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Ich weiß nicht worüber ich reden soll

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    Ich weiß nicht worüber ich reden soll

    Hallo,

    ich bin ein 19-jähriger Junge.
    Ich hab seit vielen Jahren ein Problem, wenn ich mit fremden Menschen reden will. Speziell mit Mädels.
    Ich bin wohl auch ein bisschen schüchtern, aber das ist nicht so das Problem. Wenn ich wirklich will kann ich auf Fremde Menschen zugehn und ich bin sogar letzten Sommer ganz alleine mit dem Zug durch Europa gefahren (Freunde hatten keine Zeit).

    Das Problem ist, dass mir wenn ich mit diesen Leuten in Kontakt trete ich nach kurzer Zeit nicht mehr weiß worüber ich reden soll. Das führt dann manchmal dazu dass ich das Gespräch abbreche und weggehe bevor irgendwie peinliche Stille eintritt (Für mich is es nicht so peinlich, aber oft für mein Gegenüber).

    Ich leide manchmal sehr stark darunter..

    kA, was ich mit diesem Thread bezwecken will, aber es tut gut das mal erzählt zu haben.

    liebe Grüße,
    shorttrack

    #2
    herzlich willkommen shorttrack,

    vielleicht war das mal erzählen schon mal ein guter ansatz und du fühlst dich nun etwas erleichtert, dass du es irgendwie von der seele gekriegt hast.

    zu deinem eigentlichen problem, kann ich wenig bis gar nichts sagen, denn mir fällt immer viel zu fragen ein, wenn ich neue menschen kennenlerne.

    was mir aufgefallen ist, dass es manchmal ganz einfach geht, wenn man gut zuhört und die leute einfach erzählen lässt. dann fällt es den erzählern oftmals gar nicht auf, dass sie den hauptanteil der kommunikation bestreiten, denn sehr viele leute reden richtig gerne über sich.

    wie kommst du darauf, dass es nicht für dich, sondern für die anderen peinlich ist? gibt es da ein bestimmtes erlebnis, dass dich zu dieser überzeugung gebracht hat?

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      #3
      Hallo Shorttrack,
      netter Name, eine Leidenschaft von Dir?

      Zitat von shorttrack Beitrag anzeigen
      (Für mich is es nicht so peinlich, aber oft für mein Gegenüber).
      warum denkst du, dass es für deinen Gegenüber so peinlich ist? Wie merkst Du das?

      Ich leide manchmal sehr stark darunter..
      hmm, wie passt das zu dem ersten Satz? Wenn Du wirklich so doll darunter leidest, wäre es vielleicht gut, herauszukriegen, warum? Hast Du eine Idee?

      Liebe Grüße,
      Shirley

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        #4
        Zitat von shorttrack Beitrag anzeigen
        nach kurzer Zeit nicht mehr weiß worüber ich reden soll.
        Hmm, das verstehe ich nicht. Wieso glaubst du fällt dir nichts ein? Es gibt ja ca 1Milliarde Sachen worüber man zb. auf Zugreise reden könnte.

        Ein Gespräch braucht erst mal eine Aufwärmphase. Da übernimmt meistens der, der damit angefangen hat, die Führung. Dann wird daraus eine Konversation halt. Also wenn du nichts mehr zu sagen hast, redet der andere oder fragt dich was.

        Und man kann auch nicht mit jedem ohne weiteres konvergieren. Manchmal harmonieren Menschen nicht, was nötig ist, damit eine Kommunikation von selbst fließt.

        Und du gehst weg, weil die Stille dem anderen peinlich wird? Normalerweise, macht am meisten aus, wenn die Stille einem selbst peinlich wird. hmm

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          #5
          Wenn du nichts zu sagen hast, frag doch dein Gegenüber etwas!
          Es gibt Leute, die hören dann nicht mehr auf zu erzählen und gehen dann mit dem Gefühl heim, ein sehr gutes Gespräch geführt zu haben!

