Ankündigung
Einklappen
Keine Ankündigung bisher.
Ich mache alles kaputt :(
Einklappen
X
-
Hallo Tinker,
manchmal habe ich auch quälende Gedanken oder Gefühle, die mein Verhalten beeinflussen.
Mir hat es nie etwas genutzt, "nicht mehr daran zu denken", mir vor Augen zu halten, wie wenig sie mit der Realität zu tun haben. Dann argumentierte ich innerlich, was alles noch manifester machte und mich verwirrter. Wegschieben geht eben auch nicht, sie überfallen mich ja und verlangen Aufmerksamkeit.
Wenn ich Anhaltspunkte habe, dass es sich in so einem Fall bloß um Gedanken handelt, dann habe ich folgendes geübt:
Ich wende meine Aufmerksamkeit den Gedanken zu, beobachte, was da passiert. Aha, so denke ich, so fühle ich.
Aber ich fange nicht an, mich auf diese Gedanken einzulassen, sie zu entkräften, bestärken, Argumente in der Realität zu suchen usw.
Merkst Du den Unterschied?
Ich beobachte nur, wie sie kommen......und gehen.
Und ich kriege zunehmend mit.......es sind halt bloß Gedanken, meine Gedanken.
Dabei merke ich auch meine Gefühle. z.B. Ich fühle mich unterlegen, nicht so schön, begabt, interessant usw. oder Ich habe Angst, allein zu sein, den anderen zu verlieren....
So schaffe ich irgendwie Wirklichkeit in mir. z.B. in Deinem Fall: Er liebt mich UND Ich habe Angst und Befürchtungen, die aus mir heraus entstehen.
Ich weiß ja, dass Du das schon weißt, aber wenn ich so vorgehe, dann erlebe ich es auch. Ich erlebe z.B. die Realität (er geht liebevoll, achtsam mit mir um, ich spüre im Zusammensein, dass ich geliebt werde) UND ich erlebe, dass Ängste und Gedanken in mir aufsteigen.
Wie ich schon sagte, ich musste das üben. Aber inzwischen kann ich schon recht gut sehen, was grade passiert in mir.
Meist dauert es nicht lange, und ich bin wieder los von solchen Gedanken.
Einen Nebeneffekt hat das Ganze, ich traue mir inzwischen gut zu, zu erkennen, was "wirklich" ist. Und ich traue mir deshalb auch zu, falls etwas Schlimmes kommt, es dann zu merken und damit schon dann irgendwie zurecht zu kommen.
Als ich früher versuchte, mir solche Gedanken auszureden oder mich zu schelten deswegen, habe ich micht boykottiert und niedergemacht: Ich dürfte sowas gar nicht denken! Wieso bin ich so unfair? usw.oder sogar von der Realität entfernt, weil ich aus solchen Gedanken heraus versucht habe, irgendwie "vorzubeugen", dass sie wahr werden.( Aufpassen, kontrollieren, ob was dran ist, besonders nett sein, damit nicht.....)
Das macht mich schwach und verwirrt. Und es bewirkt, dass ich gar nicht so richtig in der Wirklichkeit bin, noch mehr in meinen Ängsten und Sorgen lebe....was für den Partner äußerst unattraktiv ist!
Heute akzeptiere ich, dass ich halt gelegentlich solche Gedanken und Gefühle habe. Na und? Bloß Gedanken und Ängste....sie kommen und gehen.....
Ich hoffe, ich konnte so kurz etwa beschreiben, was der Unterschied ist.
LG
grace
Kommentar
-
Liebe Grace,
auch wenn das hier nicht mein Thread ist, wollte ich sagen: hab vielen Dank für Deinen Beitrag! Mir hilft Deine Herangehensweise sehr. Mit der Umsetzung hapert es noch oft. Kannst Du mir (uns) vielleicht noch mehr konkrete Tipps geben, wie man es schafft, sich von seinen Gedanken/Gefühlen so zu distanzieren wie Du es beschreibst? Und wie trennst oder unterscheidest Du wichtige Gefühle von solchen, die "falsch" sind?
LG + Danke,
Shirley
Kommentar
-
Liebe Shirley,Zitat von Shirley Beitrag anzeigen. Kannst Du mir (uns) vielleicht noch mehr konkrete Tipps geben, wie man es schafft, sich von seinen Gedanken/Gefühlen so zu distanzieren wie Du es beschreibst? Und wie trennst oder unterscheidest Du wichtige Gefühle von solchen, die "falsch" sind?
LG + Danke,
Shirley
zunächstmal: Ich distanziere mich nicht von meinen Gedanken/ Gefühlen. Darauf kommt es entscheidend an.
Ich sehe sie ganz real als das, was sie sind: Gefühle und Gedanken. Meine Gefühle und Gedanken. Nicht mehr und nicht weniger.
Und da gibt es auch nichts richtiges oder falsches. Es ist, wie es ist.
Ich halte sie aber auch nicht für die Wirklichkeit.
Die schaue ich mir genau so achtsam an.
Und so kann ich dazu kommen, mich beidem gegenüber zu verhalten.
Falls was dran ist, dass ich im Geschehen, also im Verhalten des andere merken würde, dass es da was zu regeln gäbe, würde ich darauf reagieren.
Vielleicht würde ich meinem Partner auch etwas von meinen Gedanken und Ängsten erzählen....vielleicht um Unterstützung bitten oder gerne hören wollen, wie zu mir steht.
