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    Nein

    Hallo ihr Lieben,
    ich möchte das Thema" Nein"für den Januar eröffnen.

    Wie geht ihr mit Situationen um ,in denen es um ein Nein geht?

    Für mich gibts auch Nein -Botschaften des Körpers ,die es gilt zu erspüren.
    Wie oft ignorieren wir diese Botschaften und gehen über unsere Grenzen.

    Wir sind dieses Jahr z.B nicht zu einer Sylvesterfeier gegangen ,weil ich letztes Jahr einfach überstimuliert war.
    Die vielen Menschen ,der Lärm,das lange Aufbleiben haben mir letztes Jahr nicht gut getan.
    Ich hatte tagelang Beschwerden ,die auf diesen Tag zurückzuführen war.
    Mein Körper hat Nein gesagt,das spürte ich so.

    Ach es gibt so viel zu schreiben,wenn es um das Thema Nein geht.

    Grüße Rosie

    Bin gespannt ,wie ihr mit dem Nein umgeht.

    #2
    Ich habe recht lange gebraucht, bis ich gelernt hatte, zu Anforderungen durch andere nein zu sagen.
    Heut weiß ich, was ich will und kann das problemlos.
    Wenn mein Körper nein sagt, höre ich das auch sofort und richte mich auch danach, selbst wenn "die Umwelt" wenig oder kein Verständnis dafür hat.
    Wenn ich meinen Körper oder auch mich selbst zu etwas zwinge, ist mir das noch nie gut bekommen.
    Es kommt dann irgendwann auch ein Zeitpunkt, an dem mein Körper sagt: jetzt geht es.
    Dann klappt es auch. Das ist vor allem so bei bestimmten Untersuchungen oder Eingriffen, die z.B. nicht ganz ungefährlich sind.

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      #3
      Nein heißt nein und nichts anderes.

      Ich glaube, dass viele Menschen bei mir (vor allem beim Sex) dachten, dass nein auch vielleicht bedeuten könnte, lag daran, dass ich damals davon ausging, dass nein eigentlich keine Bedeutung hatte.

      Heute bedeutet nein auch nein und nichts anderes.

      Condor

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        #4
        Aus meiner Erfahrung, reicht einfach ein anderes Tun, als das gewöhnlich von einem erwartete Tun, als klares erkennbares Nein mitunter schon aus.

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          #5
          Liebe Rosie,

          Du eröffnest immer so vielschichtige Themen, dass ich erst mal sortieren muss - und dann doch nicht in einem Anlauf zum Ende komme.

          Bei dem Thema ist für mich Achtsamkeit ein wichtiger Aspekt (mal wieder): überhaupt erst das innere Nein zu spüren und einzuordnen. Gerade, was körperliche "Hinweise" angeht. Wenn ich dann mal kapiert habe, dass mein Körper "Nein" sagt, bin ich inzwischen rigoros: da kann mir egal-wer sagen, dass ich mich mal nicht so anstellen soll oder ich was verpasse oder... - ich mach's einfach nicht.

          Ich finde auch den Fokus ganz wichtig. Der Satz "Ein JA zu etwas ist auch immer ein NEIN zu etwas anderem" hat mir da geholfen, weil er auch umgekehrt gilt: Wenn ich ein Nein spüre, dann frage ich mich, was genau der Aspekt an der Sache ist, der mich "stört", wie ich ihn umgehen kann und was meine Alternativen sind. Und dann konzentriere ich mich darauf, JA zur Alternative zu sagen anstatt mich mit dem reinen NEIN aufzuhalten.

          Dadurch kommt das Nein bei einem Gegenüber oft auch deutlicher an. "Nein, ich mag Dein pessimistisches Gejammer nicht mehr hören" führt nur zu Debatten darüber, was pessimistisch ist und wieviel davon ich mir im Rahmen der Beziehung zumuten "sollte", um noch als "anständiger Kerl" oder Freund durchzugehen. Wenn ich mich einfach mit Leuten und Aktivitäten abgebe, die ich als positiv und angenehm empfinde, wird der Jammerhase von alleine das Interesse an mir verlieren (denn mitmachen wird er kaum wollen - aber falls doch bekommt er selbstverständlich die Chance dazu und auch dann bin ich den "störenden" Aspekt des Jammerns im Umgang mit ihm los). Indem ich mich auf das JA fokusiere, löst sich das NEIN von alleine auf und ich muss mich gar nicht erst mit manipulativen Spielchen und Diskussionen rumplagen. Und diese Diskussionen müssen nicht mal mit einem äußeren Gegenüber stattfinden, auch wenn ich "mit mir selbst" diskutiere, hat sich für mich bewährt, einfach mal zu machen, was "interessant klingt" - und wenn es dann doch nicht das Wahre war, kann ich meinem inneren Bedenkenträger immer noch recht geben und das Experiment beenden.