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            #6
            Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
            Es gibt Leute, die hören dann nicht mehr auf zu erzählen und gehen dann mit dem Gefühl heim, ein sehr gutes Gespräch geführt zu haben!
            Oh ja, das kenne ich. Schlimm vorallem, weil ich trotzdem zuhöre und hinterher dann oft das Gefühl habe, bis zum Rand mit "Informationen" vollgestopft worden zu sein. Infos die ich nie wieder brauchen werde, z.b. warum die Schwiegermutter der besten Freundin eine Laktoseintoleranz hat
            Ich find es meist unhöflich, "auf Durchzug zu schalten", was aber bei solchen ungebetenen Quasselstrippen manchmal sicher der bessere Weg wäre.

            Aber das hilft Shorttrack jetzt auch nicht weiter, fürchte ich

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              #7
              hier mal noch etwas (vielleicht) hilfreicheres:

              Wenn das Gespräch schon über die ersten "Einleitungs"-Sätze hinweg ist, kann man immer versuchen, über irgendtwas im Raum oder der Umgebung zu reden, notfalls über das Wetter. Die Kunst ist, erstmal nichts anzuschneiden, wo sich die Geister total scheiden können wie Politik oder Religion
              Man kann entweder von sich selbst erzählen (wo man gerade hinwill, oder was einem grad passiert ist - muss ja auch nichtmal so genau stimmen) und dann kann man auch allgemeinere Fragen stellen, wie "hast du den Film xyz schon gesehen"... Das kann man auch wirklich üben!
              Irgendwann findet man dann meistens ein Thema was beide so interessiert, dass sie dabei hängen bleiben (das kann auch mal Laktoseintoleranz sein )
              Ich persönlich finde so etwas schwieriger, wenn sich mehrere Leute in einer Gruppe unterhalten. Da entsteht manchmal eine eigenartige Dynamik, wo ich dann manchmal nicht viel zu sagen habe und mir dabei dann auch wieder komisch vorkomme...

              Viele Grüße,
              Shirley

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                #8
                Hallo Shorttrack,

                mir fällt es auch schwer, mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen, gespräche zu beginnen und am laufen zu halten. Da kann es schon vorkommen, dass ein gespräch abbricht.
                nur reden um ein gefühl der unsicherheit/peinlichkeit zu übertünchen widerstrebt mir.
                Wenn der andere scheinbar nicht (mehr) mit mir reden will, dann lasse ich ihn in Ruhe.
                Allerdings kommen mir dann auch selbstzweifel, gedanken wie „habe ich was falsch gemacht?“, „bin ich ihm zu nahe getreten?“, „will er vielleicht mit mir nichts zu tun haben“..
                es ist schwierig, die richtige balance zu finden, einerseits Interesse zu zeigen, aber andererseits nicht aufdringlich zu sein.

                Wichtig finde ich, authentisch zu bleiben, dir selbst keinen druck zu machen. Wenn dir nicht nach reden ist dann lasse es. Wenn du entspannt bist findest du leichter die passenden worte.

                liebe grüße
                naranja

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                  #9
                  Sprechen über Fehler und Schwächen anderer in deren Abwesenheit

                  Schwierig wird es für mich dem anderen zu zeigen, dass Gespräch ist vorerst beendet. Also sich taktvoll aus einem Gespräch der üblen Nachrede herauszuwinden.
                  • unbedingt vermitteln, dass solch ein Verhalten verwerflich ist
                  • Mund halten, sich weigern etwas dazu zu sagen ud dem Redner den Rücken zukehren
                  • aus solchen Gesprächen aussteigen, mit dem Fuß in Richtung Tür wippen und ständig auf die Uhr blicken
                  • dem Gegenüber signalisieren, dass man nichts davon hören möchte,

                  Die gleiche Wirkung wie Üble Nachrede hat auch das übertrieben positive Sprechen über einen anderen, weil der andere sich minderwertig fühlen kann und zu der Meinung gelangt, dass er/sie im Vergleich zu dem/der anderen wesentlich weniger wert ist.

                  Sage nicht alles, was Du weißt, aber wisse alles, was Du sagst.


