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was war – was ist – was kommt

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    was war – was ist – was kommt

    vorhin habe ich seit ewiger zeit mal wieder in einem alten fotoalbum geblättert. bilder die so um den dreh herum 20 jahre alt sind und meine kinder als kleine stöpsel zeigen. sehr oft habe ich unheimlich gerne an diese zeit zurückgedacht. die bilder in meinem kopf ähneln den fotos sehr, aber in meinem kopf habe ich aus dieser zeit viel mehr als nur erinnerungen auf einfaches papier gebannt.

    einerseits kann ich heute noch fühlen, wie ich meine kleinen in den armen hatte. erinnere mich an beulen, die ich davon trug, weil sie auf mir herumkletterten. haare, die ich gelassen habe, weil daran ziemlich unsanft gezogen wurde. aber auch an blessuren, die sich vor allem mein sohn mit grosser regelmässigkeit zuzog und mich genauso regelmässig in angst und schrecken versetzte. das stundelange vorlesen, weil ich so gerne wollte, das sie bücher mal genauso lieben werden wie ich es tue.

    damals beschäftigten mich sehr oft gedanken an die zukunft. wie werden sie sein, wenn sie gross sind? werden sie klar kommen und habe ich die fähigkeit sie sicher durch die unsichere zeit der pubertät zu leiten? werden sie auf dem schulhof verprügelt werden, was damals oft thema in den zeitungen war. ist es nötig ihnen beizubringen, das sie einfach zurückschlagen sollen??? puh, was war das bloss für eine auswahl-sendung damals in meinem kopf?

    und trotz allem steht mir, wenn ich mich zurückerinnere nicht nur ein kleines lächeln im gesicht. was ich heute manchmal bereue, ist einfach die tatsache, das mir damals nicht bewusst war, wie einzigartig und wie wundervoll diese zeit trotz des stresses ist. klar, mütter mit älteren kindern haben mich darauf hingewiesen. aber es drang nicht zu mir durch. leider. denn zeit lässt sich nun mal einfach nicht zurück oder vorwärtsdrehen.

    #2
    Zustimmung zu diesem thema!

    ich erinnere mich oft daran, daß mir mal mein großvater gesagt hat:
    denk immer daran, du hast nur ein Leben, stell dir immer vor, wie du über dein Leben denkst, wenn du so alt bist wie ich...

    hab ich auch oft daran gedacht...
    aber in jungen Jahren hat man eben auch solche grundsätze, deren einhaltung sich später als nicht so optimal herausstellt...
    und man sagt sich:
    hätte ich doch lieber......

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      #3
      ich denke, es ist mühsig, sich zu sagen, hätte ich doch lieber ... es ist nicht mehr zu ändern. Was aber änderbar ist, ist die Gegenwart. Man kann ja jetzt einiges anders machen und zufriedener werden, in dem man sich die Fehler verzeiht die man gemacht hat. Das ist leider einfacher gesagt, als getan

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        #4

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          #5
          ich werfe mir nix vor, sondern bedauere lediglich, das ich dieses "in-der-gegenwart" leben zu können, nicht schon viel früher begriffen habe.

          möglicherweise liegt das einfach am alter. nach wie vor habe ich kontakt mit vielen jungen menschen, die im moment den kopf voll haben mit ausbildung oder studium. das die orientierung sich in dieser phase auf die zukunft orientiert finde ich komplett folgerichtig. hätte man keine konkreten vorstellungen davon, wohin dieser weg führen könnte, wäre das wohl eher kontraproduktiv.

          und nun bin ich in einer lebensphase angelangt, in der ich viele meiner damaligen träume bereits realisiert habe und staune sehr darüber, wie die jahre verflogen sind.

          was mir im moment auch etwas fehlt, sind konkrete vorstellungen zur gestaltung der kommenden lebensphase. in meinen kindheits- und teenyträumen hatte ich meine aktuelle lebenszeit, so ganz und gar nicht auf dem zettel.

          keine ahnung, ob ich damit alleine bin, deshalb frage ich einfach mal die junge generation. macht sich jemand von euch gedanken darüber, wie eurer leben mit +/- 50 aussehen könnte?

