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Umgang mit "Idioten"

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    #61
    Hallo queenie,

    Zitat von queenie Beitrag anzeigen
    ich schreibe auch mal bei dir direkt in den Beitrag, ich finde das übersichtlicher.
    Ich mag das so überhaupt nicht, denn wenn ich nun auf zitieren klicke, ist alles, was du und ich geschrieben haben, weg und ich muss mir das alles Stück für Stück wieder holen und dazu habe ich keine Zeit, keine Lust und keine Kraft.

    Wieder versuchst du etwas abzukürzen, aber so ist dein Weg und das ist ok.

    Ich möchte dir abschließend ein Buch empfehlen, welches du aber besser mit einer Therapeutin aufarbeitest, da es an die Grundsubstanz geht oder gehen kann, je nachdem, wie weit der Leser bereit ist zu gehen.

    Es war einer meiner ersten Ansätze überhaupt und vermutlich der Universalschlüssel, um heute jede Tür zu öffnen, die ich öffnen will.

    "Aussöhnung mit dem inneren Kind" - Erika J. Chopich und Margaret Paul

    Dieses Buch wird dir helfen, einen ersten Zugang zu dir selbst zu bekommen.

    Ich kann und möchte das hier nicht leisten.

    Condor

    Kommentar


      #62
      Lieber Condor,

      das verstehe ich sehr gut. Dir daher vielen Dank für deinen bisherigen Input.

      Das von dir erwähnte Buch habe ich VERSUCHT zu lesen, aber die Autorin schreibt mir einfach zu weitschweifig, so dass ich meist gar nicht wusste, was die Essenz war.

      In Therapie bin ich auch bereits; mir gefiel der zusätzliche Gedankenaustazsch und der Ideeninput sehr gut, deswegen habe ich das Thema hier weiter verfolgt.

      Liebe Grüße von der Königin

      r

      Kommentar


        #63
        Liebe queenie,

        danke für dein Verständnis.

        Kleiner Tipp: Ein Buch muss man nicht gleich beim ersten Mal lesen können. Aber wirf es nicht weg, denn es kann immer sein, dass man, manchmal auch Jahre später, plötzlich wieder daran denkt und dann ist es für einen richtig. Es gibt natürlich auch Bücher, die sind nie für einen richtig, so was habe ich auch im Schrank stehen, absolute Fehlkäufe.

        Alles Gute für dich, höre auf deine innere Stimme und gibt nicht auf.

        Condor

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          #64
          Lieber Condor,

          auf einen Beitrag von dir möchte ich noch einmal eingehen, weil er für mich ein grundsätzliches Missverständnis beinhaltet:
          Zitat:
          Zitat von queenie
          ich schreibe auch mal bei dir direkt in den Beitrag, ich finde das übersichtlicher.

          Ich mag das so überhaupt nicht, denn wenn ich nun auf zitieren klicke, ist alles, was du und ich geschrieben haben, weg und ich muss mir das alles Stück für Stück wieder holen und dazu habe ich keine Zeit, keine Lust und keine Kraft.

          Wieder versuchst du etwas abzukürzen, aber so ist dein Weg und das ist ok.
          Dass du die Darstellung als hinderlich empfindest, kann ich nachvollziehen. Das ist halt das Blöde an dieser Forensoftware, dass sie diese Art von Antwort zwar ermöglicht (da ich als Verfasser ja meine vorherigen Zitate noch sehe), nach dem Posten jedoch eben diese bis dahin sichtbaren Zitate rauskickt. Ich habe es nicht bemerkt, ich bitte um Entschuldigung.

          Jedoch war es keinesfalls mein Ziel, etwas abzukürzen, sondern lediglich Antwort zu entsprechender Vorantwort bei gleichzeitig gut erkennbarem Zusammenhang erhalten. Dass das schief gegangen ist, siehe oben...

          Ich bin nicht mehr die Jüngste. Und ich lebe in einer Zeit, in der ich jeden Tag meines Lebens zig mir aufgezwungene Entscheidungen fällen muss. Egal, ob 15 Sorten Erdbeermarmelade im Supermarkt, 6 verschiedene, alle nachvollziehbare Meinungen in einer Talkrunde, Rieserrente oder doch lieber Immobilienfont und was ist besser, effektiver, welche Vorteile gibt es, welche Nachteile...????????? all das verlangt unaufhörlich meine volle Aufmerksamkeit und Konzentration.

