In einer Welt, in der drei Monde am Himmel leuchten, lebten die Menschen einst glücklich in der Natur. Sie lebten in kleinen Dörfern, in gemütlichen, kleinen Häusern. Alle Leute hatten ein Haus, niemand musste draußen im kalten Walde schlafen. Jedes Haus hatte einen Garten und die Leute bauten sich dort ihr Gemüse an. Und wenn die Ernte mal schlecht ausfiel bekam man etwas von seinem Nachbarn ab. Die Leute in den Dörfern halfen sich nämlich immer in der Not, das war für alle selbstverständlich. Gute Nachbarschaft war damals das wichtigste in den Dörfern. Oft trafen sich die Leute Abends auf dem Dorfplatz und feierten bis zum nächsten Morgen. Im Winter besuchte man sich oft oder traf sich in der kleinen Dorfkneipe. Gerne spielten die Kinder draußen in den Dörfen oder im nahen Walde. Die Dörfer waren nur kleine Flecken in einer riesengroßen, wunderschönen Natur, bestehend aus riesigen Wäldern, wunderschönen, duftenden Blumen, großen Seen und voll mit wundervollen Tieren. Es war alles wie im Traum, bis das Grauen über die Welt kam...
Als sich das Grauen wie ein dunkler Schleier über die Welt legte, wurden die Menschen gierig und boshaft. Sie begannen sich zu bekämpfen, plötzlich fielen Leute eines Dorfes, über das Nachbardorf her, töteten die Dorfbewohner und raubten die Ernte. Die Männer wurden plötzlich boshaft und wütend, sie begannen ihre Frauen zu schlagen wenn diese nicht taten was sie ihnen befahlen. Immer war es so, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte hatten, das war selbstverständlich, doch nun mussten die Frauen den Männern gehorchen und sich ihnen unterordnen, wenn sie es nicht taten wurden sie verprügelt. Die Leute begannen größere, und größere Dörfer zu bauen, die Dörfer wurden zu ganzen Städten, einzelne, besonders gierige Menschen ernannten sich selbst zum Chef der Stadt und zwangen die anderen Leute mit Gewalt ihnen zu gehorchen. Diese Chefs bauten sich riesige Schlösser, dafür machten sie viele kleine Häuser platt. Viele Leute mussten nun auf der Straße oder im Walde schlafen. Es gab nur noch wenige Gärten, die Leute kämpften um die Ernte, viele mussten hungern. Man erfand etwas, dass man Geld nannte und die Leute, die das Glück hatten noch einen großen Garten zu besitzen, vergrößerten den Garten und verkauften die Ernte teuer, doch nicht jeder hatte Geld. Viele Menschen mussten hart arbeiten um doch nur wenig Geld zu bekommen. Wenige Menschen wurden reich doch viele wurden arm. Und dann begannen die größten Städte gegeneinander zu kämpfen. Die Chefs der Städte saßen in ihren Schlössern und schickten die armen Leute kämpfen, täglich starben Leute. Während diesen Kämpfen der Städte zeigte sich schließlich welche Stadt die grauenvollste war. Es war die Stadt in den tiefen der eisigen Berge, dort wo du Sonne nur selten schien. Diese Stadt vergrößerte sich täglich und reichte bald über das ganze Gebirge. Niemand brachte so viele Leute um wie die Kämpfer dieser Stadt, keiner herrschte so grauenvoll wie der Chef dieser Stadt. Noch immer breitet sich diese Stadt aus, und noch immer ist sie gefürchtet von allen, man nennt sie das Zuhause des Grauens. Die Stadt Öknazen.
In einer Welt, über der das Grauen wie ein düsterer Schleier liegt, der sich jeden Tag mehr ausbreitet, in einer Welt, in der der Himmel immer düsterer wird und die drei Monde jede Nacht ein bisschen schwächer leuchten, in der die Wälder immer düsterer werden, so düster, dass dort kaum noch Kinder spielen sind nicht mehr viele Dörfer geblieben, die meisten wurden zerstört oder wuchsen zu düsteren Städten heran. Doch einige wenige Dörfer sind noch da, einige wenige Dörfer, die das Grauen wohl noch nicht gefunden hat. Dort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und man bekommt nichts mit von dem Grauen, welches dort draußen tobt. In einem dieser Dörfer lebt der 17-Jährige Pepo Zwiebel. Er lebt dort mit seiner 15-Jährigen Schwester Bertrauda bei Oma und Opa.
Pepo ist ein freundlicher und schlauer Junge, der die Natur liebt. Oft geht er stundenlang im Wald spazieren. Gerne macht er auch Musik auf dem Dorfplatz. Das ganze Dorf hört ihm dann stundenlang zu. Er kann wundervoll singen. Er singt Lieder, die das Grauen vertreiben sollen, singt über eine bessere Welt, über eine Welt wie sie früher einmal war bevor das Grauen über sie kam. Gerne trommelt er auch mit den anderen Dorftrommlern. Pepo hat schulterlange, strohblonde Haare und leuchtend blau-grüne Augen, ein kleiner Bart wächst in seinem Gesicht. Meist trägt er ein grünes Gewand, welches ihm sein Opa genäht hat. Sein Opa ist ein wundervoller Mann, als Pepo noch ein kleines Kind war ist er oft stundenlang mit ihm im Wald spazieren gegangen. Auf diesen langen Waldspaziergängen hat sein Opa ihm alles über den Wald erzählt, über die großen Bäume, die wunderschönen Blumen und die vielen Tiere, die darin leben, er war ein sehr schlauer Mann. Außerdem hatte er immer wundervolle Geschichten zu erzählen. Doch nun ist Pepos Opa sehr krank, so krank, dass er wohl bald sterben muss.
