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Worte als Waffe

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    #31
    Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
    Das alles hat sehr viel mit Macht zu tun.
    Wir denken leider, wir hätten "Macht", wenn wir uns über andere stellen.
    Der Satz: "Der Mensch beherrscht die Natur" wird oft mit Stolz ausgesprochen. Ich denke dann jedesmal:" wäre ein mit-einander nicht viel angenehmer für alle als ein unter-drücken?"

    Wenn ich eine Pistole in der Nachttischschublade habe fühle ich mich mächtig. Und wenn ich andere mit Worten "beherrschen" kann, fühle ich mich auch mächtig.

    Genau hier sehe ich den Zusammenhang. Beides sind "Methoden" um sich selbst ein gutes, (sicheres) Gefühl zu verschaffen auf Kosten von anderen. Das kommt (auch) daher, weil wir im ständigen Vergleich leben, auf Konkurrenzkampf gedrillt werden. Das geht meist in der Schule los. Dank unserer Regierung nun schon in der Kita.

    Wenn ich mich selbst immer nur im Vergleich zu anderen sehe, bin ich klar darauf bedacht "gut abzuschneiden". Und da dient das Wort hervorragend. Unsere ganze Schule beruht ja nur auf Wörtern und Zahlen. Es wird angelerntes Wissen abgefragt und wer das "Wort" beherrscht, beherrscht die anderen. Er steht ganz oben auf der Rangliste.

    Schmunzelt und so könnte man sagen, in früheren Zeiten war DER derjenige ganz oben auf der Rangliste, der die beste Waffe hatte. Er konnte den größten Fleischbrocken für die Gemeinschaft jagen.

    Heute jagen wir bei Aldi, Lidl und Co und unsere Waffe ist das GELD. Um viel Geld zu "jagen" brauchen wir eine gute Ausbildung und in dieser Zeit lernen wir das Wort zu schätzen, als Waffe gegen die Konkurrenz um uns herum.

    Und nun bin ich wieder bei meiner Aussage die ich schon im Schuss-Waffen-Faden machte. Verdammenswert ist nicht die Waffe an sich, weder die Schusswaffe noch das Wort, es kommt immer auf die ABSICHT desjenigen an, der sie (Schusswaffe sowie Wort) benutzt.

    Schade ist das die "empfindsamen" Menschen als "empfindlich" abgewertet werden und somit immer noch der "vermeindlich stärkere" über die "vermeindlich schwächeren" herrscht. Dabei wäre es heutzutage genau anders rum nötig. Die Natur zeigt uns nämlich gerade, dass sie sich nicht vom Menschen be-herrschen lässt. Und die empfindsameren unter uns wissen das auch schon lange, weil sie es spüren.

    Nun gerate ich aber langsam heftigst ins OT. Und somit beende ich hiermit mein "Wort" zum Sonntag welches ich in bester Absicht schrieb und ich hoffe, ich habe niemanden damit verletzt
    Ich finde das völlig richtig betrachtet.

    Man kann auch überlegen, was vielfach einem tatsächlichen Waffengebrauch vorausgeht - ein Wortgefecht. Irgendwann sprechen dann die Waffen, um den anderen mundtot zu machen.

    Eine Überlegung hätte ich noch - was würde passieren, wenn es die "empfindlichen" Menschen nicht mehr gäbe? Die "wortgewandten" hätten niemanden mehr, auf den sie ihre Wortkugeln abfeuern könnten, weil sie jeweils beim anderen einfach abprallen. Wenn das also nicht mehr klappt, um seine "Macht" zu demonstrieren, müssten härtere Geschütze aufgefahren werden.

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      #32
      Oder gar keine!
      Nehmen wir den Wortgewaltigen doch einfach ihr Ziel und lassen ihre Worte an uns abprallen.
      "Einfach" (wie ich es schrieb) ist das nicht, aber es geht mit ein wenig Übung.