          Und so bin ich im Laufe der Jahre von einer vollgestopften Teeniebude über die Jahre hinweg zu einem aufgeräumten Appartment mit ruhigen Farben, wenig Deko, geschlossenen Regalen und viiiiiiel Freifläche gekommen. Warum? Weil ich dort Ruhe finde, ja, überhaupt erst zur Ruhe kommen kann. Weil ich dann weniger abgelenkt bin. Weil ich mich dann besser konzentrieren und strukturieren kann. Und warum brauche ich das? Weil unsere heutige Umwelt nicht mehr darauf ausgelegt ist, dem Menschen gut zu tun, sondern ihn pausenlos vollzublubbern, damit er ja nicht einen klaren Gedanken fassen kann. (Mein Empfinden, muss niemand teilen oder gutheißen).

          Und auch in der von mir gewählten Art zu zitieren ging es einzig und alleine darum: zu strukturieren und die Übersicht zu behalten. Ist schief gegangen. Leider. Aber ich wollte nicht abkürzen. Ich wollte mich nur nicht von Nebensächlichkeiten ablenken lassen.

          All diese Nebensächlichkeiten waren (und sind) es im Übrigen auch, die mich bei "Aussöhnung mit dem inneren Kind" so behindert haben. Für mein Empfinden zu viel Drumherumgerede und Ausschmückereien, jedes Gefühl, jede Bedeutung mit zig Beispielen erklärt, dazu mehrere Erklärungsansätze... puh, da sah ich vor lauter Bäumen den Wald nicht.

          Was mich indes an die Thematik "inneres Kind" herangeführt hat, waren die Bücher "Miteinander reden" von Friedrich Schulz von Thun. Einfache, klare Sprache, Beispiele, wo Beispiele hingehören, schlichte, schnell erfassbare Grafiken... damit man sich mit dem Wesentlichen beschäftigen kann: Versehen und Umsetzen.

          Und da höre ich halt zu allererst auf meine innere Stimme, die mir sagt "Boah, schmeiß das Laberbuch weg. Du ärgerst dich doch nur über das Geschwafel und überliest so vielleicht wertvolle Hinweise. Die Zeit kannst du besser nutzen mit einem Buch, welches du auch verstehst..."

          Kommentar


            #65
            Hi queenie,

            vorneweg: mir wird das gerade auch zu kompliziert mit dem hin und her zitieren.
            Ich versuche einfach mal inhaltlich Bezug zu nehmen, mal sehen, ob das klappt.


            Ich schrieb von Verständnis und sich selbst zuhören - du hast noch mal nachgefragt, was ich damit genau meinte. Vielleicht versuche ich mich mal an einem Beispiel, das erklärt vielleicht am besten, was ich meine.
            Aktueller Fall: Eine Bekannte fragt an, ob ich sie besuchen will.
            Ich merke: Hm. Ich kann da nicht einfach so Ja sagen, das wäre falsch.
            Ich nehme mir also Zeit, die Situation zu durchleuchten, herauszufinden, was ich gerade brauche und was mir wichtig ist.
            Statt mir z.B. zu sagen: Hey, die Freundin erwartet, dass ich komme, ich sollte kommen, sonst ...
            Nehme ich mir Zeit, um herauszufinden, was ich will.
            Ich finde heraus, dass ich sie einerseits gern besuchen will, weil ich mit ihr in Verbindung bleiben will, weil es auch immer Spaß macht, Zeit mit ihr zu verbringen, weil das außerdem ein Grund ist, aus dem Haus zu kommen und Neues zu erleben.
            Auf der anderen Seite gibt es diverse Gründe, die dagegen sprechen.
            Dieses Hinterherspüren mache ich so lange, bis ich ohne ungutes Gefühl im Bauch Ja oder Nein sagen kann. Weil ich weiß, was ich gerade brauche und was mir wichtig ist.
            Hm, ob dir das nun tatsächlich Klarheit bringt, was ich gemeint hatte? Wer weiß.

            Komme ich gleich zum nächsten Punkt. Ich schrieb von "ich ziehe mich zurück", du schreibst, das ginge nicht, weil du nach Argumenten suchst, die Diskussion zu beenden.
            Auch da wieder zu meinem Beispiel zurück:
            Wenn ich das nicht mache, dieses "mir Zeit nehmen, um Klarheit zu finden", dann habe ich ein Problem. Dann eiere ich herum, der andere versucht meist noch, mir dieses und jenes schmackhaft zu machen und am Ende lasse ich mich auf etwas ein, das sich nicht gut anfühlt.
            Wenn ich weiß, was ich will, dann sage ich das und komischerweise ist es kaum je ein Problem. Ich bin klar, der andere merkt das, Ende der Diskussion.
            Du schreibst, du kriegst das nicht hin, dir in dem Moment die Ruhe zu nehmen.
            Klar, so einfach ist das nicht (immer). Ich schaffe das auch nicht jedes Mal. Zu sagen: Hör mal, das kann ich jetzt nicht beantworten, ich melde mich deswegen noch mal.
            Aber wenn ich es nicht hinbekomme, hinterher aber merke: Autsch, das war nicht gut - dann kann ich mich ja immer noch darum kümmern. Mir die Zeit eben hinterher nehmen, eventuell die getroffene Entscheidung rückgängig machen, mir überlegen, wie ich beim nächsten Mal anders reagieren kann.