Es ist ein sonniger Frühlingstag als Pepo neben seinem Opa im Garten sitzt und die beiden gemeinsam dem Vogelgesang lauschen. Pepos Opa liegt auf einem gemütlichen Bett auf Heu, welches Pepo im gebaut hat denn er ist schon zu schwach um aufrecht zu sitzen. "Opa!" sagt Pepo traurig. "Ich möchte nicht dass du stirbst, ich würde alles tun damit du wieder gesund wirst, sag mir nur was." Sein Opa antwortet darauf: "Ich weiß mein Junge, doch leider gibt es keine Möglichkeit für mich wieder gesund zu werden. Ich werde sterben, so traurig es auch für dich ist. Doch ich bin alt, ich habe mein Leben gelebt, ich kann auf ein schönes Leben zurücklblicken. Der Tod gehört leider zum Leben dazu. Aber du bist noch jung, du hast dein ganzes Leben noch vor dir. Pepo, mein lieber Junge, das wichtigste ist, dass du glücklich wirst. Du wirst trauern wenn ich nicht mehr hier bin doch das wird vorbei gehen, es werden noch so viele schöne Dinge in deinem Leben geschehen. Und in deinen Erinnerungen werde ich immer weiter leben." "Opa, wenn ich dir noch einen letzten Wunsch erfüllen könnte bevor du stirbst, welcher wäre das?" fragt Pepo. "Ich habe keine großen Wünsche mehr, ich habe schon so vieles gesehen und erlebt. Und ich habe dich, und Oma und Betrauda bei mir, das ist das größte Glück, mehr brauche ich nicht." antwortet sein Opa. "Bist du wirklich sicher, dass du keine Wünsche mehr hast?" fragt Pepo nochmal. Pepos Opa überlegt kurz. Und dann sagt er: "Nein, eigentlich nicht. Ich habe mir alle meine Wünsche bereits erfüllt." dann macht er eine Pause und fügt hinzu. "Bis auf den einen, ich wollte mein Leben lang immer mal den Gesang eines Welves hören, dem wundervollsten aller Himmelsvögel. Leider habe ich nie einen gesehen." "Ja, diese Vögel sind sehr selten, ich habe leider auch noch keinen gesehen. Man sagt ihr Gesang soll wie ein wundervoller Zauber wirken."sagt Pepe. Und dann sagt er: "Ich werde dir diesen Wunsch erfüllen Opa! Ich werde einen Welv finden und ihn zu dir bringen, das verspreche ich dir!" "Das musst du nicht tun, mein Junge. Das ist viel zu gefährlich, Welve zeigen sich meist nur des nachts, ganz tief im Walde. In Zeiten des Grauen kannst du dort nicht alleine hineinwandern." sagt Pepos Opa besorgt. Doch Pepo ist sich sicher. Entschlossen sagt er: "Ich werde dir deinen letzten Wunsch erfüllen, gleich heute Nacht werde ich hinaus in den Walde ziehen! Und ich werde es so lange versuchen bis ich einen gefunden habe!"
Am Abend sitzt Pepo mit seiner Oma und seiner Schwester Betrauda beim Abendbrot. Seinem Opa bringt er wie immer das Essen ans Bett. Weder seiner Oma noch Bertrauda hat er von seinem Plan, diese Nacht in den Walde hinauszuziehen erzählt. Die beiden würden sich viel zu große Sorgen machen und die ganze Nacht kein Auge mehr zukriegen, das will er den beiden nicht antun. Doch Bertrauda merkt, das Pepo ein Geheimnis vor ihr hat. "Pepo, du bist seltsam heute Abend, ist etwas passiert?" fragt sie. "Nein, ich bin nur traurig wegen Opa, aber das weißt du doch." sagt Pepo darauf. "Ja , das mit Opa macht uns alle traurig, mich auch. Aber es ist doch noch irgendwas, oder etwa nicht?" fragt Betrauda misstrauisch. "Nein, sonst ist nichts, wirklich nicht." sagt Pepo. Bertrauda fragt zwar nicht nocheinmal nach doch Pepo spürt, dass Betrauda ihm nicht glaubt. Er kann sie nicht anlügen, sie merkt dies sofort. Die beiden kennen sich zu gut und Bertrauda ist sehr schlau und durschaut Lügen schnell. Pepo fühlt sich nun schlecht weil er Bertrauda angelogen hat. Doch noch schlecher würde er sich fühlen wenn Bertrauda wüsste was genau er diese Nacht vor hat und sie vor Angst nicht mehr schlafen könnte. Also bleibt er bei seinem Geheimnis.
Nach dem Abendbrot singt Pepo seinem Opa wie jeden Abend noch ein Lied und wünscht ihm eine gute Nacht. Dann sagt er auch seiner Oma gute Nacht, welche immer früh ins Bett geht. Nur Bertrauda ist noch wach. Er wartet und wartet bis spät in die Nacht, darauf , dass Bertrauda endlich schlafen geht. Doch diese geht noch lange nicht schlafen, stundenlang sitzt sie am Schreibtisch und schreibt an ihrem Buch. Zuerst plaudert Pepo noch ein bisschen mit ihr, dann geht er in sein Zimmer und singt noch ein bisschen und liest in seinem Buch bis er selbst müde wird. Dann legt er das Buch weg und geht raus in den Garten, er muss wach bleiben denn er hat noch etwas Großes vor. Ungefähr um zwei Uhr in der Nacht geht Bertrauda endlich schlafen.
Pepo zieht sich sein grünes Gewand an und schleicht sich leise aus dem Haus. Er läuft durch das ganze Dorf bis zum Waldesrand und dann in den Wald hinein. Lange geht er durch den Wald, immer tiefer und tiefer hinein. Um so tiefer er in den Wald kommt um so düsterer scheint es zu werden. Und als er ganz tief im düsteren Walde ist beginnt er mit der Suche nach dem Welv. Er sucht, und sucht, doch leider kann er keinen Welv finden. Als er nach einigen Stunden immernoch keinen Welv gefunden hat entschließt er sich dazu wieder nachhause zu gehen und es nächste Nacht nocheinmal zu veruschen, schließlich will er noch vor dem Morgengrauen zurück sein. Also dreht er wieder um und geht durch den Wald zurück in Richtung Dorf. Er ist noch nicht weit gelaufen, da hört er etwas ihm Gebüsch rascheln. Kurz darauf sieht er einen Mann aus dem Gebüsch kommen. Er ist sehr alt, bestimmt mindestens so alt wie sein Opa, trägt ein langes, blaues Gewand bis zum Boden, hat lange weiße Haare und einen langen, weißen Rauschebart. Der alte Mann kommt direkt auf Pepo zu. Und dann sagt er: "Hallo, mein Junge. Schön, dass wir uns endlich treffen." "Kennen wir uns?" fragt Pepo verwirrt. "Du kennst mich nicht, aber ich kenne dich." sagt der alte Mann. Und dann sagt er: "Hab keine Angst mein Junge, ich will dir nichts Böses. Ich bin hier um dir etwas wichtiges zu mitzuteilen. Etwas, was jahrelang geheim gehalten wurde. Komm, folge mir, habe keine Angst." Und obwohl Pepo weiß, dass man nicht einfach fremden Menschen im düsteren Walde folgen sollte, folgt er dem alten Mann ins Gebüsch, er hat keine Angst, er spürt, dass der alte Mann ihm nichts böses will und er spürt, dass er etwas wichtiges zu verkünden hat. Es ist fast wie ein Zauber der plötzlich über dem düsteren Walde liegt.
