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wie gehe ich mit panikattacken um?

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    wie gehe ich mit panikattacken um?

    hallo an alle!!!

    ich hab mich schon vorgestellt, hier nochmal meine kurzbeschreibung: bin 50 jahr alt, weiblich und leide seit übr 30 jahren an panikattacken. ich habe unzählige ratgeber gelesen, auch therapien gemacht, aber der kick ist noch nicht da.
    eigentlich schwindle ich mich durchs leben, schau, daß ich ja nirgends eine panikattacke bekomme!!! ich lebe gar nicht richtig, ich organisiere mein leben um panikattacken herum.....das hat mich nun auch sehr depressiv gemacht..

    ich weiß mittlerweile, daß das das total verkehrte war und ist und nun versuche ich, panikattacken einzuplanen und zu lernen, MIT ihnen zu leben, bzw. mit ihnen gut umzugehen und sie DURCHZUSTEHEN.

    bin für jeden gedanken offen...
    danke!
    johanna

    #2
    Liebe Zimtstern,

    Panickattacken kenne auch ich seit mehr als 30 Jahren und ich muss leider immer noch mit ihnen rechnen.

    In den Therapien habe ich gelernt, dass bei mir dass jede Panikattacke ihren Grund hat. Früher war es oftmals Überforderung, heute ist es oft so, dass ich mit Aggressionen nicht umgehen kann, ich nehme sie nicht wahr und richte sie unbewusst gegen mich selbst. Manchmal entstehen sie aus einem Einsamkeitsgefühl heraus oder durch schlechte, in die Zukunft gerichtete Gedanken.

    Im Nachhinein hilft mir eine Analyse, warum es jetzt wieder passiert ist. Ich kann meine Gedanken zurecht rücken oder mir überlegen, wie ich mit meiner aufgestauten Aggression umgehen kann.

    In der Situation selbst hilft mir eigentlich nur zulassen, die Gedanken bewusst wahrnehmen und evtl. korrigieren.

    Eine Zeitlang habe ich auch Medikamente genommen. Das war, befristet gesehen, ebenfalls hilfreich, um das Leben zu erleben, denn damit hingen ja auch Erfolgserbnisse zusammen, die mich wieder aufgebaut haben.

    Dann hatte ich eine Zeitlang ständig Medikamente für den Fall des Falles dabei. Allein das Wissen darüber hat mich dann Situatonen durchstehen lassen ohne diese Medikamente zu benutzen.

    Und was ich auch gelernt habe: das Vermeiden vermeiden. Situationen, von denen ich weiß, sie fallen mir schwer, trotzdem durchleben. Das ist schwer und daran arbeite ich noch. Aber meine Erfahrung hat gezeigt, dass durch das Vermeiden die Angst noch größer wird. Durch das Meistern jedoch steigt das Selbstbewusstsein, und das ist ein ganz tolles Gefühl.

    Das sind die Dinge, die mir als Erstes zu diesem Thema eingefallen sind. Vielleicht kannst du etwas davon gebrauchen.

    Liebe vorweihnachtliche Grüße sendet dir mikie!

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      #3
      Bei mir ist es ständig besser geworden, als ich mich mit dem Sterben abgefunden habe und inzwischen auch gemerkt habe, dass ich nicht sterbe.
      Und wie mikie schon schrieb: keine Situation vermeiden, das macht es nur noch schlimmer.

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        #4
        das schlimme bei mir ist, daß ich nicht angst vor dem sterben habe, sondern angst, durchzudrehen.....ich werde total hektisch - ja - eben panisch und hab auch schon mal geschrien.


        lg
        j.

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          #5
          Nein, du drehst nicht durch! Ganz bestimmt nicht!
          Lerne, die Situation einfach auszuhalten, du weißt doch, dass nichts passiert.
          Ich bin manchmal mit dem Auto an den Straßenrand gefahren und habe dort abgewartet, bis es vorbei war. Bei mir hat das meistens so 10 Minuten gedauert.

