend zu eigen mache. Zwar gelingt es mir noch nicht immer und in jeder Situation, aber ich bemühe mich darum.

              Ein guter Freund von mir ist das genaue Gegenteil: er würde sich in dem beschriebenen Beispiel an der Tankstelle bestimmt maßlos aufregen und hinterher stundenlang über diesen unverschämten Kerl schimpfen. Neulich habe ich ihm vorgeschlagen, in solchen Fällen einfach gelassener zu sein, das Aufregen würde sich gar nicht lohnen, und man würde sich letztlich damit nur selber bestrafen. Aber er regt sich eben lieber auf...

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                #8
                Hallo Butterfly,

                Zitat von Butterfly Beitrag anzeigen
                Es geht mir bei den Thema mehr um mich - dass ich eben nicht richtig abschalten kann - mir jeden Fehler so sehr zu Herzen nehme - und mir dadurch natürlich auch viele freie Zeit (Erholungszeit) nehme, weil ich gedanklich immer nur im Job hänge...
                Es klang ja schon bei anderen hier im Faden an: Du darfst Fehler machen. Jeder macht Fehler. Fehler machen ist völlig in Ordnung. Du bist völlig in Ordnung.
                Mir fällt zu dem Thema Fehler immer eine Geschichte ein, die ich leider nur noch sinngemäß wiedergeben kann:
                In irgendeinem amerikanischen Großkonzern macht der Jung-Manager einen Fehler, der den Konzern mehrere Millionen Dollar kostet. Besagter Jung-Manager wird zum Oberboss zitiert und erwartet die Kündigung. Oberboss sagt: Kündigung? Sind sie verrückt geworden? Ich habe gerade mehrere Millionen Dollar in sie investiert!

                Und wenn du einen Fehler gemacht hast und in dieser Gedankenschleife drinhängst - ja, das ist gar nicht so einfach, da wieder rauszukommen. Mir hilft es dann oft, mich in aller Ruhe hinzusetzen und mich zu fragen, was ich jetzt, in diesem Moment tun kann. Oder auch was ich am nächsten Morgen oder wann auch immer tun kann, wenn ich mit den Folgen meines Fehlers konfrontiert werde. Vielleicht kann ich gar nichts tun, vielleicht kann ich mich "nur" entschuldigen (und mir dafür schon ein paar Worte zurechtlegen), vielleicht kann ich dem Kollegen, der unter meinem Fehler "gelitten" hat, ein Stück Kuchen mitbringen, was auch immer.
                Ich überlege mir das und dann ist gut, denn mehr kann ich nicht tun.
                Da fällt mir gleich noch die nächste Geschichte ein, vielleicht kennst du sie ja schon, die von den zwei Mönchen, die auf eine Frau treffen, die über den Fluss will? Hier kann man sie nachlesen.

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                  #9
                  Der von der Flussfrau ist gut. Sehr gut sogar.
                  Es gibt auch den mit dem Tempel der 1000 Spiegel.

                  Apropos Tanke: manchmal finde ich es voll witzig, den anderen beim Tanken zuzusehen. Da ist oftmals volle action, wie nach einem Drehbuch. Die gestressten, die doofen, die familiären, die coolen, die mit dem Handy am Ohr etc. Tanker. Ist schon sehr facettenreich.

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                    #10
                    Ich glaub, das Hauptproblem ist gar nicht der Kollege oder der Fehler, sondern die Unfähigkeit im Jetzt bleiben zu können, und das ist auch bei mir grad ein großes Thema. Immer wieder kreisen die Gedanken um Geschehenes oder auch um Zukünftiges. Dabei ist das gar nichts Großartiges, also überhaupt nichts, worum man sich soviele Gedanken machen müßte. Und trotzdem kreisen sie, und es ist so schwer, sie zu stoppen. Zum Glück steigere ich mich wenigstens nicht mehr emotional hinein und erschaffe Dramen, trotzdem ist so ein ständig plapperndes Hirn sehr anstrengend und lästig. Manchmal krieg ich Ruhe durch Ablenkung oder auch bewußtes "Stop" sagen, aber einen Weg, wirklich dauerhauft im Jetzt zu bleiben, suche ich noch.

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                      #11
                      O ja, das plappernde Hirn, das kenne ich auch nur zu gut... *seufz*

                      Ich lese gerade ein (hier vielleicht bereits bekanntes) Buch, in dem ich viele Anregungen zu diesem Thema gefunden habe. Es heißt "Miteinander reden, Band 1" von Friedemann Schulz von Thun. Er beschreibt, was hinter Kommunikation steckt, wie wir an uns gerichtete Worte wahrnehmen, wie wir sie hören, was und wie wir etwas da hineininterpretieren, wozu das gut ist und wo die Fallstricke sind.

                      Ich verstehe nun besser, was da in mir abläuft, wenn ich auf die Frage "Was gibt es zu essen?" patzig reagiere.

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                        #12
                        Du meinst die vier Ebenen einer Nachricht von Schulz von Thun? (Sachinhalt, Beziehungsebene, Selbstreflexion, Appell) Ja, die sind recht hilfreich, wenn man sie kennt und identifizieren kann....

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                          #13
                          Ja genau, das Buch meine ich. Ich habe mich (aber auch andere Menschen) und meine - mir selber unverständlichen - Reaktionen an mehreren Stellen erkannt. Das hilft mir zum einen, in solchen Situationen in Zukunft zum einen zu analysieren "Was geht hier gerade weswegen in mir ab?" und mich gleichzeitig zu beschwichtigen "Hey, das ist nur dein Triggerpunkt, der das Ganze für dich so riesig macht. Alle anderen sind entspannt und du kannst es auch sein, denn es ist nichts Schlimmes passiert."

                          Wie gesagt, das ist gerade mein Ansatz und er mag für andere auch hilfreich sein.

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