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    Mein schönes Leben...

    Angeregt durch Chrysothemis' Faden mache ich jetzt auch einen Dauerfaden auf. Das Thema Arbeit ist auch mein Thema. Mein Dauerthema, ein Dauerbrenner. Und es stellt sich die Frage, warum es bei mir in diesem Bereich nicht klappt. Ich frage mich, inwieweit ich überhaupt in der Lage bin, mich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten.

    Eigentlich habe ich ein gutes Leben, dafür bin ich dankbar. Aber scheinbar weiß ich es nicht zu nutzen. Die Kinder sind groß und ich weiß nicht, wie ich die freigewordenen Energien positiv für mich und andere nutzen kann/möchte. Dabei gäbe es so viele Möglichkeiten, aber momentan gibt es nichts was mich so richtig "anmacht". Es sind immer die gleichen Dinge, die nicht klappen.

    Ich stelle mir die gleiche Frage wie Chrysothemis: Wozu passiert mir das alles? Warum kann ich mich nicht einfach einfügen, wie 80 % der Arbeitnehmer. Warum kann ich nicht rational entscheiden, diese Arbeit ist nichts für mich, bis Ende Dezember, dann höre ich auf sondern lasse es soweit kommen, bis ich krank werde und nicht mehr kann.

    Ich will diese neue Auszeit nutzen, grundsätzlich über mich, meine Möglichkeiten und meine Bedürfnisse nachzudenken und klarer zu werden.

    #2
    Liebe mikie,

    einige Vorschläge, was ich mich an Deiner Stelle fragen würde:

    -Bin ich sensibeler als andere Menschen, die in beruflichen Zusammenhängen vielleicht ein dickeres Fell oder stärkere Ellenbogen haben als ich?

    -Hat mich mein Muttersein ausgefüllt, ist dieses vielleicht mein eigentlicher Beruf im Sinne von Berufung?

    -Habe ich Schuldgefühle, dass ich mein schönes Leben genießen kann ohne zum materiellen Unterhalt etwas bei zu steuern?

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      #3
      Zitat von Philia Beitrag anzeigen
      Liebe mikie,

      -Bin ich sensibeler als andere Menschen, die in beruflichen Zusammenhängen vielleicht ein dickeres Fell oder stärkere Ellenbogen haben als ich?

      -Hat mich mein Muttersein ausgefüllt, ist dieses vielleicht mein eigentlicher Beruf im Sinne von Berufung?

      -Habe ich Schuldgefühle, dass ich mein schönes Leben genießen kann ohne zum materiellen Unterhalt etwas bei zu steuern?

      Auf Anhieb beantworte ich die Fragen für mich so:

      Vermutlich bin ich sensibler. Wenn jemand etwas sagt, höre ich nicht nur den Inhalt, sondern auch das, was mit dem Gesagten schwingt. Grundsätzlich höre ich immer erst mal zu, selbst, wenn ich angegriffen werde. Erst im Nachhinein erkenne ich Verletzungen oder kann darauf reagieren. Ich nehme mich oft zurück. Die Bedürfnisse der anderen scheinen mir wichtiger, als meine eigenen.

      Mein Muttersein hat mich nicht unbedingt ausgefüllt. Ich habe alles getan für die Kinder, was ich tun konnte, aber Mutter bin ich aus Versehen geworden. Das erste Kind kam ungeplant, das zweite war ein Wunschkind, weil ich vom ersten so begeistert war. Aber während der Familienzeit habe ich mich auch darauf gefreut, irgendwann wieder einmal mehr Zeit für mich zu haben, eigenes Geld zu verdienen, wieder unabhängiger zu werden.

      Mein Leben ist schön, aber nun habe ich wieder zeitliche Lücken. Ich habe das Gefühl, auf keinen Fall jemanden auf der Tasche liegen zu dürfen. Da mein Mann so hart arbeiten muss, möchte auch ich etwas zum Familieneinkommen beitragen. Ich möchte weder meiner Familie noch irgendeinem Arbeitgeber durch Krankmeldungen auf der Tasche liegen. An den Schuldgefühlen ist was dran.

