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Ich mag das Baby nicht.

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    Ich mag das Baby nicht.

    Hallo, ich wollte euch nur von meinem Problem erzählen, dass ich damit habe, dass ich ein Baby nicht leiden kann.
    Generell mag ich Kinder, aber ich glaube mit Babys habe ich so manchmal meine Probleme: wenn sie schreien und nicht aufhören ^^

    Alles ab Kleinkindalter ist bei mir wunderbar aufgehoben, da wollen die Kinder dann auch immer mit mir spielen, weil sie merken, dass ich sie gerne habe und ernst nehme.

    Über Babys und meine Aversion gegen ihr schreien habe ich mir vorher noch keinen Kopf gemacht, aber jetzt haben wir in unserer Wohngemeinschaft ein Pärchen mit Baby, dass heute 1 Jahr alt geworden ist.

    Dieses Baby kratzt gerne, kneift zu und hat mich auch schon gebissen. Nicht unbedingt böswillig (also kein böser Blick dabei, falls Babys so einen Blick überhaupt schon haben können), sondern so - wie Babys halt - ganz ohne Empathie für den Schmerz den sie beim Kneifen zufügen.

    Nun ärger ich mich
    a) dass ich so eine Memme bin, und nicht mal so Kneiferei, Haarezieherei oder ähnliches von einem Baby "aushalten" kann - vielmehr habe ich eher Angst davor, dass es das Baby wieder tut und versuche nicht in ihre Nähe zu kommen
    b) dass ich mich ohnmächtig fühle, nicht weiß, ob und wie ich dem Baby Grenzen setzen kann - und natürlich auch sauer bin, dass Eltern immer davon ausgehen, dass es niemanden stört, wenn das Baby an einen rumrupft

    Eine andere Mitbewohnerin hat mich darauf hingewiesen, dass das ein überaus freundliches Baby ist - denn ihre Freundin hätte ein Baby dass drei Stunden am Stück durchschreit und die Kleine hier, schreie ja nur manchmal.

    Das Baby fässt alles an, wirft alles herunter, und wenn es etwas nicht bekommen darf dann schreit es solange bis es das kriegt, so von der Beschreibung her liest es sich wie jedes andere Baby... ("so sind Babys nun mal") aber es ist tatsächlich etwas an der "Art" des Babys, das ich nicht leiden kann,...
    ...und nun frage ich euch: ist das verrückt? bin ich blöd? ist das unverzeihlich, dass ich ein Baby nicht leiden kann?

    Ich habe den Eindruck, dass es schon quasi moralische Pflicht ist, ein Baby zu mögen.

    #2
    Mensch, Bäumchen, Du kannst das Baby nicht leiden-na und?
    Willst Du das wirklich hier psychologisch-wortreich analysiert und zerrupft haben?
    Das Kind ist schon ein Jahr, das heißt streng genommen ist es schon ein Kleinkind, und die Phase geht schnell rum, wo die ihren Spaß dran haben, anderen weh zu tun und sich beömmeln, wenn der andere laut "Au" schreit.

    Ich kann mir natürlich vorstellen, dass es anstrengend ist, mit einer fremden Familie so nah unter einem Dach zu leben, wie stehst Du denn so mit den Eltern?

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      #3
      Liebes Beumchen,

      einem Kind in diese Alter kannst Du noch keine Grenzen setzen, wenn die Eltern es nicht ebenfalls tun. Es muss ja nicht sein, dass das Kind Deine Dinge herunterwirft usw. Darüber könntest Du mit den Eltern sprechen.

      Ich habe immer wieder den Eindruck, dass Du mit Eurer Wohnsituation generell nicht glücklich bist. Es kommt mir so vor, als sei es Dir "zu eng", wenn Du mit so vielen anderen Menschen so nah zusammenleben musst. Mir würde jedenfalls ein echter Rückzug sehr, sehr fehlen. Und dieser Mangel bzw. diese Missachtung meiner Grenzen und Bedürfnisse würde mich früher oder später gegen jeden aufbringen, nicht nur gegen ein Kleinkind, das noch nicht ahnt, wie sehr es in die Privatsphäre anderer Menschen eingreift.

      Soweit in aller Kürze.
      Liebe Grüße,
      Chaja
      Zuletzt geändert von Chaja; 19.08.2012, 19:42.