                  Wer Ohren hat zu hören, wird erkennen, dass der Vorwurf: "Frauen klatschen - Männer nicht!" nur männliche Projektion ist. (Alexander Mitscherlich)

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                    #10
                    Ich kann dir absolut nachempfinden was du meinst. Mir geht es sehr ähnlich. Vielleicht hilft es dir mal zu untersuchen was du in einer solchen Gesprächssituatuion denkst. Wenn deine Gedanken die ganze Zeit nur ein Feuerwerk von "Was denkt der andere über mich?" "Sollte ich mehr reden?" "Was kann ich sagen?" "Fühlt er sich unwohl in meiner Gegenwart?" und ähnlichen Formulierungen ist, dann ist ja eigentlich klar, dass kein natürliches Gespräch dabei zustande kommen kann, denn dein Kopf kann sich eigentlich gar nicht wirklich mit dem Gespräch auseinandersetzen...
                    So ist das zumindest bei mir sehr oft der Fall. Vielleicht geht dir das ähnlich...

                    Überleg mal in welchen Situationen du entspannte Gespräche führen kannst, Gespräche, bei denen du dir gar nicht so wirklich bewusst bist, dass du in einem "formalem Gespräch" bist, sondern einfach ein normaler Gedanken Austausch mit deinem Gegenüber stattfindet ohne irgendeinen "doppelten Boden" wenn du weißt was ich meine...

                    Wie unterscheiden sich deine Gedanken dabei von denen in Gesprächen in denen du diesen Zwang verspürst? Vielleicht hilft dir das ein wenig...

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                      #11
                      Worüber reden durch abwechslungsreiche Umgebungen erleichtern

                      Vielleicht ein zusätzlicher Ansatz:
                      Versuche besonders solche Orte für Kontaktaufnahmen auszuwählen, in deren Umgebung genügend los ist um neue Gesprächsanregungen zu erhalten:

                      Cafe mit Blick auf die Straße
                      Cafe mit Bücherregal
                      Gaststätte mit Ausgestaltung verschiedener Gebrauchsgegenstände
                      Busfahrt / Straßenbahn
                      Arkadenkaufhaus mit Blick in die Schaufenster verschiedener Etagen

                      Das allein wird zwar nicht reichen, macht aber die Situation und das Trainieren des Reagierens auf fremde Entgegnungen leichter.

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                        #12
                        Hallo shorttrack.

                        Dein Problem kommt mir irgendwie bekannt vor. Das hatte ich als junger Mensch ebenfalls. Jetzt die gute Nachricht, es ist eine reine Übungssache. Wichtig ist, interessiere Dich aufrichtig für Dein Gegenüber, höre aufmerksam zu und stelle Fragen und das, was Dein Gegenüber sagt sinngemäß an den Anfang Deines nächsten Satzes steht. Im Übrigen, ist die Nonverbale Kommunikation viel wichtiger, als die Verbale. Und es ist wichtig, wie Du es sagst und weniger, was Du sagt.

                        Der, die das... wer wie war... wer nicht fragt bleibt dumm... kennen wir doch alle aus der Sesamstraße

                        Viel Spaß beim Üben

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                          #13
                          Double-bind

                          Durch Übermittlung von Informationen, die auf unterschiedlichen Ebenen widersprüchlich sind, kann es zur seelischer Verwirrung und Orientierungslosigkeit kommen: zB beim Widerspruch in der Kommunikation zwischen Mutter und Kind: Auf der sprachlichen Ebene wird die Botschaft "Du mußt tun, was du für richtig hälst!" gesendet, und auf der nicht verbalen Ebene (durch Mimik+Gestik) wird zugleich eine Botschaft vermittelt, die der ersten widerspricht, in Worte übersetzt etwa:"Du darfst aber nichts tun was...."

                          Das ist ein heikles Thema am besten wie @Wolle0401- W-Fragen stellen.
                          wie,wo, was ,wann,....................etc

                          Kommentar


                            #14
                            Hey,

                            hatte auch immer Probleme mit sowas.

                            Grundgedanke meinerseits war dabei unbewusst: Was soll ich denen erzählen? Das interessiert die doch eh nicht.

