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Februar 2018: Smartphones, Soziale Medien, und mittendrin der Mensch - allein.

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    Februar 2018: Smartphones, Soziale Medien, und mittendrin der Mensch - allein.

    Hallo, Ihr Lieben!

    Ich wußte gerade nicht, wohin ich dieses Thema tun soll, also dachte ich mir, nutze ich halt einmal das Thema des Monats, auch wenn das hier gerade mehr "Schnee, Schnee, Schnee" lauten sollte.

    Ein Thema, das mich seit im Grunde Jahren beschäftigt, ist die Art und Weise, wie das Smartphone das Verhalten von Menschen verändert - und wie sehr mich das stört.

    Ich erlaube mir, auf einen Blog-Beitrag von mir zu verlinken, der, obwohl erst letzten Dezember veröffentlicht, schon 2013 entstand, und der vielleicht erahnen läßt, wie sehr mich das Thema der Omnipräsenz einer zweiten, virtuell-digitalen Welt emotional betrifft. Auch wenn ich als vorwiegende Emotion Wut/Zorn/Sarkasmus in die Tasten tropfen ließ, weiß ich, daß dahinter Verzweiflung steckt: Verzweiflung und Sorge, weil mein Eindruck ist, daß uns allen, der kompletten Gesellschaft, nicht gut tut, was diese digitalen Geräte mit uns machen. Weil mein Eindruck ist, daß "die (jungen) Menschen im allgemeinen" dadurch grundlegende menschliche Fähigkeiten verlernen, die uns "zu besseren" Menschen machen: Zu allererst Empathie und die Fähigkeit, sich auf jemanden oder etwas einzulassen.

    Und tatsächlich hat es mich über Jahre hinweg fassungslos gemacht dabei zuzuschauen, wie auch immer mehr Menschen meines Alters rund um mich zu meiner Meinung nach mehr und mehr fremdgesteuerten Smartphone-Zombies wurden und werden: Dieser Automatismus, mit dem man reagiert, wenn das Ding brummt, und mal schnell schaut - und auch sofort von diesem Auslöser aus dem Hier und Jetzt weggerissen wird. Und wie diese Menschen das nicht einmal mehr als seltsam wahrnehmen.

    Voriges Jahr hatten wir beim Frühstück so eine Situation: Mein Lebensgefährte, seine 15jährige Tochter und ich saßen bei mir beim Frühstück. Wir unterhielten uns, ich redete gerade. Das Smartphone der Tocher brummte, sie las, beugte sich zu ihm, zeigte ihm was da stand, und die zwei wechselten zwei Sätze. Dann wandte mein Lebensgefährte sich mir wieder zu "sorry, das war nur die Antwort von Ts Mutter, weil wir uns gestern über xy unterhalten hatten, was hast du gesagt?" Ich selbst war ... fassungslos, wütend, enttäuscht, richtig, richtig aufgewühlt und reagierte mit "weiß ich nicht mehr, ist eh sch...-egal, interessiert ja niemanden, unterhaltet euch über xy, das ist ja viel wichtiger." Er: "Komm, sei nicht so, natürlich interessiert uns das, wir hatten nur gestern ..." Ich fing mich das kleine Bißchen, das nötig war, um in der Emotion auch wieder inhaltlich sprechen zu können, und mit viel Wut, Enttäuschung und fast Tränen in der Stimme gelang es mir, den beiden aufzuzeigen, was da gerade passiert war und mit der Frage: "Könnt Ihr verstehen, daß ich gerne hätte, daß Eure Aufmerksamkeit nicht schlagartig unseren gemeinsamen Frühstückstisch, unser gemeinsames Thema, unser gemeinsames Lachen, unser Beisammensein verläßt, nur weil dieses Sch...-Ding brummt und irgendjemand halt zufällig gerade jetzt die Antwort auf eine Frage gibt, die Ihr 10 Stunden früher gestellt habt?"

    Die Tochter meines Lebensgefährten saß mit großen Augen da, sie nickte und meinte betroffen "doch, verstehe ich" - und mein Eindruck war, daß ihr überhaupt das erste Mal bewußt wurde, daß der gemeinsame Erlebnisraum von physisch Anwesenden etwas Schutzwürdiges und Achtenswertes sein könnte. Und auch bei meinem Lebensgefährten hatte ich den Eindruck, daß in ihm erstmalig eine Ahnung davon klingelte, daß das bloße Reagieren auf ein Smartphone-Brummen nur ein Bruchteil der ganzen Wahrheit dessen ist, was in diesem Moment passiert.

