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Bin gerade dabei meine Beziehung zu zerstören. Kann mich jemand aufhalten?

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    Bin gerade dabei meine Beziehung zu zerstören. Kann mich jemand aufhalten?

    Hallo ihr Lieben, ich bin neu hier. Obwohl ich die Seite schon länger kenne bin ich erst kürzlich auf das Forum gestoßen. Und jetzt hoffe ich hier die richtigen Ansprechpartner für mein Problem finden zu können.

    Ich 28 J. und mein Freund 31 J. sind seit etwas über einem Jahr zusammen. Von Anfang an sind wir unzertrennlich gewesen, haben sehr viel zusammen unternommen und kaum mehr eine Nacht getrennt verbracht. Nach einem halben Jahr hat er seine Wohnung gekündigt, ist erst zu mir gezogen und nach weiteren 3 Monaten haben wir uns eine neue, gemeinsame Wohnung gesucht. Unser Zusammenleben hat immer gut funktioniert und auch wenn es mal kleinere Meinungs-verschiedenheiten gab, richtig gestritten haben wir eigentlich nie.

    Das klingt alles so perfekt aber leider ist es alles andere als das. Das Problem liegt bei mir und meinem mangelnden Selbstwertgefühl, denke ich. Ich hatte zwischen durch schon immer mal Schübe, wo es mir sehr schlecht ging. Für meinen Freund war das alles unbegreiflich und er wusste nur schwer damit umzugehen. Ich hab dann angefangen Sport zu treiben, Yoga zu machen, hab mir verschiedene Literatur zum Thema angeschafft und mir ging es nach einer Weile auch wieder besser.

    Seit 3 Monaten lebt mein Freund nun unter der Woche (abgesehen von Semesterferien) in einer WG. Seit wir uns nur noch so selten sehen hat sich unsere Beziehung verändert. Mir war von vornherein klar, dass es nicht einfach werden würde aber zur Zeit geht es mir wieder sehr schlecht.

    Ich versuche mich unter der Woche immer zu beschäftigen, bastele, treibe Sport, treffe Freunde und unternehme viel. Meine Laune ist immer ganz ok aber wenn ich abends mit ihm telefoniere, ändert sich das meist schlagartig. Meine Erwartungshaltung ist scheinbar so hoch, dass ich immer nur enttäuscht bin, von dem was er mir zu sagen hat.

    Die letzten beiden Wochen waren ganz schlimm. Er hatte so viel zu tun und ich bin an einem WE, obwohl ich wusste dass er sehr viel lernen muss, trotzdem hin gefahren. Die Überraschung kam nicht sehr gut an und ich war enttäuscht. Letzte Woche bin ich richtig cholerisch geworden, als wir wieder telefoniert haben und hinterher natürlich wider reumütig. Er kann das alles nicht verstehen und letztes WE hat er mir sogar gesagt, ich mache ihm Angst. Seiner Meinung nach ist alles in Ordnung und er kann nicht verstehen, wieso ich mich so in Kleinigkeiten hinein steigere.

    Was kann ich nur gegen meine Depressionen machen? Und vor allem, was kann ich machen um mich nicht mehr über jede Kleinigkeit aufzuregen? Ich hab wirklich Angst, dass wenn das so weiter geht ich unsere Beziehung zerstöre.

    Vielen Dank schon mal, wer sich die Mühe gemacht hat und bis hier gelesen hat. Ich hoffe auf gute Ratschläge

    #2
    Hallo Schneewittchen.

    wie Du geschrieben hast, hast Du eine Erwartungshaltung gegenüber Deinem Freund, in einer Bezihung ist es wie bei einer Waage, es muss sich immer ausgleichen, das heisst aber auch die Erwartungen eine zeit herunterschrauben und dafür mehr geben, Liebe ist das einzige, das wenn man es verschänkt mehr wird und wo sehr viel zurückkommt. Zeige Ihm doch das Du jetzt da bist und dann wird auch wieder mehr von Ihm kommen.
    Es ist geben und nehmen

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      #3
      Seit ich mich mehr um mich selbst kümmer, mehr bei mir selbst bin, ist mein Selbstwertgefühl und auch meine Erwartungshaltung bzw. Verlustangst viel geringer.

      Wenn ich merke, dass ich eine Erwartungshaltung habe, dann schau ich sie mir an, und überprüfe sie. Was steht hinter meinem Bedürfnis? Sehr oft merke ich, dass es eigentlich nichts mit ihm als Person, sondern mit mir und meiner Struktur zu tun hat. Dann hilft es mir, mir klar zu machen, dass er ein freier Mensch ist. Aus freien Stücken mit mir zusammen ist. Und mir das gibt, was er geben kann (und meine Aufmerksamkeit auf das lenke, was ich bekomme). Und dass mein Hunger nach Bestätigung, Anerkennung und Liebesbeweisen ganz woanders begründet ist, nämlich in meiner Vergangenheit. Und an diesen Ursachen arbeite ich.

