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März 2016 - Erkenntnis - "Klick gemacht"

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    #46
    Huch, hier war ja gestern einiges los!

    Zitat von Spunk Beitrag anzeigen
    Könntest Du nicht, wenn überhaupt, Dir nur dann ein schlechtes Gewissen konstruieren, wenn Du das Schicksal selbst wärst und ihm die Pfanne verwehrt hättest?
    Nein. So einfach ist es für mich nicht. Es ist nun mal so, dass "das Schicksal" nicht alles gleichmäßig verteilt zum sozialen Miteinander gehört für mich, hier ein bisschen auszugleichen. Wer mehr "bekommen" hat, gibt den anderen soviel ab, dass es ihnen auch reicht. So bin ich jedenfalls erzogen.

    Würden Menschen sich nur für etwas "zuständig" fühlen, das sie persönlich zu verantworten haben, gäbe es keine "Solidargemeinschaften". Habe ich jemanden zur Dialyse verurteilt? Nein. Also wird die auch gefälligst nicht mit meinen Krankenkassenbeiträgen bezahlt. Soll er halt sterben, wenn er sich's nicht leisten kann. Bin ich jemandem ins Auto gefahren? Nein. Also spende ich auch kein Blut für irgendwelche Unfallopfer. Soll er halt verbluten, wenn er nicht rechtzeitig eine Eigenblut-Reserve angelegt hat. Hab ich den Krieg in Syrien befohlen? Nein. Also bekommen Flüchtlinge von mir auch keine Spenden. Sollen sie halt erfrieren, wenn sie ohne Winterjacken nach Europa kommen. Habe ich jemandem Zugang zu Bildung verwehrt? Nein. Also mache ich auch keine Hausaufgabenbetreuung für Kinder, deren Eltern das nicht selbst können. Sollen die doch auch mit schlecht bezahlten Jobs ihr Leben knapp über der Armutsgrenze fristen, wenn die Eltern von ihren schlecht bezahlen Jobs keine Nachhilfe bezahlen können.

    Ich möchte auf keinen Fall meine Großzügigkeit oder mein Vertrauen in Menschen aufgeben, nur weil unter Vielen eine Handvoll "rücksichtsloser Egoisten" unterwegs ist und ich mit denen ein Problem habe.

    Andererseits ist da eben die Grenze: ich habe nicht das Geld, alle Dialyse-Pateienten dieser Welt zu finanzieren, ich habe auch nicht genug Blut, um alle Unfallopfer zu versorgen und ich habe auch nicht genug Zeit, Energie und "Dinge", um alle Menschen, die in irgendeiner Hinsicht weniger haben als ich auf mindestens das gleiche Level zu bringen.

    Ich bekomme also die Krise, wenn jemand mehr "fordert" als ich zu geben bereit bin (oder entbehren kann) und meine "Maßstäbe" für die Entbehrlichkeit in Frage stellt. Oder wenn jemand etwas von mir will, für das ich hart gearbeitet habe oder das mir viel bedeutet und er einfach nur sieht "Du hast es, ich will es, also gib her!"

    Es werden zwei Gefühle ausgelöst: Einerseits der Ärger, dass jemand meine Grenzen der Freigiebigkeit nicht respektiert und andererseits das schlechte Gewissen wegen der Frage, ob ich nicht mehr geben "müsste" (ich könnte ja durchaus, wenn ich mich nur noch mehr einschränke - und noch mehr und noch mehr und noch mehr ). Wieviel "Elend" muss ich mir selbst zumuten, um das "Elend" eines anderen zu beseitigen? Und wenn der andere mir einreden kann "mehr als Du tust" und ich das Pferd von der Seite "Bedarf" aufzäume, kommt das schleche Gewissen. Ich lerne gerade von meinen Ressourcen auszugehen, dann bedaure ich zwar immer noch die Lage des Gegenübers, mache mir aber kein schlechtes Gewissen, dass ich sie nicht ändern kann (oder will).

    Zitat von Tar Retaw Beitrag anzeigen
    ich bin nämlich gar nicht der einzige Weg zu einer Pfanne, und wenn ich jemandem meine verwehre, stürze ich denjenigen nicht etwa weiter in ein pfannenloses Unglück, sondern eröffne vielmehr die Möglichkeit, anderswo eine viel passendere Pfanne zu finden..
    Und das ist der Punkt, an dem ich gerade stehe: ja, ich mag tatsächlich mehr haben als jemand anders (Gesundheit, Energie, Handlungsfähigkeit, Handlungsmöglichkeiten, finanziellen Spielraum, ...) und es mag ungerecht sein, dass er weniger hat - aber das gibt dem "zu kurz gekommenen" noch lange keinen Anspruch ausgerechnet von mir "Ausgleich zu fordern". Es stehen ihm auch andere Wege frei und es liegt nicht an mir, wenn er die nicht gehen will (oder kann).

    Zitat von Faszinosum Beitrag anzeigen
    Okay, dann machen wir aus dem Hasen einen SojaBraten in Pfeffersoße
    Nein, genau das machen wir nicht, denn dann hätte ich ja gar kein Problem mit dem Küchenmitbenutzer.