          die frage, wie es sein wird, wenn ich in rente bin, ging mir immer mal wieder durch den kopf, aber da war die frage einfach, wie ein leben ohne arbeit sein würde.

          abgesehen davon habe ich auch den eindruck, das die jetzigen um die fünfziger ganz anders davor sind, als noch zu der zeit, als ich ein kind war. damals waren sie in meinen augen alt und heute empfinde ich sie als junggeblieben und tatkräftigt.

          das sich im leben immer wieder alles ändert, das habe ich auch erst im laufe der jahre verstanden. sicher ist nur, das nix so bleibt, wie es ist.

          ach ja, vor kurzem ging es dem kumpel meines sohnes nicht gut und er meinte, der ist jetzt fast 25 und hat eine halbe midlife-crises ........ auch das hat sich also geändert

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            #6
            Dazu fällt mir folgendes Zitat ein, was zu jedem Alter passt:

            "Heute ist die gute alte Zeit von morgen".

            Liebe Grüße
            Zebra

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              #7
              Finde ich schön übrigens, dass Du Dir einen Faden eingerichtet hast.
              Zitat von just me Beitrag anzeigen
              ...
              keine ahnung, ob ich damit alleine bin, deshalb frage ich einfach mal die junge generation. macht sich jemand von euch gedanken darüber, wie eurer leben mit +/- 50 aussehen könnte? ...
              Nein. Aber in gewisser Weise geht es mir vielleicht ähnlich. Ich habe keine Kinder und deswegen diese Phase übersprungen und bin vermutlich früher als Du in dieses Fragezeichen geraten. Kann sein, dass ich es irgendwo bereits schrieb: Seit meinem 6. Lebensjahr habe ich auf etwas hingearbeitet (ist mir später bewusst geworden). Bis ich um die 30 war. Alles habe ich letztlich getan, um einen "ordentlichen Job" zu bekommen, das hatte ich verinnerlicht. Familie war nie so das Thema. Nun ja, und dann hatte ich den. Dann kam der nächste. Eine kleine Zusatzausbildung... Und der nächste. Aber irgendwie hörte mein "Plan" mit dem ersten Job auf, danach wurde ich unruhig und die Frage "was nun?" drängte sich immer mehr auf- und ist jetzt eine meiner Hauptbeschäftigungen.
              +/- 50 hat keine Bedeutung für mich. Ich hatte mal im Hinterkopf, mit 55 Jahren die Wahl zu haben, ob ich weiterarbeiten möchte. Statt dessen habe ich jetzt auf Teilzeit reduziert - wer weiß, was mit 55 ist. Ja, ein Bruch wird bei der Pensionierung kommen (egal in welchem Alter und aus welchem Grund), aber da denke ich, dass ich mehr Interessen als Zeit habe - und zwischendurch denke ich oft sogar "das kann ich ja sogar machen, wenn ich mal bewegungseingeschränkt bin". Nicht, dass ich es dewegen verschiebe, einfach als zusätzliche Option, ich versuche einfach, die Augen offen zu halten. Auch bzgl. Wohnmöglichkeiten z.B. Zentraler ist für mich jedenfalls die Frage: was möchte ich JETZT machen - und ich denke, das wird auch richtungsweisend für später sein. Mein Horizont ging eigentlich nie wirklich über 2 Jahre hinaus... *grübel*
              Vielleicht habe ich einen Vorteil, da ich in einem anderen Kulturkreis aufgewachsen bin und auch keine Kinder habe (oder aus was für Gründen auch immer), mir fehlen jedenfalls die Modelle. Keine Orientierung aber auch keine Vorgabe.

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                #8
                Liebe just me,

                das war das Verantwortungsbewußtsein. Wie solltest du das Jetzt genießen, wenn deine Kinder in der Zukunft alleine und ohne dich zurecht kommen sollen müßten - und zwar so, dass sie möglichst glücklich sein sollten? Sie sollten es besser haben als du, mag sein, dass du es gut hattest, aber ihnen sollte es noch besser gehen. Und selbst, wenn du merktest, dass es ihnen im damaligen jetzt gut ging, blieb die Sorge, dass es in der Zukunft genauso sein sollte...

                Nimm es an... irgendwie. Es ist kein Schaden, dass du immer an die Zukunft gedacht hast.

                So wie ich das sehe, ist das ganz normal.