            Oder dein Wetter-Thema. Ich frage mich gerade, ob du vielleicht einfach nur die falschen Leute kennst? Oder anders gefragt: Du hast denen ganz deutlich gesagt, dich interessiert das Thema nicht und sie wollen trotzdem weiter mit dir darüber reden?
            Warum suchst du nicht nach Leuten, die sich für dein Thema (was auch immer es ist) interessieren? Wieso der (verzweifelte?) Versuch, bei den Wetter-Leuten dein Thema einzubringen?
            Da passt jetzt auch deine Frage dazu, wie man mit Leuten umgeht, bei denen man den Eindruck hat, sie verstehen gar nicht, was man sagen will.
            Ich glaube, es ist vergebliche Mühe, endlos zu erklären, ausführlicher zu werden, etc.
            Kommt natürlich immer drauf an, aber wenn man den Eindruck hat, der andere lebt in einer ganz anderen Welt, eine, die mit meiner wenig bis nichts zu tun hat - das führt meiner Erfahrung nach hauptsächlich zu Frust.
            Je nach Thema und wie wichtig es mir ist, halte ich dann entweder die Klappe oder sage noch einmal abschließend, dass ich es anders sehe.

            Verstehe ich das eigentlich richtig, einerseits willst du gesehen und gehört werden, andererseits hast du, wenn du gesehen und gehört wirst (du hast es Anteilnahme genannt), genau damit ein Problem?
            Ist ja eigentlich irgendwie logisch, wenn du schreibst, dass dir das Vertrauen fehlt. Wenn da einer kommt und dir zuhören will, das würde ja bedeuten, dass du jetzt an der Reihe bist. Etwas zu erzählen, etwas preiszugeben, dich verletzbar zu machen.
            Stelle ich mir ohne Vertrauen in den anderen und darin, dass es schon gut gehen wird, ziemlich schwierig vor.

            Scheint, als hättest du da einfach ziemlich viele, ziemlich miese Erfahrungen gemacht. Tja, ist die Frage, wie man da wieder herausfindet.
            Zu erwarten, dass sich diese Erfahrungen wiederholen, scheint mir allerdings auch nicht das Wahre zu sein.

            Zum Schluss doch noch ein Zitat:
            Zitat von queenie Beitrag anzeigen
            Und ich bin nicht wichtig.
            Ach du. Ich könnte dir jetzt sagen, dass das nicht stimmt, aber vermutlich würdest du es entweder eh nicht glauben, oder im Grunde selbst schon wissen, dass es nicht stimmt, ohne an dieses Wissen glauben zu können.

            Kennst du dieses Zitat, ich weiß grad nicht mehr, wie genau es heißt bzw. von wem es ist, aber sinngemäß: Die Dinge an sich sind nicht schlecht. Erst unser Denken macht sie schlecht.
            Hm, ging doch irgendwie anders. Aber eben in die Richtung, dass die Gedanken über die Situation bestimmen und dass man eben so oder so denken kann.

            Das führt mich noch mal zu The Work, im Grunde geht es da genau darum, um das Denken über eine Situation.
            Du denkst, du bist nicht wichtig.
            Stimmt das wirklich, ist das wirklich wahr?
            Kannst du absolut sicher wissen, dass es wahr ist, hast du Beweise dafür, könnte es nicht eigentlich auch ganz anders sein?
            (die nächsten Fragen wären dann:
            Wie reagierst du auf diesen Gedanken?
            Wer wärst du ohne diesen Gedanken?
            und schließlich die Umkehrung, du drehst den Ausgangssatz also um, in verschiedenen Varianten, z.B. Ich bin wichtig. Niemand ist wichtig. Niemand ist nicht wichtig. Usw. )

            Kommentar


              #66
              Liebe queenie,

              Zitat von queenie Beitrag anzeigen
              Ich bin nicht mehr die Jüngste.
              Das ist interessant, denn ich hatte dich auf höchstens 21 geschätzt.


              Zitat von queenie Beitrag anzeigen
              Ich wollte mich nur nicht von Nebensächlichkeiten ablenken lassen.
              Das ist abkürzen.

              Zitat von queenie Beitrag anzeigen
              Und da höre ich halt zu allererst auf meine innere Stimme, die mir sagt "Boah, schmeiß das Laberbuch weg.
              Und das auch...