    Zitat von Faszinosum Beitrag anzeigen
    Da du ja ein Gespür dafür hast, kannst du gut unterscheiden wer ein Nicht-Könner oder Nicht-Woller ist. Das schlechte Gewissen ist ein Dreh und Angelpunkt, wieso man auf die Nicht-Woller so leicht reinfällt.
    Ob jemand nun tatsächlich nicht kann oder nur nicht will, kann ich im Vorfeld immer noch nicht erkennen, das stellt sich immer erst hinterher heraus.

    Ich war nur lange Zeit der Ansicht, dass es einen "objektiven" Maßstab gibt, nachdem ich teilen "müsste", was ich habe, und dass der Fordernde sich auf diesen Maßstab stützt und ich mich mies fühlen müsste, wenn ich diesem Maßstab nicht gerecht werde. Teil dieser Konstruktion war, dass jemand, der nicht kann (also unverschuldet Mangel leidet) einen höheren Anspruch auf Unterstützung hat als jemand, der nicht will (und den Mangel selbst beseitigen könnte).

    Inzwischen ist mr klar, dass mein subjektives Maß die gleiche Berechtigung hat wie das jedes anderen (ein objektives gibt es nämlich gar nicht) und dass ich im Zweifelsfall (da es ja um meine Ressourcen geht) meinen Maßstab anwenden "darf".

    Wie schon gesagt, muss ich von meinen Ressourcen ausgehen: ich habe nicht mehr übrig, egal ob jemand Bedarf hat, weil er nicht kann oder weil er nicht will. Insofern kann ich einem Nicht-Könner auch nicht mehr abgeben ohne selbst auf der Strecke zu bleiben. Er tut mir vielleicht mehr leid als jemand, der nur nicht will.

    Dieses kognitive Wissen muss jetzt nur durch Übung in "Gefühl und Gespür" umgesetzt werden.

    Zitat von Faszinosum Beitrag anzeigen
    Und die Nicht-Könner sollten jegliche Unterstützung erhalten um zu Könnern zu werden. Jeder wird auf seine Weise zum Könner.
    Es geht bei keinem von heute auf morgen, aber es geht. Man muss am Ball bleiben und darf nicht wieder in die Vergangenheit, in alte Verhaltensmuster zurückfallen, weil es da ja da schon so war und es immer so sein wird.
    Nein. Mit "jeglicher Unterstützung" hab ich mir schon mehrfach ins eigene Knie geschossen.

    Es gibt Menschen, die aus welchen Gründen auch immer niemals zu Könnern werden. Das hat mein Welt- und Menschenbild sehr lange erschüttert und ich bin erst jetzt bereit, diese Menschen in ein neues Weltbild "einzuarbeiten" - mit dem absoluten Recht auf ihr Nichtkönnen und ohne "Erwartungen" nach meinem Maßstab oder die Hoffnung, dass jeder "es schaffen" kann. Es ist ihr Recht, es nicht zu schaffen und es ist mein Recht, ihnen keine "nutzlose Unterstützung" auf ihrem aussichtslosen Weg zuzuschießen, egal wie vehement oder verzweifelt sie sie einfordern und welche Strategien sie anwenden, um mich an meinem Gewissen zu packen und doch noch über den Tisch zu ziehen.

    Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
    gerade erst wieder erlebt, dass andere das manchmal gar nicht mitbekommen, dass ich ihr verhalten frech und unverfroren finde. weil sie es normal finden und einfach einen deutlich derberen tonfall leben.
    Manchmal bekomme ich es selbt nicht mit.

    Ein Jahre zurückliegendes Anekdötchen dazu:

    Ich durfte meine Depression in einem stillen, freundlichen Sanatorium auskurieren. Da ich sowieso verfressen bin und die Medikamente zusätzlich das Sättigungsgefühl unterdrückten, bin ich mit den Rationen dort überhaupt nicht zurecht gekommen. Beim Frühstück gab es zwar ausreichend Brot aber minimale Zuteilungen an Belag und Aufstrich. Pragmatikerin Sunny hat sich also erst mal ein 750g-Glas süße, braune, ungesunde, aber sehr sättigende Haselnusspampe gekauft und das jeden Morgen mit in den Speisesaal geschleppt. Irgendwann kam ein Neuzugang, der total begeistert davon war und sich eifrig daran bedient hat. Fand ich schön: ich konnte jemandem eine Freude machen, sie mochte das Zeug genauso gerne wie ich. Eines morgens war mein Brot geschmiert und der läppische Rest im Glas hätte nirgends mehr hingereicht. Also habe ich das Glas leer gemacht und mein Brot zugegebenermaßen etwas "überladen". Aber egal: Ein volles Glas wartete im Kleiderschrank und das fast leere wollte ich nicht zusätzlich hin- und hertragen. Da ist unsere Neue dermaßen über mich hergefallen, wie unverschämt das denn sei, so dick aufzutragen - andere wollten schließlich auch noch was davon und ich sei sooooo egoistisch und verfressen, dass ich nur an mich denke und keinerlei Rücksicht auf andere nehme. Ich war echt geplättet und habe angeboten, das volle Glas aus meinem Zimmer zu holen. Da ist eine ganz liebe und sanfte Mitpatientin aufgestanden und hat die Neue in unerwartet scharfem Ton gefragt, ob sie selbt es nicht auch absolut unverschämt finde, sich die ganze Zeit an meinem Essen zu bedienen. Sie hätte jedenfalls kein einziges mal mitbekommen, dass sie sich für meine Großzgigkeit, die sich mittlerweiel auf ein halbes Glas belaufen dürfte, bedankt hätte - und wenn ich jetzt aufstünde und diese unverschämte Person in ihrem egozentrischen Verhalten auch noch unterstütze, solle ich mir klar darüber sein, dass ich in spätestens zwei Jahren mit der nächsten Depression am gleichen Tisch sitzen würde.