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            #6
            leider hab ich ja nicht nur mit panikattacken zu tun, sondern auch mit depressionen - mein ganzes leben kommt mir mal sehr fremd und sinnlos vor......meine diagnose ist burnout bzw. angst- und depressive störung gemischt.....
            ich fühl mich total besch......... es FREUT mich einfach nix und ich sehe mal kein licht am ende des tunnels...ja, was soll ich machen, es ist schrecklich.....medikamente nehm ich aber das ist auch nicht DIE lösung...
            ich denke oft, es gibt keine highlights in meinem leben, ein tag ist wieder andere, im moment sogar ohne beruf....(der hat mich aber auch mehr gestresst als gefreut...)

            bin sehr froh über gedanken, meinungen......
            liebe grüße
            j.

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              #7
              Zitat von zimtstern Beitrag anzeigen
              ich denke oft, es gibt keine highlights in meinem leben, ein tag ist wieder andere...
              Und täglich grüßt das Murmeltier. Wenn du z. Zt. keine Arbeit hast, mache einfach mal etwas, was dir gut tut. Sauna, Massage, oder Sport, oder was dir sonst noch einfällt und DIR Spaß macht. so wirst du auf andere Gedanken kommen. Irgendeine Änderung eben. Klein anfangen und über diese Kleinigkeit freuen und dann die nächste Unternehmung etwas größer.

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                #8
                Die Panikattacken kommen von der Depression. Ich hatte auch lange Depressionen, die Angst ist Ausdruck der Depression.
                Ich gehe mal davon aus, dass du nicht nur Medis nimmst, sondern auch in Therapie bist.
                Gib die Hoffnung nicht auf, es wird besser werden; es dauert halt nur seine Zeit.
                Gib dir ganz nach und tu nur das, was dir gut tut. Und wenn du nichts machst, ist auch gut. Ich konnte damals auch gar nichts tun, war wie aus Blei.
                Ich drück feste die Daumen.
                Wir haben auch einen eigenen Depressionsfaden.

                Hier: http://www.forum-treffpunkt-leben.de...ressionen.html

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                  #9
                  Alles was Bonny geschrieben hat, kann ich unterschreiben. Es wird besser werden, nur dauert es seine Zeit.

                  Ein hilfreicher Begleiter durch diese Zeit war mir folgendes Buch: Kraft zum Loslassen. Tägliche Meditationen für die innere Heilung. Ich habe es mehrere Jahre gelesen, heute hängt es durch den damaligen Dauergebrauch nur noch am letzten Faden. Es hat mich getröstet und durch viele Krisen begleitet, es hat mir geholfen, auf neue Gedanken zu kommen.

                  Hilfreich war auch eine Selbsthilfegruppe, zu der ich damals regelmäßig gegangen bin. Dort habe ich erfahren, wie weit das Problem verbreitet ist. Außerdem gab es einige Mitglieder, die ähnliches durchgemacht hatten und die genesen waren. Das hat mir Mut gemacht. Zu manchen habe ich heute noch privaten Kontakt.

                  Liebe Grüße, mikie

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                    #10
                    Vielen herzlichen Dank für eure vielen netten Kommentare und Tipps.

                    Ich habe das Glück, daß ich gleich nach Weihnachten zu einer Reha darf. Es wird das Abenteuer meines Lebens, vor allem, weil ich noch niemals auf Urlaub war und so jetzt 6 Wochen von Zuhause weg sein werde.
                    Ich habe mir fest vorgenommen, mich auf alles einzulassen und auch gut hinzuschauen, wo der Hund begraben liegt (oder die Hunde...)

                    Allen ein schönes Weihnachtsfest und ich freu mich über jede Zeile!!

                    Johanna

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                      #11
                      Das Thema ist zwar schon ein wenig älter, aber vielleicht gibt es noch Interesse daran.

                      Ich habe dann und wann auch noch Panikattacken. Früher wesentlich mehr, heute weniger, aber nicht weniger heftig.