      Ich möchte nicht mehr so abhängig sein von Anderen. Und dementsprechend enttäuscht, wenn sie meine Erwartungshaltung nicht erfüllen (können).

      Ab und zu lasse ich meinen Partner teilhaben, und erzähl im von meiner Bedürftigkeit. Aber ich lasse das "Problem" bei mir, mache ihm keinen Vorwurf. Und mache deutlich, dass nicht er die Ursache ist, sondern meine Vergangenheit (ich hoffe zumindest, dass mir das gelingt).

      Es ist schön, verstanden zu werden. Und dadurch, dass er auch diese Seite von mir kennt, kann er besser mit mir umgehen, denke ich. Und mir ab und zu, wenn er dran denkt, eine Extra-Aufmerksamkeit zukommen lassen (die ich dann sehr gerne annehme, weil sie völlig freiwillig ist).

      So ist das bei mir...

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        #4
        Hallo Auf dem Weg,

        deine letzten Sätze verstehe ich nicht, gehört deine Vergangenheit nicht zu Deiner Partnerschaft, ist die nur im Jetzt und den Rest klammerst Du aus??
        Wie soll Dein Partner dich dann ganz annehmen und verstehen ???
        Meist DU das geht auf Dauer gut ?????

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          #5
          Nein, das mein ich nicht. Meine Vergangenheit gehört in diese Partnerschaft. Aber ich versuche zu differenzieren zwischen Auslöser und Ursache.
          Er kennt meine Vergangenheit, ich rede viel darüber.
          Und ich spüre, dass er bisher seltenst Ursache, sondern eigentlich immer nur Auslöser war, wenn ich ein Problem hatte. In diesen Situationen habe ich schon deutlich reagiert, aber ich wusste auch direkt (oder später, wenn ich drüber nachgedacht habe), dass er nur ein Auslöser war mit seinem Verhalten. Weil ich spüre, dass er mich zu 100% annimmt.
          Wenn ich mich abgewiesen fühle, dann eigentlich immer deswegen, weil ich es daraus höre. Ich fühle mich sehr schnell abgewiesen, in ganz vielen Situationen. Und wenn man diese objektiv betrachtet, dann bin ich nicht abgewiesen worden.

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            #6
            Dann würde ich aber versuchen, mit Ihm darüber zu reden, denn wenn Du die alten Gedanken nict gemeinsam bewältigen kannst, dann wrd es immer wieder zu Verletzungen kommen, es ist bestimmt ein langer schwerer Weg der viel einfühlungsvermögen bedarf, aber ich glaube er wird sich lohnen, die die Liebe dadurch nur wachsen kann. Es gehört aber auch Überwindung dazu, den Weg langsam und vorsichtig zu begeiinen.

            LG Sonny

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              #7
              Ja, das seh ich auch so. Es ist es wert. Und für mich auch wichtig. Ich übe fleißig. Es ist nicht einfach. Besonders, weil ich gelernt habe, mich zurück zu nehmen, und erst lernen muss, dass ich für mich an erster Stelle komme. Dass meine Bedürfnisse auch eine Daseinsberechtigung haben, unabhängig von den Bedürfnissen Anderer. Aber mit ihm ist es irgendwie auch gar nicht so schwer, weil ich mich so angenommen fühle - egal wie ich grad drauf bin.

              Ich habe bisher ausschließlich positive Erfahrungen gemacht, wenn ich mich öffne. Und ich übe fleißig, dass ich es immer besser kann, und mich irgendwann ganz authentisch zeigen kann, wie ich bin - immer.

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                #8
                liebe aufdenWeg,

                danke für deine worte. du hast eine für mich bisher etwas "diffuse" sache in wunderbar verständliche und passende worte gepackt.

                die unterscheidung zwischen ursache und wirkung in dem moment des verletzt werdens, ist mir in der art noch nie aufgezeigt worden, aber es klingt so, als würde ich das gerne auch lernen.

                wenn ich es richtig begriffen habe, richten sich deine negativen gefühle bei einer auseinandersetzung nicht auf die andere person, sondern du gehst in dich und denkst darüber nach, welcher ursache du diese verletzung zuordnen kannst?

                wenn das soweit stimmt und es dir nicht zu weit geht, würde ich sehr gerne noch mehr über diese möglichen ursachen erfahren. 2-3 stichworte reichen da völlig aus, damit ich eine idee bekomme.