                Bedauere es nicht sondern freu dich, dass deine Sorge dich so fit gemacht hat, dass du heute sagen kannst: "sicher ist nur, dass nix bleibt, wie es ist".

                Wenn du damals keine Pläne hattest, mach sie heute oder lass dich treiben. Gerade so, wie es paßt. Planlos durch die Gegend und genießen... trau dich "einfach"---

                Solange für deinen Lebensunterhalt gesorgt ist, genieß das materiell sorgenfreie Leben und fang irgendetwas an, von mir aus 1000 Dinge gleichzeitig. Das was dir gefällt, wird schon bei dir bleiben. So irgendwie vielleicht.

                LG

                Sabine

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                  #9
                  liebe nomada,

                  das war für mich nun sehr spannend zu lesen. vieles vom jetzigen "loch" schrieb ich dem ausfliegen der kinder zu. dass es dir, die du immer berufstätig gewesen bist, ganz ähnlich geht, versetzt mich in echtes staunen. aber irgendwie tut es mir diese konfrontation mit "anderen" wegen von frauen grad gut.

                  die sache mit dem langen auf etwas hinarbeiten, habe ich schon öfter im leben als ziemlich verhängnisvoll erlebt und zwar in der form, das ich nach einem erreichten ziel, auf das ich lange hinarbeitete, fast zwangläufig ein "loch" kam, in das ich fiel. mir ging dann in der regel die frage durch den kopf: so ..... nun hast du das und das erreicht! und jetzt? bei näherer betrachtung wurde mir klar, das sich meine ganze lebensperspektive "nur" noch auf das eine ziel richtete und für ein danach in meinem kopf gar keine kapazität mehr war.

                  nun gut, eine hauptbeschäftigung liesse sich durchaus daraus machen. der plan gefällt mir im grunde ganz gut

                  mit 50 in rente, wollte mein bruder auch mal. war so ein grosses ziel. als ich ihn im alter von 54 mal fragte, was denn aus seinen plänen geworden sei, meinte er nur lapidar: ach, ich gehe immer noch so gerne arbeiten und bin so glücklich mit meinem job, hab noch soviel energie ...... als ich das vor ein paar jahren sagte, dachte, mit 50 sei man "alt" und träge! inzwischen weiss ich das besser und mache einfach solange weiter, wie es mir noch spass macht.

                  ja, das was du wegen der zeit nach der pensionierung schreibst, sehe ich heute auch als viel weniger problematisch wie noch zu der zeit unserer eltern. weil in ein paar jahren sehr viele der "baby-boomer-generation" in diese phase kommen, dabei meist noch fit und flexibel sind, gibt es schon rein von der anzahl der lebens-gestaltungs-möglichkeiten sicher einiges mehr, als das, was wir heute kennen.

                  und btw, der andere kulturkreis, das klingt ja mal seeeeehr spannend


                  liebe sabine,

                  danke sehr für deine aufbauenden worte. so wie du das schreibst, klingt es ganz anders, als aus meiner eigenen perspektive. jaaaa, so langsam aber sicher, kann ich es mir leisten verantwortungs"los" zu werden! ui, was für eine neue perspektive! nach all den jahren des leistungsdrucks und der grossen verantwortung, könnte ich das nun als "wohlverdiente" freiheit annehmen.

                  nun kann ich mich also ruhig in der gewissheit zurücklehnen, das meine kinder gute wege gehen und die angst um sie zu einem grossen teil der vergangenheit angehört.

                  hmmmm. nun gilt es also "nur" noch, jahrzehntelang antrainiertes verhalten hinter mir zu lassen und zu neuen ufern aufzubrechen

                  dein vorschlag, planlos durch die gegend zu gondeln und zu geniessen, klingt als perspektive total schön, einfach und entspannend.

                  wer sagt denn überhaupt, das man immer ziele haben muss?

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                    #10
                    Liebe just me,

                    hmmh, ich denke, so ganz wird man die Sorge um die Kinder nie los, aber das ist ja auch richtig und wichtig. Aber schön, dass meine Worte so viel in dir bewegt haben und ja genau: probier es mal mit etwas Verantwortunglsosigkeit.

