Mein herzliches Beileid, liebe Tar Retaw.
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Vielen Dank für die vielen Wünsche von Euch. Das finde ich sehr rührend.
Ich fühle mich noch ziemlich taub. Das unterschiedliche Tempo, das meine Familie und ich haben, finde ich ganz schön anstrengend, gleichzeitig empfinde ich ihre Anwesenheit und unsere Verbundenheit als sehr tröstlich.
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Ich habe deinen Faden heute morgen erst gelesen und möchte dir dafür danken, dass du deine Gedanken und Gefühle aus dieser Zeit des Abschieds mit uns geteilt hast. Ich fühle mich tief berührt und reich beschenkt, und ich wünsche dir, dass das, was du mir und uns allen gegeben hast, zur richtigen Zeit auf die passende Weise zu dir zurückkehrt.
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Dankeschön Ihr Lieben.Ich bin ganz schön durch den Wind. Da andere Familienmitglieder die Rollen übernommen haben, den Orgakram zu machen (was mir sehr gelegen kommt), und ich wegen Rücken krankgeschrieben bin, hänge ich im Moment durch, ohne den Halt, irgendetwas tun zu müssen.
Morgen trifft sich die kleine Kernfamilie zu einer Besprechung mit den Bestattern. Ich freue mich regelrecht darauf.
Ich habe ihn als einzige nach dem Tod besucht, angefasst, war bei ihm. Das war sehr gut für mich.
Vor erkalteten Toten fürchte ich mich etwas. Eine gute Freundin sagte zu mir: Manchmal ist das gut, sich dem auszusetzen, dann kommt es wirklich bei Dir an, dass er tot ist. Und Du kannst Dich vergewissern, dass sie gut mit ihm umgegangen sind. In den nächsten Tagen gäbe es Gelegenheit dazu. Aber ich weiß nicht...
Am Samstag hätte ich ihm gerne noch die Füße gewaschen. Leider wollten die Bestatter nicht warten, drängelten etwas - und ich hatte nicht erwartet, dass sie so schnell kommen.
Wow. Danke, liebe Tintenweberin, und bitte, auch.Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigenIch fühle mich tief berührt und reich beschenkt.
Deine Worte haben mich etwas überwältigt, die musste ich erstmal wirken lassen.
Ich habe die Tage in Gesprächen schon erlebt, dass der Tod wie eine Einladung wirkt, von eigenen Verlusten zu erzählen, sich zu erinnern. Und ich habe es als angenehm empfunden, mich mit anderen auszutauschen, die auch schon Menschen beweint haben. Dabei habe ich selber mich auch an andere Verluste erinnert, wo es immer noch etwas ungeteiltes gibt.
Aber dass mein kurzer und trauriger Faden von Dir als Geschenk wahrgenommen wurde, das berührt mich nun wiederum sehr.
Seufz.*
* so ganz tiefes seufzen finde ich im Moment gut.
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Gast
Liebe Tar, Tote verändern sich schnell körperlich, ich weiß nicht, ob es klug ist, sich dem auszusetzen.
Behalte deinen Vater lieber so in Erinnerung, wie du ihn noch lebend bzw. am Samstag gesehen hast.
Nach so vielen Tagen wird er nicht mehr der Vater sein, den du kanntest, ich weiß nicht, ob du noch den Bezug zu einer Leiche herstellen oder wiederfinden kannst.
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Hallo Tar,
die Beziehung zwischen Vater und Tochter ist oft etwas ganz Besonderes und als mein Vater gestorben ist, war das sehr schwer für mich.
Mir hat ein Satz geholfen. Verbunden mit dem Wunsch, dass dieser Satz auch Dich anspricht und etwas hilft, gebe ich ihn an Dich weiter:
Der Tod ist das Ende des Lebens, aber nicht das Ende der Liebe.
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Danke für Eure Gedanken, Bonny, Bagheera und Mistral.
Wir haben nun die Beerdigung organisiert. Es ist merkwürdig, mit Leuten Gespräche zu führen, so als wäre es ein ganz normaler Vorgang, dass mein Vater nicht mehr da ist (was es natürlich ist).
Und gleichzeitig irgendwie tröstlich, einen Schritt vor den anderen zu setzen, und dabei die Verbundenheit zu den Nächsten zu spüren.
Ich bat darum, den Totenschein zu sehen und war empört über das nüchterne Verwaltungsdokument. Hatte eine feierliche Urkunde erwartet, so was mit Sigel und dem Anlass angemessenes...
Zuhause fischte ich dann eine unerwartete Arztrechnung aus dem Kasten mit dem Wortlaut, "für meine Bemühungen zur Leichenschau erlaube ich mir zu berechnen..." und ich dachte nur - was erlauben Sie sich...
Achja, die Wut braucht auch ein Ablassventil, und wenn sie irgendwelche Fremden trifft statt die Nächsten ist das sicher gesund..
Bei dem ganzen "er hatte ja ein erfülltes Leben" und "man darf dankbar sein, dass er nicht lange leiden musste" hat die Wut darüber, dass er nicht mehr da ist, ja gar keine Chance.
Habe mir ein Kleidungsstück genommen, das noch nach ihm riecht, seufz seufz.
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Diese Wut ist genauso kostbar wie die Trauer, die braucht keinen Ablass und keine Ventile. Wenn du magst, dann bring sie zu den großen, alten Bäumen an einem nicht allzu gut besuchten Ort (denn Wut will manchmal laut sein). Die Bäume halten die Wut gerne für dich und geben dir die Kraft, die darin steckt, zurück wann immer du sie brauchst.Zitat von Tar Retaw Beitrag anzeigenBei dem ganzen "er hatte ja ein erfülltes Leben" und "man darf dankbar sein, dass er nicht lange leiden musste" hat die Wut darüber, dass er nicht mehr da ist, ja gar keine Chance.
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[QUOTE=Tar Retaw[/QUOTE]
Zuhause fischte ich dann eine unerwartete Arztrechnung aus dem Kasten mit dem Wortlaut, "für meine Bemühungen zur Leichenschau erlaube ich mir zu berechnen..."k/QUOTE]
Der Hit kommt ja noch, ist ja noch nicht mal eine Kassenleistung. Ich weiß, nicht gerade mitfühlend...
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