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        #4
        Zitat von mikie Beitrag anzeigen
        Auf Anhieb beantworte ich die Fragen für mich so:

        Vermutlich bin ich sensibler. Wenn jemand etwas sagt, höre ich nicht nur den Inhalt, sondern auch das, was mit dem Gesagten schwingt. Grundsätzlich höre ich immer erst mal zu, selbst, wenn ich angegriffen werde. Erst im Nachhinein erkenne ich Verletzungen oder kann darauf reagieren. Ich nehme mich oft zurück. Die Bedürfnisse der anderen scheinen mir wichtiger, als meine eigenen.

        Hört sich nach mir an. Hinterher erst kommen die Dinge mit voller Wucht bei mir an. Kennst du denn wenigstens deine Bedürfnisse (ich hab nämlich keine ).

        Mein Muttersein hat mich nicht unbedingt ausgefüllt. Ich habe alles getan für die Kinder, was ich tun konnte, aber Mutter bin ich aus Versehen geworden. Das erste Kind kam ungeplant, das zweite war ein Wunschkind, weil ich vom ersten so begeistert war. Aber während der Familienzeit habe ich mich auch darauf gefreut, irgendwann wieder einmal mehr Zeit für mich zu haben, eigenes Geld zu verdienen, wieder unabhängiger zu werden.

        Das ist das, was uns Frauen das Genick bricht. Wir nehmen eine Auszeit für die Kinder und finden dann deshalb nicht mehr (so leicht) ins Arbeitsleben zurück, bzw. müssen uns mit irgendwas zufrieden geben.

        Mein Leben ist schön, aber nun habe ich wieder zeitliche Lücken. Ich habe das Gefühl, auf keinen Fall jemanden auf der Tasche liegen zu dürfen. Da mein Mann so hart arbeiten muss, möchte auch ich etwas zum Familieneinkommen beitragen. Ich möchte weder meiner Familie noch irgendeinem Arbeitgeber durch Krankmeldungen auf der Tasche liegen. An den Schuldgefühlen ist was dran.
        Du mußt keine Schuldgefühle haben. Ich kenne keinen Mann, der in meiner Gegend arbeitslos ist, die bekommen sofort was angeboten, sobald sie eine Arbeit suchen. Für Männer ist es momentan wesentlich einfacher auf dem Arbeitsmarkt. Vielleicht sollten wir umschulen auf Metallfacharbeiter .

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          #5
          Chrysothemis, ich erkenne mich in deinem Faden auch an vielen Stellen wieder. Z. B. dein jetziger unbedingter Wunsch auf den Arbeitsmarkt. Bis vor vier Jahren war das bei mir total ausgeprägt. Ich hatte eine Arbeit, die war gut bezahlt und das Arbeitsklima war sehr gut, der Chef in Ordnung. Nur diese Arbeit hatte mich gelangweilt und zeitlich nicht ausgefüllt, ich wollte unbedingt mehr arbeiten. Jahre habe ich mich immer wieder mal beworben, auf Tätigkeiten, die mehr meinen Interessen entsprachen. Die unglückliche Serie von Fehlschlägen fing mit der Aufgabe dieses eher langweiligen Jobs an.

          Ich glaube, das Familenleben hat mich weichgespült. Wir leben hier eher harmonisch miteinander und besprechen alles mögliche. Und wenn es doch einmal Streit gibt oder jemand verletzt wurde kann auch das wieder besprochen werden.

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            #6
            Zitat von mikie Beitrag anzeigen
            Auf Anhieb beantworte ich die Fragen für mich so:

            Vermutlich bin ich sensibler. Wenn jemand etwas sagt, höre ich nicht nur den Inhalt, sondern auch das, was mit dem Gesagten schwingt. Grundsätzlich höre ich immer erst mal zu, selbst, wenn ich angegriffen werde. Erst im Nachhinein erkenne ich Verletzungen oder kann darauf reagieren. Ich nehme mich oft zurück. Die Bedürfnisse der anderen scheinen mir wichtiger, als meine eigenen.

            Mein Muttersein hat mich nicht unbedingt ausgefüllt. Ich habe alles getan für die Kinder, was ich tun konnte, aber Mutter bin ich aus Versehen geworden. Das erste Kind kam ungeplant, das zweite war ein Wunschkind, weil ich vom ersten so begeistert war. Aber während der Familienzeit habe ich mich auch darauf gefreut, irgendwann wieder einmal mehr Zeit für mich zu haben, eigenes Geld zu verdienen, wieder unabhängiger zu werden.

