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    Meine Trauer

    Liebes Forum,

    vor fünf Tagen ist mein Vater unerwartet und unvorbereitet verstorben. Er war erst knapp über 60 und verstarb an einem Herzinfarkt.

    Meine Familie hält zusammen, ich habe mir einige Tage frei genommen und wir tun, organisieren, halten uns über Wasser, so gut wir können. Mein Freund unterstützt mich, wo er kann.

    Das Begräbnis haben wir hinter uns gebracht. Es war würdig.

    Die erste Stunde nach der Nachricht habe ich gezittert und konnte weder denken noch irgendetwas tun. Die erste Nacht habe ich nicht geschlafen. Inzwischen klappt es, mit einem Bierchen vor dem Schlafengehen.

    Tausend Gedanken drehen sich im Kreis. Manchmal wünsche ich mir, ich würde endlich aufwachen, und dass alles nur ein schlechter Traum war.

    Dann wieder die Gewissheit: Er wird nie wieder kommen.

    Es erdrückt mich manchmal fast. Es ist so schwer.

    #2
    Liebe Kaikoura,

    mein Beileid.... Es ist immer schwer, Worte zu finden, die ein bisschen trösten, ohne völlig platt zu klingen. Ich fand es damals auch schwer als mein Vater starb, mittlerweile ist es 12 Jahre her. Ich finde meinen Vater noch immer in vielen Kleinigkeiten, in bestimmten Situationen, Örtlichkeiten, Handlungen. Für mich ist er immer noch ein bisschen da - und das ist etwas, was mich getröstet hat und tröstet.

    Ich wünsche dir und deiner Familie im Moment ganz viel Kraft und die notwendige Unterstützung von außen, um diese Zeit zu überstehen.

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      #3
      Ach Du Liebe!

      Ich schick Dir ganz viel Mitgefühl. Und Gelassenheit. Es tut mir leid, daß Dein Vater so überraschend verstorben ist. Verlust zeigt die Einmaligkeit (und zT Selbstverstaedlichkeit) lieber Menschen im Umfeld.
      Ich wünsche Dir, daß nach dem ersten Schock, die gemeinsamen Freudigen Erinnerungen viel Raum bekommen.

      Alles Liebe, für Dich & Deine Mutter, liebe Kaikoura!

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        #4
        Hallo Kaikoura,

        mein Beileid!

        Als ich solche Verluste "verarbeiten" musste, hat es mir sehr geholfen, mich mit Menschen zu unterhalten, die die verstorbene Person gekannt haben. Wie haben Anekdötchen ausgetauscht, gemeinsam geschwiegen und auch mal herzlich gelacht über ein paar "Taten der Toten".

        In solchen Unterhaltungen konnte ich meine Gedanken von "kommt nie wieder" in Richtung "schön ihn/sie gehabt zu haben" umlenken.

        Ich wünsche Dir, dass Du mit Deiner Familie und Freunden der Familien solche Gespräche führen kannst und sie nicht vermeidest - aus Angst sie würden den anderen (oder auch Dir selbst) weh tun.

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          #5
          Liebe Kaikoura,

          mein herlichstes Beileid. Ich kann Dir echt nachempfinden, denn bei meinem Vater war es genauso. Sonntags noch telefoniert, Montags drauf die Todesnachricht. Nur dass er 10 Jahre jünger war, ansonsten selbe Todesursache.

          Ich habe mich irgendwann umgestellt und nur noch an die schönen Sachen vin ihm gedacht. Das ist es, was ihn heute noch bei mir am Leben erhält.

          Ich drücke Dir und Deiner Familie die Daumen, dass ihr die schwere Zeit gut übersteht.


          Wolle

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            #6
            Oh, Kaikoura, das tut weh...
            Ich wünsche Dir viel Kraft und gute Erinnerungen.

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              #7
              Mein aufrichtiges Beileid, liebe Kaikoura.

