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Die Gefahren des Gute-Laune-Zwangs

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    #16
    ...Ich würde eine solche Krankheit nicht "umarmen" wollen, ich würde sie loswerden, bekämpfen wollen. Mit allem, was ich an Energie habe. Und die entwickelt sich eben oft genau aus der Wut und dem Zorn und setzt die nötige Kraft erst frei.

    Danach - also nach dem persönlichen Bewerten der Situation (und das kann eben durchaus negativ sein) - ist für mich positives Denken sinnvoll. Das Annehmen meiner Kraft. Der Einsatz gegen etwas, das ich nicht will.

    Zur "Volksverdummung" wird positives Denken meiner Meinung nach dann degradiert wenn demjenigen, dem es in seiner persönlichen Situation nicht gelingt vorgeworfen wird, er gehe es nur nicht richtig an oder stehe nicht mit seinem ganzen Willen dahinter oder habe Passage XY eines Buches nicht richtig verstanden.
    liebe Spunk,

    darin sehe ich auch die größte gefahr des positiven denkens. dass andere, völlig berechtigte gefühle, nicht sein dürfen! nein, manches wird nicht gut, wenn man es sich einfach nur wünscht und grinst! du hast mir da echt aus der seele geschrieben...

    es geht doch um die auseinandersetzung mit wut und frust und what ever! warum ist es so? will/kann ich was tun? an die ursachen rankommen, nicht nur die symptome weglächeln...und was mit gänsehaut macht, ist dieser schuld-aspekt..würdest du positiv denken, wäre bestimmt auch alles gut...ja, ganz bestimmt!

    sehr schön auch das beispiel von Wolle, jau, der staub lässt sich nicht durch positives denken entfernen, genau!

    ich hab prinzipiell gern gute laune und ich denke gerne positiv...aber wenn etwas doof läuft, vergeht mir schon auch mal das lachen. und dann will ich mich damit auseinandersetzen und nicht hoffen, dass wenn wir alle so tun, als ob alles supi ist, dann wird das schon wieder...gut, diese zeitgenossen werden mit mir nicht glücklich...

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      #17
      Mir hilft gerade besonders dieser Teil des Artikels weiter:
      Gerade Menschen mit Ängsten hilft es, sich vorzustellen, was alles schiefgehen könnte. Nicht das positive Denken, sondern ein defensiver Pessimismus kann ihnen aus der Unsicherheit helfen. Das zeigen die Studien von Julie Norem. Die Psychologin am Wellesley College im amerikanischen Cambridge macht in ihren Versuchen seit Mitte der achtziger Jahre vor allem eine Beobachtung: Wenn Personen mit Ängsten potenzielle Patzer und Pannen vorher ins Visier nehmen, gewinnen sie die Kontrolle und bringen sogar bessere Leistungen. "Die Konfrontation möglicher Probleme wirkt stärkend und beruhigt sie", erklärt Norem.
      Diese Erfahrung mache ich gerade jetzt wieder, da ich mich auf eine große Prüfung vorbereite. Mir hilft es irgendwie, einzukalkulieren, dass etwas schief gehen könnte. Einfach weil ich mir dann auch überlegen kann, was ich dann in diesem Fall mache. Wenn ich z.B. keine Antwort weiß, wird der Himmel nicht über mir einstürzen, sondern ich werde einfach dazu stehen (müssen und können) dass ich etwas nicht weiß. Das hilft mir tausendmal mehr, als mir stur einzureden, dass schon alles gut wird und ich schon alles wissen werde.

      Ich finde es auch oft ungemein energieraubend, wenn ich mich noch mit nettmeinenden Mitmenschen auseinandersetzen muss, die mir einreden, dass ich doch positiv an die Sache herangehen soll und mich nicht ernst nehmen wenn ich Angst habe. Das ist sicher so ähnlich wie bei schweren Krankheiten. Man will einfach "nur" ernst genommen werden und nicht immer eine heile Welt vorspielen müssen, die es vor allem dem Umfeld leichter macht, mit einem umzugehen....


      Also danke nochmal für den Artikel

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