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    #16
    Erfahrung der Stille

    Zu einem Einsiedler kamen eines Tages Menschen. Sie fragten ihn:
    "Welchen Sinn siehst du in einem Leben der Stille?"
    Er war gerade mit dem Schöpfen von Wasser aus einer tiefen Zisterne beschäftigt.
    "Schaut in die Zisterne, was seht ihr?", fragte er die Besucher. "Wir sehen nichts", antworteten sie.
    Nach einer Weile forderte der Einsiedler sie wieder auf: "Schaut in die Zisterne, was seht ihr?"
    Sie blickten hinunter und sagten: "Jetzt sehen wir uns selbst."
    Der Einsiedler sprach: "Als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig, und ihr konntet nichts sehen. Jetzt ist das Wasser ruhig, und ihr erkennt euch selbst. Das ist die Erfahrung der Stille."

    (Autor unbekannt)

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      #17
      Was für wunderbare Geschichten. Danke an euch.

      EDIT

      Und schon ist wieder eine Neue hinzugekommen. * große Augen mach *
      Zuletzt geändert von Bagheera; 28.04.2017, 19:56. Grund: EDIT

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        #18

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          #19
          Wo Du gerade da bist, sskkyy: die weisen Geschichten sind wunderbar. Und über die "verschwundene Gießkanne" musste ich so lachen. Weise und witzig zugleich. Und dann habe ich vergessen anzumerken, dass es unglaublich Zeit kostet, die ganzen Geschichten hier einzutippen! Manno.

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            #20
            Hallo Bagheera,

            nein, ich muss sie nicht eintippen, ich habe eine große Sammlung, wo ich sie einfach rauskopieren kann :)

            Zu deinem smiley in einem anderen Faden fiel mir auch die passende Geschichte dazu ein *kommt noch* - aber ich lasse auch gerne jeder Geschichte etwas Zeit gelesen zu werden...

            Grüße
            sky

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              #21
              Ein nächtlicher Traum

              Eine Frau träumte des Nachts, einen Markt zu besuchen. Dort inmitten all der Stände traf sie an einem von ihnen erstaunlicherweise Gott. Scheu näherte sie sich dem Stand.
              "Was verkaufst du hier?" wollte sie von ihm wissen.
              Gott antwortete ihr: "Alles, was das Herz begehrt."
              Die Frau war zunächst völlig verblüfft. Als sie sich wieder gefasst hatte, beschloss sie, diese Gelegenheit zu nutzen und das Beste zu verlangen, was sich ein Mensch nur wünschen kann.
              "Ich möchte Frieden für meine Seele und Liebe und Glück. Und weise möchte ich sein und nie mehr Angst haben." sagte die Frau zu Gott. "Und das nicht nur für mich allein, sondern für alle Menschen."
              Gott lächelte. "Ich glaube, du hast mich missverstanden. Ich verkaufe hier keine Früchte, sondern die Samen."

              Unbekannter Autor


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                #22
                Danke für Deine Antwort, sky.

                Auch so ein Samentütchen haben möchte, Kalua. Was das wohl kostet. So ein schöner Traum.

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                  #23
                  Bagheera, vielleicht magst du dir ja ein rosa Tütchen basteln ? ;)

                  Das (rosa) Tütchen

                  Als ich eines Tages, wie immer traurig, durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein fröhliches kleines Mädchen zu mir. Sie spürte meine Stimmung und fragte: “ Warum bist Du traurig?“ “Ach“, sagte ich „ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht wie es weitergehen soll.“
                  “Hmmm “, meinte das Mädchen, „wo hast Du denn Dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hinein schauen.“ “Was für ein rosa Tütchen?“, fragte ich sie verwundert. „Ich habe nur ein schwarzes Tütchen.“ Wortlos reichte ich es ihr.
                  Vorsichtig öffnet sie mit ihren zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Tütchen hinein. Ich bemerkte wie sie erschrak. „Es ist ja voller Alpträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!“ “Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich doch nichts ändern.“
                  “Hier nimm,“ meinte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen. „Sieh hinein!“ Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren.
                  “Wo ist Dein schwarzes Tütchen?“ fragte ich neugierig. “Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter drum“, sagte sie.
                  „Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen. Da stopfe ich so viel wie möglich hinein. Und immer wenn ich Lust dazu habe oder ich beginne traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen und schaue hinein. Dann geht es mir sofort wieder besser. Wenn ich einmal alt bin und mein Ende droht, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen, ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!“ Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden.
                  Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen mit der Aufschrift: Für Dich!
                  Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte. Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz. Glücklich machte ich mich auf dem Heimweg, nicht vergessend, am nächsten Papierkorb mich meines schwarzen Tütchens zu entledigen.