              "Wenn Du bei Nacht in den Himmel schaust,
              wird es Dir sein, als leuchten alle Sterne,
              weil ich auf einem von ihnen wohne,
              weil ich auf einem von ihnen lache.
              Du allein wirst Sterne haben,
              die lachen können.
              Und wenn Du Dich getröstet hast,
              wirst Du froh sein, mich gekannt zu haben.

              Du wirst immer mein Freund sein.
              Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen.
              Und Du wirst manchmal Dein Fenster öffnen,
              gerade so zum Vergnügen
              und Deine Freunde werden sehr erstaunt sein,
              wenn sie sehen,
              dass Du den Himmel anblickst und lachst.
              Dann wirst Du ihnen sagen:
              "Ja, die Sterne,
              die bringen mich immer zum Lachen."

              Antoine de Saint-Exupery

              Ich wünsche dir, dass auch dich eines Tages die Sterne beim Gedanken an deinen lieben Papa zum Lachen bringen können.

              Liebe Grüße

              jule

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                #8
                Danke für eure Anteilnahme und die guten Wünsche.

                Es gibt ein Bild von mir als wenige Wochen altes Baby, wo wir beide schlafen und er mich ganz fest hält und umarmt. Ich hab es mir vergrößert und eingerahmt. Es tröstet mich sehr. Diese Vorstellung, dass er das immer noch - wenn auch nicht mehr physisch - macht und das auch nie aufhören wird.

                Das tröstet mich... und Wein und George Michael.

                Ich bin den ganzen Tag damit konfrontiert und halte das momentan nur mehr schlecht aus. Es hagelt auf mich ein, die brutale Endgültigkeit und Wahrheit des Augenblicks, ich soll verdauen und gleichzeitig zukunftsweisende Entscheidungen treffen, die ich nur zu gerne dagegen eintauschen würde, meinen Vater noch die 20 Jahre länger zu haben, die ich eigentlich noch "eingeplant" gehabt hätte.

                Ich habe keinen Vater mehr und meine Kinder werden ohne Großvater aufwachsen. Alle Strukturen und Gewohnheiten in der Familie sind in diesem Moment obsolet, alles wird anders und wird nie mehr so sein, wie es war.

                Gleichzeitig bin ich wütend darüber, dass er einfach so gegangen ist. Umgefallen und weg. Hat uns auch nicht die Wahrheit gesagt über seinen Gesundheitszustand, obwohl wir es alle irgendwo geahnt haben. Bin mir nicht sicher, ob er es so genau und bewusst wusste. Er hat eine gewisse Sturheit an den Tag gelegt (Stichwort Arztbesuch). Ich habe den Totenbeschauschein geheim mit einem befreundeten Arzt besprochen, weil ich es wissen wollte, was Sache war und was genau passiert ist. Da steht ja auch drauf, welche Vorerkrankungen es gab. Ohne das Wissen meiner Mutter und Geschwister. Ich wollte das einfach wissen und das ist mein Recht.

                Bin auch zu dem Ort gefahren, an dem er umgefallen ist. Habe mir angesehen, was er zuletzt gesehen hat. Habe die Person, die dabei war, ausgefragt bis ins Detail. Wo war es ganz genau, was hat er gesagt, hat er noch reagiert, war er bei Bewusstsein.

                Man versucht zu verstehen und zu begreifen.

                Ich kann nicht mehr darüber reden. Meine Freundinnen drücke ich inzwischen weg, wenn sie mich anrufen. Die Anteilnahme ist groß, jeder spricht uns darauf an und hat diesen mitleidenden/-igen Gesichtsausdruck. Ich wollte hier auch über die Trauer schreiben und was sie mit mir macht. Aber es ist so allgegenwärtig, dass ich noch immer darauf warte, endlich aufzuwachen aus diesem schlechten Traum, um dann erleichtert zu sein.

                Ich darf schwach sein, meine Freundinnen wegdrücken, und mir die Luft nehmen, die ich brauche, wenn mir die Tatsachen das Atmen schwer machen.