              Du hast eine innere Stimme in dir, die dich sehr gut im Griff hat... wenn du mal mit der arbeiten solltest, dann wird's spannend.

              Alles Gute für dich.

              Condor

              Kommentar


                #67
                Liebe Hobbes,

                ich mache jetzt mal eine Gesamtzitat-und-reinschreib-Kombination mit einigen Fettmarkierungen in deinem Text.

                Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                Hi queenie,

                vorneweg: mir wird das gerade auch zu kompliziert mit dem hin und her zitieren.
                Ich versuche einfach mal inhaltlich Bezug zu nehmen, mal sehen, ob das klappt.
                Ja, also für mich hat das super geklappt! Danke dir!

                Ich schrieb von Verständnis und sich selbst zuhören - du hast noch mal nachgefragt, was ich damit genau meinte. Vielleicht versuche ich mich mal an einem Beispiel, das erklärt vielleicht am besten, was ich meine.
                Aktueller Fall: Eine Bekannte fragt an, ob ich sie besuchen will.
                Ich merke: Hm. Ich kann da nicht einfach so Ja sagen, das wäre falsch.
                Ich nehme mir also Zeit, die Situation zu durchleuchten, herauszufinden, was ich gerade brauche und was mir wichtig ist.
                Statt mir z.B. zu sagen: Hey, die Freundin erwartet, dass ich komme, ich sollte kommen, sonst ...
                Nehme ich mir Zeit, um herauszufinden, was ich will.
                Ich finde heraus, dass ich sie einerseits gern besuchen will, weil ich mit ihr in Verbindung bleiben will, weil es auch immer Spaß macht, Zeit mit ihr zu verbringen, weil das außerdem ein Grund ist, aus dem Haus zu kommen und Neues zu erleben.
                Auf der anderen Seite gibt es diverse Gründe, die dagegen sprechen.
                Dieses Hinterherspüren mache ich so lange, bis ich ohne ungutes Gefühl im Bauch Ja oder Nein sagen kann. Weil ich weiß, was ich gerade brauche und was mir wichtig ist.
                Hm, ob dir das nun tatsächlich Klarheit bringt, was ich gemeint hatte? Wer weiß.
                Ja, ich denke, indem du mir deinen kompletten Prozess geschildert hast, ist mir einiges klar(er) geworden. Ich habe mal den Teil fett gemacht, der meine (bisherigen) Schwierigkeiten bei dem Prozess gut beschreibt: "...bis ich ohne ungutes Gefühl im Bauch ja oder Nein sagen kann.". Da hat etwas in mir geklickert - und in der Folge zu ein paar neuen Erkenntnissen geführt.

                Denn ja, letztendlich weiß ich sehr wohl, dass die Klarheitsfindung genau so funktioniert. Nur bleibe ich an dem oben zitierten Punkt immer hängen. Ich komme da nicht weiter, sondern ich kann manchmal endlos mit meinem Bauch "diskutieren" - weil er sich einfach nicht entscheiden kann. (Ob jetzt der Bauch entscheidet oder ich, meine Seele, oder wie man das auch definiert, bitte für den weiteren Verlauf einfach erst mal so stehen lassen.) In dem einen Moment fühlt sich XY am besten an, im nächsten jedoch YX. Hm... tja, watt nu? Und dann geht das ganze Karussell wieder von vorne los. Selbst wenn es kleine, aber dennoch wahrnehmbare Tendenzen in die eine oder andere Richtung gibt... die andere Richtung ist halt auch attraktiv/wichtig.

                Als ich deine Beschreibung las (und sie mir in der Folge durch den Kopf ging), wurde mir klar, dass ich dennoch (auch wenn's hart oder unübersichtlich wird) genau so vorgehen muss. Bei mir ist es dabei zudem extrem wichtig, zu üben (bzw. lernen auszuhalten), dass ich auch mal nicht sofort eine Bauchstimme höre und mir dann beim anderen Bedenkzeit einräume. Oder mich traue, selber später noch einmal auf das Thema zurück zu kommen.

                Eine weitere Hürde für mich ist (das habe ich beim Lesen erkannt) die von Condor weiter oben erwähnte Opferrolle, in der ich mich (und je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir das) sehr wohl befinde, auch wenn ich mich gar nicht so sehr als Opfer fühle. Ich kann wie gesagt laut werden, wütend, ich kann Leute auf Links ziehen, dass ihnen Hören und Sehen vergeht. Aber all das geschieht im Endeffekt dennoch aus einer Art Opferhaltung heraus: ich glaube, mich den Ansprüchen anderer nicht entziehen und widersetzen zu können. Diese Ohn-Macht macht mich dann irgendwann aggressiv - mit den gerade beschriebenen Auswirkungen.