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        #4
        Liebes beumchen,

        das Leben mit einem Baby/Kleinkind kann sehr anstrenged sein. In einer WG-Situation stelle ich mir das sehr herausfordernd vor.
        • Kannst du die "stressigen" Situationen reduzieren?
        • Hast du den Eltern des Kindes schon mitgeteilt, dass du es nicht magst, wenn das Kind so an dir herumzerrt? (Das kann man ja auch in netten Worten ausdrücken.)
        • Wenn das Kind z.B. an deinen Haaren zieht, dann würde ich wiederholt "Nein" rufen, notfalls das Kind vom Schoß nehmen und ggf. weggehen.
        Dass Kinder in dem Alter viel anfassen, viel ausprobieren, so manches fallen lassen, ist nicht ungewöhnlich. Die zentrale Frage ist hier m.E. aber eine andere: Wie kannst du für dich sorgen, damit es dir gut geht?

        Liebe Grüße

        jule

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          #5
          Mir sind auch schon Babys und Kleinkinder begegnet, die ich absolut nicht mochte. Das finde ich grundsätzlich nicht schlimm, für dich ist es sicherlich schwieriger, da ihr zusammen wohnt. In solchen Fällen gilt für mich: Deine Freiheit hört da auf, wo sie meine einschränkt. Das hieße in dem Fall für mich, dass ich dem Kind verwehre, mich in irgendeiner Form zu verletzen. Auch so kleine Kinder verstehen ein "Nein, das möchte ich nicht" und ich finde es legitim, ein Kind zu mir auf Distanz zu bringen, indem ich es von meinem Schoß nehme, mich umdrehe oder mich woanders hinsetze. Schön wäre es natürlich, wenn du die Eltern als Verbündete gewinnen könntest.

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            #6
            Babys sind nicht von Natur aus "böse", d.h. die Bisse etc. sind nicht gegen dich gerichtet.
            Vielleicht merkt es aber auch, dass du es nicht magst, und es "reagiert" einfach auf dich?

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              #7
              Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
              Vielleicht merkt es aber auch, dass du es nicht magst, und es "reagiert" einfach auf dich?
              ich glaub nicht. das macht es mit allen. und ehrlich gesagt ist der biss eher aus einer kuschellaune heraus entstanden, als sie sich so richtig bei mir einmurmeln wollte...

              @chaja wohnsituation: da magst du recht haben. aber es ist auch zweischneidig. ich lebe direkt an meinem arbeitsplatz, das ist sozusagen verknüpft mit meiner lebensphilosophie. noch anders gesagt: ich mag den ort wo ich lebe, ich mag die art des lebens und ich mag die menschen hier.
              was ich nicht mag ist die beengtheit und die zT fehlende privatssphäre, keine eigene küche (die kleine küche wird derzeit mit 15 personen geteilt!) und kein eigenes bad (2 bäder haben wir)... aber wenn ich ausziehe wohne ich nicht mehr HIER, wo es mir wirklich gefällt, und hier wohnt auch mein freund.

              wie stehst Du denn so mit den Eltern?
              ihn mag ich weniger, weil er irgendwie "Urteilskeule rausholt" faul, selbstgerecht, wie ein beleidigtes großes Baby ist, das immer im Mittelpunkt stehen will. Sie mag ich gut leiden, auch wenn sie kaum zu einem Gespräch in der Lage ist, weil das Baby ja ständig ihre Aufmerksamkeit braucht

              Ich hab den Eltern noch nicht erzählt, dass ich das kneifen nicht leiden mag. Ich will niemanden verärgern.

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                #8
                Hallo beumchen,

                aber m.E. spricht nichts dagegen, wenn du immer und immer wieder dem Kind sagst "Nein, nicht kneifen. Das tut mir weh" sagst und entsprechend Konsequenzen ziehst, wenn es nicht aufhört, indem du das Kind z.B. einem Elternteil übergibst und dich entfernst.

                Liebe Grüße

                jule

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                  #9
                  Zitat von jule_l Beitrag anzeigen
                  Hallo beumchen,

                  aber m.E. spricht nichts dagegen, wenn du immer und immer wieder dem Kind sagst "Nein, nicht kneifen. Das tut mir weh" sagst und entsprechend Konsequenzen ziehst, wenn es nicht aufhört, indem du das Kind z.B. einem Elternteil übergibst und dich entfernst.
                  Vielleicht sogar von einem Laut begleitet (Aua, bitte nicht kneifen. Das tut mir weh)
                  Babys lernen zuerst Laute und die mitschwingenden "Gefühle". Wenn beides übereinstimmt (ohne aggressiv zu wirken) kann ein Lernprozess stattfinden.

                  Ein Baby ohne Kommentar über den Zusammenhang von Beissen und Schmerzen an die Mutter oder den Vater abzugeben, kann unter Umständen nach sich ziehen, dass das Baby lernt, "jemand von sich zu entfernen, indem es beisst oder kratzt oder ..."