Pepo und der alte Mann gehen direkt in das düstere Gebüsch und laufen lange in den immer dicher und dunkler werdenden Wald hinein. Sie laufen und laufen und umso länger sie laufen umso dunkler wird es. Pepo sieht inzwischen fast gar nichts mehr, vorsichtigt wartet er durch die Büsche und bleibt nahe bei dem alten Mann damit er ihn nicht in der Dunkelheit verliert. Irgendwann kommen die beiden an eine Lichtung. Dort bleibt der alte Mann stehen. "Ich denke das hier ist ein guter Ort um dir die wichtigige Nachricht zu überbringen." sagt er. Dann setzt er sich auf die Wiese und sagt: "Komm setz dich, mein Junge." Vorsichtig setzt sich Pepo neben den alten Mann. Dieser schaut gerade in den Himmel und schwärmt: "Wie schön doch die Sterne sind." Dann sagt er etwas, was Pepo sehr verwundert: "Du magst die Sterne, nicht wahr? Du hast in warmen Sommernächten oft stundenlang mit deinem Opa auf der Wiese gesessen und einfach nur den wunderschönen Sternenhimmel beobachtet. Als dein Opa noch gesund war. Es tut mir so leid für dich, dass er nun so krank ist." "Woher weißt du das alles?" fragt Pepo verwirrt? "Kennst du etwa meinen Opa?" "Nein, ich kenne ihn nicht. Doch ich kann gewisse Dinge sehen, die dich betreffen." sagt der alte Mann. Und dann sagt er: "Pepo Zwiebel, ich kenne dich schon ein Leben lang, ich habe vieles von deinem Leben gesehen. Doch ich habe noch keinen Kontakt zu dir aufgenommen weil der richtige Zeitpunkt dafür noch nicht da war. Ich wollte warten bis du bereit dazu bist. Seit einigen Wochen habe ich nun das Gefühl, dass die Zeit gekommen ist. Oft habe ich überlegt wo und wie ich es dir sagen soll. Dass wir uns nun hier treffen, scheinbar zufällig, soll wohl so sein. Dieser Wald ist der richtige Ort und heute Nacht ist die richtige Zeit. " dann sagt er ernst: "Pepo, du weißt, dass es eine Zeit gab, in der das Grauen noch nicht über unserer Welt lag?" "Ja, das ist schon lange her, doch es gab diese Zeit." sagt Pepo. "Weißt du auch, was vor dieser bunten und friedlichen Zeit war?" fragt der alte Mann. "Nein." antwortet Pepo. "Das weiß kaum noch einer. Doch ich werde dir die ganze Geschichte erzählen. " sagt der alte Mann.
Dann beginnt er zu erzählen: "Vor langer, langer Zeit kam das Grauen schon einmal über die Welt. Damals lebte ein junger Mann auf dieser Welt, der den Zauber des Himmels kennenlernen wollte. Versehentlich geriet er bei seinen Zauberversuchen mit sehr bösen Wesen aus einer weit entfernten Welt in Kontakt. Man nennt sie Himmelskatzen. Sie sollen wohl aussehen wie riesige Katzen und tauchen plötzlich am Himmel auf. Diese Himmelskatzen leben davon, das Grauen zu verbreiten. Und so wollten sie es nun auch in dieser Welt tun. Wenn man einer Himmelskatze in die Augen schaut, wird man in ihre Welt des Graunes hineingezogen, man wird dann selbst dem Grauen dienen und es für richtig halten. Und so passierte es auch dem jungen Mann: Verzaubert von dem strahlenden Glanz der Himmelskatzen ließ er sich vom Grauen verführen und begann überall auf der Welt Angst und Schrecken zu verbreiten. Die Himmelskatzen lehrten ihm alles über ihren Grauenszauber und er schrieb es alles auf, in geheimnisvolle Bücher, welche niemand sonst je gelesen hat. Diese Bücher nennen wir heute die Schriften des Grauens. Damals haben es einige mutige Menschen geschafft dem jungen Mann diese Schriften des Graunes wegzunehmen und tief im Walde zu vergraben. Damit war das Grauen erstmal von der Welt.Die Waldfee hat lange, lange Zeit über diese Schriften gewacht doch sie wusste immer, dass sie irgendwann ihren Weg zurück an die Oberfläche finden werden. Und sie wusste auch, dass es nur einen gibt, der das Grauen für immer von der Welt nehmen kann, ein Mensch der irgendwann, in einer Zeit geboren wird,in der das Grauen schon lange wieder über unserer Welt liegt. Dieser Mensch wird dazu auserwählt sein das Grauen von der Welt zu nehmen. Das hat sie mir damals schon gesagt, sie war so eine schlaue Frau. Und sie hat trotz des Wissens, dass das Grauen wieder über die Welt kommen wird versucht, die Menschen so lange es nur geht davor zu beschützen. Bis sie es nicht mehr aufhalten konnte und die Schriften des Grauens ihren Weg an die Oberfläche gefunden haben. An diesem Tag starb die Waldfee. Doch sie hat einen Teil ihrer Sehenskraft auf mich übertragen. Ich war damals noch ein junger Mann und ich sollte der jenige sein, der es spürt wenn der Auserwählte geboren wird. Und ich habe es gespürt." "Dieser Auserwählte ist schon da? Wird das Grauen also bald verschwinden?" fragt Pepo erstaunt. Darauf sagt der alte Mann: "Das liegt allein bei dir, mein Junge. Du bist es, Pepo. Du bist der Auserwählte, es ist deine Aufgabe das Grauen von der Welt zu nehmen. Heute Nacht ist die richtige Zeit und dieser Wald ist der richtige Ort für dich dies zu erfahren."