          Ein Stolperstein für mich ist immer mal wieder, innerlich zu einem klaren "Nein" zu kommen, anstatt mit einem unguten Gefühl um das Thema herumzuschleichen, aber nicht so recht zu wissen, ob ich mir ein "Abwenden" davon erlauben kann (will / darf) - gerade wenn es um Personen geht, die mir mit ihrer "Art" und dem Umstand, dass sie damit selbst schaffen, worunter sie leiden, irgendwo auch leid tun. Auch da ist der Fokus der Knackpunkt für mich: meine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen und bei allem Mitgefühl nicht in die Falle zu tappen, auf meine Kosten "ausgleichen" zu müssen, was der andere nicht ändern kann oder will. Aber auch da macht die Übung den Meister. Ich kann die Welt nicht "retten", indem ich meine Bedürfnisse hinten anstelle, ich kann nur "geben", was ich "erübrigen" kann. Und da ist auch ein klares "Nein" gegenüber demjenigen angebracht, der meint, dieses Maß für mich bestimmen zu dürfen und dadurch auch ein klares "Ja" zum Vertrauen in meine eigene Urteilsfähigkeit, was diesen Punkt angeht.

          Soviel mal für's erste, in dem Thema stecken noch mehr Facetten drin.

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            #6
            Zitat von Faszinosum Beitrag anzeigen
            Aus meiner Erfahrung, reicht einfach ein anderes Tun, als das gewöhnlich von einem erwartete Tun, als klares erkennbares Nein mitunter schon aus.
            Faszi ,haste mal ein Beispiel?
            Und hast du schon mal Nein gesagt und hinterher gedacht :ach hätte ich doch Ja gesagt?

            Rosie

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              #7
              Ich finde ,ein Nein ist auch immer ein Ja zu mir.

              Ich sehe im Moment ,das einige Ehrenamtliche, die ich kenne,sich manchmal total erschöpfen.
              Da gehts jetzt nicht um Leben oder Tod,sondern Kisten packen ,tragen usw.

              Also da sag ich Nein ,aber-
              Ich bin für vier Stunden da,dann ist Schluss.
              Und habe ein gutes Gefühl dabei.

              Aber haben wir immer ein gutes Gefühl beim Nein sagen?
              Rosie

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                #8
                Zitat von Rosie Beitrag anzeigen
                Faszi ,haste mal ein Beispiel?
                Einfach an vermeintlich Pflichtterminen nicht erscheinen, wenn man vorher mit seinen Hinweisen, dass man das so nicht mehr haben möchte, nicht ernst genommen oder gehört werden wollte.

                Und hast du schon mal Nein gesagt und hinterher gedacht :ach hätte ich doch Ja gesagt?
                Etwas Markantes fällt mir auf Anhieb nicht ein.
                Etwas Belangloses schon , wenn mein Tischnachbar was bestellt hat, was sehr lecker aussieht und ich mich durch mein Nein gegen dieses Gericht entschieden habe.

                Da ich aber darauf vertraue, das Richtige zu tun, wenn es auch kurz so scheint, die falsche Entscheidung getroffen zu haben, mache ich mir da keine Gedanken drum.

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                  #9
                  Liebe Rosie,

                  da hast Du ein spannendes Thema eröffnet!

                  Auch ich gehöre zu denen, die lange Zeit nicht gut neinsagen konnten und sich deswegen ziemlich aufgerieben haben. Das ging bis hin zu einer Erschöpfungsdepression, die mit so viel Leidensdruck verbunden war, dass ich es dann doch endlich gelernt habe. Anfangs war es schwer, mit viel schlechtem Gewissen verbunden, aber irgendwann wurde es immer normaler.

                  Wichtig war für mich auch die Einsicht, deren Kurzform FirstSunshine hier schon zitiert hat: [quote=FirstSunshine;969041"Ein JA zu etwas ist auch immer ein NEIN zu etwas anderem" [/quote] Bei mir bedeutete das konkret die Erkenntnis, dass ich - während ich mich vermeintlich um die halbe Welt kümmerte -, die Menschen meines unmittelbaren Umfelds und auch mich selbst vernachlässigte.

                  Das hat sich inzwischen "normalisiert" (würde ich sagen): Nein-Sagen ist keine Kunst mehr. Ich weiß, dass das Nein an der einen Stelle ein Ja zu etwas anderem bedeutet, ein Ja zu meiner Familie, zu mir etc.. Und an dieser Stelle fühlt es sich auch gut und richtig an. Trotzdem vermisse ich es öfter, mich von einem völlig herzoffenen, spontanen Ja zu etwas hinreißen zu lassen, das vielleicht total verrückt ist, weil es mit unverhältnismäßigem Aufwand verbunden ist, das ich aber tun will, weil ich in dem Moment, als ich Ja gesagt habe, nur mein Gegenüber und seine Bedürfnisse, nicht aber meine Grenzen gespürt habe. Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich war es wichtig - ich würde sogar sagen: überlebenswichtig - für mich, zu lernen, wie ich meine Grenzen wieder wahrnehme, wie ich, bevor ich mich spontan in ein Ja stürze, von der Wahrnehmung meines Gegenübers wieder zurückkomme zu mir, damit ich eigene innere Widerstände bzw. mangelnde Kraftreserven etc. überhaupt wahrnehmen und in meiner Entscheidung berücksichtigen kann. Inzwischen kann ich das gar nicht mehr anders. Aber das ist eben auch so entsetzlich vernünftig, dass ich mich manchmal nach dem ungehemmten Gefühl der Unvernunft sehne, einfach Ja-Sagen zu können, ohne irgendwelche Rücksichten auf mich selbst.