            Mein Leben ist schön, aber nun habe ich wieder zeitliche Lücken. Ich habe das Gefühl, auf keinen Fall jemanden auf der Tasche liegen zu dürfen. Da mein Mann so hart arbeiten muss, möchte auch ich etwas zum Familieneinkommen beitragen. Ich möchte weder meiner Familie noch irgendeinem Arbeitgeber durch Krankmeldungen auf der Tasche liegen. An den Schuldgefühlen ist was dran.
            Und nützen Dir die Antworten etwas, um Dein gegenwärtiges Hauptanliegen zu thematisieren?

            Ich höre aus ihnen und der Bemerkung über den Weichspülgang des Familienlebens vor allem das Bedürfnis, Deinen "männlichen" Anteil weiter zu entwickeln. Ob da die Berufstätigkeit mit all den Abhängigkeiten und Zwängen der richtige Kontext für eher unsichere Menschen ist?

            Dazu diese Strophe aus Charlie Chaplins wundervollen Rede:

            ...

            Als ich mich selbst zu lieben begann,
            habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war -
            von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen,
            und von allem, das mich immer wieder herunterzog, weg von mir selbst.
            Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“.
            Heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

            ...

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              #7
              Nein, meine eigenen Antworten bringen mich nicht weiter. Ich habe das Gefühl, ganz auf null kommen zu müssen, bevor sich etwas in mir regt, ein Wunsch, ein Bedürfnis, ein Ziel. Das ist momentan mein Hauptanliegen, ein Ziel finden.

              Ich gehöre eher zu den unsicheren Menschen, das ist vermutlich so. Aber wenn ich weiß, was ich will, kann ich enorme Energien entwickeln und mich trotz meiner Unsicherheiten/Ängste durchsetzen.

              Was sind eigentlich männliche Anteile.

              Eigenliebe ist ein gutes Stichwort. Und dass ich daran glaube, dass erst Bewertungen von Situationen sie zu dem machen, als das wir sie empfinden.

              @Chrysothemis: Sofort wieder Arbeit zu finden, wäre nicht das Richtige für mich. Im Gegenteil, ich glaube, länger pausieren zu müssen um wieder in meine Spur zu kommen oder eine neue zu entdecken.

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                #8
                Zitat von mikie Beitrag anzeigen
                Was sind eigentlich männliche Anteile.
                Nur eine Bezeichnung, Durchsetzungfähigkeit, Eigensinn, etc., dem Yin-Yang-Modell entnommen. Ich hatte "männlich" extra in Anführungszeichen gesetzt.

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                  #9
                  Zitat von mikie Beitrag anzeigen
                  Nein, meine eigenen Antworten bringen mich nicht weiter. Ich habe das Gefühl, ganz auf null kommen zu müssen, bevor sich etwas in mir regt, ein Wunsch, ein Bedürfnis, ein Ziel. Das ist momentan mein Hauptanliegen, ein Ziel finden.

                  Ich gehöre eher zu den unsicheren Menschen, das ist vermutlich so. Aber wenn ich weiß, was ich will, kann ich enorme Energien entwickeln und mich trotz meiner Unsicherheiten/Ängste durchsetzen.
                  Ein Ziel finden, ja, das ist wichtig. In der letzten Zeit hatte ich das Gefühl, im Kreis zu laufen, bzw. Dinge zu machen, die überhaupt nirgends hinführen. Dabei ist es bei mir eher so, daß ich ein Ziel habe, aber unzählig viele Hindernisse im Weg stehen. Manchmal scheint es fast, als würde ich eine Straße entlang fahren und immer, kurz vor dem Ziel, kommt eine Umleitung, die ich nehmen muß. Ich habe jetzt vor, diese Umleitungen (was das Arbeitsamt will) nicht mehr zu nehmen, sondern, wenn es unbedingt sein muß, einfach umzudrehen und eine andere Abzweigung zu nehmen. Ich will keine Zeit mehr vertrödeln, denn irgendwann heißt es dann, ich sei zu alt für den Arbeitsmarkt.

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                    #10
                    Eigensinn - das Wort gefällt mir auch. Mir kommt spontan die Assoziation, mehr Eigensinn entwickeln könnte meine Symptomatik mit Angst und Panik überflüssig machen. Den eigenen Sinn entwickeln.

