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Alba-Schottland

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    Alba-Schottland

    Hi,

    ich weiß, dass hier im Forum einige Schottland-Liebhaber sind. In einem anderen Faden gab es himmlische Eindrücke und Erfahrungen mit diesem Land zu lesen. Derzeit träume ich, da es am notwendigen Geld mangelt, um nächste Reisen zu finanzieren. Zudem ist mein Freund als auch Gastgeber vor 1,5 Jahren verstorben. Schottland ist einfach für mich zu teuer geworden.

    Ich hatte vom ersten Moment an diese Liebe zum Land in mir. Es war, als ob ich dort schon einmal gelebt hätte.
    Wenn ich dort war, fühlte ich mich daheim, frei und unbeschwert. In der Heidelandschaft stehen, sie erwandern und die Stille genießen, war für mich immer das Größte. Ich kann es nicht erklären und habe diese Versuche einer Erklärung auch aufgegeben. Es ist eben so.
    In Gedanken bin ich häufig dort. Dann höre ich den Wind durch die Heidebüsche streichen, den Brachvogel pfeifen, rieche den Kokosduft des Stechginsters. Und spüre diese unendliche Weite beinahe schmerzhaft. Mich zieht und zog es kaum in andere Länder, nachdem ich einmal dort gewesen war. Ich versuchte ständig Geld zusammenzukratzen, damit ich wieder nach Schottland fliegen konnte. Leider war ich dort und auf den Reisen dann auch häufig allein, da sich kaum jemand für "das Klima" begeistern konnte. Weshalb bloß? Sooo angenehm konstant in den Temperaturen.... aber eben vielen zu kalt. Und zu karg.

    Ich gebe meinen Traum und die Hoffnung nicht auf, dass es eines Tages wieder so sein wird, auch wenn ich jetzt noch nicht weiß, wie ermöglichen. Manchmal kommt unverhofft...

    Liebe Grüße!

    #2
    Voll erwischt!

    Gerade jetzt, wo ich am liebsten ein paar Klamotten in einen Rucksack schmeißen und abhauen würde... *seufz*.

    Als ich das hier Homecoming Scotland 2009 advert letztes Jahr irgendwann auf der Seite von "Visit Scotland" fand, ging es mir ebenso. Am liebsten Fenster zu, Haustür abschließen und ab. "Auf unbestimmte Zeit verreist".

    Ja ich weiß. Es gibt viele schöne Orte auf der Welt. Aber nirgendwo sonst fühle ich mich so zu Hause.

    Halt fest an Deinem Traum, Waldwiese.

    LG
    Spunk

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      #3
      Es gibt viele schöne Orte auf der Welt. Aber nirgendwo sonst fühle ich mich so zu Hause.
      Eeeeeben! *heul

      Hab mir das Video angeschaut, na dito. Rucksack und weg.

      Vor ein paar Jahren schon hatte ich mal "aufgegeben", und plötzlich war die Chance wieder da, die ich dann aber auch sofort beim Schopf packte. Mein Freund und ich hatten uns nämlich mal aus den Augen verloren, durch die Umstände, dann gegenseitig gesucht und wiedergefunden gehabt. Und kurz drauf war er gestorben. Was meinste, spunk, wie ich da gehadert habe, mit dem gesamten Leben. Mir war, als hätte ich mit einem Schlag alles verloren, und eben nicht "nur" den guten Freund.
      Ihn selbst hatte ich damals kaum wiedererkannt. Nicht nur sehr krank, sondern auch dadurch fast pleite, natürlich dagegen kämpfend, obwohl echt Abgeben/Loslassen mal mehr Sinn gemacht hätte. Verbittert geworden. Für ihn somit fast eine Erleichterung, ganz gehen zu dürfen.

      Da ich aber dazu neige, in allem, auch dem Schlimmen, einen Sinn zu sehen und zu suchen, frage ich mich, welcher der hier gewesen war. Noch habe ich den nicht entdecken dürfen. Im selber Loslassen? Kann's doch da nicht sein. Wieso habe ich sonst diese Verbindung mit genau diesem Land, und keinem anderen weiter?

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        #4
        Ich weiß es nicht, liebe Waldwiese. Aber immerhin hast Du dort etwas verloren, zurück gelassen, was Dir wichtig war. Deinen Freund.