Pepo schaut den alten Mann erschrocken an. Dann sagt er: "Nein, das kann nicht sein. Du musst dich geirrt haben, ich bin doch nur ein ganz normaler Dorfjunge, ich werde niemals diese Welt vor dem Grauen retten können!" Doch der alte Mann sagt: "Nein, Pepo, ich habe mich nicht geirrt. Ich habe dich gesehen, immerzu obwohl du weit von mir entfernt warst. So etwas geschieht nicht einfach so. Es ist deine Aufgabe diese Welt vor dem Grauen zu retten." "Aber was ist, wenn ich das gar nicht schaffe?" fragt Pepo unsicher. Der alte Mann schaut Pepo in die Augen und sagt: "Du wirst es schaffen, Pepo. Es wird sehr schwer und auch gefährlich für dich werden, doch ich glaube fest daran, dass du es schaffen wirst."
Pepo spürt, dass der alte Mann es ernst meint, dass er fest an ihn glaubt. Trotzdem hat Pepo große Angst. Was ist, wenn er es nicht schafft? Wird diese Welt dann verloren sein? Er ist doch nur ein ganz normaler Dorfjunge und nun soll er plötzlich die Welt retten? Pepo wünscht sich, dass dies alles nur ein Traum ist und er bald zuhause in seinem Bett aufwacht, bei Bertrauda, Oma und Opa, in seinem sicheren, kleinen Dorf. Doch er weiß: Es ist kein Traum. Er ist im düsteren Walde, der alte Mann sitzt neben ihm und er muss diese Aufgabe meistern, ob er will oder nicht. Er ist der einzige Mensch der das Grauen noch von dieser Welt nehmen kann. Und er muss es tun, bevor es zu spät ist. Also fragt er den alten Mann: "Was muss ich tun, um das Grauen von der Welt zu nehmen?"
Der alte Mann antwortet: "Es gibt vier Schriften des Grauens. Die Waldfee hat sie damals alle in einer Kiste aus Holz ihm Wald vergraben. Doch als die Schriften des Grauens ihren Weg an die Oberfläche gefunden haben, haben sie diese Kiste verlassen und sich auf dieser Welt verteilt. Du wirst alle vier Schriften finden müssen. Was dann zu tun ist, weiß niemand. Doch du wirst es erfahren wenn du die Schriften gefunden hast. Ich werde dich begleiten und gut auf dich aufpassen doch die Schriften musst du öffnen. Dies kann sehr gefährlich werden denn wer die Schriften des Grauens öffnet schaut dem Grauen direkt ins Gesicht. Sei also vorsichtig." "Aber wie soll ich diese Schriften bitte finden?" fragt Pepo. "Der Weg dorthin wird sich dir bald zeigen. Folge dem was du siehst. Ich werde immer bei dir in der Nähe sein, wenn es so weit ist. Doch nur du wirst den Weg vor dir sehen." sagt der alte Mann. "Und wenn ich den Weg nicht sehe?" fragt Pepo unsicher. Der alte Mann antwortet: "Du wirst den Weg sehen, und ich weiß, dass es nicht mehr lange dauern wird." und dann sagt er: "Pepo, gehe nun am zurück in dein Dorf, es wird bald hell und ich muss auch zurück in mein Dorf und noch einiges bereden. Leg dich am besten noch einmal ein bisschen schlafen, du hast noch einen langen Tag vor dir. Ich werde um die Mittagszeit in dein Dorf kommen und auf dem Dorfplatz auf dich warten. Dort werde ich dir alles weitere sagen."
"Was musst du bereden?" fragt Pepo neugierig. Kaum hat er seine Frage ausgesprochen, ahnt er es jedoch schon.
er schaut herunter auf den Waldboden und fragt: "Es geht um mich oder? Du musst über mich reden! Weiß es schon jemand dort? Wissen deine Leute, dass ich...?" "Dass du der Auserwählte bist, nein, das weiß bisher noch niemand. Doch du hast recht, ich werde es heute verkünden denn es ist bald so weit und ich muss eine Meute zusammentrommeln die uns begleiten wird. Doch hab keine Angst, ich werde es nur Leuten sagen, denen ich vertraue. Niemand wird dir etwas tun, das verspreche ich dir." "Ich kann es nicht sagen..." sagt Pepo. "Also, bei mir im Dorf, ich kann nicht sagen, dass ich..." "Dass du der Auserwählte bist Pepo, so ist es,du kannst den Satz ruhig zu Ende aussprechen, hier ist niemand außer uns, niemand der zuhört. Es ist die Wahrheit und es ist nichts Schlimmes, im Gegenteil, du hast eine besondere Aufgabe auf dieser Welt und das ist gut so, Pepo." sagt der alte Mann plötzlich und dann sagt er: "Natürlich brauchst du es im Dorf keinem zu erzählen, es ist sogar besser so es erstmal niemanden zu sagen. So etwas sollte man niemals in die Welt hinausposaunen, wenn die falschen Leute es hören kann dies sehr gefährlich für dich werden. Und die Leute, die es erfahren sollen werden es schon noch erfahren wenn die Zeit dazu gekommen ist. Mach dir keine Sorgen, mein Junge."
Pepo hat noch viele Fragen doch am Himmel sieht er schon die Sonne aufgehen. Ein Zeichen, dass es Zeit ist nun zurück in sein Dorf zu gehen. Also verabschiedet er sich von dem alten Mann und macht sich auf den Weg zurück. Viele Gedanken spuken in seinem Kopf herum. Er fragt sich, warum gerade er und wie er diese schwere Aufgabe meistern soll. Und dann denkt er an seinen Opa. Er will ihm doch noch den Welv bringen bevor er stirbt. Doch nun liegt plötzlich eine viel größere und gefährlichere Aufgabe vor ihm. Eine Aufgabe, von der die Zukunft der ganzen Welt abhängt und von der er nicht weiß, ob er sie erfolgreich meistern wird. Er läuft durch den Wald, die Sonne geht langsam auf, die frühen Vögel zwitschern schon und bis zu seinem Dorf ist es nicht mehr weit. Heute wird ein wunderschöner Frühlingstag. Und plötzlich weiß Pepo: Er wird es schaffen, er wird das Grauen von der Welt nehmen, dies ist seine Aufgabe auf dieser Welt. Und den Welv, den wird er seinem Opa trotz allem bringen, dies hat er versprochen und dieses Versprechen wird er halten. Er ist der Auserwählte und auf einmal gefällt ihm dies sogar fast ein bisschen.