                    Und: mir geht es auch ein bißchen so wie Nomada. Zu einem Freund habe ich mal gesagt: "Ich habe mit dem Beruf abgeschlossen." Er hat das erst nicht verstanden, erinnerte sich dann an eine Frau, die einen Wahnsinnsberuf im Entertainment hatte, selber als Tänzerin & Sängerin sehr erfolgreich (Musical), jeder dachte, wow, muß das spannend sein. Viele hätten gerne mit ihr getauscht. Aber als sie genügend Geld zusammen hatte, sagte sie, "das ist abgeschlossen, ich habe es lange genug gemacht. ich habe es mir bewiesen, das genügt". Sie ging nach USA und genoss eine Weile das Nichtstun. Das wurde ihr dann doch wiederum irgendwann zu langweilig und nun produziert sie "homemade" Würzsaucen. Als meinem Freund bewußt wurde, was diese Frau gemacht hatte, sagt er, er verstehe mich, es ist eine gewisse Routine, man hat gezeigt, dass man es kann... aber dann ist es eben auch "gut" (irgendwie)... Wegen der Altersversorgung und weil mein beruf nicht so viel abwirft wie ein erfolgreiches Künstlerdasein, werde ich mich aber noch ein bißchen mit dem Ruhestand gedulden müssen.

                    Damals war es dir nicht bewußt, was und wie du heute fühlen würdest... woher auch. Wenn ich junge Mütter ermahne, den Stress um die Winzkinder zu genießen, schauen sie mich an, als wäre ich von einem anderen Stern. Und mir ginge es genauso, wenn es mir umgekehrt passieren würde. Vielleicht ist diese Gefühlswelt der Motor, der es schafft, uns dazu zu kriegen, dass wir unseren Kindern einen guten Start verschaffen können.

                    So ist das eben, wir entscheiden im jetzt aus dem dann seienden Erfahrungshorizont heraus, den wir genau in dem Moment haben, und der ist heute ein anderer als damals und wird in Zukunft auch wieder ein anderer sein.

                    Eben, wenn dein Leben gut ist, genieße es einfach. Ziele setzen einen manchmal einfach nur unter Druck. Aber wenn da etwas wäre, das du dir sehr wünschen würdest, dann versuche es auch zu erreichen...

                    Viel Glück

                    Sabine
                    Zuletzt geändert von just me; 01.02.2010, 15:56. Grund: sabine weiss es ;-)

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                      #11
                      liebe sabine,

                      sicher ist es richtig, das man die sorgen um die kinder nie los wird. aber es ist schon ein beträchtlicher unterschied, ob + 20 jährige ein problem haben, oder ob ein säugling, das der sprache noch nicht mächtig ist, von etwas "undurchschaubaren" geplagt wird

                      extrem spannend, das es anscheinend nicht nur an den lebensumständen, sondern auch am alter, oder am erfolg liegt, dass man von bisherigen wegen so satt sein kann, das einfach etwas neues dran ist.

                      keine ahnung, ob das jemand bestätigen kann, aber ich empfinde es als kind der "wirtschafts-wunder-generation" im moment auch ein wenig als "last", das mir kaum andere ziele als kinder-kriegen und geld verdienen bekannt sind. und ich habe den eindruck, dass das ein grösserer werte-wandel auf uns zukommen wird. die arbeitsplatz-sicherheit, die wir als junge menschen noch hatten, ist schon seit längerer zeit keine selbstverständlichkeit mehr und die jungen leute von heute, finden es normal, diese tatsache in ihre planungen miteinzubeziehen.

                      dieser radikale interessewandel dieses musical-stars finde ich schon recht bemerkenswert und irgendwie scheint es mir auch zum american-way-of-life zu passen. aber auch da spüre ich einen wandel in unserer gesellschaft. es wird je länger, je weniger als riesenkatastrophe angesehen, wenn jemand neue wege geht und dabei scheitert. es ist okay dinge auszuprobieren, sogar noch im gesetzeren alter.

                      ist es zwangsläufig so, das menschen sich verändern? die user hier im forum halte ich in der beziehung für alles andere als "durchschnittlich". wir sind ja alle auf unsere art und weise, sehr darum bemüht, uns persönlich weiterzuentwickeln.

                      ja, das richtige wäre wohl, wenn sich die ziele aus den wünschen ganz von "alleine" ergeben würden.