    Ups. Das hat gesessen. Ich hatte wirklich ein schlechtes Gewissen, weil ich meiner Mitpatientin meinen Brotaufstrich "weg gegessen" hatte.

    Seither arbeite ich an meinem Gefühl für "unverfrorene Selbstbedienung". Immerhin kann ich Teilerfolge verbuchen.

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      #47
      Zum Thema Könner und Nicht-Könner habe ich kürzlich ein schönes Zitat gefunden:

      Ich verteile sie heute noch und die Reaktion der Menschen hat sich nicht geändert:

      Einige jammern darüber,
      einige verfluchen mich dafür,
      die meisten machen Limonade daraus
      und ein paar verlangen Limetten.

      Das Leben

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        #48
        Ein Jahre zurückliegendes Anekdötchen dazu:

        Ich durfte meine Depression in einem stillen, freundlichen Sanatorium auskurieren. Da ich sowieso verfressen bin und die Medikamente zusätzlich das Sättigungsgefühl unterdrückten, bin ich mit den Rationen dort überhaupt nicht zurecht gekommen. Beim Frühstück gab es zwar ausreichend Brot aber minimale Zuteilungen an Belag und Aufstrich. Pragmatikerin Sunny hat sich also erst mal ein 750g-Glas süße, braune, ungesunde, aber sehr sättigende Haselnusspampe gekauft und das jeden Morgen mit in den Speisesaal geschleppt. Irgendwann kam ein Neuzugang, der total begeistert davon war und sich eifrig daran bedient hat. Fand ich schön: ich konnte jemandem eine Freude machen, sie mochte das Zeug genauso gerne wie ich. Eines morgens war mein Brot geschmiert und der läppische Rest im Glas hätte nirgends mehr hingereicht. Also habe ich das Glas leer gemacht und mein Brot zugegebenermaßen etwas "überladen". Aber egal: Ein volles Glas wartete im Kleiderschrank und das fast leere wollte ich nicht zusätzlich hin- und hertragen. Da ist unsere Neue dermaßen über mich hergefallen, wie unverschämt das denn sei, so dick aufzutragen - andere wollten schließlich auch noch was davon und ich sei sooooo egoistisch und verfressen, dass ich nur an mich denke und keinerlei Rücksicht auf andere nehme. Ich war echt geplättet und habe angeboten, das volle Glas aus meinem Zimmer zu holen. Da ist eine ganz liebe und sanfte Mitpatientin aufgestanden und hat die Neue in unerwartet scharfem Ton gefragt, ob sie selbt es nicht auch absolut unverschämt finde, sich die ganze Zeit an meinem Essen zu bedienen. Sie hätte jedenfalls kein einziges mal mitbekommen, dass sie sich für meine Großzgigkeit, die sich mittlerweiel auf ein halbes Glas belaufen dürfte, bedankt hätte - und wenn ich jetzt aufstünde und diese unverschämte Person in ihrem egozentrischen Verhalten auch noch unterstütze, solle ich mir klar darüber sein, dass ich in spätestens zwei Jahren mit der nächsten Depression am gleichen Tisch sitzen würde.

        Ups. Das hat gesessen. Ich hatte wirklich ein schlechtes Gewissen, weil ich meiner Mitpatientin meinen Brotaufstrich "weg gegessen" hatte.

        Seither arbeite ich an meinem Gefühl für "unverfrorene Selbstbedienung". Immerhin kann ich Teilerfolge verbuchen.
        tolle person, die da aufgestanden ist und klartext geredet hat. geht aber auch deutlich besser, wenn man nicht involviert ist. gell?

        ich frage mich immer, WARUM menschen so agieren wie deine ego-mitesserin? ich hätte sehr wohl bemerkt, dass DEIN glas zur neige geht und hätte dir rechtzeitig gesagt, dass ich das nächste glas für uns besorge. weil mir gemeinschaft so am meisten spaß macht.
        weil so wie es gelaufen ist hätte es mir auch klar das teilen (welches teilen???) vergällt.
        und nein, so möchte ich auch nicht sein. ich gebe anderen auch gerne ab, wenn ich schoki kaufe. oder wenn ich kaffee koche und weiß, andere trinken auch gerne welchen, koche ich genug für alle. ICH würde aber nicht auf die idee kommen, meine kollegin anzupampen, warum der kaffee heute noch nicht fertig ist.

        eine zeitlang hab ich zurückgepampt. oft genug bekommt man dann aber auch zu hören: ej, war nur spahaß ... jaja, toller spaß. war ich wohl zu humorfrei für diese sorte spaß.

        ich denke, das beste ist, die pampige mitesserin sofort unter ferner liefen im freundschaftsquartett einzusortieren, und sich an der anderen, der guten, zu orientieren. das sind die menschen, die wir im leben brauchen.

        mögen die anderen sich gegenseitig bespaßen. anpampen. die schoki wegfuttern. die stresst das wahrscheinlich echt nicht und die sind ganz glücklich mit ihrer art. so ist das leben halt. für die.

        und.für.uns.nicht.punkt.

