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Wie erkläre ich meinem Partner, dass ich an Borderline leide?

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    Wie erkläre ich meinem Partner, dass ich an Borderline leide?

    Hallo liebe Forengemeinde,

    Achtung evtl. TRIGGER!!

    Ich schreibe hier über ein Problem was schon sehr lange an mir nagt und was mich nur noch zusätzlich belastet.
    Ich bin emotional instabil sprich ich kann meine Gefühle und Emotionen nicht regulieren in akuten Phasen..das typisch klassische Bild der Borderline Erkrankung ...nur dass ich mich nicht offensichtlich verletze ...meist mache ich mich selbst mit Worten nieder...lege vieles auf die Goldwaage...idealisiere meinen Partner und manchmal schlägt es wieder um in Entwertung. .ich weine ohne triftigen Grund...werde laut und teils aggressiv.
    Es hatt lange gedauert bis ich selbst wusste, dass ich daran erkrankt bin...mein Partner weiß es nicht.

    Er versteht mich nicht und leidet unter meinen "Aussetzern"..
    Familie weiß es auch nicht...aber ich weiß, dass sich jeder fragt, was mit mir los ist.

    Und ich, möchte mich erklären...
    Bloß ich weiß nicht, wie ich es erklären soll.
    Jeder hatt dieses Bild im Kopf..."Emo" "Ritzen" etc.

    Ich schäme mich so sehr.

    Meine Frage richtet sich an diejenigen die evtl selbst daran leiden oder an jenen die vll einen Tipp haben wie ich das ganze angehen könnte.

    Eine Therapie möchte ich machen aber vorher muss es mein nahes Umfeld wissen.
    Ich bin eine Erklärung schuldig..

    Danke im Vorraus.

    Lg Lunaris

    #2
    NACHTRAG:

    Hinzu kommt, dass mich diese Instabilisierung sehr einkerkert, ich ziehe mich sehr zurück.
    Gebe wenig von mir Preis und kann schwer über Gedanken und Gefühle reden.
    Und bei anderen wird es so aussehen, als hätte ich jegliche Interessen verloren.
    Ich möchte endlich mein Schweigen brechen

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      #3
      guten Tag Lunaris,

      erstmal willkommen im Forum .

      Hast Du die Diagnose Dir selbst gestellt?
      Meinst Du nicht, es ist sogar leichter für Deinen Partner wenn er weiß, weshalb Du Dich so und so verhälst?

      Kommentar


        #4
        Hallo Lunaris,

        die Borderline-Erkrankung kann man nicht mit "zwei Sätzen erklären wollen", wenn das Gegenüber darüber nichts weiß. Ich kann Dir aber erzählen, wie ich von der Borderline-Erkrankung einer Bekannten erfuhr, dann siehst du, wie es Andere gemacht haben.

        Nach einem Ausraster wurde mir schlicht und einfach gesagt: " ... das ist Borderline".
        Ich hatte keine Ahnung davon und informierte mich im Internet. Für tiefergehende Infos fand ich eine Reihe von Büchern, die schon mal Einiges klären konnten. (z.B. von Andreas Knuf)

        Meine Frage: Warum MUSS dein Umfeld von einer Therapie wissen, bevor du anfängst? Schuldig bist du keinem Menschen etwas, auch wenn es sich so anfühlen mag. Im Gegenteil, es ist wichtig und richtig, dass Du mit dieser Therapie so schnell wie möglich beginnst und damit Verantwortung für Dich übernimmst!!!!

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          #5
          Hallo Lunaris,

          Du musst Dich nicht für etwas schämen wofür Du nichts kannst.
          Jeder wird verstehen dass es Dich belastet. Du willst versuchen Dir selbst zu helfen und helfen zu lassen.
          Für die Menschen in Deiner Umgebung hat es vielleicht den Anschein Du würdest mit Konflikten ringen und sie würden Dir gern beistehen. Zeige durch Gesten und Blicke dass Dir ihre Aufmerksamkeit hilft.

          Wenn Du Deinem Partner und Deiner Familie mitteilst dass es sich um Borderline handelt haben sie einen Anhaltspunkt sich zu informieren wie sie Dir helfen können. Dass Menschen denen Du etwas bedeutest Dich unterstützen wollen ist ganz natürlich. Gerade wenn man voller Zweifel ist helfen Dir dann Menschen die zu Dir stehen auch wenn Du sie manchmal zurückweist.

          Vielleicht besorgst Du ein oder zwei Bücher zum Umgang mit Borderline, legst sie vor Dich hin und versuchst trotzdem Dein Ausrasten, die Ängste, die Zweifel am Beispiel gemeinsam erlebter Situationen mit eigenen Worten zu erklären. Wenn die Worte ausbleiben gib ihnen das Buch.
          Möglicherweise würde es helfen sich schriftlich den Anderen gegenüber auszudrücken. Doch mittlerweile würde ich das zunächst nur innerhalb der Familie und gegenüber Deinem Partner empfehlen, ohne Unterschrift. Für die anderen Bekannten sollten zunächst mündliche Erklärungen genügen.
          Du kannst auch eine Seite aus dem Internet ausdrucken die die Situation ausreichend gut beschreibt, sie ihnen in die Hand drücken und auf die Fragen warten die sie selbst stellen.

          Ich würde ihnen auf jeden Fall mitteilen dass es kein selbstverletzendes Verhalten bei Dir gibt, das nimmt den Anderen mögliche Befürchtungen.
          Falls Du schon rückblickend sagen kannst welches Verhalten Du Dir nach dem Ausrasten gegenüber Anderen gewünscht hättest solltest Du das mit anführen.