Aber das käme dann aus einer anderen Ecke, verstehst Du? Es wäre keine unterschwellige Anklage, keine Verdächtigung.
Heute brauche ich das nicht mehr so oft. Mir ist so klar, dass ich einfach aus mir heraus, meinen Ängsten oder unverheilten Verletzungen heraus so denke und fühle. Damit werde ich gut allein fertig.
Manchmal begrüße ich solche Gedanken auch ganz freundlich: Hallo, seid ihr alle da?
Sie gehören zu mir. Sie sagen mir aber nicht unbedingt etwas, was mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Es sind nicht Wahrnehmungen sondern Beurteilungen über etwas, was ich erlebe.
Das kann ich inzwischen gut sehen und unterscheiden. Wahrnehmungen und beurteilende Gedanken und daraus folgende Gefühle.
Was Du mit "wichtigen Gefühlen" meinst, ahne ich vielleicht. Meinst Du Intuition? Das spontane Bewusstwerden von etwas, was real ist, was ich aber nicht so schnell begründen kann?
Ich kann´s Dir nicht so genau sagen, wie das kam, aber auch da bin ich jetzt sehr klar und kann mich darauf verlassen.
Meines Erachtens handelt es sich dabei ebenfalls um Wahrnehmungen, die mir aber nicht bewusst waren oder wurden. Und plötzlich erkenne ich, wie etwas ist. Ich habe es nicht "erdacht", da waren keine Gedankenketten, Schlussfolgerungen, Beurteilungen.
Du, ich habe längere Zeit "üben" müssen. Und wenn alles lange sehr glatt läuft, und ich nachlässig werde darin, dann plumpse ich schon mal wieder in diese Gedankenfalle.
Gib Dir Zeit und bleib dran, es ändert so ziemlich alles im Leben. Bei mir jedenfalls, weil ich so ein Gefühls- und Denkknubbel bin.
Liebe Grüße
grace
Kommentar
-
Danke für die ausführliche Erlärung. Ich glaube, ich brauche noch eine Weile um alles zu verstehen.... Ein paar Gedanken habe ich aber jetzt schon:
Liebe GrüßeZitat von grace Beitrag anzeigenUnd da gibt es auch nichts richtiges oder falsches (Meine Gefühle und Gedanken). Es ist, wie es ist.das halte ich für sehr wichtigIch halte sie aber auch nicht für die Wirklichkeit.
das ist etwas komplizierter - wenn ich etwas denke oder fühle dann ist es doch in dem Moment meine Wirklichkeit.... *grübel* Ich glaube, du meinst zu unterscheiden zwischen subjektivem Empfinden und dem, was real, da ist. (z.b. ob ich mich vernachlässigt fühle, oder ob ich wirklich vernachlässigt werde - richtig?)Und so kann ich dazu kommen, mich beidem gegenüber zu verhalten.
Falls was dran ist, dass ich im Geschehen, also im Verhalten des andere merken würde, dass es da was zu regeln gäbe, würde ich darauf reagieren.
Vielleicht würde ich meinem Partner auch etwas von meinen Gedanken und Ängsten erzählen....vielleicht um Unterstützung bitten oder gerne hören wollen, wie zu mir steht.
Aber das käme dann aus einer anderen Ecke, verstehst Du? Es wäre keine unterschwellige Anklage, keine Verdächtigung.Ich denke, ich verstehe was Du hiermit meinst.Heute brauche ich das nicht mehr so oft. Mir ist so klar, dass ich einfach aus mir heraus, meinen Ängsten oder unverheilten Verletzungen heraus so denke und fühle. Damit werde ich gut allein fertig.
Manchmal begrüße ich solche Gedanken auch ganz freundlich: Hallo, seid ihr alle da?
sehr beeindruckendWas Du mit "wichtigen Gefühlen" meinst, ahne ich vielleicht. Meinst Du Intuition? Das spontane Bewusstwerden von etwas, was real ist, was ich aber nicht so schnell begründen kann?
Ich denke oft: Na, ihr schon wieder, wollt ihr nicht jemand anderes ärgern gehen?
ja genauIch kann´s Dir nicht so genau sagen, wie das kam, aber auch da bin ich jetzt sehr klar und kann mich darauf verlassen.
Meines Erachtens handelt es sich dabei ebenfalls um Wahrnehmungen, die mir aber nicht bewusst waren oder wurden. Und plötzlich erkenne ich, wie etwas ist. Ich habe es nicht "erdacht", da waren keine Gedankenketten, Schlussfolgerungen, Beurteilungen.Puh, das klingt gut aber auch schwierig ...Du, ich habe längere Zeit "üben" müssen. Und wenn alles lange sehr glatt läuft, und ich nachlässig werde darin, dann plumpse ich schon mal wieder in diese Gedankenfalle.
Gib Dir Zeit und bleib dran, es ändert so ziemlich alles im Leben. Bei mir jedenfalls, weil ich so ein Gefühls- und Denkknubbel bin.
Ich tu mein bestes. Ich finde Menschen wie Dich beeindruckend, die das auch noch in Worte fassen können, was in meinem Kopf und meiner Gefühlswelt nur als komische unformulierbare Masse herumwabert. Aber es hilft, zu lesen, dass man es schaffen kann, sich mit dieser "Masse" irgendwann anzufreunden und damit gut zu leben.
Ich beneide aber auch die Menschen, die sich niemals in ihrem Leben auch nur ansatzweise solche Gedanken machen (müssen) *seufz*
Shirley
Kommentar

Kommentar