                  Ich denke, diese Nein-Sagen, Grenzenziehen etc. ist ein sehr aktuelles Thema. Viele Menschen müssen es erst lernen, weil sie sich sonst kaputt machen. Viele Menschen setzen aber auch so immer mehr Neins, immer mehr Grenzen, insbesondere im politisch-gesellschaftlichen Leben, wo der Wunsch nach Abgrenzung von Bevölkerungsgruppen, Ländern oder auch einfach gegenüber Problemlagen, die uns alle angehen, immer ungehemmter zum Ausdruck kommt. In Zeiten "postfaktischen" politischen Denkens ist das Nein-Sagen für meinen Geschmack auch oft zu leicht.

                  Soweit fürs erste...

                  Liebe Grüße in die Runde!
                  Chaja

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                    #10
                    Für mich war es sehr schwer, das Nein sagen zu lernen,
                    aber inzwischen kann ich es gut, und bin manchmal sehr
                    darüber verwundert, dass einige Menschen mein konkretes
                    Nein nicht akzeptieren wollen und versuchen mich dazu zu
                    überreden, was sie für richtig halten, oder gerade von mir
                    wollen. Aber wenn ich dann nach dem dritten Nein böse
                    werde, kapieren es die meisten, zumindest eine Zeit lang.

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                      #11
                      hallo Rosie,

                      tolles thema. ich will behaupten, ich bin zwischenzeitlich beim "Nein für Fortgeschrittene" angekommen.

                      es war relativ hart und angstbesetzt, überhaupt nein sagen zu lernen, und es anzuwenden, und es auszuhalten. wobei mich auch immer die erfolgserlebnisse weitermachen ließen, wenn menschen mein nein aushalten konnten, oder noch besser, konstruktiv damit umgehen konnten. dahinter steckt für mich nämlich ganz viel respekt und achtsamkeit! daran erkennt man menschen, die potenzial zu guten freundenschaften haben!

                      durch viele neins hab ich mir wieder platz in meinem leben freigeschaufelt, so dass ich heute auch oft und mit freude Ja sagen kann. weil ich nicht mehr nur in überforderter abwehrhaltung unterwegs bin.

                      trotzdem gibt es natürlich ständig situationen, wo ein nein erforderlich ist. am liebsten ist es mir, wenn ich mein gegenüber freundlich anlächeln kann: nein, das ist nicht möglich/das geht nicht/mach ich nicht. und dann lächelt das gegenüber zurück, sagt: echt nicht? ich: echt nicht.

                      oder nein mit mitgefühl: ich würde dir gern helfen aber es geht nicht, weil ...
                      hier besteht allerdings oft die gefahr, dass der andere nur den ersten teil hört und versucht, das nein aufzuweichen. dann läuft es darauf hinaus, dass ich schnell deutlicher und direkter werde und es meist auf: nein. geht nicht. akzeptier das. hinausläuft.

                      und klar ist das gefühl nicht immer schön, die angst, einen anderen zu vergrätzen, ploppt ab und an auf, ebenso die frage, ob man sich richtig entschieden hat.

                      liebe grüße

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                        #12
                        Ich bekomme bei einem Nein oft die Antwort: Das verstehe ich jetzt nicht.
                        Ich antworte dann: Das musst du auch nicht verstehen. Akzeptiere es einfach.
                        Erklärungen und Rechtfertigungen gebe ich nicht mehr ab.

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                          #13
                          Das finde ich gut, Bonny,
                          und versuche mir ein Beispiel an dir zu nehmen!!

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                            #14
                            Ich habe heute die Tageszeitung aufgeschlagen und folgende Überschriften gefunden :
                            Demenzkranke ausgeraubt,
                            21 Messerstiche,
                            Kellerbrand,
                            Achtung Pferdediebe,
                            Aus Frust Feuer gelegt,
                            Von Lastwagen überrollt,
                            Grausige Entdeckung,
                            Geldautomat gesprengt,
                            Bahnhof geräumt wegen Bombenalarm,
                            usw,
                            und das war nur der Lokalteil.

                            Und ich sage Nein,nein ich will das nicht mehr lesen ,wenn ich alleine wäre,hätte ich die Zeitung schon abbestellt.
                            Aber ,Rosis Ehemann,seufz.

                            Rosie

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                              #15
                              Danke für all eure Gedanken zu dem Thema

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