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meine kleine weisheit.....

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    meine kleine weisheit.....

    Hallo liebe Forumler(innen),

    ich habe schon einige Zeit nicht mehr geschrieben und ärgere mich ein wenig darüber. Das Schreiben hier hilft mir sehr, auch die Antworten von lieben Menschen empfinde ich als sehr hilfreich.

    Ich möchte hier nicht meine Probleme wälzen, dies sollte ich in einem anderen Thema tun.....

    Aber mich beschäftigen doch einige Dinge, für viele kenne ich meine Lösungen, verfalle aber ab und an in alte Muster.

    Von daher denke ich möchte ich einfach, die Dinge die mich bewegen und berühren hier in "meinem Faden" schreiben.

    Ich versuche nun einmal dies für euch nachvollziehbar darzustellen.
    Mein "altes" Leben ist geprägt durch Kontrolle, Schuld und Scham. Ich habe darin keine Situation so genommen wie sie entstanden ist, sondern versuchte diese solange zu manipulieren bis, dass für mich gewünschte Ergebins erreicht wurde. Hier habe ich die Personen in meinen Umfeld solange manipuliert und unter Druck gesetzt bis sie letzlich so funktioniert haben wie ich es wollte. Wobei ich mir heute die Frage stelle wollte ich dies überhaupt so?
    Sehr häufig, so denke ich, wollte ich dies garnicht sondern eher meine Moralvorstellungen und Werte ließen es nicht zu. Oft waren die Werte und Moralvorstellungen nicht einmal meine. Sondern eher die von anderen.
    Wie ich darauf gekommen bin mich über Werte anderer zu indentifizieren kann ich nicht einmal genau sagen. Es hat jedoch eine lange Zeit gebraucht, dies zu erkennen und noch ein bisschen bis ich es mir eingestanden habe.
    Dies hat mir eine lange Beziehung eingebracht in der ich doch schon sehr früh wußte, sie ist nicht für immer. Durch die Unehrlichkeit mit mir habe ich doch viele Menschen verletzt. Nicht zuletzt meine damalige Partnerin und meine Kinder.
    Als ich begann mit mir ehrlich zu werden, brach für sie leider ihre Welt zusammen.
    Ich übernehme heute hierfür die Verantwortung, ohne mich zu Verurteilen. Für die Zukunft möchte ich dies einfach besser machen und sie ihre Erfahrungen und Gefühle machen lassen. Es ist ihr Recht, meines ist es für mich zu Sorgen und Glücklich zu sein.
    Zu dieser Erkenntnis bin ich leider nicht sofort gekommen, sondern habe mich erst einmal selbst gerichtet und die Schuld übernommen, mich selbst gegeiselt und unter enormen Druck gesetzt, sie glücklich machen zu müssen.
    Dies belastete dann auch die letzte Beziehung so sehr, das ich die Beziehung nicht scheitern lassen wollte und mich wie ein Fähnlein im Wind drehte. Nur ich, konnte ich dadurch nicht mehr sein.
    Was mich in eine zurzeit doch manchmal missliche Lage bringt. Ich lieb die Frau noch, Sie mich nicht.
    Ich bin ihr aber noch wichtig, so das wir versuchen eine freundschaftliche Beziehung aufzubauen. Evtl. wird ja wieder mehr daraus. Dies wünsche ich mir sehr.
    Macht es aber nicht so einfach, da ich einfach loslassen muss.
    Der Wunsch freundschaftlich miteinander umzugehen ist auch meiner.