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                  #9
                  Hey just me, sehr gerne, ich freue mich, wenn ich auch etwas geben kann in diesem Forum, nachdem ich bisher schon so viel genommen habe.

                  Genau so, wie Du es beschreibst, versuche ich es. In der Situation bereits zu sortieren, woher mein Verletztsein kommt. Ist es die Situation an sich, oder eher die Wunden der Vergangenheit, die sich melden? Das gelingt mir z.B. bei meiner Mutter gar nicht, da merke ich erst mit Zeitverzögerung, was ich überhaupt gefühlt habe in einer Situation.

                  Mit meinem Freund gelingt es mir erstaunlicherweise gut. Da merke ich direkt, dass es alte Wunden sind, die aufbrechen. Sehr oft sogar schon in der Situation selbst, spätestens aber, wenn ich kurz drüber nachdenke und in mich reinhorche.

                  Diese alten Wunden sind relativ einfach in Worte zu fassen: Die Erfahrung der Zurückweisung und Ablehnung, die mich noch heute sehr schmerzt. Ablehnung und Zurückweisung erst durch meine Mutter, die gewisse Seiten an mir (ganz bewusst) zurückgewiesen hat, um meine Entwicklung zu beeinflussen (das hat sie traurigerweise in einem Gespräch zugegeben, und in ihrer Welt ist das auch völlig richtig). Später durch meinen langjährigen Lebensgefährten, der mich ständig "optimieren" wollte, und mit einigen Seiten meiner Persönlichkeit nicht umgehen konnte bzw. diese abgelehnt hat. Zusätzlich hat er mich in der Öffentlichkeit ständig abgewiesen, was sehr schmerzhaft für mich war. Er hat mich lächerlich gemacht, und konnte nie seine Verbundenheit mit mir zeigen. Ganz im Gegenteil, er hat mich eher behandelt wie eine entfernte Bekannte, die er nicht sonderlich leiden mochte. Und er hat meine Figur abgelehnt (und das, obwohl ich eine völlig normale Figur habe).

                  Das alles passt ganz gut zusammen, das Schema der Ablehnung zieht sich durch mein Leben. Und diese Wunden spüre ich heute oft im Alltagsleben, wenn ich mich abgelehnt fühle, obwohl ich objektiv gesehen gar nicht abgelehnt werde.

                  Eine relativ neue Idee ist die Frage, ob ich mich nicht innerlich selbst ablehne, vielleicht, weil ich unbewusst die Einstellung meiner Mutter übernommen habe. Das ergründe ich grad.

                  Das waren jetzt mal mehr als zwei bis drei Stichworte...

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                    #10
                    liebe aufdemWeg

                    hab gar nicht gesehen, dass du was genommen hast

                    puh, doch mehr arbeit als zuerst gedacht. kommt aber sicher auch sehr auf die persönlichkeit an. mir gefällt an deiner methode sehr, dass sie in allererster linie voraussetzt, bei sich selbst zu bleiben. allerdings unterscheidest du, ob es die situation an sich, oder alte wunden sind. daraus schliesse ich, dass es eben auch denkbar ist, einfach nur aufgrund der situation verletzt zu sein.

                    das mit der zeitverzögerung kenne ich auch. aber in der form, dass ich in dem moment, in dem ich emotional verletzt werde einfach erstmal nichts anderes tun kann, als meine eigenen wunden zu lecken. im laufe der jahre habe ich aber wenigstens gelernt, meinem mann zu sagen, dass ich JETZT einfach erstmal zeit für mich brauche.

                    erst, wenn ich meine wunde notfallmässig, oder auch mal ausführlicher "selbst" versorgt habe, gelingt es mir, mich gedanklich mit dem auslöser der verletzung auseinander zu setzen. in aller regel kann ich dann aber auch eigenes fehlverhalten erkennen und schaffe es solche konflikte dann auch im gespräch aufzudröseln und für beide parteien klarheit zu schaffen.

                    aber ich werde auf jeden fall in zukunft versuchen, zwischen ursache und wirkung zu unterscheiden und den gründen für meinen frust tiefer auf den grund zu gehen.

                    die für dich relativ neue frage, finde ich so spannend, dass sie, wenn du zu ergebnissen gekommen bist einen extra-faden wert wäre

                    puh und nun habe ich für die nächsten konflikte ein paar neue hausaufgaben!

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                      #11
                      Zitat von aufdemWeg Beitrag anzeigen
                      Seit ich mich mehr um mich selbst kümmer, mehr bei mir selbst bin, ist mein Selbstwertgefühl und auch meine Erwartungshaltung bzw. Verlustangst viel geringer.