                  Abgesehen davon lernt ein Baby diese pro-aggressive Abwehr-Taktik oder Schutz-Taktik meist noch früh genug

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                    #10
                    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                    Aua, bitte nicht kneifen. Das tut mir weh)
                    Stimmt, "aua" habe ich bei meiner Tochter damals auch immer noch gesagt. Nur das "bitte" habe ich später weggelassen, weil ich merkte, dass meine Botschaften umso besser ankamen, je kürzer sie waren. Ich kam mir in der Umstellungsphase unhöflich vor, aber der Tonfall blieb ja zugewandt.

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                      #11
                      Also ich hab noch nie ein Baby "getroffen", das ich nicht mochte, das geht eigentlich auch nicht, es hat einem ja nix getan und wenn man es nicht mag, dann projiziert man irgendwas auf das Kind.

                      Aber ich habe schon Babies von Freundinnen in Augenschein nehmen dürfen, die fand ich so dermaßen hässlich und das darf man ja eigentlich auch nicht laut sagen aber es war nun mal so. Soll erstmal heissen - klar darfst Du das Baby nicht mögen. Ist doch egal, was der Rest dazu meint, wenn es so ist, ist es erstmal so. Die Hintergründe könnte man beleuchten - oder es sein lassen

                      Grundsätzlich sind ja so kleine Wesen erstmal total hilflos und auf die Erwachsenen angewiesen - in allem. Also gehen da die Lernprozesse los und dass Babies in dem Alter natürlich auch gerne mal rumkneifen, einen Beissen weil sie einem eigentlich zeigen wollen "ich mag dich", einen bespucken, anpupsen und auch mal Haare ziehen - jap, das gehört wohl einfach dazu. Ist halt so

                      Ich würde vorschlagen, Du gehst dem Kind aus dem Weg so weit es möglich ist. Ich meine, es ist ja nicht eures, also wieso solltest Du es auch bespaßen, nur weil ihr in einer WG wohnt? Wenn Du auf so kleine Kinder nicht klar kommst, musst Du das natürlich auch nicht. Dann sollen sich die Eltern drum kümmern, Du musst ja nicht :)

                      Lg
                      Lane

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                        #12
                        Zitat von Lane777 Beitrag anzeigen
                        Also ich hab noch nie ein Baby "getroffen", das ich nicht mochte, das geht eigentlich auch nicht, es hat einem ja nix getan und wenn man es nicht mag, dann projiziert man irgendwas auf das Kind.
                        Hmm,

                        also, ich habe eigentlich noch nie ein Baby "getroffen", das ich mochte - warum auch, es ist einfach ein Baby, liegt rum, und alle schauen irgendwie gleich aus. Warum sollte man es also mögen - wenn man es mag, dann wirkt halt irgendwie das Kindchenschema, dem man blind folgt.

                        ...

                        ...

                        Will sagen:

                        Mir waren Babies immer nur "wurscht": Wenn alle Mädels rund um mich zu Kinderwägen liefern und begeistert "ach wie süüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüß" säuselten, blieb ich einfach nur weg. Dann kam wie das Amen im Gebet "komm, Miss, schau dir das Baby an", worauf ich dann, in wechselnden Phasen, entweder mit pflichtschuldigem Baby-Anschauen und ein braves "ja, wirklich süß" Murmeln, mit "nein, ich mag Babies nicht, sie schauen alle gleich aus", mit "bitte laßt mich mit Euren Babies in Ruhe" oder zuletzt mit "danke, sehr lieb, es gibt mir nichts, Babies anzuschauen, aber ich freue mich zu sehen, daß du mit deinem Baby so glücklich bist" reagiert habe.

                        Was ich nämlich ausgesprochen mühsam fand und immer noch finde ist die Erwartungshaltung vieler Frauen, daß ich als Frau Babies einfach süß finden müsse, und die (unausgesprochene) Diagnose, daß mit mir garantiert irgendetwas nicht in Ordnung sei, weil das nicht so ist.

                        Mittlerweile nehme ich für mich ganz selbstverständlich in Anspruch, auch als Frau sagen zu dürfen, daß das Kindchenschema bei mir genau so weit geht, daß ich Babies nicht fresse und nicht umbringe , daß ich, wenn es völlig hilflos schreit und sonst niemand da ist, mich selbstverständlich um das hilflose Wesen bemühen würde, daß mir aber mein Herz bei Babies ganz, ganz selten aufgeht, und ich bei den allermeisten Babies nicht automatisch das Bedürfnis habe, sie länger anzuschauen, zu bewundern oder mich mit ihnen zu beschäftigen. "daddel daddel du"-Spiele geben mir nichts, und ich freue mich immer sehr, wenn Andere sie spielen, die das wirklich gerne machen und ich somit davon befreit bin, mich mit dem Baby zu beschäftigen. Das nenne ich eine Win-Win-Situation.

