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    #16
    Wirklich spannend das Thema "Umgang mit Geld"! Ich finde es immer wieder faszinierend, wie wenig das mit Mathematik und wie viel mit Psychologie zu tun hat.

    Die letzten Beiträge machen es deutlich, finde ich: Klar, muss kalkuliert werden (=Mathe). Egal ob als Selbständiger, um zu wissen, ob er aufgeben oder weitermachen sollte - oder für jedermann bei einer größeren Anschaffung (kann ich mir die Raten fürs Haus bei meinem Einkommen leisten?). Interessant wird es beim Umgang mit den Risiken, die man ja auch einkalkulieren kann. Ich habe mal völlig fassungslos mitbekommen, wie ein werdender Familienvater ein (älteres!) Haus kaufte, dessen Finanzierung er sich gerade so leisten konnte - ohne Rücklagen für zukünftige Reparaturen einzukalkulieren.
    Genauso bilden manche Selbständige Rücklagen für Auftragsschwankungen (die wahrscheinlich aber nicht so ausgeprägt sind) und Angestellter für den Jobverlust (der vielleicht unwahrscheinlicher aber dafür einschneidender ist?). Wie viele tun das? In welchem Ausmass? Egal ob selbständig oder angestellt ist für mich die eigentliche Frage: lieber eine etwas größere Wohnung oder lieber etwas mehr Puffer=Risikominimierung? Und da wird es dann psychologisch.

    Und Rücklagen klingt so nach hohem Einkommensniveau: auch z. B. als Studentin treffe ich eine sehr persönliche Wahl, ob ich Geld etwa (regelmäßig) in ein etwas größeres WG-Zimmer oder (immer wieder mal) besseres Essen stecke, statt ins Sparbuch.

    Oder?

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      #17
      Zitat von Nomada Beitrag anzeigen
      Oder?
      Ja, es gibt da einiges, das man nicht allgemeingültig "berechnen" kann.

      Wobei einem geschäftlichen Projekt ja immer eine dedizierte Planung, die Risikoanalyse und eine Kalkulation von Kapitalbedarf, Liquidität und Preisen vorausgeht, bevor man in die Umsetzung geht. Wer da im Vorfeld "schlampig" arbeitet, kann natürlich böse überrascht werden, wenn die Realität sich nicht an die Traumvorstellung von Selbständigkeit hält. Aber da sind wir beide jobmäßig vermutlich soweit vorbelastet, dass wir gar nicht anders können, als völlig automatisch Situationen zu analysieren und Risiken einzubeziehen.

      Mich fasziniert eher, wie sich im privaten Bereich die Einstellungen zu Geld bzw. Schulden unterscheiden.

      Ich bin ja einerseits der auf Sicherheit und Rücklagen bedachte Typ. Wenn das Sicherheitspolster zu dünn wird, dann hat das Auffüllen höchste Priorität, da hätte ich an keiner weiteren Anschaffung meine Freude. Das liegt sicher am persönlichen Umfeld, an der Erziehung und an der Region, in der ich aufgewachsen bin.

      Andererseits bin ich auch wieder viel zu sprunghaft, um mich lange festlegen zu wollen. Wenn ich etwas sehe, das mich anlacht und darauf spare, kann ich mir nochmal in Ruhe überlegen, ob ich's für den Preis wirklich will - wenn ich es direkt nehme und dann merke "nö, so toll finde ich es nach nochmaliger Betrachtung dann doch nicht" habe ich's am Hals und stottere es noch monatelang ab, dabei würde ich das Geld inzwischen lieber für was anderes (oder eben gar nicht) ausgeben. Oder ich kann mir bei Erreichen des Sparziels für den Preis, den ein "Wunschfernseher" heute kostet, ein viel größeres Model zulegen, während ich ansonsten gerade den (inzwischen schon wieder) "kleinen" Kasten gerade abgezahlt hätte. Und wenn mir beim Sparen auf einen neuen Fernseher die Waschmaschine verreckt, kann ich umdisponieren und "muss" die nicht auch noch finanzieren, weil ich eine Waschmaschine (im Gegensatz zu einem größeren Fernseher) nunmal sofort brauche.

      Es würde mich schon interessieren, wie Menschen, die sich gar nichts dabei denken, auch Gegenstände, die schneller an Wert verlieren als sie abbezahlt sind, zu finanzieren, in ihrer Kindheit und später "geprägt" wurden.



      Zuletzt geändert von ; 11.06.2018, 10:25. Grund: Rechtschreibfehler korrigiert

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