        Was es bei mir ist, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht ist es die Natur, die an so vielen Orten noch ursprünglich, fast unberührt ist. Es ist so, als ob das Land, die Steine, der Himmel... einfach nichts irgend etwas von mir erwartet. Ich kann freier, tiefer atmen, bekomme Luft und meine Gedanken sind durch nichts eingegrenzt. Das Hirn entmüllt ganz ohne irgendwelche Entspannungstechniken. Es reicht völlig, in der Landschaft unterwegs zu sein, egal wie das Wetter ist. Es / man / ich... bin / ist einfach. Es ist gleichzeitig Vergangenheit, die - obwohl nicht meine - lebendig ist, und es ist doch gleichzeitig auch jetzt und hier.

        In der grandiosen, überwältigenden, weiten Landschaft ist mir bewusst, daß ich ein Nichts bin, nur ein Wimpernschlag. Und im selben Moment bin ich mir trotzdem selbst sehr bewusst, Teil der Landschaft.

        Sicher, ich habe eine verklärte Sicht auf die Dinge, denn ich muss nicht täglich in diesem kargen Land meinen Lebensunterhalt verdienen. Menschen, die auf Ölplattformen in der Nordsee schuften oder arbeitslos in Mietshauskasernen in Glasgow hocken, sehen das mit Sicherheit viel weniger romantisch...

        Und doch ist es ein wenig wie Spinnwebgedankenfäden, die mich unsichtbar mit dem Land verbinden. Von Zeit zu Zeit sitzt irgendeine schottische Seele auf einem Hügel und zupft an diesen Fäden, wie auf einer Harfe. In dem Moment, in dem ich es spüre, überkommt mich die große Sehnsucht.

        Kitschig, mag sein... aber der Schotte wird es mir verzeihen.

        Wenn mich diese Sehnsucht überkommt, genehmige ich mir einen wee dram Single Malt, einen starken Kaffee, schottische Musik und meine diversen Bildbände. Und hoffe, daß mich am nächsten Morgen der Alltag hier wieder eingefangen hat...

        LG
        Spunk

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          #5
          Ach Spunk, ein dicker Seufzer..... wie ich das Nachempfinden kann! Hast du schön geschrieben.

          Ich kann freier, tiefer atmen, bekomme Luft und meine Gedanken sind durch nichts eingegrenzt.
          Genau das. Da gibt es nur einen Platz, wo mir das ähnlich geht. Er liegt nicht weit weg von hier auf einem hohen Berg. Sobald ich mich eingeengt fühle, die Gedanken zu eng werden, fahre ich da hinauf. Und dann hole ich Luft.

          Diese Verbundenheit war schon vor dem Tod des Freundes vorhanden. Das erste Mal da oben, und zack, hatte mich das Land gefangen. Sicher, auch ich dachte, falls ich immer hier leben müsste, sieht es vielleicht anders aus. Ich weiß es nicht, werde es auch nie herausfinden.

          In der grandiosen, überwältigenden, weiten Landschaft ist mir bewusst, daß ich ein Nichts bin, nur ein Wimpernschlag. Und im selben Moment bin ich mir trotzdem selbst sehr bewusst, Teil der Landschaft.
          Auch dies. Ich war ein Teil, nicht im Sinne von nichtig, gering oder anderweitig gewertet, einfach bloß ein Teil. Ein Stückchen von einem sinnvollen Gefüge.
          Wenn ich dort war, war ich auch glücklich und melancholisch zugleich. Auch das ein ungewöhnliches Gefühlsgemisch. Das Freisein aber steter Begleiter. Unbelastet, als ob alles andere unwirklich sei. Und das dort die wahre "Realität".

          Es gab etliche Gegenden und Länder, in denen ich mich wohl gefühlt habe. Das in Schottland war aber etwas anderes. Hab dafür keine Worte. Du verstehst mich, bin sicher.

          LG, Waldwiese

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            #6
            Noch eine Frage: hast du in Schottland eine Lieblingsgegend?

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              #7
              Sorry liebe Waldwiese, ich habe Deine Frage hier gerade erst entdeckt.

              Lieblingsgegend? Western Highlands... die Region um Argyll... das Glen Coe ... Skye.... Was ich gerne irgendwann in diesem Leben noch sehen würde, wäre der Norden... *träum*

              LG
              Spunk

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                #8
                Macht doch nichts, ich habe selber wenig Zeit, bin beruflich stark eingespannt. Habe gar nicht mehr nachgeschaut.

                Jou, Westküste und Glen Coe, Rannoch... Wahnsinn. Ich bin nördlich bis Sutherland gekommen, auch eine herrliche Gegend! Etwas "lieblicher", aber noch "wild genug."

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