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        #33
        Liebe Chrysothemis,


        Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
        Eine Überlegung hätte ich noch - was würde passieren, wenn es die "empfindlichen" Menschen nicht mehr gäbe? Die "wortgewandten" hätten niemanden mehr, auf den sie ihre Wortkugeln abfeuern könnten, weil sie jeweils beim anderen einfach abprallen. Wenn das also nicht mehr klappt, um seine "Macht" zu demonstrieren, müssten härtere Geschütze aufgefahren werden.
        ich finde, die Antwort hattest du dir bereits vorweggenommen:

        Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
        Man kann auch überlegen, was vielfach einem tatsächlichen Waffengebrauch vorausgeht - ein Wortgefecht. Irgendwann sprechen dann die Waffen, um den anderen mundtot zu machen.
        Insofern ist das Wort oder die Waffe nicht nur ein Zeichen von Macht, sondern vor allem von einer Machtlosigkeit, die man mit allen Mitteln verhindern/ beenden möchte: Stoße ich mit Worten in einer Argumentation an meine Grenzen, kann ich das Gegenüber nicht von einem Sachverhalt überzeugen und bleibt er bei seinem eigenen Standpunkt, obgleich ich alle Facetten der Sprachgewalt ausgeschöpft habe, so sind die Grenzen meiner Macht mit dem Mittel "Wortgefecht" erreicht. Ich bin machtlos.
        Bei jüngeren Kindern kann man manchmal gut beobachten, was in dieser Machtlosigkeit geschieht: Sie versuchen durch körperliche Übergriffe oder den Gebrauch von Gegenständen an ihr Ziel zu gelangen. Erwachsene bedienen sich anderer Waffen.

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          #34
          @ Nordhimmel

          Und was bitteschön soll an deinem Post OT sein?

          (Der "Fairness" halber werde ich (um dem Mod in mir Arbeit abzunehmen ) noch einige Jagdgründe nennen, damit das Ganze nicht als Werbungsversuch für Aldi, Lidl und CO interpretiert werden kann: REWE, EDEKA, Netto, Penny, Cia, Nsa, Fbi, Bnd und etliche mehr )

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            #35
            @ Jannes

            Insofern ist das Wort oder die Waffe nicht nur ein Zeichen von Macht, sondern vor allem von einer Machtlosigkeit, die man mit allen Mitteln verhindern/ beenden möchte: Stoße ich mit Worten in einer Argumentation an meine Grenzen, kann ich das Gegenüber nicht von einem Sachverhalt überzeugen und bleibt er bei seinem eigenen Standpunkt, obgleich ich alle Facetten der Sprachgewalt ausgeschöpft habe, so sind die Grenzen meiner Macht mit dem Mittel "Wortgefecht" erreicht. Ich bin machtlos.
            ... und hilflos angesichts meiner Machtlosigkeit, was Etliche dann "mit anderen, bspw. verbalen Waffen" wettzu machen trachten :Schreien, brüllen, ... oder mit zusätzlichen Wort-Waffen : beleidigen, erniedrigen, beschämen, verblöden (als bescheuert, unterbelichtet, ergo als minderwertig hinstellen) usw. ...

            Wenn Mensch mal so richtig "in Fahrt" ist, zeigt er unter anderem, was ihn auch noch vom Tier und anderen Lebewesen "unterscheidet". Und das hat nicht unbedingt etwas mit Intelligenz zu tun.

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              #36
              Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
              Oder gar keine!
              Nehmen wir den Wortgewaltigen doch einfach ihr Ziel und lassen ihre Worte an uns abprallen.
              "Einfach" (wie ich es schrieb) ist das nicht, aber es geht mit ein wenig Übung.
              Das ist das Ideal.

              Ich stelle mir nur die Frage, wohin dann die "Wortgewaltigen" mit ihrer überschießenden "Energie" hin sollen. Es ist also genau betrachtet zu etwas nützlich, wenn sie ihre Energie so los werden und nicht zu anderen Mitteln greifen müssen.

              In der Steinzeit - als es keine oder kaum Worte gab - wurde mit Holzprügeln argumentiert . Da sind wir ja schon ein gutes Stück weiter.

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                #37
                Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                Das ist das Ideal.

                Ich stelle mir nur die Frage, wohin dann die "Wortgewaltigen" mit ihrer überschießenden "Energie" hin sollen. Es ist also genau betrachtet zu etwas nützlich, wenn sie ihre Energie so los werden und nicht zu anderen Mitteln greifen müssen.
                Ich glaube nicht, dass jeder, der per se mit seiner Wortgewalt sein Ziel nicht erreichen kann, dann andere Register zieht. Das wäre ja fatal und würde ich das nun auf meine Kolleginnen auf Arbeit übertragen, müsste ich ja bald Angst um mein leibliches Wohl dort haben So ist es aber nicht. Viele suchen sich einfach nur ein anderes Opfer oder drehen sich permanent im Kreis. Oder sie verwenden ihre Energie vielleicht sogar zu Suche nach den Ursachen ihres Machtstrebens - möglich wärs jedenfalls.

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