---Fortsetzung folgt---
Als sich das Grauen wie ein dunkler Schleier über die Welt legte, wurden die Menschen gierig und boshaft. Sie begannen sich zu bekämpfen, plötzlich fielen Leute eines Dorfes, über das Nachbardorf her, töteten die Dorfbewohner und raubten die Ernte. Die Männer wurden plötzlich boshaft und wütend, sie begannen ihre Frauen zu schlagen wenn diese nicht taten was sie ihnen befahlen. Immer war es so, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte hatten, das war selbstverständlich, doch nun mussten die Frauen den Männern gehorchen und sich ihnen unterordnen, wenn sie es nicht taten wurden sie verprügelt. Die Leute begannen größere, und größere Dörfer zu bauen, die Dörfer wurden zu ganzen Städten, einzelne, besonders gierige Menschen ernannten sich selbst zum Chef der Stadt und zwangen die anderen Leute mit Gewalt ihnen zu gehorchen. Diese Chefs bauten sich riesige Schlösser, dafür machten sie viele kleine Häuser platt. Viele Leute mussten nun auf der Straße oder im Walde schlafen. Es gab nur noch wenige Gärten, die Leute kämpften um die Ernte, viele mussten hungern. Man erfand etwas, dass man Geld nannte und die Leute, die das Glück hatten noch einen großen Garten zu besitzen, vergrößerten den Garten und verkauften die Ernte teuer, doch nicht jeder hatte Geld. Viele Menschen mussten hart arbeiten um doch nur wenig Geld zu bekommen. Wenige Menschen wurden reich doch viele wurden arm. Und dann begannen die größten Städte gegeneinander zu kämpfen. Die Chefs der Städte saßen in ihren Schlössern und schickten die armen Leute kämpfen, täglich starben Leute. Während diesen Kämpfen der Städte zeigte sich schließlich welche Stadt die grauenvollste war. Es war die Stadt in den tiefen der eisigen Berge, dort wo du Sonne nur selten schien. Diese Stadt vergrößerte sich täglich und reichte bald über das ganze Gebirge. Niemand brachte so viele Leute um wie die Kämpfer dieser Stadt, keiner herrschte so grauenvoll wie der Chef dieser Stadt. Noch immer breitet sich diese Stadt aus, und noch immer ist sie gefürchtet von allen, man nennt sie das Zuhause des Grauens. Die Stadt Öknazen.
In einer Welt, über der das Grauen wie ein düsterer Schleier liegt, der sich jeden Tag mehr ausbreitet, in einer Welt, in der der Himmel immer düsterer wird und die drei Monde jede Nacht ein bisschen schwächer leuchten, in der die Wälder immer düsterer werden, so düster, dass dort kaum noch Kinder spielen sind nicht mehr viele Dörfer geblieben, die meisten wurden zerstört oder wuchsen zu düsteren Städten heran. Doch einige wenige Dörfer sind noch da, einige wenige Dörfer, die das Grauen wohl noch nicht gefunden hat. Dort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und man bekommt nichts mit von dem Grauen, welches dort draußen tobt. In einem dieser Dörfer lebt der 17-Jährige Pepo Zwiebel. Er lebt dort mit seiner 15-Jährigen Schwester Bertrauda bei Oma und Opa.
Pepo ist ein freundlicher und schlauer Junge, der die Natur liebt. Oft geht er stundenlang im Wald spazieren. Gerne macht er auch Musik auf dem Dorfplatz. Das ganze Dorf hört ihm dann stundenlang zu. Er kann wundervoll singen. Er singt Lieder, die das Grauen vertreiben sollen, singt über eine bessere Welt, über eine Welt wie sie früher einmal war bevor das Grauen über sie kam. Gerne trommelt er auch mit den anderen Dorftrommlern. Pepo hat schulterlange, strohblonde Haare und leuchtend blau-grüne Augen, ein kleiner Bart wächst in seinem Gesicht. Meist trägt er ein grünes Gewand, welches ihm sein Opa genäht hat. Sein Opa ist ein wundervoller Mann, als Pepo noch ein kleines Kind war ist er oft stundenlang mit ihm im Wald spazieren gegangen. Auf diesen langen Waldspaziergängen hat sein Opa ihm alles über den Wald erzählt, über die großen Bäume, die wunderschönen Blumen und die vielen Tiere, die darin leben, er war ein sehr schlauer Mann. Außerdem hatte er immer wundervolle Geschichten zu erzählen. Doch nun ist Pepos Opa sehr krank, so krank, dass er wohl bald sterben muss.