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                        #12
                        Liebe just me,

                        der große Unterschied ist, dass ein Säugling unabdingbar auf "dich" (Eltern / Liebe / Versorgung) angewiesen ist während die größeren Küken gerne unabhägig flügge werden möchten. Ihnen die nötige Freiheit zu geben und sie dennoch zu behüten, ohne dass sie sich gegängelt fühlen, dass ist eine große Kunst und vielleicht auch deshalb so schwer möglich, weil sich die Kinder ja irgendwann lösen müssen, um ihr eigenes Ding zu machen. Und das schaffen sie wohl nur mit dem nötigen Abstand...

                        Ziele, Wünsche, Bedürfnisse...

                        Meine Ziele / Träume waren eigentlich ein bißchen anders als das, was ich heute nun erreicht habe, weil es eben so gekommen ist. Nicht alles verwirklicht sich so, dass das spätere tatsächliche Leben sich genau in den gewünschten Zielrahmen einpaßt.

                        Ich wollte gerne Familie und Job, so ganz fest gelegt, wie das sein sollte, war ich wohl nicht. Klingt so, als wären unsere Ziele ähnlich gewesen... Ganz wichtig war mir auch Partnerschaft, Liebe geben und bekommen...

                        Daneben hatte ich Wünsche, Dinge, die ich nicht unbedingt erreichen wollte, aber die ich halt schön gefunden hätte... Ein Garten gehörte dazu, und den habe ich jetzt tatsächlich. Schöne Reisen, ja, auch die kann ich mir leisten. Ich war mir immer bewußt, dass es nicht sein mußte, dass mir das alles zufallen würde, ich empfand es als Glück, für das man dankbar sein mußte.

                        Anders ist es mit meinen Grundregeln, von denen ich überzeugt bin, dass jeder Mensch sie haben müßte, Ehrlichkeit, Empathie, so etwas wie Nächstenliebe. Da stelle ich hohe Ansprüche, und, naja, so wie die Welt aussieht, werden meine "naiven" Vorstellungen immer wieder enttäuscht. Im Sinne des switching wären das wohl Bedürfnisse... und dann gibt es die auch noch, die Bedürfnisse, nach Sicherheit finanzieller Art, emotionaler Art oder auch nach Essen und Trinken, obwohl das ja eher wieder keine Ziele oder Wünsche sondern Grundbedürfnisse sind...

                        Du hast deine Ziele in gewisser Weise doch erreicht, so wie ich das sehe, Grund genug, dich ein bißchen zurück zu legen und stolz zu sein. Angemessenen Stolz empfinden, das ist auch ein Bedürfnis. Meine Eltern haben mir immer gesagt, man dürfe nicht stolz sein, das sei Überheblichkeit, aber es gibt auch einen Stolz, der nicht überheblich ist, der kommt vielleicht der Selbstzufriedenheit nahe...

                        Und ja, Menschen ändern sich, auch wenn sie nicht so bewußt an sich arbeiten. Im Kern bleiben vielleicht viele gleich, aber es gibt auch Menschen, die sich grundlegend ändern. Wie groß die Änderungen sind, ob es nur Nuancierungen sind oder wirklich innerliche Änderungen, die auch den Menschen ganz anders auftreten und fühlen / empfinden lassen... das ist wahrscheinlich individuell unterschiedlich.

                        Eine Kollegin hatte einen schweren Unfall, seitdem ist diese Frau depressiv. Latent mag die Krankheit vorher schon da gewesen sein, aber nun sind da nur noch Verzweiflung und Selbsthass. Nicht immer sind die Anlässe so gravierend und damit nachvollziehbar. Und natürlich gibt es auch Menschen, die nach außen aussehen und handeln wie immer - aber auch sie sind im Verlauf der Zeit nie mehr das, was sie vorher waren. Jede Erfahrung verändert uns. Den einen mehr, den anderen weniger.

                        Und eben, man braucht heute wohl nicht mehr solche Sorgen zu haben wie früher, dass man scheitert, erst recht nicht, wenn man schon viel erreicht hat.

                        Was würdest du dir denn von deinem Leben noch wünschen, liebe just me, in welche Richtung könnte das Wünschen gehen...