                  (Autor: unbekannt)

                  Kommentar


                    #24
                    Zitat von Kalua Beitrag anzeigen
                    Ein nächtlicher Traum

                    Unbekannter Autor
                    Vielleicht war der unbekannte Autor Gerhard Schöne ...? Vielleicht hat sich der aber auch von der Geschichte des unbekannten Autors inspirieren lassen ...

                    Kommentar


                      #25
                      Oh Tintenweberin, da hast Du mich ja an etwas erinnert. Gerhard Schöne...ewig nicht gehört. Habe zwei Schallplatten von ihm, die beide sehr gut sind.

                      Zur Erinnerung für alle Jüngeren...Schallplatten...das sind diese historischen, schwarzen, runden Scheiben...Vor-Vorläufer von CDs.

                      Und ich war mal auf einem Konzert von ihm. Da hatte er was nettes gemacht: Er hielt einen Gegenstand hoch und sagte, daß er diesen eintauschen möchte gegen etwas anderes und die Leute sollten ihm in der Pause ein Angebot machen von Dingen, mit denen eine Geschichte verbunden sei. ER würde den Gegenstand nehmen, der die beste Geschichte hätte. Ich weiß nicht mehr, was er zum Tausch angeboten hat. Aber er hat einen Armreifen eingetauscht von einem jungen Mädchen, von dem sie die folgende Geschichte erzählt hatte: "Diesen Armreifen hat mein Vater in Mexiko für mich gekauft. Von einer alten Frau auf einem Markt. Er dachte, es wäre Silber und mußte zu Hause feststellen, daß ihn diese Frau belogen hatte und es nur billiger Ramsch war. Deswegen mag ich den Armreifen, denn er ist der Beweis dafür, daß man auch die klügsten Leute anschmieren kann."

                      ...ich fand diese ganze Aktion toll, weil ich Geschihten so mag. Deswegen paßt das hier auch rein, obwohl ich mich eigentlich nur bei der Tintenweberin für diese Erinnerung bedanken wollte.

                      Glühwürmchen

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                        #26
                        Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen
                        Vielleicht war der unbekannte Autor Gerhard Schöne ...? Vielleicht hat sich der aber auch von der Geschichte des unbekannten Autors inspirieren lassen ...
                        Ja Tintenweberin, vielleicht war es so...

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                          #27
                          Wie schön
                          Gerade habe ich mir Gerhard Schöne angehört, ich meine ihn nicht zu kennen.
                          Doch dann stieß ich auf das Lied 'Der Popel' und beim Anhören erinnerte ich mich, dass wir dieses Lied mit unseren Kindern früher mit wachsender Begeisterung gesungen haben
                          Das hat mich inspiriert, den nun erwachsenen Kindern die Aufnahme zuzusenden.

                          Danke

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                            #28
                            Das weiß ich derzeit auch noch nicht: ob Schöne einige Geschichten vertont hat oder umgekehrt. Gibt einige Lieder von ihm, die ich zuerst als Geschichten kennenlernte.

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                              #29
                              Oh sky, Deine Geschichte von dem rosa Tütchen finde ich völlig bezaubernd und schön.

                              Als ich tatsächlich eben Deinen Gedanken nachverfolgen wollte, ein solches Tütchen selbst zu basteln... ... fiel mir ein, dass mir vor Kurzem tatsächlich ein Mädchen (Tochter einer Freundin) so was ähnliches geschenkt hat. Einen selbstgefalteten kleinen Karton nämlich. In Rosa und Hellblau. Ist das nicht klasse? Den werde ich nehmen.

                              Und meine scharzen Tütchen nehme ich nachher gleich mit zur Mülltonne. Auf dem Weg ins Museum.
                              ---
                              Glühwürmchen, Deine Geschichte gefällt mir ebenfalls. Und wer weiss: vielleicht war es ja doch ein Zauberarmreifen. Die kommen manchmal als Ramsch daher. Als Tarnung sozusagen.

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                                #30
                                Sorry für den gelöschten Beitrag...ich war durcheinander mit den Anmeldungen. Denn das sollte nicht als Moderator geschrieben werden, sonder als "Privat-Forumel".
                                ---------------------------------------------------------------------

                                Zitat von Bagheera Beitrag anzeigen
                                ...Und wer weiss: vielleicht war es ja doch ein Zauberarmreifen. Die kommen manchmal als Ramsch daher. Als Tarnung sozusagen.
                                Natürlich Bagheera. Das weiß man ja aus vielen Geschichten und Märchen. Das ich da nie drüber nachgedacht habe!

                                Gruß
                                Glühwürmchen

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