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          #49
          Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
          ich frage mich immer, WARUM menschen so agieren wie deine ego-mitesserin?
          Die hat überhaupt nicht kapiert, dass das Glas nicht von Zauberhand auf den Tisch gekommen ist. Hat wohl an die Stationsfee geglaubt und die ganze Zeit nicht kapiert, dass das privat ist. "Hoppla, jetzt komm ich - das wird schon jemand für mich da hin gestellt haben! Für wen denn auch sonst?!" Eine andere Patientin hat hinterher erzählt, dass Hoheit sich schon vorher bei ihr darüber ausgelassen hat, wie tief ich in dem Glas buddle, da müsse sie ja wirklich aufpassen, dass genug für sie übrig bleibt. Den Hinweis "klar, nimmt Sunny sich soviel sie mag, es ist ja auch ihrs" konnte sie wohl irgendwie nicht richtig zuordnen. Ok, die war nicht wegen einer Depression auf Station. Die hatte "was besseres" als wir anderen.

          Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
          ich hätte sehr wohl bemerkt, dass DEIN glas zur neige geht und hätte dir rechtzeitig gesagt, dass ich das nächste glas für uns besorge. weil mir gemeinschaft so am meisten spaß macht. ich denke, das beste ist, die pampige mitesserin sofort unter ferner liefen im freundschaftsquartett einzusortieren, und sich an der anderen, der guten, zu orientieren. das sind die menschen, die wir im leben brauchen.
          Ich habe in letzter Zeit wieder deutlich festgestellt, dass ich ein "Gemeinschaftsmensch" bin. Also nicht dass ich jetzt ständig Gesellschaft haben müsste (oder überhaupt abkönnte), aber ich liebe es, mich in einem "gepflegten Miteinander" ohne die nervigen Ellenbogen zu bewegen. Es ist alles so easy und im flow mit den passenden Menschen und wenn ich dann mit "Hierarchie-Denkern" oder - wie Mistral an anderer Stelle so schön formuliert hat - mit "Richtern und Rivalen" zu tun bekomme, wird mir schier schlecht davon. Klar könnte ich auch auf ihre Art. Ich wäre wahrscheinlich viel besser in ihrem blöden Spiel als sie selbst. Aber ich mag das einfach nicht. Man kann sich doch auch gepflegt miteinander auseinandersetzen und etwas bewegen.

          Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
          mögen die anderen sich gegenseitig bespaßen. anpampen. die schoki wegfuttern. die stresst das wahrscheinlich echt nicht und die sind ganz glücklich mit ihrer art. so ist das leben halt. für die.

          und.für.uns.nicht.punkt.
          Eben. Ihr Leben. In ihrer Welt. Die ich nicht betreten mag. Denen ihr Glück und uns unseres. Darum baue ich jetzt weiter an meiner Welt nach meinem Geschmack.

          Muss nur schön darauf achten, dass die Welten sich nicht berühren, weil sonst womöglich das ganze Universum implodiert. Oder das Multiversum. Oder sowas. Physik war noch nie meins. Quantenphysik schon gar nicht.

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            #50
            Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
            ich frage mich immer, WARUM menschen so agieren wie deine ego-mitesserin?
            Zum einen, weil sie es von zu Hause nicht anders gelernt haben und zum anderen, weil sie immer einen finden, der es mitmacht...

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              #51
              Zitat von Condor2 Beitrag anzeigen
              Zum einen, weil sie es von zu Hause nicht anders gelernt haben und zum anderen, weil sie immer einen finden, der es mitmacht...
              Dazu habe ich kürzlich ein paar sehr interessante Interviews und Vorträge mit Prof. Gerald Hüther auf YT gesehen. Er erforscht die Hirnentwicklung und das Lernen. Laut aktueller Hirnforschung entwickeln sich durch die Erfahrungen im Mutterleib zwei Bedürfnisse (bzw. die Erwartung, die gemachten Erfahrungen fortzusetzen): Wachstum und Verbundenheit. Ansonsten ist das Gehirn - vereinfacht ausgedrückt -, was den Umgang mit der Umgebung angeht, völlig "unbeleckt" und bereit, jeden Impuls aus der Umwelt aufzunehmen, um eine brauchbare "Überlebensstrategie" zu erlernen.