                In den letzten Jahren hat sich dieses Ohn-Machtsgefühl wohl irgendwie, ohne dass ich es erkannt habe, verselbständigt und/oder vervielfältigt. Das einzige, was ich bemerkte, war meine zunehmende Intoleranz gegenüber Störern, Laberköppen, Dummköpfen, Keine-Rücksicht-Nehmern, Wichtigtuern, Naivlingen, Mir-auf-die-Nerven-Gehern und andere (und da schließt sich für mich der Kreis wieder) "Idioten", welche ich mir aber einfach nicht erklären konnte, da ich mich selber als im Grunde sehr tolerant und aufgeschlossen empfinde.

                Ein zusätzliches Problem bzw. den Zusammenhang, den ich erkannt habe, ist, dass ich halt keine Grenzen setzen kann (= mich nicht traue, sie zu setzen aus Angst, dann vom anderen nicht mehr liebgehabt zu werden). Ich weiß also jedes Mal, wenn mein Bauch sagt "Ich will dieses! Ich brauche jenes!", dass es wieder jemanden oder etwas gibt, der/dass mir diesen Wünsche oder Bedürfnisse verwehrt oder sich mir in den Weg stellt.

                Ich möchte an dieser Stelle betonen: Dies alles sind derzeitige Ist-Zustände bei mir, welche ich (da ich nun dank deiner Hilfe, liebe Hobbes, ein lange gehegtes Gefühl und Unbehagen endlich mal in Worte fassen kann) ändern möchte.

                Denn mir ist im Nachgang klar geworden (...hatte ich erwähnt, dass ich deinen Beitrag kurz vor einer längeren Autofahrt gelesen hatte und so Zeit zum Nachdenken und "Umgraben" hatte?...), dass ich den Ur-Grund für meine diesbezügliche Problematik im Grunde sehr wohl kenne (und auch benennen kann): ich brauche Ruhe und Klarheit. Das war mir die ganze Zeit klar. Denn das war es, was mein Bauch mir auch immer wieder sagte.

                Aber fast zeitgleich "plöppte" jedesmal, wenn ich mir genau das (nämlich Ruhe und Klarheit) verschaffen wollte, ein Zweifeltierchen auf meiner Schulter auf und erinnerte mich daran, dass das in der Vergangenheit nicht geklappt hat.

                Aber nun ist mir klar geworden, warum es nicht geklappt hat: weil ich annahm "Ja, ok, mir ist zwar vor allem nach Ruhe, aber DAS alleine kann es ja nicht sein! SO EINFACH ist das sicher nicht!".

                Doch, ich glaube seit heute Morgen, dass es in der Tat SO EINFACH ist. Ruhe. Und sonst erstmal nix. Und daher ein riesiges Dankeschön an dich, liebe Hobbes, für genau die Worte und Sätze, die ich wohl brauchte.

                Und so verstehe ich nun auch endlich, warum ich Kommunikation mit anderen Menschen zunehmend als (Macht)Kampf empfinde: Ich will Ruhe, während der andere mir was erzählen, mich etwas fragen will oder meine Hilfe braucht. Ich setze meine Bedürfnisse jedoch nicht durch und so ist die (vermeintliche) Gewissheit, doch eh meine Ruhe nicht zu bekommen immer gekoppelt mit Kampf.

                Komme ich gleich zum nächsten Punkt. Ich schrieb von "ich ziehe mich zurück", du schreibst, das ginge nicht, weil du nach Argumenten suchst, die Diskussion zu beenden.
                Auch da wieder zu meinem Beispiel zurück:
                Wenn ich das nicht mache, dieses "mir Zeit nehmen, um Klarheit zu finden", dann habe ich ein Problem. Dann eiere ich herum, der andere versucht meist noch, mir dieses und jenes schmackhaft zu machen und am Ende lasse ich mich auf etwas ein, das sich nicht gut anfühlt.
                Yep, das erlebe ich auch immer so.
                Wenn ich weiß, was ich will, dann sage ich das und komischerweise ist es kaum je ein Problem. Ich bin klar, der andere merkt das, Ende der Diskussion.
                Auch das habe ich ab und an mal erlebt, kenne es also, weiß aber nie, wie ich da konkret in der Situation hinkomme.
                Du schreibst, du kriegst das nicht hin, dir in dem Moment die Ruhe zu nehmen.
                Klar, so einfach ist das nicht (immer). Ich schaffe das auch nicht jedes Mal. Zu sagen: Hör mal, das kann ich jetzt nicht beantworten, ich melde mich deswegen noch mal.
                Aber wenn ich es nicht hinbekomme, hinterher aber merke: Autsch, das war nicht gut - dann kann ich mich ja immer noch darum kümmern. Mir die Zeit eben hinterher nehmen, eventuell die getroffene Entscheidung rückgängig machen, mir überlegen, wie ich beim nächsten Mal anders reagieren kann.
                Wie oben ja ausgeführt ist es nicht so sehr das Problem, die Ruhe, die ich zum Bauchhören brauche, zu bekommen, sondern meine immer wiederkehrende Erwartung, sie eh nicht erfüllt zu bekommen, wenn ich sie überhaupt einfordere.