                            Ich sagte also von mir aus nicht viel und so blieb das Gespräch bei oberflächlichem Smalltalk, der mich selber nicht berührte und schwer in Gang zu halten war.

                            An einer Freundin merkte ich damals, dass es eigentlich Unsinn ist. Die sprach einfach drauflos. Nicht wie ein Wasserfall, aber die erzählte einfach was von sich, wo man sich auch hätte fragen können: Naja, was soll das Gegenüber das interessieren?
                            Aber die Leute gingen drauf ein und bald war ein Gespräch in Gange.

                            Vielleicht hast du auch unterbewußt solche Gedanken, dass es sich nicht lohnt, was von dir zu erzählen, dass man dir eh nicht zuhört...das ist ähnlich wie der Gedanke, dass andere negativ auf einen reagieren und man sich deswegen manches nicht traut.

                            Nicht mal, wenn du Leute um eine Zigarette anlaberst, reagieren sie unfreundlich. Die meisten sind erstmal überrascht und dann nett. Ich hab beobachtet, wie andere das machen, und nachgeahmt und es funktioniert.

                            Kannst du überall üben: An der Kasse, so im Supermarkt, in der Bahn, an der Ampel, überall, wo Leute einige Zeit miteinander verbringen.

                            Man muss sie nur höflich anlächeln und eine kleine Bemerkung machen und dabei nicht verschlossen und abweisend und desinteressiert wirken. Nachfragen ist eine sehr gute Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen, aber dabei auch nicht desinteressiert wirken. Am besten fragst du was, was dich wirklich interessiert. Natürlich nicht: Hallo, sind Sie schwul? Sie sehen so aus.
                            Sondern z.B. im Zug, wo die Leute herkommen, wo sie hinfahren, was ihnen gefallen hat, ob sie wieder hinfahren würden, was man da so sehen kann, wieso sie jetzt Urlaub machen, wie lange - da gibts tausend Möglichkeiten.

                            Aber man merkt eben, wenn es dich nicht wirklich interessiert.

                            Bring dich ein. Sei du selbst. Gib irgendwas Lustiges über dich zum Besten (aber nichts total Peinliches) und lern von Leuten, die das drauf haben. Manche erzählen so hinreißend von sich und ihren kleinen Macken oder machen einen lustigen Spruch, da kann man sich einiges abschauen. Die meisten dieser Leute nehmen sich nicht zu ernst, sind offen, lebenslustig und interessiert an anderen.

                            Ach ja, und die meisten freuen sich, von sich erzählen zu können. Dann hör ihnen zu. Sie werden schon zurückfragen.

                            Klingt komisch, aber auch Komplimente bringen was. Werd nie den Moment vergessen, wo meine Freundin zu dem völlig krass aussehenden Punk geht, total unbedarft, und sagt: Hi. Ich mag deine Frisur. Wie machst du es, dass die Haare so stehenbleiben?

                            Die beiden haben sich dann noch unterhalten. Ich hätte mich das nie getraut, aus dem Gedanken, er wird ablehnend reagieren, heraus. Tun die meisten aber nicht. Sammel deine Erfahrungen :)
                            Und wenn einer unfreundlich ist, liegts nicht an dir.

                            PS: Wolle und Bedenkzeit haben es schon super (und viel kürzer ;)) auf den Punkt gebracht.

                            PPS: Wenn ich besoffen bin, bin ich immer sehr leutselig. Soll nicht heißen, du sollst trinken, sondern: Da hab ich die Erfahrung gemacht, dass die meisten Leute sich nicht mal ungern anlabern lassen. Da hab ich mich das oft getraut und wurde nie abgewiesen. Also dachte ich, muss es nüchtern ja auch gehen :)

                            PPPS: Es gibt immer Leute, mit denen wird man nicht warm, egal, wie oft man mit ihnen redet. Egal. Normal. Entweder man unterhält sich gut, oder es wird stockend und krampfig. Dann seid ihr halt nicht auf einer Wellenlänge oder euch nicht sympathisch. Was solls.

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