          Weinen ist menschlich und ok.
          Wenn Du Menschen in Deiner Umgebung findest die aufgeschlossen gegenüber seelischen Problemen und Symptomen sind und die Dir nach einem Gedankenaustausch versichern dass Du mit Deinen Worten nichts falsch machen kannst, sie Dich trotzdem ernst nehmen und es mit dem Hintergrund der Borderline-Erkrankung verzeihen, dann wird es Dir vermutlich sehr viel leichter fallen.
          Weihe am Anfang nur die vertrauenswürdigsten Menschen ein, aber verlasse Dich nicht nur auf einen Einzigen.

          Ich wünsche Dir viel Kraft, Zuversicht und mitmenschliche Zuwendung.

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            #6
            Zitat von Tamina Beitrag anzeigen
            guten Tag Lunaris,

            erstmal willkommen im Forum .

            Hast Du die Diagnose Dir selbst gestellt?
            Meinst Du nicht, es ist sogar leichter für Deinen Partner wenn er weiß, weshalb Du Dich so und so verhälst?
            Erstmal ein Dankeschön für eure Antworten.

            Ja, ich bin mir zu 90% sicher dass ich diese Krankheit habe.
            Die Anzeichen sind fast alle vorhanden.
            Natürlich wäre es für ihn erheblich leichter, zu wissen warum ich in akuten Zuständen so oder so reagiere..
            Ich weiß nur genau nicht wann ich es ihm beibringen soll.
            Eure Tipps sind aber echt gut. Danke dafür.

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              #7
              Hallo Lunaris,

              wenn Du Dir "nur" zu 90% sicher bist, dass Du diese Krankheit hast, dann solltest Du auch abchecken lassen, ob das wirklich so ist.

              Oder ob es Dir nur so vorkommt und vielleicht etwas ähnliches oder anderes. Ist im psychischen Bereich nicht einfach, aber so wie Du es beschreibst, brauchst Du sowieso therapeutische Hilfe.

              Was hält Dich davon ab, Dir diese Hilfe zu nehmen?

              Alles Gute Dir,
              Martin

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                #8
                Wenn du keine Diagnose hast, würde ich dem Partner gar nichts beichten. Warum auch? Wenn du emotional instabil bist, wird er das ohnehin mitkriegen und dann fände ich es, wenn ich an seiner Stelle wäre, gut, wenn du mir sagen würdest, dass du dir professionelle Unterstützung holst. Erst dann kann man abklären, was eigentlich das Problem ist und was du tun kannst, damit es dir besser geht.

                Borderline einfach mal so zu erkennen, halte ich für schwierig. Bei meinem Ex hat es Jahre und mehrere Therapeuten gebraucht, bis er die richtige Diagnose bekommen hat.

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                  #9
                  Hallo,
                  danke für eure Antworten.

                  Mein Problem mich zu " outen " bin ich noch nicht nachgegangen.
                  Ich denke auch wirklich es ist besser sich professionellen Rat zu holen und mich dann somit zu erklären..

                  Mir bleibt nur die Frage, wie erkläre ich dass ich in Therapie bin?

                  Mein Mann liebt mich sehr und möchte es nicht wahrhaben, dass ich eine psychische Erkrankung habe.
                  Er versucht sich es so zu erklären, dass es an Frauengeschichten liegen könnte....PMS.
                  Wenn er mich fragt, was mich so beschäftigt...warum es mir schlecht geht, dann kriege ich keinen Ton heraus.
                  Wie ein Riegel der vorgeschoben wird.
                  Ich habe diese Angst als geistig gestört angesehen zu werden...Ich habe Angst, dass er das nicht akzeptiert und mich verlässt, da er vll nicht damit umgehen könnte.

                  Ich kenne mich in Psychologie etwas aus, hatte es drei Jahre lang als Fach, deshalb sagen mir die Krankheitsbilder was..ich bin kein Profi aber sehr belesen und gehe wirklich davon aus dass ich die typischen Borderline Symptome habe und teilweise auch mittelstarke Dissoziationen.

                  Hilfe werde ich mir auf jeden Fall holen. es geht nicht so weiter.

                  LG

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                    #10
                    Hallo Lunaris,
                    eine Bekannte von mit hat sich auch mit Verdacht auf Borderline in Behandlung begeben, wo sich dann aber herausgestellt hat, dass sie stattdessen an einem Bindungs- und Entwicklungstrauma leidet. Es ist also nicht gesagt, dass du an einer schwerwiegenden psychischen Störung leidest.
                    Wenn dich das Thema interessiert, kann ich dir sehr dieses Interview mit Gopal Norbert Klein empfehlen:
                    https://www.youtube.com/watch?v=w06Okik2GQo

                    Ich finde es gut, dass du dir Hilfe holst! Für die Zähne oder eine Autoreparatur geht man bekanntlich auch zum Spezialisten und kommt nicht auf die Idee, das mit sich selber ausmachen zu müssen.

                    Was dein Mann darüber denkt, ist sein eigenes Problem, das du nicht für ihn lösen musst! Männer haben oft Schwierigkeiten, mit diffusen Problemen umzugehen und neigen dazu, diese zuerst wegzudiskutieren. Aber für konkrete Lösungen sind die meisten sofort zu haben. Deshalb bin ich fast sicher, dass er dich auf dem Weg unterstützen wird. Nur Mut!

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