                Oder dein Wetter-Thema. Ich frage mich gerade, ob du vielleicht einfach nur die falschen Leute kennst? Oder anders gefragt: Du hast denen ganz deutlich gesagt, dich interessiert das Thema nicht und sie wollen trotzdem weiter mit dir darüber reden?
                Hm, nee, das habe ich wohl ein bisschen missverständlich ausgedrückt. Ich meinte die Leute, die einem halt so über den Tag verteilt begegnen und Smalltalk über Wetter (und wie sie das aktuelle Wetter empfinden) als etwas Anregendes sehen, während es mich langweilt (und mich die seit einiger Zeit vorherrschende Bessenheit von "Wie wird das Wetter heute Nachmittag? Igitt, nur 15 Grad und Regen! Ogott, ich krieg 'ne Depression!" halt zunehmend annervt.).
                Warum suchst du nicht nach Leuten, die sich für dein Thema (was auch immer es ist) interessieren? Wieso der (verzweifelte?) Versuch, bei den Wetter-Leuten dein Thema einzubringen?
                Wie gerade erklärt, ist das mehr so eine generelle Smalltalksache für mich. Ich fühle aber auch da den oben erwähnten Machtkampf in mir, weil ich genau spüre, dass die Leute sich in solchen Momenten nicht wirklich austauschen wollen, sondern ich nur dazu da bin, dass sie ihren Frust, ihre Empörung und ihre allgemeinen Befindlichkeiten jemandem in die Ohren tröten können. Also das, was ich auch suche: dass mir mal jemand zuhört.

                Da passt jetzt auch deine Frage dazu, wie man mit Leuten umgeht, bei denen man den Eindruck hat, sie verstehen gar nicht, was man sagen will.
                Ich glaube, es ist vergebliche Mühe, endlos zu erklären, ausführlicher zu werden, etc.
                Kommt natürlich immer drauf an, aber wenn man den Eindruck hat, der andere lebt in einer ganz anderen Welt, eine, die mit meiner wenig bis nichts zu tun hat - das führt meiner Erfahrung nach hauptsächlich zu Frust.
                Je nach Thema und wie wichtig es mir ist, halte ich dann entweder die Klappe oder sage noch einmal abschließend, dass ich es anders sehe.

                Verstehe ich das eigentlich richtig, einerseits willst du gesehen und gehört werden, andererseits hast du, wenn du gesehen und gehört wirst (du hast es Anteilnahme genannt), genau damit ein Problem?
                Ja, so in etwa. Ich habe meine heute Morgen gewonnenen Erkenntnisse darauf hin noch nicht abgeklopft. Denn, ja, beim ersten Lesen scheinen diese beiden Punkte nicht wirklich etwas miteinandfer zu tun zu haben. Aber ich werde diese beiden Szenarien ("Ich will Ruhe und Klarheit" und "Ich will gehört weren, aber wenn ich gehört werde, ist mir das unangenehm") noch mal in einer ruhigen Zeit an meinen Bauch schicken und horchen, was da so zurück kommt.

                Ist ja eigentlich irgendwie logisch, wenn du schreibst, dass dir das Vertrauen fehlt. Wenn da einer kommt und dir zuhören will, das würde ja bedeuten, dass du jetzt an der Reihe bist. Etwas zu erzählen, etwas preiszugeben, dich verletzbar zu machen.
                Hm, ja, das habe ich auch schon oft gedacht... aber dann stellt sich heraus, dass es das dann doch nicht ist. Ich werde da aber auch noch schauen, denn du hast natürlich recht: der Gedanke, nun auch mal an der Reihe zu sein, behagt mir nicht...

                Stelle ich mir ohne Vertrauen in den anderen und darin, dass es schon gut gehen wird, ziemlich schwierig vor.

                Scheint, als hättest du da einfach ziemlich viele, ziemlich miese Erfahrungen gemacht. Tja, ist die Frage, wie man da wieder herausfindet.
                Zu erwarten, dass sich diese Erfahrungen wiederholen, scheint mir allerdings auch nicht das Wahre zu sein.

