Ihr Lieben,
am 11.11. ist nicht nur der Beginn der "fünften Jahreszeit" für alle Fastnachtsbegeisterten, sondern auch Martinstag. In vielen Gegenden wird bei Laternenumzügen und Martinsfeiern an den heilig gesprochenen Militär und späteren Bischof erinnert, der in der berühmtem Mantelteil-Szene einem armen Bettler half. Durch das Teilen von Martinsgebäck und in manchen Gegenden auch das Weitergeben des Lichtes wird die Kraft des Teilens symbolisch aktualisiert. Die Kinder werden mit Geschichten und Martinsansprachen daran erinnert, dass es gut sei, von dem, was man hat, auch mal etwas abzugeben.
Dabei ist es oft gar nicht so einfach mit dem Teilen: Manchmal fällt es einem entsetzlich schwer, etwas abzugeben; manchmal fällt es einem entsetzlich schwer, etwas anzunehmen; manchmal ist man es so gewöhnt, immer zu nehmen, dass man gar nicht bemerkt, dass man auch mal geben könnte; manchmal ist man es so gewöhnt, immer zu geben, dass man gar nicht mehr bemerkt, dass die eigenen Ressourcen längst ausgeschöpft sind.
Es tauchen Fragen auf wie: Müssen Geben und Nehmen immer im Gleichgewicht sein? Muss immer 1:1 zurückgegeben werden, was man erhalten hat? Gelten für materielle Güter da andere Regeln als für immaterielle wie "aufgewendete Zeit", "Zuwendung", "Zuneigung"?
Im Falle des Heiligen Martin wird immer nur von der Mantelhälfte gesprochen, die er dem armen Bettler geschenkt hat, nie von der, die er behalten hat, um nicht selbst zu erfrieren. Hätte er auch geteilt, wenn er selbst weniger gehabt hätte? Sein Mantel reichte offenbar für zwei, aber das hat er auch erkannt, hat die Not gesehen, war nicht knauserig und hat genau die Hälfte abgegeben und nicht nur ein symbolisches Zipfelchen Stoff.
Aktuell stellen sich Fragen wie: Sind wir bereit, unser Land mit Kriegsflüchtlingen zu teilen, ihnen von unserem Reichtum abzugeben? Oder können wir uns das gar nicht leisten?
Oder auch allgemeinere Fragen: welche Notstände nehmen wir wahr, wo wollen wir teilen und helfen? Oder sind wir verunsichert, ob unsere z.B. finanzielle Hilfe auch bei den Notleidenden ankommt?
Darüber hinaus: Was möchte man im Austausch mit anderen teilen (z.B. hier im Forum) und was nicht? Wie sieht es in der Kommunikation mit Geben und Nehmen aus? Wie ist das mit dem Teilen von Freude, Trauer, Wut, Angst, Liebe?
Falls Euch das Thema interessiert, würde ich gerne mit Euch darüber diskutieren!
Liebe Grüße in die Runde!
Eure Chaja
am 11.11. ist nicht nur der Beginn der "fünften Jahreszeit" für alle Fastnachtsbegeisterten, sondern auch Martinstag. In vielen Gegenden wird bei Laternenumzügen und Martinsfeiern an den heilig gesprochenen Militär und späteren Bischof erinnert, der in der berühmtem Mantelteil-Szene einem armen Bettler half. Durch das Teilen von Martinsgebäck und in manchen Gegenden auch das Weitergeben des Lichtes wird die Kraft des Teilens symbolisch aktualisiert. Die Kinder werden mit Geschichten und Martinsansprachen daran erinnert, dass es gut sei, von dem, was man hat, auch mal etwas abzugeben.
Dabei ist es oft gar nicht so einfach mit dem Teilen: Manchmal fällt es einem entsetzlich schwer, etwas abzugeben; manchmal fällt es einem entsetzlich schwer, etwas anzunehmen; manchmal ist man es so gewöhnt, immer zu nehmen, dass man gar nicht bemerkt, dass man auch mal geben könnte; manchmal ist man es so gewöhnt, immer zu geben, dass man gar nicht mehr bemerkt, dass die eigenen Ressourcen längst ausgeschöpft sind.
Es tauchen Fragen auf wie: Müssen Geben und Nehmen immer im Gleichgewicht sein? Muss immer 1:1 zurückgegeben werden, was man erhalten hat? Gelten für materielle Güter da andere Regeln als für immaterielle wie "aufgewendete Zeit", "Zuwendung", "Zuneigung"?
Im Falle des Heiligen Martin wird immer nur von der Mantelhälfte gesprochen, die er dem armen Bettler geschenkt hat, nie von der, die er behalten hat, um nicht selbst zu erfrieren. Hätte er auch geteilt, wenn er selbst weniger gehabt hätte? Sein Mantel reichte offenbar für zwei, aber das hat er auch erkannt, hat die Not gesehen, war nicht knauserig und hat genau die Hälfte abgegeben und nicht nur ein symbolisches Zipfelchen Stoff.
Aktuell stellen sich Fragen wie: Sind wir bereit, unser Land mit Kriegsflüchtlingen zu teilen, ihnen von unserem Reichtum abzugeben? Oder können wir uns das gar nicht leisten?
Oder auch allgemeinere Fragen: welche Notstände nehmen wir wahr, wo wollen wir teilen und helfen? Oder sind wir verunsichert, ob unsere z.B. finanzielle Hilfe auch bei den Notleidenden ankommt?
Darüber hinaus: Was möchte man im Austausch mit anderen teilen (z.B. hier im Forum) und was nicht? Wie sieht es in der Kommunikation mit Geben und Nehmen aus? Wie ist das mit dem Teilen von Freude, Trauer, Wut, Angst, Liebe?
Falls Euch das Thema interessiert, würde ich gerne mit Euch darüber diskutieren!
Liebe Grüße in die Runde!
Eure Chaja

Ja, ich glaube, Du bist ein sehr gebefreudiger Mensch! Du hast ja auch schon in bezug auf Weihnachtsgeschenke davon berichtet.


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