    Zeit für mich zu haben, ist etwas neues für mich, tut mir aber sehr gut.
    Hier liegt aber auch eins meiner kleinen Probleme, was stelle ich denn mit mir so an?
    Die Frage habe ich mir in meinem Leben, nicht sehr häufig gestellt und die Antworten waren häufig Tätigkeiten auf die, die anderen Stolz sein konnten. Wenn andere das gut gefunden haben, war auch ich Stolz auf mich. (Ist ein bisschen blöd)
    So definierte ich mich Jahr um Jahr durch andere und stehe heute manchmal da und Frage mich wer bin ich...........
    Leider ist es auch so, dass mein Aussenbild eher Stielstrebig und Selbstsicher wirkt. Mein Innenbild aber gelegentlich Ziellos und Selbstzweifelnd ist.
    Hier mache ich heute die Dinge die mir Spass machen, worauf nur ich Stolz bin. Z.B. Wandern, hier im Forum habe ich doch einige Beiträge gelesen in denen von euch über die Energiegewinnung in der Natur berichtet wurde.
    Auch mir geht es so, ich kann sehr viel Energie tanken, wenn ich draussen bin. Am liebsten allein mit mir, meinem Herzen und Gedanken.
    Positiv ist, dass ich heute die negativen Gefühle stehen lassen kann und nicht alles verteufele. So ist die doch unbefriedigende Situation meiner Beziehung oder nicht Beziehung etwas, was nicht den Glauben an die Menschheit zerstört. Wobei ich den Glauben an Menschen erst langsam wieder stärken muss. Helfen tue ich mir hierbei in den ich gezielt Menschen suche die Feinfühlig mit sich und ihrer Umwelt umgehen. Treffen tue ich diese in meiner Selbsthilfegruppe, bei Gesprächskreisen in der Kirche oder bei Einkehrtagen in einem Kloster. Habe ich letztes Wochenende gemacht, war eine wunderschöne Erfahrung, mit Zeit für sich und Zeit mit Gesprächen untereinander.
    Ein kleiner Makel ist nur, wenn das negative Gefühl der Situation hochkommt, das ich mich unter Handlungsdruck setze.
    "Ich brauche eine Beziehung"
    In der ich aufgehen kann. Hier glaube ich, genau das ist das falscheste was ich zurzeit tun sollte.
    Ich wünsche mir die Gelassenheit, das Gefühl ertragen zu können. Hier habe ich aber noch keine Lösung, fühle mich dann gehetzt und tigere in meiner Wohnung wie ein gehetztes Kanninchen hin und her.
    Wobei ich auch die Gefühle heute zulasse und einfach mal in der Ecke sitze und heule.
    Ich finde es sehr spannend mich zu sehen und nicht nur darauf zu achten was andere in mir sehen.

    Als weitere spannende Themen für mich habe ich entdeckt:
    Kommunikation
    Was sage ich und was versteht der andere.......
    Hier gibt es bei mir immer wieder schöne manchmal erschreckende AHA Erlebnisse.
    Denkmuster
    Wie beurteile ich eine Situation, wie tun dies andere. Auch hier gibt es immer wieder AHA Erlebnisse.

    So nun hoffe ich mich Verständlich ausgedrückt zu haben und euch damit einen kleine Einblick in mich gegeben zu haben.


    Viele Grüße
    Stefan

    #2
    hallo stefan,
    habe mit spannung und staunen deine zeilen gelesen...da ist sehr viel einsicht und entwicklung darin enthalten..... und insicht und entwicklung sind für mich wichtige teiles des lebens, mit denen ich mich gerne beschäftige....
    was war der "gewisse" moment, in dem es dir "dämmerte", dass da was nicht "richtig" läuft...?
    und was musste passiren, dass du hilfe "annehmen" konntest? (vor allem männer tun sich da ja heute noch immer schwer damit)
    wie hast du das alles geschafft? wie hast du es geschafft, dir eines tages selber zu vergeben?
    liebe grüße von der neugierigen OS

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      #3
      Lieber Stefan,

      wenn ich deinen Text lese, sehe ich einen Mann, der die ersten Schritte über eine Schwelle gemacht hat, die ihm bisher vielleicht unüberwindlich erschien. Vielleicht hat ihn auch das wilde Land dahinter erschreckt, das keinen Regeln und Gesetzen zu gehorchen scheint, die er kennt.

      Ich höre deine Geschichte mit Gelassenheit und Zuversicht, denn du hast alles, was du brauchst, um deinen neuen Weg zu entdecken: eine Gemeinschaft, in der du im Zweifelsfall Schutz und Sicherheit findest (deine Selbsthilfegruppe), einen Pol, an dem sich die Kompassnadel deiner spirituellen Sehnsucht immer wieder neu ausrichten kann (die Gesprächskreise in der Kirche) und das Chaos in dir, aus dem sich jederzeit etwas Neues entwickeln kann.

      Meiner Erfahrung nach ist das, was du gerade erlebst, der Beginn einer aufregenden Entwicklung, die du nicht beschleunigen kannst und nichts oder niemandem zuliebe aufhalten solltest. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es dir gelingt, deinem Weg zu vertrauen und immer nur einen Fuß vor den anderen zu setzen.