                Zum Schluss doch noch ein Zitat:
                Zitat von queenie
                Und ich bin nicht wichtig.

                Ach du. Ich könnte dir jetzt sagen, dass das nicht stimmt, aber vermutlich würdest du es entweder eh nicht glauben, oder im Grunde selbst schon wissen, dass es nicht stimmt, ohne an dieses Wissen glauben zu können.
                Letzteres trifft wohl eher zu: ich weiß, dass das nicht stimmt. Aber sagt dann jemand "Neiiiiin, das stimmt doch gar nicht, du bist sehr wichtig!", dann .... tja, es bedient irgendwelche alten Ängste, Erlebnisse, Überzeugungen... ich weiß nicht, was genau, aber es hat etwas damit zu tun, dass ich befürchte, dass das "nur so" dahergesagt wird, weil "man das ja so sagt, damit sie nicht traurig ist".

                Dass diese Sorge, dass ich traurig sein könnte, ja ein Beweis dafür ist, dass ich wichtig bin.... der Verstand weiß das, aber die Seele nicht...

                Kennst du dieses Zitat, ich weiß grad nicht mehr, wie genau es heißt bzw. von wem es ist, aber sinngemäß: Die Dinge an sich sind nicht schlecht. Erst unser Denken macht sie schlecht.
                Hm, ging doch irgendwie anders. Aber eben in die Richtung, dass die Gedanken über die Situation bestimmen und dass man eben so oder so denken kann.

                Das führt mich noch mal zu The Work, im Grunde geht es da genau darum, um das Denken über eine Situation.
                Du denkst, du bist nicht wichtig.
                Stimmt das wirklich, ist das wirklich wahr?
                Kannst du absolut sicher wissen, dass es wahr ist, hast du Beweise dafür, könnte es nicht eigentlich auch ganz anders sein?
                (die nächsten Fragen wären dann:
                Wie reagierst du auf diesen Gedanken?
                Wer wärst du ohne diesen Gedanken?
                und schließlich die Umkehrung, du drehst den Ausgangssatz also um, in verschiedenen Varianten, z.B. Ich bin wichtig. Niemand ist wichtig. Niemand ist nicht wichtig. Usw. )
                So, ich habe viel geschrieben, vieles ist mir neu, unbekannt, zumindest aber in der Form bislang nicht in meinem (Er)Leben aufgetaucht. Da sind also sicher noch ein paar Denkfehler drin. Und vielleicht denkt der ein oder andere sich "Hä, genau das hat man ihr doch die ganze Zeit gesagt?!"... Ich weiß es nicht.

                Dir, liebe Hobbes, noch einmal einen lieben Dank für deine Gedankenschübse, sie haben mir wirklich weitergeholfen! <3 <3 <3

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                  #68
                  Und, was macht die Ruhe so? Ist es tatsächlich so einfach?

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                    #69
                    Zunächst einmal bitte ich um Verständnis, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Das war keine böse Absicht, sondern meinen Router @ home hat's zerlegt und so hat es etwas gedauert, bis alles wieder lief.

                    Ja, liebe Hobbes, im Moment fühlt es sich tatsächlich gut an, Ruhe zu haben. Ich habe zwar nicht komplett Ruhe, da ich nach wie vor in dem (akustisch nun mal sehr unruhigen) Großraumbüro sitze und den ganzen Tag jedes Gespräch und jedes Telefonat höre. Ich klinke mich schon ab und an mal mit Ohrenstöpseln aus, aber immer geht das auch nicht.

                    Aber im privaten Bereich habe ich einige Störfaktoren eliminiert bzw. Dinge anders organisiert. Hinzu kommt, dass mein Freund, der mein Ruhebedürfnis bzw. das, was dahintersteckt, gar nicht begreift, sich etwas zurückgezogen hat, da er mich so verstanden hat, dass ich Dinge erledigen will. Ich lasse ihn in dem Glauben und habe seit letztem Samstag nichts von ihm gehört. Und ich merke, dass ich ihn zur Zeit überhaupt nicht vermisse. Das einzige, weswegen ich ihn immer noch nicht loslassen kann, ist mein Bedürfnis nach "Da ist jemand." und die Angst davor, wieder alleine und somit einsam zu sein. Aber durch die Pause merke ich, wie sehr mir all seine anderen (natürlich größtenteils narzisstisch geprägten, aber dennoch nervenzehrenden) Eigenschaften doch inzwischen nur noch auf den Geist gehen. Es ist daher, denke ich, Zeit für einen Abschied...