    Diese eine Geschichte ist stellvertretend für viele: Wie z.B. Kunden, die in mein Geschäft kommen "Grüß Gott" - "Grüß Gott, wie kann ich Ihnen helfen." "Ich hätte gerne" RING RING "Entschuldigung, ja, hallo Peter, nein, ich bin gerade in einem Geschäft, du, was ich ich dir sagen wollte" - und ich stehe daneben und denke mir: "HALLO? Du Ar... kommst in mein Geschäft, ich stehe von meinem Schreibtisch auf und unterbreche meine Arbeit, um mich dir zuzuwenden und mich um dein Anliegen zu kümmern, und du hebst ab, führst dieses Telefonat und erwartest von mir, daß ich warte, bis du fertig bist?" Anfangs blieb ich meistens stehen, um zu hören, ob das Telefonat nur kurz ist, mittlerweile drehe ich mich, sobald ich wahrnehme, daß es nicht nur ein "ich ruf dich gleich zurück" ist, um, gehe wieder zu meinem Schreibtisch und wende mich meiner Arbeit zu. Meist versucht, ein bißchen länger sitzen zu bleiben und, wenn der Kunde fertig ist, erst gemächlich wieder hinauszugehen. Jaja, gleiche Münze, ich weiß. Im Grunde finde ich sogar das Abheben und Versprechen des sofortigen Rückrufs unmöglich und denke: Drück den Anrufer weg, er wird bemerken, daß du gerade nicht kannst, ruf ihn nachher zurück. Was soll der Sch...?!

    Über Jahre hörte ich meist die "also ich nutze das Smartphone ja vernünftig, es ist immer eine Frage des Wie"-Antworten - die für mich aber am Kern vorbeigingen, weil es mir erstens nicht um diesen oder jenen Menschen sondern eine allgemeine Tendenz ging und geht, und zweitens ich persönich sogar das Wie dieser Personen oft schon hinterfragenswürdig und aus meiner Sicht schon weit in die Omni-Digitalisierung verrutscht fand.

    Mittlerweile häufen sich die kritischen Berichte über unsere Smartphone-Nutzung. Und ich bemerke, wie sehr es mich erleichtert, daß das Bewußtsein für das wächst, was ich seit Jahren kommen sehe. Berichte wie

    https://derstandard.at/2000074197186...htig-zu-machen

    https://derstandard.at/2000073651635...ogle-und-Apple

    Ganz abgesehen von den Berichten über die Smartphone-Nacken- und Daumenschmerzen sowie -Schlafstörungen. Ich frage mich nur, ob dieses Aufwachen nicht schon für eine ganze Generation zu spät kommt. Ich frage mich, ob und wie sich gewisse Gewohnheiten wieder verlernen lassen.

    Und vor allem frage ich mich immer wieder: Warum wühlt mich das Thema so auf? Warum lechze ich danach, Artikel wie die beiden oben verlinkten zu lesen? Ich möchte ja glauben, daß es aus altruistischen, hehren Wünschen so ist, und die nehme ich durchaus wahr: Ich wünsche mir tatsächlich, daß es Menschen gut geht, und nach meinem Eindruck geht es immer weniger Menschen auf eine Art gut, die ich als wahrhaftig und tief bewerte. Eine gesunde, nachhaltige Art. Meine Beschäftigung mit buddhistischer Philosophie, Meditation und Achtsamkeit hat meinen Standpunkt da natürlich auch weit in eine andere Richtung verschoben. Ich weiß jedenfalls, wie es mir geht, wenn ich mich gerade mit Ersatzbefriedigungen begnüge - ist ja nicht so, als ob ich ohne Smartphone nicht auch meine Ausweichmechanismen hätte; letztlich ist ja genau das der Grund, daß ich ein Smartphone bis heute verweigere, um eben überhaupt nicht erst verführt zu werden. Aber ich sitze fast 8 Stunden täglich in der Arbeit vor dem Computer, ich habe daheim meinen Laptop, und ich weiß, wie die Tage ausschauen, an denen mich eine innere Leere dazu bringt, im Netz oder auch in hirnlosen Klickspielen nach etwas zu suchen, was sie füllt. Und ich weiß aus Erfahrung, daß all das nicht sättigt, daß mehr und mehr vom "Falschen" nicht hilft. Ich habe für mein Gefühl schon zu oft vom "Richtigen" gekostet, um die zwei unterscheiden zu können.

    Das ist, was ich eben in dieser gesellschaftlichen Entwicklung auch sehe: Ein immer mehr vom Falschen, mit meiner Meinung nach beängstigenden Auwirkungen auf die Menschlichkeit unserer Gesellschaft und die Umwelt. Und indem das "Falsche" einen immer größeren Glanz und Schein entwickelt, ist mein Eindruck, daß es immer schwieriger wird, dieen Schein zu enttarnen. Ja, das sorgt mich.