                        Ich möchte ein bestimmtes Buch gestalten... mit eigenen Texten und eigenen Fotos. Das werde ich wohl demnächst auch angehen. Niemand wird es kaufen müssen, aber die Menschen, die ich mag, werden es hoffentlich zu schätzen wissen. Diese Fotobüchergestaltungssoftware im internet sind wirklich toll. Früher, mit diesen prähsitorischen Entwicklungs- und Abziehtechnichken, wäre mir das wohl nie möglich gewesen.

                        Ob das allerdings ein Dauerziel ist? Bücher schreiben?

                        Ich glaube nicht, jedenfalls nicht für mich.

                        Aber vielleicht finde ich ja Gefallen daran.

                        Meine Gedanken dazu. Vielleicht ist etwas dabei, was dich anspricht. In die eine oder andere Richtung.

                        Liebe Grüße

                        Sabine

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                          #13
                          liebe sabine,

                          ja, diese so dringend nötigen "flügel" haben meine kinder wohl bekommen. aber ihr drang danach war dermassen gross, dass mir im grunde gar nichts anderes übrig blieb, als diese freiheit auch zu gewähren.

                          Ziele, Wünsche, Bedürfnisse...

                          interessant das du, obwohl du deine ziele und träume nicht so ganz genau verwirklichen konntest, sich doch eine sehr grosse zufriedenheit aus deinen worten ablesen lässt.

                          ja, da waren unsere ziele wohl recht ähnlich. mir war es wichtig, ab dem gegebenen zeitpunkt, kinder, haushalt und job unter einen hut zu bringen, den alle ohne grössere last tragen konnten. mit der partnerschaft bin ich mir über die folgende aussage nicht 100 % sicher, aber ich habe den eindruck, dass partnerschaft, wenn erstmal kinder da sind, fast zwangsläuftig etwas in den hintergrund gerät. vielleicht ist das ein segen der kinderlosen ehen. die fixierung bleibt auf das paar gerichtet.

                          das mit dem garten ist nach meinem eigenen erleben doch irgendwie aussagekräftig. den hatte ich nur in der zeit, als er sich ganz hervorragend mit dem familien-leben vereinbaren liess. sprich, als die kinder klein waren und es so sehr praktisch war, neben den spielenden kindern gleichzeitig noch im garten buddeln zu können.

                          genauso verhält es sich auch mit den reisen. es war mir wichtig, dass meine kinder etwas von der welt zu sehen kriegen. die crux ist nun, dass ich kaum noch weiss, welche dinge "mir" freude machen, aber da muss ich langsam aber sicher endlich mal zu mir selbst finden.

                          wenn ich so rückschau halte, könnte ich ziemlich genau beschreiben, mit welchen "eigentschaften" ich in meinem elternhaus punkten konnte und ebenso gut weiss ich, was ich für meine kinder wollte. im moment fühlt es sich fast ein bisschen so an, als wäre ich dabei selbst über eine sehr lange zeit auf der strecke geblieben. gelitten habe ich darunter aber nicht, denn solange ich für andere "richtig" funktionieren konnte, fühlte ich mich geliebt und gebraucht.

                          dankbarkeit ........ ja, ich glaube von mir, dass ich ein dankbarer mensch bin. oftmals neigen menschen dazu, ihren blick nur auf die dinge zu richten, die nicht so klappen wie gewünscht und sich zu grämen, statt einfach dankbar alles anzunehmen, was gut gelaufen ist.

                          über grundbedürfnisse brauche ich mir "gott-sei-dank" keine gedanken zu machen, was ich als echtes geschenk auch dankbar annehmen kann. meine eigenen wertvorstellungen sind wohl wie bei dir recht hoch angesetzt, aber ich erwarte es nicht zwangsläufig von anderen menschen genauso.

                          ja, rückblickend gesehen, könnte ich wirklich stolz auf das erreichte sein.
                          aber ich denke nach wie vor, dass das eben genau der springende punkt ist. eine weile kann ich mich zurücklehnen, aber dieses zielorientiert sein, habe ich mir selbst dermassen eingetrichtet, dass ich mich damit eben schwer tue.