                      Wenn ich merke, dass ich eine Erwartungshaltung habe, dann schau ich sie mir an, und überprüfe sie. Was steht hinter meinem Bedürfnis? Sehr oft merke ich, dass es eigentlich nichts mit ihm als Person, sondern mit mir und meiner Struktur zu tun hat. Dann hilft es mir, mir klar zu machen, dass er ein freier Mensch ist. Aus freien Stücken mit mir zusammen ist. Und mir das gibt, was er geben kann (und meine Aufmerksamkeit auf das lenke, was ich bekomme). Und dass mein Hunger nach Bestätigung, Anerkennung und Liebesbeweisen ganz woanders begründet ist, nämlich in meiner Vergangenheit. Und an diesen Ursachen arbeite ich.

                      Ich möchte nicht mehr so abhängig sein von Anderen. Und dementsprechend enttäuscht, wenn sie meine Erwartungshaltung nicht erfüllen (können).

                      Ab und zu lasse ich meinen Partner teilhaben, und erzähl im von meiner Bedürftigkeit. Aber ich lasse das "Problem" bei mir, mache ihm keinen Vorwurf. Und mache deutlich, dass nicht er die Ursache ist, sondern meine Vergangenheit (ich hoffe zumindest, dass mir das gelingt).

                      Es ist schön, verstanden zu werden. Und dadurch, dass er auch diese Seite von mir kennt, kann er besser mit mir umgehen, denke ich. Und mir ab und zu, wenn er dran denkt, eine Extra-Aufmerksamkeit zukommen lassen (die ich dann sehr gerne annehme, weil sie völlig freiwillig ist).

                      So ist das bei mir...
                      Das klingt für mich alles total logisch und hilft mir sehr. Vielen Dank schon mal an der Stelle!
                      Am Anfang klingt aber immer alles ganz einfach, nur beim Umsetzen wirds dann schwierig. Ich bin aber schon mal sehr erleichtert und werde versuchen dieser Strategie zu folgen. Danke sehr!

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                        #12
                        das freut mich sehr, dass Du damit etwas anfangen kannst.

                        Das Umsetzen übe ich auch grad fleißig.

                        Der Punkt ist, dass man von sich nicht erwarten sollte, ein Gedanken-Gefühlsmuster, das man seit zig Jahren gelernt und gelebt hat, von heute auf morgen verändern zu können. Es braucht Zeit.

                        Das muss ich mir auch immer wieder sagen. Ich neige nämlich dazu, mich selbst ganz schön unter Druck zu setzen, so nach dem Motto "na toll, jetzt hast du es erkannt. Warum bitteschön handelst du dann immer noch anders?!"

                        Ich drück Dir die Daumen!

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                          #13
                          gelegenheiten für konflikte scheinen mir im moment reichlich gesät zu sein, aber vielleicht ist das ja nur, damit ich üben kann

                          wollte nur mal kurz melden, dass ich deinen tipp heute zum erstenmal umgesetzt habe und es mich zu äusserst interessanten erkenntnissen gebracht hat. der groll alleine hätte mir niemals soviel einblick in meine bedürfnisse gebracht.

                          Kommentar


                            #14
                            Hallo Schneewittchen,

                            du schreibst, dass du eine zu große Erwartungshaltung deinem Freund gegenüber hast.
                            Was sind das genau für Erwartungen?
                            Hast du mit deinem Freund darüber gesprochen?
                            Denn nur wenn er weiß, welche Erwartungen du an ihn hast, kann er sie erfüllen oder aber dir mitteilen, dass er sie nicht erfüllen kann.
                            Was hat dein Freund für Erwartungen an dich?
                            Ich denke ihr solltet euch darüber in Ruhe austauschen. Wenn du genau weißt, wo ihr steht, wird es dir auch besser gehen.

                            Liebe Grüße
                            Traumtänzerin

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                              #15
                              Zitat von just me Beitrag anzeigen
                              gelegenheiten für konflikte scheinen mir im moment reichlich gesät zu sein, aber vielleicht ist das ja nur, damit ich üben kann

                              wollte nur mal kurz melden, dass ich deinen tipp heute zum erstenmal umgesetzt habe und es mich zu äusserst interessanten erkenntnissen gebracht hat. der groll alleine hätte mir niemals soviel einblick in meine bedürfnisse gebracht.
                              Hey, das freut mich ja. Eine schöne Sichtweise, dass Konflikte da sind, damit man Gelegenheit zum Üben hat. So gesehen hab ich auch Gelegenheit. Aber mir gelingt es momentan nicht. Ich bin grad arg verstrickt in meinem Muster (mich abgelehnt fühlen, glaube, mein Freund findet mich doof, wenn ich so viel "Psychozeug" quatsche, finde keinen Zugang zu ihm...).

                              Theorie und Praxis liegen momentan für mich ziemlich weit auseinander.

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