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                      #11
                      Die letzten drei Besuche bei meiner Herkunftsfamilie haben mir Kraft gegeben. Das ist etwas ganz Besonderes, da ich das Jahrzehnte nicht so empfunden habe. Und meine Mutter war mit dabei.

                      Vielleicht hat es damit angefangen, dass ich meiner Schwägerin Anfang Herbst mitgeteilt habe, dass ich es sehr zu schätzen weiß, wie sehr sie sich um meine Mutter kümmert. Dass ich mich selber dazu nicht in der Lage fühle und weiß, dass es bestimmt nicht immer einfach ist und sie bestimmt auch ihre Zeiten hat, zu denen sie vielleicht auch nicht die Kraft hat aber es nicht anders geht, weil sie ja in einem Haus wohnen. Dann der Tod meiner Tante. Hier war meine Schwester für die Beerdigung verantwortlich. Ich war dort, und wir Geschwister haben zusammen mit meiner Schwester die Formalitäten besprochen und Entscheidungen gefällt. Jetzt an Weihnachten hatte ich auch ein gutes Gefühl für meine Nichten und Neffen, die ebenfalls dort waren.

                      Es war sehr entspannend.

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                        #12
                        Nächste Woche habe ich einen Termin beim Arbeitsamt. Normalerweise gehe ich zum Arbeitsamt, weil ich Arbeit suche, aber diesmal weiß ich nicht mehr, was ich will. Ich sehe mich nicht in der Lage, einfach weiterzumachen. Bewerben, anfangen, aufhören - bewerben, anfangen, aufhören.

                        Wenn ich in die Stellenbörse gehe und Stellen finde, auf die ich mich aufgrund meiner Kenntnisse bewerben könnte, bekomme ich bei der Vorstellung davon eine Krise. Mein Körper reagiert mit Übelkeit, Unbehagen, Ängsten. Ich habe das Gefühl, nicht "einfach so wie bisher" weitermachen zu können. Ich stehe nicht an einer Weggabelung, sondern in dieser Hinsicht vor dem Nichts.

                        Meine ehrenamtliche Tätigkeit auszubauen ist bei der momentanen finanziellen Lage nicht angesagt. Außerdem ist gerade der Verdienst eine Motivation. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, die nächsten 15 Jahre nichtstuend zuhause zu sitzen, Mir werden jetzt schon manchmal die Tage lang.

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                          #13
                          Zitat von mikie Beitrag anzeigen
                          Nächste Woche habe ich einen Termin beim Arbeitsamt. Normalerweise gehe ich zum Arbeitsamt, weil ich Arbeit suche, aber diesmal weiß ich nicht mehr, was ich will. Ich sehe mich nicht in der Lage, einfach weiterzumachen. Bewerben, anfangen, aufhören - bewerben, anfangen, aufhören.

                          Wenn ich in die Stellenbörse gehe und Stellen finde, auf die ich mich aufgrund meiner Kenntnisse bewerben könnte, bekomme ich bei der Vorstellung davon eine Krise. Mein Körper reagiert mit Übelkeit, Unbehagen, Ängsten. Ich habe das Gefühl, nicht "einfach so wie bisher" weitermachen zu können. Ich stehe nicht an einer Weggabelung, sondern in dieser Hinsicht vor dem Nichts.

                          Meine ehrenamtliche Tätigkeit auszubauen ist bei der momentanen finanziellen Lage nicht angesagt. Außerdem ist gerade der Verdienst eine Motivation. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, die nächsten 15 Jahre nichtstuend zuhause zu sitzen, Mir werden jetzt schon manchmal die Tage lang.
                          Suchst du denn Vollzeit oder Teilzeit? Vielleicht wäre ein Job mit weniger Stunden für dich vorerst das Richtige.

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                            #14
                            Ich suche Teilzeit, habe zuletzt 20 Stunden in der Woche gearbeitet.

                            Ich weiß nicht, ob eine Reduzierung auf Minijob was bringen würde.

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                              #15
                              Zitat von mikie Beitrag anzeigen
                              Ich suche Teilzeit, habe zuletzt 20 Stunden in der Woche gearbeitet.

                              Ich weiß nicht, ob eine Reduzierung auf Minijob was bringen würde.
                              Einen Versuch könntest du wagen. Nur, wenn du dann z.B. immer freitags arbeiten müßtest und du dich dann immer vor dem Freitag grausen würdest, wäre es auch keine Lösung für dich.

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