Es ist ein sonniger Frühlingstag als Pepo neben seinem Opa im Garten sitzt und die beiden gemeinsam dem Vogelgesang lauschen. Pepos Opa liegt auf einem gemütlichen Bett auf Heu, welches Pepo im gebaut hat denn er ist schon zu schwach um aufrecht zu sitzen. "Opa!" sagt Pepo traurig. "Ich möchte nicht dass du stirbst, ich würde alles tun damit du wieder gesund wirst, sag mir nur was." Sein Opa antwortet darauf: "Ich weiß mein Junge, doch leider gibt es keine Möglichkeit für mich wieder gesund zu werden. Ich werde sterben, so traurig es auch für dich ist. Doch ich bin alt, ich habe mein Leben gelebt, ich kann auf ein schönes Leben zurücklblicken. Der Tod gehört leider zum Leben dazu. Aber du bist noch jung, du hast dein ganzes Leben noch vor dir. Pepo, mein lieber Junge, das wichtigste ist, dass du glücklich wirst. Du wirst trauern wenn ich nicht mehr hier bin doch das wird vorbei gehen, es werden noch so viele schöne Dinge in deinem Leben geschehen. Und in deinen Erinnerungen werde ich immer weiter leben." "Opa, wenn ich dir noch einen letzten Wunsch erfüllen könnte bevor du stirbst, welcher wäre das?" fragt Pepo. "Ich habe keine großen Wünsche mehr, ich habe schon so vieles gesehen und erlebt. Und ich habe dich, und Oma und Betrauda bei mir, das ist das größte Glück, mehr brauche ich nicht." antwortet sein Opa. "Bist du wirklich sicher, dass du keine Wünsche mehr hast?" fragt Pepo nochmal. Pepos Opa überlegt kurz. Und dann sagt er: "Nein, eigentlich nicht. Ich habe mir alle meine Wünsche bereits erfüllt." dann macht er eine Pause und fügt hinzu. "Bis auf den einen, ich wollte mein Leben lang immer mal den Gesang eines Welves hören, dem wundervollsten aller Himmelsvögel. Leider habe ich nie einen gesehen." "Ja, diese Vögel sind sehr selten, ich habe leider auch noch keinen gesehen. Man sagt ihr Gesang soll wie ein wundervoller Zauber wirken."sagt Pepe. Und dann sagt er: "Ich werde dir diesen Wunsch erfüllen Opa! Ich werde einen Welv finden und ihn zu dir bringen, das verspreche ich dir!" "Das musst du nicht tun, mein Junge. Das ist viel zu gefährlich, Welve zeigen sich meist nur des nachts, ganz tief im Walde. In Zeiten des Grauen kannst du dort nicht alleine hineinwandern." sagt Pepos Opa besorgt. Doch Pepo ist sich sicher. Entschlossen sagt er: "Ich werde dir deinen letzten Wunsch erfüllen, gleich heute Nacht werde ich hinaus in den Walde ziehen! Und ich werde es so lange versuchen bis ich einen gefunden habe!"
Am Abend sitzt Pepo mit seiner Oma und seiner Schwester Betrauda beim Abendbrot. Seinem Opa bringt er wie immer das Essen ans Bett. Weder seiner Oma noch Bertrauda hat er von seinem Plan, diese Nacht in den Walde hinauszuziehen erzählt. Die beiden würden sich viel zu große Sorgen machen und die ganze Nacht kein Auge mehr zukriegen, das will er den beiden nicht antun. Doch Bertrauda merkt, das Pepo ein Geheimnis vor ihr hat. "Pepo, du bist seltsam heute Abend, ist etwas passiert?" fragt sie. "Nein, ich bin nur traurig wegen Opa, aber das weißt du doch." sagt Pepo darauf. "Ja , das mit Opa macht uns alle traurig, mich auch. Aber es ist doch noch irgendwas, oder etwa nicht?" fragt Betrauda misstrauisch. "Nein, sonst ist nichts, wirklich nicht." sagt Pepo. Bertrauda fragt zwar nicht nocheinmal nach doch Pepo spürt, dass Betrauda ihm nicht glaubt. Er kann sie nicht anlügen, sie merkt dies sofort. Die beiden kennen sich zu gut und Bertrauda ist sehr schlau und durschaut Lügen schnell. Pepo fühlt sich nun schlecht weil er Bertrauda angelogen hat. Doch noch schlecher würde er sich fühlen wenn Bertrauda wüsste was genau er diese Nacht vor hat und sie vor Angst nicht mehr schlafen könnte. Also bleibt er bei seinem Geheimnis.
Nach dem Abendbrot singt Pepo seinem Opa wie jeden Abend noch ein Lied und wünscht ihm eine gute Nacht. Dann sagt er auch seiner Oma gute Nacht, welche immer früh ins Bett geht. Nur Bertrauda ist noch wach. Er wartet und wartet bis spät in die Nacht, darauf , dass Bertrauda endlich schlafen geht. Doch diese geht noch lange nicht schlafen, stundenlang sitzt sie am Schreibtisch und schreibt an ihrem Buch. Zuerst plaudert Pepo noch ein bisschen mit ihr, dann geht er in sein Zimmer und singt noch ein bisschen und liest in seinem Buch bis er selbst müde wird. Dann legt er das Buch weg und geht raus in den Garten, er muss wach bleiben denn er hat noch etwas Großes vor. Ungefähr um zwei Uhr in der Nacht geht Bertrauda endlich schlafen.
Pepo zieht sich sein grünes Gewand an und schleicht sich leise aus dem Haus. Er läuft durch das ganze Dorf bis zum Waldesrand und dann in den Wald hinein. Lange geht er durch den Wald, immer tiefer und tiefer hinein. Um so tiefer er in den Wald kommt um so düsterer scheint es zu werden. Und als er ganz tief im düsteren Walde ist beginnt er mit der Suche nach dem Welv. Er sucht, und sucht, doch leider kann er keinen Welv finden. Als er nach einigen Stunden immernoch keinen Welv gefunden hat entschließt er sich dazu wieder nachhause zu gehen und es nächste Nacht nocheinmal zu veruschen, schließlich will er noch vor dem Morgengrauen zurück sein. Also dreht er wieder um und geht durch den Wald zurück in Richtung Dorf. Er ist noch nicht weit gelaufen, da hört er etwas ihm Gebüsch rascheln. Kurz darauf sieht er einen Mann aus dem Gebüsch kommen. Er ist sehr alt, bestimmt mindestens so alt wie sein Opa, trägt ein langes, blaues Gewand bis zum Boden, hat lange weiße Haare und einen langen, weißen Rauschebart. Der alte Mann kommt direkt auf Pepo zu. Und dann sagt er: "Hallo, mein Junge. Schön, dass wir uns endlich treffen." "Kennen wir uns?" fragt Pepo verwirrt. "Du kennst mich nicht, aber ich kenne dich." sagt der alte Mann. Und dann sagt er: "Hab keine Angst mein Junge, ich will dir nichts Böses. Ich bin hier um dir etwas wichtiges zu mitzuteilen. Etwas, was jahrelang geheim gehalten wurde. Komm, folge mir, habe keine Angst." Und obwohl Pepo weiß, dass man nicht einfach fremden Menschen im düsteren Walde folgen sollte, folgt er dem alten Mann ins Gebüsch, er hat keine Angst, er spürt, dass der alte Mann ihm nichts böses will und er spürt, dass er etwas wichtiges zu verkünden hat. Es ist fast wie ein Zauber der plötzlich über dem düsteren Walde liegt.
