Hallo zusammen,
ich habe gerade nach „Film“ gesucht und festgestellt dass es hier nur Musik und Buchstaben gibt (könnte natürlich auch an inkompetenter Suche meinerseits liegen).
Also her mit einem neuen Faden.
Ich war nämlich gestern im Kino, habe mir „Dreiviertelmond“ angesehen und der Film hat mich total umgehauen. Das würde ich gern mit euch teilen.
Darum geht’s:
Da ist ein alter, grantliger Taxifahrer (Elmar Wepper) dem zu allem Elend (und nach ungefähr dreißig gemeinsamen Ehejahren) die Frau abgehauen ist. Für ihn völlig unverständlich, hat sie doch schließlich gerade erst eine neue Küche bekommen.
Und da ist Hayat, ein kleines Mädchen, die von ihrer Mutter aus der Türkei nach Deutschland gebracht wird, wo sie bei der Großmutter wohnen soll, während die Mutter auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitet.
Die Mutter ist weg und nicht erreichbar, die Großmutter fällt ins Koma und Hayat landet durch diverse Zufälle und Umstände beim Taxifahrer. Hayat kann kein deutsch (und der Taxifahrer kein türkisch).
Mehr will ich nicht verraten.
Ich finde, die haben beide großartig gespielt. Elmar Wepper diesen unwirschen Kauz, mit dem ich sofort Mitleid hatte, obwohl er das irgendwie gar nicht verdient. Aber da ist so ein riesiger Schmerz in ihm und er steht dem so hilflos gegenüber, dass es erst einen Autounfall braucht, bis er weinen kann. Denn: „Indianer kennen keinen Schmerz“. Der einer fremden Frau (der Oma des Mädchens), mit der er noch nie ein Wort gesprochen hat, aus der Zeitung vorliest, während sie im Koma liegt. Weil er sonst niemanden hat. Weil er zu denen, die er hat, keinen Weg findet.
Und dieses kleine Mädchen, das in ein fremdes Land kommt, obwohl es lieber zu Hause geblieben wäre. Dass plötzlich ganz alleine und verloren ist. Und noch nicht mal Deutsch spricht, was die Einsamkeit noch größer macht.
Und dann finden diese beiden zusammen. Und sie verstehen sich, auch ohne Worte (bzw. auf die Worte kommt es nicht an).
Das war so schön. Und so traurig. Traurig weil ich dieses Gefühl, total allein zu sein, so gut kenne. Und weil ich mir gut vorstellen kann, wie viele solche Grantler(innen) hier bei uns leben. Und weil das so eine Verschwendung ist, dass die so grantig sind. Dass wahrscheinlich viel zu wenige zufällig auf eine Hayat (oder einen anderen Engel) stoßen und dass die dann irgendwann grantig sterben und ihr Leben verschwendet haben. Nicht verschwendet, eher nicht gelebt. So viele Menschen, die ihren Schmerz verstecken und keinen Weg zu sich finden.
Doch bei aller Trauer war auch noch Humor dabei.
Fazit: Ein stiller, leiser Film, der mich ins Herz getroffen hat.
Ich hoffe, ich hab dem einen oder anderen Lust auf einen Kinobesuch gemacht...
ich habe gerade nach „Film“ gesucht und festgestellt dass es hier nur Musik und Buchstaben gibt (könnte natürlich auch an inkompetenter Suche meinerseits liegen).
Also her mit einem neuen Faden.
Ich war nämlich gestern im Kino, habe mir „Dreiviertelmond“ angesehen und der Film hat mich total umgehauen. Das würde ich gern mit euch teilen.
Darum geht’s:
Da ist ein alter, grantliger Taxifahrer (Elmar Wepper) dem zu allem Elend (und nach ungefähr dreißig gemeinsamen Ehejahren) die Frau abgehauen ist. Für ihn völlig unverständlich, hat sie doch schließlich gerade erst eine neue Küche bekommen.
Und da ist Hayat, ein kleines Mädchen, die von ihrer Mutter aus der Türkei nach Deutschland gebracht wird, wo sie bei der Großmutter wohnen soll, während die Mutter auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitet.
Die Mutter ist weg und nicht erreichbar, die Großmutter fällt ins Koma und Hayat landet durch diverse Zufälle und Umstände beim Taxifahrer. Hayat kann kein deutsch (und der Taxifahrer kein türkisch).
Mehr will ich nicht verraten.
Ich finde, die haben beide großartig gespielt. Elmar Wepper diesen unwirschen Kauz, mit dem ich sofort Mitleid hatte, obwohl er das irgendwie gar nicht verdient. Aber da ist so ein riesiger Schmerz in ihm und er steht dem so hilflos gegenüber, dass es erst einen Autounfall braucht, bis er weinen kann. Denn: „Indianer kennen keinen Schmerz“. Der einer fremden Frau (der Oma des Mädchens), mit der er noch nie ein Wort gesprochen hat, aus der Zeitung vorliest, während sie im Koma liegt. Weil er sonst niemanden hat. Weil er zu denen, die er hat, keinen Weg findet.
Und dieses kleine Mädchen, das in ein fremdes Land kommt, obwohl es lieber zu Hause geblieben wäre. Dass plötzlich ganz alleine und verloren ist. Und noch nicht mal Deutsch spricht, was die Einsamkeit noch größer macht.
Und dann finden diese beiden zusammen. Und sie verstehen sich, auch ohne Worte (bzw. auf die Worte kommt es nicht an).
Das war so schön. Und so traurig. Traurig weil ich dieses Gefühl, total allein zu sein, so gut kenne. Und weil ich mir gut vorstellen kann, wie viele solche Grantler(innen) hier bei uns leben. Und weil das so eine Verschwendung ist, dass die so grantig sind. Dass wahrscheinlich viel zu wenige zufällig auf eine Hayat (oder einen anderen Engel) stoßen und dass die dann irgendwann grantig sterben und ihr Leben verschwendet haben. Nicht verschwendet, eher nicht gelebt. So viele Menschen, die ihren Schmerz verstecken und keinen Weg zu sich finden.
Doch bei aller Trauer war auch noch Humor dabei.
Fazit: Ein stiller, leiser Film, der mich ins Herz getroffen hat.
Ich hoffe, ich hab dem einen oder anderen Lust auf einen Kinobesuch gemacht...


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