Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

November: sich auf das Wesentliche reduzieren

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    #16
    Das freut mich

    Kommentar


      #17
      Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
      Im Grunde genommen ist es für mich wie eine Entgiftung, wie eine Fastenkur; eine Reinigung, nach der man vieles anders sieht, anders genießt, wieder neu schätzen lernt.
      Ja, ich finde das trifft es sehr gut, Bonny.

      Meine Erfahrungen im Lauf der Jahre und auch aktuell wieder sind so, daß Leute abwehrend reagieren, z.T. "umzudeuten" versuchen, wenn sie den Eindruck haben, es dürfe etwas nicht sein - reduziert werden ist aber etwas anderes als sich auf das Wesentliche zu reduzieren, zumindest nach meinem Gefühl. Und das heißt nicht unbedingt, daß das jemand aktiv tut - mich reduzieren. Eher so: manchmal sind die Umstände so, daß ich mich tatsächlich auf das Wesentliche oder auf "Sparprogramm" oder auf so eine Art komprimiertes Sein "reduziert" fühle, wo sich Dinge, die zwar wichtig, aber eben für den Moment nicht überlebensnotwendig, sehr deutlich eben als nicht essentiell zeigen.

      Schwierig in Worte zu fassen, vielleicht ist es auch furchteinflössend, zumindest hab ich den Eindruck wenn Leute sofort versuchen, etwas "positives" entgegenzustellen oder "Nein-Nein, du mußt ins Licht schauen" oder ähnliches mehr antworten. Vielleicht muß das auch so sein, wie oft bewegt man sich im Lauf eines Lebens schon in dieser - naja, ich nenn's mal Grauzone - wo wirklich nur noch das Wesentliche von Belang ist?

      Ich empfinde das so, daß es wichtig und gut ist, daß es in Ausnahmesituationen dieses Reduzieren bzw. Komprimieren gibt, ich empfinde das als sehr konzentrierten Zustand, der die "Störgeräusche des Lebens" herausfiltert, nebensächlich werden läßt und die Energien, die zur Verfügung stehen, tatsächlich auf das Wesentliche konzentrieren.

      Und ich empfinde das im wesentlichen auch als etwas Passives, es passiert in Ausnahmesituationen. Ein Mal vor vielen Jahren konnte ich das auch aktiv suchen und nutzen, ich möchte das jetzt auch wieder, merke aber, daß ich das nicht so beliebig kann. Vielleicht ist auch das gut so, ist vielleicht einfach noch zu früh, um auf das "Notprogramm" umzuschalten, aber ich bin relativ sicher, daß sich dieser Zustand früher oder später einstellen wird, wenn ich ihn brauche.

      Kommentar


        #18
        ich möchte gern noch einen weiteren aspekt reinbringen:

        reduzieren wollen & nach eigenem gutdünken umsetzen (best case)

        reduzieren müssen - weil etwas fehlt: kraft, geld, unterstützung, etc.

        wobei es ja zum glück viele positive beispiele dafür gibt, wo menschen sich reduzieren mussten, und sie auf diesem weg wertvolle erkenntnisse oder einen besser geeigneten lebensweg fanden ...

        Kommentar


          #19
          Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
          Wie seht ihr das, das Wesentliche?
          Für mich ist es schwer, das Wesentliche zu sehen, weil ich (wir) meiner Meinung von allem zu viel haben und es Kraft kostet, dieses Zuviel, was uns vom Wesentlichen abbringt, abzuwehren, zu reduzieren. Das fängt bei Informationen an, Möglichkeiten, Konsum, Dinge/Sachen, die uns im Alltag umgeben, um die wir uns kümmern und über die wir nachdenken, es ist einfach von allem zu viel. Das verwirrt mich gerade sehr. Und es fällt mir schwer, die für mich passende Auswahl zu treffen, zum Beispiel unter den Möglichkeiten, meine Zukunft zu gestalten.