              Ein Experiment hat mich besonders fasziniert: 6-monatealten Kindern wurde drei kurze Videos gezeigt: eine gelbe Kugel, die sich einen Anstieg hinauf "bemüht", eine grüne Kugel, die sie unterstützt und eine blaue Kugel, die von oben "dagegenhält". Danach wurden den Kindern je eine grüne und eine blaue Kugel vorgelegt und jedes Kind hat die grüne genommen. In dem Alter ist davon auszugehen, dass die Kinder sich nehmen, was sie mögen. Das Experiment wurde nach 6 Monaten wiederholt und da haben tatsächlich ein paar Kinder die blaue Kugel genommen - anscheinend hatten sie in ihrer Umgebung bereits mit 12 Monaten gelernt, dass "Andere Ausbremsen" eine lernenswerte Überlebensstrategie ist.

              Tröstlich fand ich, dass Prof. Hüther auch ganz klar sagt, dass jeder in jedem Alter noch dazu- bzw. umlernen kann, sofern er die ausreichende Begeisterung für das Thema aufbringt. Kindern ist diese "Begeisterung" für neue Entdeckungen angeboren (sie streben ja nach "Wachstum"), sie kann nur im Laufe der Zeit eingedämmt werden und muss dann "reaktiviert" werden.

              Wer also "als Nichtkönner verharrt", findet einfach nicht die Begeisterung, das zu lernen, was ihn zum Könner machen würde. Ein "Nichtkönner" wäre demnach jemand, dessen Begeisterung in einem so großen Maß oder auf so lange Zeit "unterdrückt" wurde, dass er keinen Zugang mehr dazu findet.

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                #52
                Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
                ich frage mich immer, WARUM menschen so agieren wie deine ego-mitesserin?
                FirstSunshine hat es ja schon beantwortet und tatsächlich war das mein erster Gedanke - dass die Mitesserin vielleicht gar nicht wusste, dass das Glas kein "Allgemeingut" ist.

                Wie unaufmerksam kann man denn sein, könnte man jetzt argumentieren. Klar.

                Aber ich wette, jeder von uns ist und war schon mal unaufmerksam, bestimmt auch, ohne es überhaupt mitzubekommen.

                Ist ja auch egal, was die Mitesserin für Gründe hatte. Nein, ist es nicht, denn wenn man die Gründe kennt, kann man (besser) verstehen und verstehen hilft, mir jedenfalls.

                Was ich - nicht nur für dieses Beispiel -immer wieder erstaunlich finde: Wie sehr andere Leute das Verhalten wiederum anderer Leute auf sich beziehen.
                Klar, in diesem Fall hat FirstSunshine ja direkt die Wutrede abbekommen, wie kann man das nicht auf sich beziehen, könnte man jetzt fragen.
                Aber ich glaube, ich mache das ganz oft. Dinge nicht auf mich beziehen.
                Ich hätte mich vielleicht verwundert gefragt, was die andere Frau jetzt für ein Problem hat, aber ich glaube nicht, dass ich ein Problem damit gehabt hätte, weil für mich ja ganz klar gewesen wäre, dass es ihr und nicht mein Problem ist.

                Kürzlich habe ich mich mit einer Freundin über Hunde und Hundebesitzer unterhalten, da habe ich einen ähnlichen Unterschied festgestellt. Es ging natürlich um problematische Hundebesitzer, solche, die auch dann noch "er will doch nur spielen" sagen, wenn die Hose schon in Fetzen hängt.
                Und ich war erstaunt, wie sehr die Freundin dieses Verhalten als gezielte Aggression ihr gegenüber bewertet.
                Wie auch nicht, fragt sich jetzt vielleicht mancher.
                Aber ich tue das tatsächlich nicht, also dieses Verhalten auf mich beziehen, ein "die Welt ist immer so böse und gemein zu mir" daraus machen.

                Geht jetzt vielleicht am Thema vorbei, aber vielleicht auch nicht, denn ich frage mich schon sehr lange, warum "meine" Welt oft so anders, viel "besser" ist, als die anderer Leute und in letzter Zeit habe ich öfter solche "Antworten" gesehen. Also auch ein "Klick", irgendwie.

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                  #53
                  Liebe Hobbes.

                  Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                  Ich hätte mich vielleicht verwundert gefragt, was die andere Frau jetzt für ein Problem hat, aber ich glaube nicht, dass ich ein Problem damit gehabt hätte, weil für mich ja ganz klar gewesen wäre, dass es ihr und nicht mein Problem ist.
                  Ich bin erst kürzlich dahinter gestiegen, warum es für mich so schwierig ist, in den Kategorien "Dein Problem" und "mein Problem" zu denken. Da hat mich Hüther auch deutlich weiter gebracht: es ist zunächst mal ein Problem "zwischen uns", ein Problem in unsere Beziehung, wenn so unterschiedliche Auffassungen aufeinandertreffen. Ich bin halt ein "Beziehungsmensch" und andere sind es nicht.