                Ich geh zum Friedhof und es fühlt sich an, als ob er noch da wäre. Fühle mich ihm dort sehr nahe. Auch wenn sein toter Körper mit ihm als lebendigen Menschen nichts mehr zu tun hatte. Ausgemergelt vom Kampf in seinen letzten Stunden, "kosmetisch bearbeitet" vom Leichenbestatter. Ich wollte unbedingt, dass der Sarg nochmals geöffnet wird. Wollte ihn nochmals ganz sehen. Dieser Körper hatte mit meinem Vater nichts mehr zu tun. Das wusste ich von meiner Großmutter, wo ich vor zwei Jahren bei der Einsargung dabei war. Das half mir irgendwie auch, auch wenn es dadurch noch unwirklicher wird.

                Das tatsächlich brutale ist die Endgültigkeit, die man wohl nie ganz begreifen und verstehen können wird.

                Jetzt konnte ich doch ein bisschen was niederschreiben. Danke für's Lesen und einfach die Gewissheit, dass ich nicht allein bin.

                Donnerstag gehe ich wieder zur Arbeit: Ablenkung.

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                  #9
                  Dein Zorn über das Verlassenwerden ist ein wichtiger Teil deiner Trauer, liebe Kaikoura. Wenn dieser Zorn lebendig werden und einen Ausdruck finden darf, bringt er dir die Lebendigkeit zurück, die bei dem plötzlichen Tod eines geliebten Menschen erstarrt.

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                    #10
                    Zitat von Kaikoura Beitrag anzeigen
                    Das tröstet mich... und Wein und George Michael.
                    ... und vielleicht auch der hier ... https://www.youtube.com/watch?v=_WVLr5iHHKs

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                      #11
                      Ich lese dir zu und setze mich auch gerne schweigend eine Runde zu dir.

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                        #12
                        Ich setze mich ebenfalls schweigend zu dir.

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                          #13
                          Ich setze mich in Stille zu Dir und schau in das Kerzenlicht

                          - ich habe Ende Januar meine liebe Mutter plötzlich verloren...

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                            #14
                            Liebe Kaikoura,

                            es tut mir leid, dass Dein Vater gestorben ist! Dass ein geliebter Mensch nicht mehr lebt, ist schon dann schwer zu fassen, wenn man seit langem mit seinem Tod rechnen musste und sich darauf vorbereiten konnte. Aber so plötzlich ... da muss man seelisch erstmal hinterherkommen...

                            Ich möchte Dich darin bestärken, Deine Trauer mit allem, was sie mit sich bringt, anzunehmen und Dir keines der aufkommenden Gefühle zu verbieten. Wenn Du Wut empfindest, lass Dich wütend sein, wenn Du Dich schwach oder überfordert fühlst, gestatte es Dir und sorge gut für Dich, indem Du Dir vielleicht mehr Rückzug einräumst oder Dir auf andere Weise etwas Gutes tust. Trauer ist ein großes, mächtiges Gefühl - ich erlebe das selbst gerade wieder. Aber ich denke auch, man darf Vertrauen in das Leben haben und diesen Trauerprozess mit allem drum und dran geschehen lassen.

                            Zitat von Kaikoura Beitrag anzeigen
                            Es gibt ein Bild von mir als wenige Wochen altes Baby, wo wir beide schlafen und er mich ganz fest hält und umarmt. Ich hab es mir vergrößert und eingerahmt. Es tröstet mich sehr. Diese Vorstellung, dass er das immer noch - wenn auch nicht mehr physisch - macht und das auch nie aufhören wird.
                            Ja, die Verbindung wird nie aufhören. Ein Teil von ihm, und zwar der Teil von ihm, der ganz Dir gehörte, wird in Dir weiterleben.


                            Hinter dem Schleier

                            [...]
                            und wenn ich mich nach dir sehne
                            dann um-engle mich ganz sacht
                            manchmal
                            dann und wann...

                            (Gisela Hildebrand)


                            Ganz viel Kraft für diese schwere Zeit wünscht Dir
                            Deine Chaja
                            Zuletzt geändert von Nomada; 11.04.2014, 18:45. Grund: Wegen Urheberrecht Gedicht entfernt

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                              #15
                              In Gedanken bin ich Dir nah.

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