Pepo und der alte Mann gehen direkt in das düstere Gebüsch und laufen lange in den immer dicher und dunkler werdenden Wald hinein. Sie laufen und laufen und umso länger sie laufen umso dunkler wird es. Pepo sieht inzwischen fast gar nichts mehr, vorsichtigt wartet er durch die Büsche und bleibt nahe bei dem alten Mann damit er ihn nicht in der Dunkelheit verliert. Irgendwann kommen die beiden an eine Lichtung. Dort bleibt der alte Mann stehen. "Ich denke das hier ist ein guter Ort um dir die wichtigige Nachricht zu überbringen." sagt er. Dann setzt er sich auf die Wiese und sagt: "Komm setz dich, mein Junge." Vorsichtig setzt sich Pepo neben den alten Mann. Dieser schaut gerade in den Himmel und schwärmt: "Wie schön doch die Sterne sind." Dann sagt er etwas, was Pepo sehr verwundert: "Du magst die Sterne, nicht wahr? Du hast in warmen Sommernächten oft stundenlang mit deinem Opa auf der Wiese gesessen und einfach nur den wunderschönen Sternenhimmel beobachtet. Als dein Opa noch gesund war. Es tut mir so leid für dich, dass er nun so krank ist." "Woher weißt du das alles?" fragt Pepo verwirrt? "Kennst du etwa meinen Opa?" "Nein, ich kenne ihn nicht. Doch ich kann gewisse Dinge sehen, die dich betreffen." sagt der alte Mann. Und dann sagt er: "Pepo Zwiebel, ich kenne dich schon ein Leben lang, ich habe vieles von deinem Leben gesehen. Doch ich habe noch keinen Kontakt zu dir aufgenommen weil der richtige Zeitpunkt dafür noch nicht da war. Ich wollte warten bis du bereit dazu bist. Seit einigen Wochen habe ich nun das Gefühl, dass die Zeit gekommen ist. Oft habe ich überlegt wo und wie ich es dir sagen soll. Dass wir uns nun hier treffen, scheinbar zufällig, soll wohl so sein. Dieser Wald ist der richtige Ort und heute Nacht ist die richtige Zeit. " dann sagt er ernst: "Pepo, du weißt, dass es eine Zeit gab, in der das Grauen noch nicht über unserer Welt lag?" "Ja, das ist schon lange her, doch es gab diese Zeit." sagt Pepo. "Weißt du auch, was vor dieser bunten und friedlichen Zeit war?" fragt der alte Mann. "Nein." antwortet Pepo. "Das weiß kaum noch einer. Doch ich werde dir die ganze Geschichte erzählen. " sagt der alte Mann.
Dann beginnt er zu erzählen: "Vor langer, langer Zeit kam das Grauen schon einmal über die Welt. Damals lebte ein junger Mann auf dieser Welt, der den Zauber des Himmels kennenlernen wollte. Versehentlich geriet er bei seinen Zauberversuchen mit sehr bösen Wesen aus einer weit entfernten Welt in Kontakt. Man nennt sie Himmelskatzen. Sie sollen wohl aussehen wie riesige Katzen und tauchen plötzlich am Himmel auf. Diese Himmelskatzen leben davon, das Grauen zu verbreiten. Und so wollten sie es nun auch in dieser Welt tun. Wenn man einer Himmelskatze in die Augen schaut, wird man in ihre Welt des Graunes hineingezogen, man wird dann selbst dem Grauen dienen und es für richtig halten. Und so passierte es auch dem jungen Mann: Verzaubert von dem strahlenden Glanz der Himmelskatzen ließ er sich vom Grauen verführen und begann überall auf der Welt Angst und Schrecken zu verbreiten. Die Himmelskatzen lehrten ihm alles über ihren Grauenszauber und er schrieb es alles auf, in geheimnisvolle Bücher, welche niemand sonst je gelesen hat. Diese Bücher nennen wir heute die Schriften des Grauens. Damals haben es einige mutige Menschen geschafft dem jungen Mann diese Schriften des Graunes wegzunehmen und tief im Walde zu vergraben. Damit war das Grauen erstmal von der Welt.Die Waldfee hat lange, lange Zeit über diese Schriften gewacht doch sie wusste immer, dass sie irgendwann ihren Weg zurück an die Oberfläche finden werden. Und sie wusste auch, dass es nur einen gibt, der das Grauen für immer von der Welt nehmen kann, ein Mensch der irgendwann, in einer Zeit geboren wird,in der das Grauen schon lange wieder über unserer Welt liegt. Dieser Mensch wird dazu auserwählt sein das Grauen von der Welt zu nehmen. Das hat sie mir damals schon gesagt, sie war so eine schlaue Frau. Und sie hat trotz des Wissens, dass das Grauen wieder über die Welt kommen wird versucht, die Menschen so lange es nur geht davor zu beschützen. Bis sie es nicht mehr aufhalten konnte und die Schriften des Grauens ihren Weg an die Oberfläche gefunden haben. An diesem Tag starb die Waldfee. Doch sie hat einen Teil ihrer Sehenskraft auf mich übertragen. Ich war damals noch ein junger Mann und ich sollte der jenige sein, der es spürt wenn der Auserwählte geboren wird. Und ich habe es gespürt." "Dieser Auserwählte ist schon da? Wird das Grauen also bald verschwinden?" fragt Pepo erstaunt. Darauf sagt der alte Mann: "Das liegt allein bei dir, mein Junge. Du bist es, Pepo. Du bist der Auserwählte, es ist deine Aufgabe das Grauen von der Welt zu nehmen. Heute Nacht ist die richtige Zeit und dieser Wald ist der richtige Ort für dich dies zu erfahren."