                  Also versuche ich wohl erst mal, dem anderen "entgegenzukommen", so dass der Raum zwischen uns keinen Platz für ein Problem lässt. Erst, wenn klar ist, dass das Gegenüber überhaupt nicht an einen Verbesserung der Beziehung interessiert ist sondern auf die Opimierung seines Nutzens auf meine Kosten oder auf Schuldzuweisungen aus ist, kann ich sagen "ok, die Beziehung ist hinüber, das ist Dein (oder gar kein) Problem, zumindest nicht meins, denn mit jemandem wie Dir verliere ich nicht viel und wenn ich mich nicht mit Dir befasse, habe ich die Kapazität für Menschen frei, die beziehungstechnisch wie ich ticken." Der Andere hat einfach ein viel geringeres Interesse als ich an "Gemeinschaft" oder "Verbundenheit". So what? Bisher dachte ich immer, es sei immer noch "mein Problem", mit diesen Menschen auszukommen, da Verbundenheit ein "angeborenes Bedürfnis" ist (das Gegenüber es also grundsätzlich auch hat).

                  Inzwischen kann ich sie einfach im Status der "Nichtverbundenheit" neben mir her leben lassen - sie bekommen vom mir dann eben so wenig "Zuwendung" an die Beziehung wie sie zu geben bereit (oder fähig) sind und ich investiere ihnen gegenüber nur noch in "Selbstschutz". Ich gehe zwar weiterhin davon aus, dass sie - wie Hüther sagt - "nehmen, was sie bekommen können, weil sie nicht erreichen, was sie tatsächlich brauchen", aber ich habe nicht mehr den Wunsch, Energie aufzuwenden, um ihnen ihre "Ersatzbefriedigung" Macht, Überlegenheit, persöniche Nutzenoptimierung, you name it zugunsten von Zugehörigkeit auszureden. Wenn sie zufrieden sind, dann sollen sie halt - nur eben ohne mich.

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                    #54
                    liebe hobbes,

                    ich halte unaufmerksamkeit/missverständnisse und verpeiltheit für absolut verständlich, weil menschlich und weil uns das alle mal betrifft. logisch.

                    ich hätte auch verständnis dafür, wenn die neue das leere glas total traurig angeguckt hätte und ihrer enttäuschung luft gemacht hätte: leer ... och je wie schade, ich hatte mich schon so darauf gefreut.

                    was mich aufregt, ist der ton, der dramatische angriff, der einen völlig unerwartet trifft.

                    wie gehst du damit um?

                    der erwachsene anteil in mir reagiert betroffen, ich würde mich vermutlich auch erst mal dafür entschuldigen, dann würde ich wohl sagen, dass es sich um mein persönliches glas handelt, und fragen, wie der andere darauf kommt, mich so anzupusten???

                    mich trifft das, vor allem wenn der andere so ausfallend und persönlich wird. dann fantasiere ich gern im nachhinein, wie schön es wäre, dem anderen in der situation das brot an die backe zu kleben, oder an die stirn. oder ihr den vogel zu zeigen und demonstrativ den tisch zu wechseln. was ich in der regel nie mache. aber vielleicht sollte?

                    hm, menschen die selber so emotional überkochen (oder in sich ruhen wie du?) zucken vielleicht mit den schultern und denken sich, die beruhigt sich schon wieder. deren problem. ich würde gerne so denken.

                    würde das aber nicht bedeuten, ich nehme mein gegenüber nicht ernst? oh, der hat seine lustigen-5-minuten, wie ein trotziges kleinkind, lass ihn sich mal ausbrüllen? sollte ein erwachsener nicht in der lage sein, sein verhalten zu steuern? der kann oder will aber nicht, also bin ich in der pflicht, es an mir abperlen zu lassen, wie doof aber auch, wenn die natur bei mir den abperlschutz vergessen hat?

                    liebe grüße

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                      #55
                      Zitat von FirstSunshine Beitrag anzeigen
                      Ich bin halt ein "Beziehungsmensch" und andere sind es nicht.
                      Ja, ich bin das wohl eher nicht. Mir ist es lieber, ich habe noch ein bisschen Distanz zwischen mir und dem anderen. Von daher "investiere" ich vermutlich auch weniger. Oder zumindest ist mir eine (gute) Beziehung zum anderen nicht so wichtig (dass ich mich und meine Bedürfnisse dafür zurücknehme). Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel

                      Kommentar


                        #56
                        Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
                        was mich aufregt, ist der ton, der dramatische angriff, der einen völlig unerwartet trifft.

                        wie gehst du damit um?
                        Wie gesagt: Ich beziehe das meistens nicht auf mich. Noch nicht mal bei direkten Angriffen. Anscheinend habe ich da tatsächlich einen gewissen eingebauten Abperleffekt Dafür trifft man mich dann mit anderen Dingen.

                        Und ja, manchmal geht das tatsächlich in Richtung "den anderen nicht ernst nehmen." Wenn das nämlich in eine für mich total absurde Situation übergeht, dann kann es tatsächlich sein, dass ich mir noch mühsam das Lachen verbeißen muss.
                        Das könnte man mir natürlich auch als Arroganz auslegen.
                        Vielleicht mache ich es mir da auch zu leicht, wenn ich solche Situationen als eine Art Kasperltheater betrachte.
                        Andererseits: Warum sollte ich es mir schwer machen?