                    Auch hatte ich durch die Ruhe wieder die geistige Kapazität, einen Satz zu registrieren, den mir diese Woche jemand schrieb. Ausgangssituation war, dass mir der Jemand (wir kennen uns nur via Facebook) ein Kompliment machte, welches ich mit "Huch, ein Kompliment, da kann ich ja gar nicht mit umgehen!" reagierte. Seine Antwort: "...ich denke einfach, analytisch betrachtet heißt deine reaktion auf ein kompliment: "es ist mir verboten, mich gut zu finden. das macht mir angst, so dass ich fliehen möchte.". Und dieses "es ist mir verboten (!), mich gut zu finden"... das hat gerade etwas angestoßen in mir.

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                      #70
                      Ich habe nicht alles gelesen, deswegen weiß ich auch nicht, ob meine Anregungen passen. Zum Ursprungsbeitrag: Wenn wir Menschen als Idioten bezeichnen, dann bewerten wir die. Negativ. Und das ist nicht gut so. Weil wir dadurch eine sachliche Auseinandersetzung mit ihnen nicht führen. Sondern die Menschen einfach nur in eine Schublade stecken. Ich habe mich viel mit Marshall Rosenbergs Thesen befaßt. Da geht es genau darum. Ein Mensch, der eine andere Meinung hat oder etwas tut was uns nicht gefällt, ist nicht automatisch "böse" oder ein "Idiot" oder ein "Egoist". Aus seiner Sicht tut er das richtige. Deswegen sollte man sich mit ihm auseinandersetzten.
                      Wenn mich etwas sehr verletzt oder auf die Palme bringt, warum ist das so? Welche inneren Gefühle von mir wurden verletzt? Welche Bedürfnisse (z.B. nach Anerkennung, Respekt) wurden nicht erfüllt.
                      Wie kann der andere meine Bedürfnisse erfüllen? Ich könnte den anderen bitten ein gewissen Verhalten zu unterlassen oder irgendetwas zu tun, wenn es mir wichtig ist. Und ihm auch sagen, warum es mir wichtig ist. Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Nicht einfach alles runterschlucken, wenn einen etwas stört. Sondern ruhig zur Sprache bringen. Nur eben ohne Vorwürfe und Bewertungen. Man darf auch Bedürfnisse haben und muss lernen diese auszudrücken!

                      Ich kann mir im Gegenzug auch anhören, warum der andere sich so verhält wie er es tut. Und Empathie entwickeln. https://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation

                      Ist nicht immer einfach und hängt bei mir stark von der Tagesverfassung ab. Aber ansonsten sehr sinnvoll.

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                        #71
                        Ich habe jetzt so gut es geht quer gelesen. Und ich habe das Gefühl, das bei manchen es mit dem Selbstbewußsein harkt. Vielleicht sollte ich besser schreiben: Sich selbst bewußt sein. Also nicht denken, wie toll man ist, sondern wer man eigentlich ist. Und sich gegenüber anderen abgrenzen.

                        Wenn ich 100 Leute frage, was sie von mir halten, bekomme ich 100 verschiedene Antworten. Solange ich weiß, wer ich selbst bin, zu mir selbst stehe, ist das egal. Manches kann ich annehmen, als Verbesserung sehen, mich über die Komplimente freuen, aber Dinge die ungerechtfertigt sind auch ablehnen. Ohne das sie mich verletzten. Das bedeutet kritikfähig zu sein. Jedenfalls wenn ich genug Selbstbewußtsein und Selbstliebe habe.

                        Dann sage ich auch mal "nein" zu Freunden/Familie/Kollegen oder bin nicht diejenige, die nur gibt und die anderen nur nehmen. Dann stehe ich zu meinen Bedürfnissen und fordere diese auch ein.
                        Auch wenn ich weiß, das dies für andere egoistisch erscheint. Ich bin mir selbst wichtig, ohne die anderen aus den Augen zu verlieren. Das ist Selbstliebe.

                        Das Problem ist nur, das es solche ausgeglichenen Persönlichkeiten kaum gibt. Ich bin jedenfalls keine. Bzw. ich arbeite daran. Ich habe einige Therapien hinter mir. Es ging um die Ursachen, es ging um die Bekämpfung. Hilfreich war irgendwie alles, aber gleichzeitig war es dann doch nicht genug.

                        Es harkt noch. Das merke ich auch daran, das mich manche Dinge unglaublich verletzten können.

                        Wie gesagt ein Patentrezept zu mehr Selbstbewußtsein habe ich leider nicht! Aber ich kann jeden raten, daran zu arbeiten. Sich Methoden zu suchen, die zu einem paßen. Das muss man individuell heraus finden.

                        Übrigens: Das Ratschläge auch Schläge sein können, weiß ich.

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