      Dance your way in beauty...
      die Tintenweberin

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        #4
        Zeit für mich zu haben, ist etwas neues für mich, tut mir aber sehr gut.
        Hier liegt aber auch eins meiner kleinen Probleme, was stelle ich denn mit mir so an?
        lieber Stefan,

        freu mich sehr über deine zeilen und die art, wie du über deine entwicklungen und deine gefühle schreibst und ich wünsche mir, dass du damit vielleicht auch andere männer inspirierst...

        musste hierbei schmunzeln. oh wie gut ich das kenne...sich selbst einzugestehen, dass wir nicht nur irgendwas sollten oder könnten, sondern ganz viel dürfen, möglichkeiten uns wahrhaftig zur verfügung stehen...ogottogott....

        hab mich gerade wieder dabei ertappt, wie ich sehr bemüht war, mir aktionismus einzureden und sehr viel energie dafür draufging. innerer dialog: geh spazieren, mach sport, vielleicht kino, oder....ich fühl mich kränklich ich will aufs sofa und mein neues buch lesen...och nö, jetzt komm schon, geh raus...will aber nicht...
        gerade steh ich kopfschüttelnd neben mir selber...was mach ich da und warum? ich hab nächste woche viel um die ohren...ich kann meine freiheit genießen und nichts machen...

        tja, das ist die erschreckende wahrheit: stell all das mit dir an, worauf du lust hast. und wenn es mal nichts ist, dann mach nichts!

        bin gespannt, wie es weitergeht bei dir!

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          #5
          Deine "kleine Weisheit" ist im Gegensatz zu meiner eher schon eine ganz große, tiefe.
          Glückwunsch!

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            #6
            hey stefan.

            heute frueh war es fuer mich eine art aha, deine eingangszeilen zu lesen.
            dann bekam ich spannende zeilen von einem lieben freund.
            dann sortierte ich mich x runden in mails und hier im forum und in gedanken selbst.
            nunmehr realisiere ich, wie ein einziger tag wahrnehmungen veraendert.
            somit ... gleich kommunizierte issues koennen innerhalb eines tages anders wirken - soviel zur kommunikation. poooh

            die wege der selbstfindung gehen wohl nie allein, aber am besten ohne partnerschaft. je nach job... wie waere es mit nem internationalenem emba fuer dich, um neue impulse zu sammeln?

            take care und alles gute!
            vom kuestenmaedel

            ps: genauer kann ich auf die details von deinem post grade nicht eingehen, weil ich grad zu viele wahrnehmungen von maenner&frauenwelten am beispiel sehr enger freunde und mir reflektiere. dein post war zu viel aha - wie auch input (aehnlicher tenor in 1-2-3 punkten) von meinem ex.

            also.. take your time!
            fuer deine entwicklung ... du siehst den weg ohnehin schon, oder?
            wuensche dir eine schoene reise mit intensiven erfahrungen

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              #7
              Hallo lieb Forumler(innen)

              vielen Dank für eure Antworten, sie geben mir Kraft auf meinen Weg.

              Orange-Seahorse
              was war der "gewisse" moment, in dem es dir "dämmerte", dass da was nicht "richtig" läuft...?
              wie hast du das alles geschafft? wie hast du es geschafft, dir eines tages selber zu vergeben?

              Ich weiß nicht mehr genau wann der Moment war an dem es mir "dämmerte". Es muss aber in etwa die Zeit gewesen sein als ich in die Selbsthilfegruppe ging und dort doch Muster entdeckte die mich staunen liesen. Dort lernte ich über mich und meine Situationen nachzudenken und gestandt mir die Unfähigkeit ein. "Alles kontrolieren zu können"
              Mit dem Vergeben war es wiederum einfacher, Fehler anderen zu vergeben ist für mich nie ein Problem gewesen, nur ich war mein schärfster Kritiker. Ich habe einfach damit begonnen die Messlatte für mich genau so hoch zu legen wie für andere. In dem Fall habe ich sie nach unten gelegt! So kann ich mir meine Fehler verzeihen und selbst entscheiden ob ich das Verhalten verändern möchte.
              Liebe Dich so wie Du bist, sonst macht es niemand. Würde ich als mein Motto hier sehen.
              Was ich bei Gesprächen immer wieder festellen durfte ist, dass meine Fehler von anderen oft nicht mal als Fehler gesehen werden.

              Küstenkind
              fuer deine entwicklung ... du siehst den weg ohnehin schon, oder?

              Ja, ich sehe meinen Weg schon, es ist mir heute aber sehr wichtig meine Gefühle und Gedanken zu teilen. Nicht um meinen Selbstwert damit zu stärken, dass Richtige zu tun. Sondern viel mehr um meine Denkmuster zu erweitern. Ich weiß nicht warum ich die Jahre, dies nicht konnte.
              Bei allen technischen Dingen in meinem Leben gehe ich genau so vor.
              Ich Rede darüber und erweitere meinen Horizont, lerne sozusagen dazu.
              Nur mit meinen Gefühlen konnte ich dies nicht. Finde es heute sehr spannend mich mitzuteilen und zu hören. Das es doch einigen ähnlich geht.


              Viele Grüße
              Stefan

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