                        Was noch erschwerend hinzu kommt: Ich finde ja fast immer für fast alles irgendwelche Gründe, kann mir vorstellen, warum der andere nun so reagiert.
                        Manchmal wäre es mit Sicherheit angebrachter/konstruktiver, mich ebenfalls aufzuregen oder zumindest lauthals "So nicht!" zu sagen.
                        Tja.

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                          #57
                          Wie gesagt: Ich beziehe das meistens nicht auf mich. Noch nicht mal bei direkten Angriffen. Anscheinend habe ich da tatsächlich einen gewissen eingebauten Abperleffekt Dafür trifft man mich dann mit anderen Dingen.
                          liebe hobbes, auch haben will!

                          Inzwischen kann ich sie einfach im Status der "Nichtverbundenheit" neben mir her leben lassen - sie bekommen vom mir dann eben so wenig "Zuwendung" an die Beziehung wie sie zu geben bereit (oder fähig) sind und ich investiere ihnen gegenüber nur noch in "Selbstschutz". Ich gehe zwar weiterhin davon aus, dass sie - wie Hüther sagt - "nehmen, was sie bekommen können, weil sie nicht erreichen, was sie tatsächlich brauchen", aber ich habe nicht mehr den Wunsch, Energie aufzuwenden, um ihnen ihre "Ersatzbefriedigung" Macht, Überlegenheit, persöniche Nutzenoptimierung, you name it zugunsten von Zugehörigkeit auszureden. Wenn sie zufrieden sind, dann sollen sie halt - nur eben ohne mich.
                          liebe FirstSunshine, das klingt auch megacool. ich geh schon wieder am stock (oder an der bachblüten-notfall-pastille), ob der ungerechtigkeiten, die mir täglich widerfahren.
                          hatte heute ein längeres gespräch mit dem kollegen, der das büro mit chefe teilen muss ... der wurde monatelang gedisst und hat aufgrund dessen, dass er ja eh gehen sollte und damit nichts mehr zu verlieren hatte, seine angst vor konfrontation verloren und angefangen unverhohlen zurückzuschnauzen und chef ganz offen zu kritisieren. übergeht chefin einfach offensichtlich - und anscheinend "braucht sie das". jetzt gerade findet sie ihn super ...(aber im grunde findet sie niemand super, außer ihren cholerischen mann, aber ich glaube der ist auch besonders gut im "austeilen", da kriegt sie bestimmt immer superpackungen)...

                          ist mir auch schon aufgefallen, wenn ich so richtig sauer auf sie bin, dass ich ihr nicht mehr in die augen gucken kann, dann wird sie zunehmend netter. die ist so lange stinkstiefel, bis das gegenüber richtig sauer ist und der kragen platzt. was ist da in der kindheit schiefgelaufen??? es gibt doch menschen, die so ein muster haben, oder?

                          und einen klick hab ich auch: beim schuldindieschuheschieb-spiel mach ich nicht mit. ich schieb anderen nicht meine fehler unter und ich stoße andere auch nich mit der nase drauf "hast du falsch gemacht du doofi! ist doch kindergarten!!!

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                            #58
                            Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
                            liebe hobbes, auch haben will!
                            Nicht nur du.

                            Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
                            liebe FirstSunshine, das klingt auch megacool.
                            Naja, auf dem Weg dahin war ich nur selten "cool". Und es gibt auch immer mal wieder Momente, da hakt es mit der Umsetzung - insbesondere, wenn klar ist, dass die Leute damit überhaupt nicht zufrieden sind, aber "was besseres" einfach nicht im Bereich des Machbaren sehen und dann eben andere piesacken, weil es denen auch nicht besser gehen soll als ihnen.

                            Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
                            der wurde monatelang gedisst und hat aufgrund dessen, dass er ja eh gehen sollte und damit nichts mehr zu verlieren hatte, seine angst vor konfrontation verloren und angefangen unverhohlen zurückzuschnauzen und chef ganz offen zu kritisieren. übergeht chefin einfach offensichtlich - und anscheinend "braucht sie das". jetzt gerade findet sie ihn super ...
                            Ist mir auch mal mit einem Ausildungsleiter passiert. Was hab ich versucht, es dem Mann recht zu machen und es war einfach nicht möglich. Irgendwann hat er mich dann mal direkt zu Beginn der Mittagspause "dumm angeschwätzt", weil er irgendwas sofort geändert haben wollte, und ich wollte einfach nur raus und endlich essen gehen und war so angekotzt ... und hab ihm einfach gesagt, dass ich für Quatsch halte, was er gesagt hat und er gerne nach der Mittagspause nochmal in einem anderen Ton probieren kann, mich zu überzeugen, schon wieder fachlich korrekte Arbeit zu ändern, nur weil er es anders schöner findet, anstatt was sinnvolles zu tun - aber jetzt geh ich essen und tu mir das nicht an!

                            Die Kolleginnen im Büro waren schockiert und eine hat hörbar durch die Zähne eingeatmet und den Kopf zwischen die Schultern gezogen. Und ich hab ihn einfach stehen lassen.