Pepo schaut den alten Mann erschrocken an. Dann sagt er: "Nein, das kann nicht sein. Du musst dich geirrt haben, ich bin doch nur ein ganz normaler Dorfjunge, ich werde niemals diese Welt vor dem Grauen retten können!" Doch der alte Mann sagt: "Nein, Pepo, ich habe mich nicht geirrt. Ich habe dich gesehen, immerzu obwohl du weit von mir entfernt warst. So etwas geschieht nicht einfach so. Es ist deine Aufgabe diese Welt vor dem Grauen zu retten." "Aber was ist, wenn ich das gar nicht schaffe?" fragt Pepo unsicher. Der alte Mann schaut Pepo in die Augen und sagt: "Du wirst es schaffen, Pepo. Es wird sehr schwer und auch gefährlich für dich werden, doch ich glaube fest daran, dass du es schaffen wirst."
Pepo spürt, dass der alte Mann es ernst meint, dass er fest an ihn glaubt. Trotzdem hat Pepo große Angst. Was ist, wenn er es nicht schafft? Wird diese Welt dann verloren sein? Er ist doch nur ein ganz normaler Dorfjunge und nun soll er plötzlich die Welt retten? Pepo wünscht sich, dass dies alles nur ein Traum ist und er bald zuhause in seinem Bett aufwacht, bei Bertrauda, Oma und Opa, in seinem sicheren, kleinen Dorf. Doch er weiß: Es ist kein Traum. Er ist im düsteren Walde, der alte Mann sitzt neben ihm und er muss diese Aufgabe meistern, ob er will oder nicht. Er ist der einzige Mensch der das Grauen noch von dieser Welt nehmen kann. Und er muss es tun, bevor es zu spät ist. Also fragt er den alten Mann: "Was muss ich tun, um das Grauen von der Welt zu nehmen?"
Der alte Mann antwortet: "Es gibt vier Schriften des Grauens. Die Waldfee hat sie damals alle in einer Kiste aus Holz ihm Wald vergraben. Doch als die Schriften des Grauens ihren Weg an die Oberfläche gefunden haben, haben sie diese Kiste verlassen und sich auf dieser Welt verteilt. Du wirst alle vier Schriften finden müssen. Was dann zu tun ist, weiß niemand. Doch du wirst es erfahren wenn du die Schriften gefunden hast. Ich werde dich begleiten und gut auf dich aufpassen doch die Schriften musst du öffnen. Dies kann sehr gefährlich werden denn wer die Schriften des Grauens öffnet schaut dem Grauen direkt ins Gesicht. Sei also vorsichtig." "Aber wie soll ich diese Schriften bitte finden?" fragt Pepo. "Der Weg dorthin wird sich dir bald zeigen. Folge dem was du siehst. Ich werde immer bei dir in der Nähe sein, wenn es so weit ist. Doch nur du wirst den Weg vor dir sehen." sagt der alte Mann. "Und wenn ich den Weg nicht sehe?" fragt Pepo unsicher. Der alte Mann antwortet: "Du wirst den Weg sehen, und ich weiß, dass es nicht mehr lange dauern wird." und dann sagt er: "Pepo, gehe nun am zurück in dein Dorf, es wird bald hell und ich muss auch zurück in mein Dorf und noch einiges bereden. Leg dich am besten noch einmal ein bisschen schlafen, du hast noch einen langen Tag vor dir. Ich werde um die Mittagszeit in dein Dorf kommen und auf dem Dorfplatz auf dich warten. Dort werde ich dir alles weitere sagen."
"Was musst du bereden?" fragt Pepo neugierig. Kaum hat er seine Frage ausgesprochen, ahnt er es jedoch schon.
er schaut herunter auf den Waldboden und fragt: "Es geht um mich oder? Du musst über mich reden! Weiß es schon jemand dort? Wissen deine Leute, dass ich...?" "Dass du der Auserwählte bist, nein, das weiß bisher noch niemand. Doch du hast recht, ich werde es heute verkünden denn es ist bald so weit und ich muss eine Meute zusammentrommeln die uns begleiten wird. Doch hab keine Angst, ich werde es nur Leuten sagen, denen ich vertraue. Niemand wird dir etwas tun, das verspreche ich dir." "Ich kann es nicht sagen..." sagt Pepo. "Also, bei mir im Dorf, ich kann nicht sagen, dass ich..." "Dass du der Auserwählte bist Pepo, so ist es,du kannst den Satz ruhig zu Ende aussprechen, hier ist niemand außer uns, niemand der zuhört. Es ist die Wahrheit und es ist nichts Schlimmes, im Gegenteil, du hast eine besondere Aufgabe auf dieser Welt und das ist gut so, Pepo." sagt der alte Mann plötzlich und dann sagt er: "Natürlich brauchst du es im Dorf keinem zu erzählen, es ist sogar besser so es erstmal niemanden zu sagen. So etwas sollte man niemals in die Welt hinausposaunen, wenn die falschen Leute es hören kann dies sehr gefährlich für dich werden. Und die Leute, die es erfahren sollen werden es schon noch erfahren wenn die Zeit dazu gekommen ist. Mach dir keine Sorgen, mein Junge."
Pepo hat noch viele Fragen doch am Himmel sieht er schon die Sonne aufgehen. Ein Zeichen, dass es Zeit ist nun zurück in sein Dorf zu gehen. Also verabschiedet er sich von dem alten Mann und macht sich auf den Weg zurück. Viele Gedanken spuken in seinem Kopf herum. Er fragt sich, warum gerade er und wie er diese schwere Aufgabe meistern soll. Und dann denkt er an seinen Opa. Er will ihm doch noch den Welv bringen bevor er stirbt. Doch nun liegt plötzlich eine viel größere und gefährlichere Aufgabe vor ihm. Eine Aufgabe, von der die Zukunft der ganzen Welt abhängt und von der er nicht weiß, ob er sie erfolgreich meistern wird. Er läuft durch den Wald, die Sonne geht langsam auf, die frühen Vögel zwitschern schon und bis zu seinem Dorf ist es nicht mehr weit. Heute wird ein wunderschöner Frühlingstag. Und plötzlich weiß Pepo: Er wird es schaffen, er wird das Grauen von der Welt nehmen, dies ist seine Aufgabe auf dieser Welt. Und den Welv, den wird er seinem Opa trotz allem bringen, dies hat er versprochen und dieses Versprechen wird er halten. Er ist der Auserwählte und auf einmal gefällt ihm dies sogar fast ein bisschen.
---Fortsetzung folgt---

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