                          aber genau das ist es wohl, was ich jetzt für mich ganz persönlich rausfinden muss ........ brauche ich wirklich das "grosse" ziel, oder kann ich mein denken dahingehend ändern, das jeder einzelne tag, an dem ich mit mir zufrieden mit meinem leben sein kann, eigentlich schon "leistung" genug ist. denn, wie du anhand deiner freundin richtig skizziert hast, kann sich das leben rasch in eine völlig unerwartete richtung drehen, was unter umständen reue, über die nicht gut gelebte schöne zeit bewirkt.

                          danke für deinen bereichernden blickwinkel

                          btw: kreativität ist ein wort, das so gar nicht zu mir zu passen scheint, aber ich erinnere mich an stunden aus kindertagen, in denen ich mich sehr lange an der auseinandersetzung mit farben gefreut habe.

                          Kommentar


                            #14
                            Liebe just me,

                            du hast deine Ziele zu deiner Pflicht gemacht, so erscheint es mir, wenn ich deine Zeilen leses, und du bist irgendwie in diesen Pflichten aufgegangen. Erst die Arbeit/Pflicht, dann das Vergnügen.


                            Jetzt ist es deine Pflicht, an dich zu denken. Und ich wette, keiner deiner Lieben wird von dir dadurch vernachlässigt werden. Du darfst dich vergnügen.

                            Ich wünsche dir die nötige Leichtigkeit, dahin zu finden. Ich selber habe diese Leichtigkeit auch oft nicht.

                            Aber das, was unser Leben ausmacht, ist das Wohlfühlen, davon sollten wir möglichst viel anstreben, wie auch immer, auch wenn es ganz klar Situationen gibt, in denen es nicht möglich ist...

                            Liebe Grüße

                            Sabine

                            Kommentar


                              #15
                              Zitat von just me Beitrag anzeigen
                              ...wenn erstmal kinder da sind, fast zwangsläuftig etwas in den hintergrund gerät. vielleicht ist das ein segen der kinderlosen ehen. die fixierung bleibt auf das paar gerichtet.
                              Deine Wortwahl drückt es schon aus: diese Ausschließlichkeit kann auch negativ sein. Kinder können eine Beziehung erweitern oder mit Beschlag belegen. Die gleiche Funktion kann ein Job oder ein ausuferndes Hobby haben. Das lässt sich, meine ich, schlecht verallgemeinern
                              ...die crux ist nun, dass ich kaum noch weiss, welche dinge "mir" freude machen, aber da muss ich langsam aber sicher endlich mal zu mir selbst finden.
                              Willkommen auf dem Abenteuerpfad bei den Pionieren!
                              ...aber genau das ist es wohl, was ich jetzt für mich ganz persönlich rausfinden muss ........ brauche ich wirklich das "grosse" ziel, oder kann ich mein denken dahingehend ändern, das jeder einzelne tag, an dem ich mit mir zufrieden mit meinem leben sein kann, eigentlich schon "leistung" genug ist.
                              *grins* Die Frage formuliere ich für mich fast wörtlich genauso und fast täglich. Erweitert noch um den Aspekt, ob DAS große Ziel (sofern eben nötig) im Job liegen muss oder auch im Privatbereich liegen kann. Oder ist es einfach nur das NÄCHSTE Ziel? Ich komme gerade von der "allumfassenden" Lösung ab, die ich erst anstrebte. *grübel*
                              btw: kreativität ist ein wort, das so gar nicht zu mir zu passen scheint, aber ich erinnere mich an stunden aus kindertagen, in denen ich mich sehr lange an der auseinandersetzung mit farben gefreut habe.
                              So auch meine bisherige Einschätzung meiner Person! Aber da mache ich immer wieder völlig überraschende Entdeckungen (apropos Abenteuer). Die Schreibstube von Tintenweberin hier im Forum war so was: ich war am ersten Abend danach high wie auf Drogen, das habe ich noch nicht erlebt... Na ja, ist nicht täglich so, aber ich bin immer wieder gespannt auf die nächste Überraschung. Wenn ich es genau betrachte, ist das derzeit so meine Hauptbeschäftigung, mein Ziel (oder eines davon): tägliche Überraschungen abwarten und bestaunen... Sorry, wenn das jetzt etwas OT wurde. Aber vielleicht ist ja was für Dich dabei.

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