                            Nach der Mittagspause habe erwartet, dass er mich komplett zuammenfaltet, glattstreicht und nochmal faltet, und dann war der Mann... ein Lämmchen. Konnte plötzlich in normalem Tonfall reden und nicht nur rumschnauzen, hat zugegeben, dass man den Bericht auch so lassen könnte, weil er inhaltlich ja korrekt ist. Ein paar Tage später hat er mir das Du angeboten und mich bei jeder weiteren Begegnung mit einem Lächelm im Gesicht gegrüßt... Dieser Mega-Muffel und Lächeln! Ich war total geplättet und der Rest der Belegschaft - nicht nur in unserer Abteilung - auch!

                            Anscheinend hat er für "Weicheier" nur Verachtung übrig und war sehr angetan, dass sich mal eine auf die Hinterhufe stellt und ihm Kontra gibt anstatt vor lauter Angst das winselnde, hilflose Elend zu geben. Schwäche muss gedisst werden, die verdient nix besseres oder so ähnlich. Und plötzlich waren wir "auf der gleichen Ebene", er hat "endlich" eine gefunden, die ihmdie Stirn bietet genauso "austeilen kann" wie er - und von da an konnte er wunderbar mit mit zusammenarbeiten (und nicht mehr nur gegen mich). Und wenn ich später von einer anderen Abteilung aus was von ihm gebraucht habe, wurde die Anfrage immer sehr zügig beantwortet, dabei war er für seinen vollen Schrebtisch und die Bearbeitungsdauer berüchtigt. Aber wenn Sunny angerufen hat, hatte er immer fünf Minuten übrig, um sich nach dem werten Befinden zu erkundigen, ein bisschen zu plaudern und zu versichern, dass er sich gleich dran macht, die benötigten Unterlagen zusmmenzustellen. Das war echt krass!

                            Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
                            ist mir auch schon aufgefallen, wenn ich so richtig sauer auf sie bin, dass ich ihr nicht mehr in die augen gucken kann, dann wird sie zunehmend netter. die ist so lange stinkstiefel, bis das gegenüber richtig sauer ist und der kragen platzt. was ist da in der kindheit schiefgelaufen??? es gibt doch menschen, die so ein muster haben, oder?
                            Keine Ahnung, was schief gelaufen ist. Vielleicht ist sie mit einem Choleriker großgeworden und fährt "seine Schiene", um nur ja nie wieder die Unterlegene zu sein - bis sie auf ein Gegenüber trifft, das ihr "gefühlt über" ist. Und dann bricht ihr Widerstand komplett in sich zusammen und sie "unterwirft" sich dem Stärkeren. Bei ihr gibt es vielleicht keine "gleiche Ebene" nur "stärker" und "schwächer".

                            Schau Dir mal die alten Tarzanfilme an, wie das mit dem auf die Brust trommeln funktioniert. Könnte der Schlüssel zu einer Gehaltserhöhung sein.

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                              #59
                              Schau Dir mal die alten Tarzanfilme an, wie das mit dem auf die Brust trommeln funktioniert. Könnte der Schlüssel zu einer Gehaltserhöhung sein.

                              ogott ich glaube ich bin weder tarzan noch jane - eher die liane oder ein wildgewordener affe!

                              liebe Sunny,

                              "klick". stärker oder schwächer, bloß nicht auf augenhöhe trifft die sache ziemlich genau. da kann ich mich mit meinem kooperations-mist auf dem kopf stellen. wird. nix. werden.

                              (wobei so einen anti-weicheier-chef hatte ich auch mal. mit dem kam ich die ganze zeit, mehrere jahre, prima klar.)

                              habe heute den wildgewordenen affen gemacht und um eine klärung bezüglich eines ablaufes gebeten (schriftlich), selbst mein kollege hat da eigentlich mit sofortiger erschießung meiner wenigkeit gerechnet. ich allerdings dachte mir, wenns schon so mies läuft, kommts da auch nicht mehr drauf an.

                              sie kam dann auch tatsächlich ums eck, hat alle schubladen der emotionalen erpressung aufgefahren, ich habe auf starren eisblock gemacht - und hab meinen willen, also das was meinen arbeitsvertrag entspricht, bekommen ...
                              mal gucken, was für fiese attacken ich dafür die nächsten wochen abbekommen werde ...

                              ich hatte mal einen ähnlich gepolten exfreund. als ich sein muster durchschaut hatte, hab ich ganz schnell das weite gesucht. der "musste" mich auch immer provozieren, bis ich richtig böse wurde, dann ist er eingeknickt und hat sich selbst als "ganz ganz schlechter mensch" beschimpft. mit einer ganz dubiosen unterschwelligen zufriedenheit irgendwie - als hätte er ein "ziel" erreicht. ziel: ich bin nicht liebenswert. ich bezweifle inzwischen, dass es ihm darum ging, dass ich ihm verzeihe, weil sein bemühen von mal zu mal weniger lang andauerte. keine ahnung, welche strategie hier die "richtige" ist. naja, vermutlich, sich für eine rolle zu entscheiden, dominierend stärker oder devot unterordnend. wie gesagt, ich bin die liane, weder tarzan noch jane. es MUSS doch noch einen weiteren weg geben, oder?

                              liebe grüße

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