                      Zitat von mikie Beitrag anzeigen
                      Und was ich auch gelernt habe: das Vermeiden vermeiden. Situationen, von denen ich weiß, sie fallen mir schwer, trotzdem durchleben. Das ist schwer und daran arbeite ich noch. Aber meine Erfahrung hat gezeigt, dass durch das Vermeiden die Angst noch größer wird. Durch das Meistern jedoch steigt das Selbstbewusstsein, und das ist ein ganz tolles Gefühl.
                      Das finde ich interessant, weil genau das bei Autisten (ich bin ja selbst Asperger Autist), nicht funktioniert. Bei mir hilft einzig und allein vermeiden, vermeiden, vermeiden, nur dann werden die Panikattacken weniger.

                      Leider lässt sich das in meinem derzeitigen Alltag nicht immer so umsetzen.

                      Condor

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                        #12
                        Kannst Du Dir während einer Attacke die Frage stellen: wozu dient mir gerade diese Attacke?

                        Vielleicht ein Weg um an die Antworten zu kommen und damit die Anzahl der Attacken zu reduzieren??
                        Alles Gute Dir
                        Kalua

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                          #13
                          Antwort auf deine Frage: Nein.

                          Ich kriege ja auch nicht mehr so viele Panikattacken.

                          Wenn ich eine kriege, erinnere ich mich an mein Denken, denn ich weiß, dass mein Denken meine Gefühle beeinflusst. Also frage ich mich, was ich vorher gedacht habe, denn das ist mir nicht immer bewusst.

                          Wenn ich weiß, was ich gedacht habe, überprüfe ich meine Gedanken, ob sie wahr sind und wenn ja, was daran so schlimm wäre.

                          Wenn mir meine Gedanken bewusst sind, achte ich derzeit darauf, dass sie realistisch bleiben und nicht zu negativ werden.
                          Beispiel: Ich muss demnächst zu einem neuen Endokrinologen. Da ich generell Angst vor mir fremden Menschen habe und insbesondere vor Ärzten, bin ich schon sehr aufgeregt. Nun soll dieser neue Arzt auch noch gleich meine Schilddrüse untersuchen, da ich vermutlich an einer Schilddrüsenunterfunktion leide (laut meinem Hausarzt). Also macht mich das noch aufgeregter und es geht schon sehr in die Richtung Angst und Panik. - Nun habe ich das gemerkt und ich sage mir, nur weil mein alter Endokrinologe menschlich gesehen ein Arschloch war, muss das für den Neuen ja nicht auch gelten und vielleicht ist er sogar ganz nett, warte erst mal ab und gebe dem Neuen eine Chance.
                          Und siehe da, Angst und Panik werden weniger.

                          Außerdem achte ich darauf, dass ich mir keine Gedanken mehr darüber mache, was andere fühlen und denken könnten, denn das kann ich nicht wissen und es ist auch egal.

                          Ich habe mir vieles dazu aufgeschrieben und lese mir meine Vorlagen regelmäßig durch, denn das hilft mir sehr, habe ich festgestellt.

                          Condor

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                            #14
                            meine panikattacken sind zum glück lange her. was mir immer geholfen hat: atem kontrollieren!

                            panikattacken entstehen, weil zu viel ein- und zu wenig ausgeatmet wird. das macht schwindelig. wenn man dann beim einatmen bis 4 zählt, und beim ausatmen bis 8, das ganze möglichst ruhig und konzentriert, dann normalisiert sich dadurch auch der puls wieder. den rhythmus muss jeder selber finden, das wichtige hierbei ist, länger ausatmen als einatmen!

                            und Condor: vermeiden war bei mir auch hilfreich. ich habe mich bei vielem gefragt: muss ich das jetzt machen oder will ich?

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                              #15
                              Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
                              und Condor: vermeiden war bei mir auch hilfreich. ich habe mich bei vielem gefragt: muss ich das jetzt machen oder will ich?
                              Das ist bei mir sozusagen die zweite Stufe. Die Frage, will ich das jetzt nicht, weil ich Angst davor habe, oder weil ich es nicht wirklich will. Dabei habe ich feststellen müssen, dass es für manche Dinge, vor denen ich mich fürchte, einen ernstzunehmenden Grund gibt und es sich tatsächlich nicht um Vermeiden handelt, sondern um Selbstschutz.

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