                        (Dafür, das nur so am Rande, bin ich die Erwachsene, die dann auf langweiligen Familienfesten, wenn die anderen Erwachsenen beisammensitzen und die ewig gleichen Gespräche führen, viel lieber mit den Kindern von 4-14 herumtolle und Fangen, Verstecken, Stadt-Land, oder was auch immer spiele.)

                        Ich verstehe also sehr gut den - vermeintlichen oder auch tatsächlich vorhandenen Druck von außen - sich zu fragen und sich richtig vor sich und der Welt rechtzufertigen, ob und warum man ein Baby "nicht möge". Und ich persönlich finde, ich muß nicht einmal begründen, warum mir bei diesem Baby das Herz halt nicht aufgeht - tut's halt nicht, ja mei. Ich verliebe mich auch nicht in jeden Mann (also genaugenommen sogar in die allerwenigsten), ich werde nicht mit jeder Frau warm, und dennoch anerkenne ich so grundsätzlich und wenn sie mich nicht gerade maßlos in meiner Zufriedenheit einschränken, daß sie einzigartige Wesen und im Grunde ein Wunder sind - das Wunder des Lebens an sich nämlich. Dieses Wunder sind wir in meiner Sicht nämlich nicht nur als Baby sondern ein Leben lang. Nur halt manche in einer Ausprägung, die nicht ganz auf meiner Linie liegt.

                        Zu lernen, das mir selbst gegenüber so klar zu haben, daß ich es ohne Anspruch an Allgemeingültigkeit rüberbringen kann sondern als meine ganz persönliche Sicht auf Menschen von ganz klein bis ganz groß, und mir den Schuh nicht anzuziehen, wenn Mütter enttäuscht sind, weil ihr Baby nicht zur erlesenen Gruppe von 2 Babies gehört, in die ich in meinem Leben vernarrt war, war ein jahrelanger Prozess.

                        In diesem Sinne wünsche ich Dir, liebe beumchen, toi toi toi dabei, Dir selbst zu gestatten, mit diesem Baby genau so viel, wenig oder gar nicht zu interagieren, wie es Dir entspricht, so daß Du sagst: Ja, so ist es gut, da habe ich meinen Raum, und ich kann es in seinem Raum gut stehen lassen ohne es ablehnen zu müssen.

                        lg,

                        MP

                        PS: Spannend fand ich übrigens, vor einigen Jahren von meiner Mutter zu hören, daß sie Babies auch nie süß fand und noch immer nicht findet, daß sie ihr ganzes Leben darunter gelitten hat, sich immer jedes Baby anschauen und dabei "mei wie lieb" heucheln zu müssen, und daß einer ihrer zwei absoluten Glücksmomente im Leben dennoch war, mich als Baby eines Nachts anzuschauen und sich am Wunder ihrer Tochter zu erfreuen. Hat mich auch irgendwie entlastet ...

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                          #13
                          OT
                          Und wo wir gerade dabei sind:
                          Hat von euch jemand das Bedürfnis einen sehr alten, sprudelnden, sabbernden, beissenden und in die Pampers, bzw. Inkontinenz-Höschen pupsenden alten Menschen auch zu beglubschen, mit dem Finger die Nase zu stupsen und "Och nain. Wie süüüüß" zu sagen ?
                          (ist ja gut. bin schon wech)

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                            #14
                            Nee Shepherd, das fällt für mich in dieselbe unangenehme Kategorie wie sich von einem Hund das Gesicht ablecken zu lassen oder als Kind von Erwachsenen einen Kuß auf die Wange oder eine Umarmung aufgezwungen bekommen zu haben und in meiner Würde gestört zu werden - da habe ich mich lieber rausgewunden...

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                              #15


                              Also, ich mag Babys, besonders wenn es die eigenen sind (waren).
                              Mittlerweile habe ich einen winzigen Enkel und bin dankbar für dieses kleine Menschlein.

                              Meine Tochter kann mit Kindern nichts anfangen und will auch keine bekommen. Sie wird dieses besondere Gefühl nie kennenlernen. Sie vermisst es nicht, weil sie es nicht kennt. Manche Dinge fühlen sich von außen ganz anders an, als von innen.

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