          Die Erkenntnis, dass ich gar nicht so viel brauche wie ich glaubte, kam mir zum ersten Mal während eines längeren Krankenhausaufenthaltes. Ich war froh gerettet zu sein und mein bis dahin sehnlichster Wunsch, ein eigenes Zimmer (privat), war überhaupt nicht mehr aktuell. Im Gegenteil. Das KH-Personal ließ mich allein in einem Doppelzimmer aber anstatt diese Tatsache zu genießen hielt ich mich fast immer in den Gemeinschaftsräumen auf.

          Kommentar


            #20
            Sich (als ganzer Mensch) auf das Wesentliche reduzieren könnte man auch als das Streben nach einer Art "Fakir-Dasein" in einer Konsumgesellschaft verstehen.... ein Eremitenleben inmitten einer Gesellschaft die sich heute als "ziemlich" konsumsüchtig und auf eine ausgeprägte Weise kommunikationsbedürftig zeigt. Ein konsequenter Rückzug/Ausstieg oder eine Reduzierung auf das Wesentliche wären demnach eine Zäsur, vielleicht ein "heilsames Mittel" um zu erfahren (und herauszufinden) was "man" wirklich braucht, was existentiell unabdinglich ist, worauf man großzügig verzichten kann, bzw. was "nicht not-wendig" ist und ... wie die Ent-Täuschungen des Lebens (womit wir uns selbst getäuscht haben) sich auf unser gesamtes Befinden auswirken.
            Für den Menschen von heute, der im Durchschnitt als Bürger nur haben will, ungeachted dessen was er als Mensch ist oder sein kann/könnte, wird es zu einem Kampf zwischen werden, wobei nicht eindeutig klar ist, wer jeweils Teufel und wer jeweils Engel ist. Unsere inneren Schweinehunde (unsere Persönlichkeitsanteile) haben viele Gesichter und noch mehr Fähigkeiten ...

            Wer ein solches Ziel anstrebt, sollte sich auf seinem Weg dahin kritisch und sorgfältig beobachten. Der Weg dahin ist großzügig mit Stolpersteinen gespickt. Sie sind die Prüfsteine für den Einzelnen, ob er/sie die tatsächlichen und die realistisch machbaren "Reduzierungen" durchziehen will, ob er/sie seelisch und körperlich dazu überhaupt "imstande" ist und ob sein Ziel letzten Endes für Ihn/sie überhaupt sinnvoll, zweckdienlich und "gesund" ist.

            An sich wäre eine solche "Reise" fast schon eine zweite oder eine spät nachgeholte "Pubertät" oder eine Katharsis ... wozu es eigentlich nie zu spät ist.
            Leider geben sich die allermeisten dafür keine Zeit, ... der erste Stolperstein und einer der hartnäckigsten ... oder sie wägen nicht ab, ob sie das "jetzt" noch wollen, ob sie glauben es zu müssen, ob sie es wirklich können ...

            Als Alternative zu einer radikalen Reduzierung bieten sich Überlegungen an, um herauszufinden, was unter den gegebenen Umständen für den Einzelnen in den einzelnen Lebenssituationen machbar, zweckdienlich und sinnvoll ist: manchmal ist nachgeben gesünder als durchpauken - manchmal ist aushalten besser als nachgeben.
            Aber auch das kostet Zeit und den Willen zur (und den Spaß an) der Selbstreflexion.

            Wunder geschehen nur, wenn man an ihrer Schaffung selbst beteiligt ist.

            Kommentar


              #21
              Zeit habe ich jede Menge, Spaß an der Selbstreflexion auch und......

              ............KATJA EBSTEIN--------------WUNDER GIBT ES IMMER WIEDER---- Wonder Happens - YouTube

              Kommentar


                #22
                Hab ich es falsch verstanden?

                Sich (selbst) auf das Wesentliche reduzieren - für mich bedeutet es, mich selbst nicht mehr als den Nabel der Welt zu sehen, eigentlich etwas wie loslassen, zulassen. Ich reduziere mein Bedürfnis, alles an mich zu reißen, weil es "ohne mich ja nicht geht". Dadurch überlasse ich anderen ihre Aufgaben (lasse sie also los) und lasse zu, daß die anderen mich nicht mehr oder weniger "brauchen".

                Es kann sein, daß ich es "falsch" sehe, aber im Moment bzw. schon seit einiger Zeit, denke ich darüber nach, wie viele Menschen sich selbst viel zu wichtig nehmen. Sie wollen zu sich finden, ihrem Ideal entgegenwachsen, permanent an sich selbst arbeiten etc. Nebenbei, vermutlich aus schlechtem Gewissen (weil sich ihre Gedanken ja schließlich den ganzen Tag nur um sich selbst drehen), versuchen sie andere "zu beglücken", sie sind spendenbereit, wobei ihnen in Wahrheit egal ist, was mit der Spende geschieht, sie sind hilfsbereit, solange es nicht zu viel Mühe macht (und sie vielleicht sogar mit Dankbarkeit überschüttet werden), sie vertreten immer die Meinung der Mehrheit (oder der Medien), weil es weniger Mühe macht und das selbständige Nachdenken über das Thema und eventuellen Gegenwind erspart.

                Es wäre schön, wenn diese Menschen sich selbst mal auf das Wesentliche reduzieren würden. Die Welt würde wieder ein Stück "menschlicher". Wie gesagt, vielleicht habe ich das Thema falsch verstanden...

                Kommentar


                  #23
                  Ich hatte es anders gemeint, Chrysothemis, was dich aber nicht daran hindern soll, deine Sicht der Dinge hier zu posten.

                  Kommentar


                    #24
                    Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                    Ich hatte es anders gemeint, Chrysothemis, was dich aber nicht daran hindern soll, deine Sicht der Dinge hier zu posten.
                    Sehr schön.

                    Kommentar


                      #25
                      ja, ich dachte auch, man sich selbst auch wirklich alles auslegen, wie man es braucht und manche kommen echt auf Ideen, dazu braucht es bestimmt auch viel Übung.

                      Kommentar


                        #26
                        Ein spannender Vortrag über Heimat, Identität und Besinnung auf das Wesentliche (auf Englisch, deutsche Untertitelung kann aktiviert werden unter "subtitles", "German"):
                        Pico Iyer: Where is home? | Talk Video | TED.com

                        Kommentar


                          #27
                          Um sich auf das Wesentliche reduzieren zu können, braucht es Kraft, die ich nicht mehr habe.
                          Deshalb habe ich mich auf noch weniger reduziert, nämlich nur noch aufs Existieren.
                          Mein Umfeld lässt mir keine andere Wahl, solange ich nicht in der Lage bin, mich zu wehren.

                          Kommentar


                            #28
                            Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                            Um sich auf das Wesentliche reduzieren zu können, braucht es Kraft, die ich nicht mehr habe.
                            Deshalb habe ich mich auf noch weniger reduziert, nämlich nur noch aufs Existieren.
                            Mein Umfeld lässt mir keine andere Wahl, solange ich nicht in der Lage bin, mich zu wehren.
                            Liebe Bonny,
                            momentan hast du nicht mehr die Kraft, aber die kommt wieder.
                            Mußt du dich denn wehren? Manchmal ist es besser, sich dem "Sturm" zu beugen, bzw. abzuwarten bis er sich legt und dann sein Ding durchzuziehen.

                            Kommentar


                              #29
                              Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                              Um sich auf das Wesentliche reduzieren zu können, braucht es Kraft, die ich nicht mehr habe.
                              Deshalb habe ich mich auf noch weniger reduziert, nämlich nur noch aufs Existieren.
                              Mein Umfeld lässt mir keine andere Wahl, solange ich nicht in der Lage bin, mich zu wehren.
                              Liebe Bonny,

                              ich hoffe, Du erkennst noch, wo das erwünschte SICH Reduzieren endet und zu einem von außen aufgezwungenen ReduziertWERDEN wird.

                              Im Zweifel hol Dir Beistand, der Dich unterstützt, Deine Grenzen zu wahren und der Dein "Umfeld" zurück pfeift!

                              Die Wahl erstreckt sich vielleicht nicht auf Deine Wunschoptionen, aber ich bin sicher, Du findest eine Möglichkeit das auch anders zurecht zu tricksen! Bist doch nicht auf den Kopf gefallen!

                              Alles Gute Dir!

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X