    Und in all dem ist mir bewußt, daß ich - sehr wahrscheinlich - auch einseitig wahrnehme und bewerte und das, was ich sehe, auch größer mache, als es vielleicht ist. Meine Ablehnung der digitalen Verführung hat sich bei mir zu einem riesigen Dämon ausgewachsen. Was sich für mich also als meine große Frage herauskristallisiert ist: Wie entzaubere ich diesen Dämon? Wie nehme ich ihm diese Macht? Ist mein Ansatz der, mich meiner eigenen Leere, meinen eigenen Ausweichmechanismen, denen ich immer wieder erliege, zu stellen, und wird dann der Kampf im Außen kleiner werden, wenn ich mit dem im Reinen bin, was ich von mir selbst da draußen bekämpfe? Oder geht es doch um die Anderen? Geht es darum, weiterhin das zu sehen, was so viele nicht sehen wollen, um es spiegeln zu können, wo es vielleicht hilfreich ist, neue Perspektiven eröffnet?

    Ich weiß es oft nicht, schwanke hin und her, und immer wieder fühle ich mich hilflos und alleine. Ist es nur das, was ich suche: Das Bewußtsein, nicht alleine zu sein?

    Wie geht es Euch mit diesem Themenkomplex?


    #2
    Zitat von MissPig Beitrag anzeigen
    Wie geht es Euch mit diesem Themenkomplex?
    Mir geht es ähnlich wie dir, und es ärgert mich, wenn ein Gesprächspartner sich ständig vom Smartphone diktieren lässt, wann er sich damit beschäftigt, und wenn deswegen unsere Gespräche unterbrochen werden. Es geht ja nicht nur um Anrufe, sondern auch um WhatsApp-Nachrichten, die ja teilweise alle paar Minuten hereintröpfeln und deswegen die Aufmerksamkeit unentwegt unterbrechen.

    Meine eigene Smartphone-Nutzung sieht so aus, dass das persönliche Gespräch mit den Menschen im Normalfall immer Vorrang hat. Wenn mein Smartphone währenddessen brummt, registriere ich es zwar meistens, kümmere mich aber nicht darum. Eine Ausnahme wäre gegeben, wenn ich aus irgendeinem Grund auf einen bestimmten Anruf oder eine zugesagte Nachricht warten würde. Dies würde ich meinem Gesprächspartner auch gleich so mitteilen ("Ich bitte um Entschuldigung, ich erwarte im Lauf des Abends einen Anruf. Das wäre ausnahmsweise wichtig, weil heute noch etwas bestimmtes verabredet werden muss.")

    Oft ist es aber auch so, dass ich mein Smartphone während eines persönlichen Treffens gar nicht bei mir habe, sondern es steckt in der Jacke oder Tasche. Dann bekomme ich Nachrichten und Anrufe sowieso nicht mit.

    (Übrigens: ausgerechnet meine über 80 Jahre alte Mutter scheint manchmal zu denken, dass sie mich seit Erfindung der Handys unentwegt erreichen können müsste. Wenn ich mal ein paar Stunden lang nicht auf ihren Anruf reagiert habe, kommt manchmal gleich ein weiterer besorgter Anruf hinterher: "Ist was mit dir passiert? Warum rufst du nicht zurück?").

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      #3
      Liebe MissPig,

      sehr gut nachvollziehen kann ich, dass in einer Lebenssituation, die Patch-work-artig ist, Gefühle noch ganz anderer intensiverer Art entstehen und mitschwingen. Deine beiden Lieben haben eine Situation ..durch Handy verursacht..geteilt, die dich per se ausgeschlossen hat. Besondere Sensibilität auf allen Seiten..auf jeden Fall auf Seiten der Erwachsenen .... erfordert eine solche Situation. Um es noch klarer zu sagen, ich denke, dass schon ohne Beteiligung brummender SmartPhones alle wirklich bewusst mit einander umgehen könnten.
      Auch die von dir in deinen Geschäfts- Kontext beschriebenen Situationen empfinde ich genau so...unerhört und inakzeptabel.

      Nur..ich denke NICHT, dass es die Existenz des Smartphones ist, die solch unverschämtes grenzverletzendes Verhalten produziert. Meine Überzeugung ist, dass solches auch in vor SmartPhone Zeiten existiert hat und auch heute noch anders verursacht als durch SmartPhones besteht.

      Wir Menschen sind es, glaube ich, die entweder gelernt haben..egal in welchem Lebensalter..., auf die Rechte und Bedürfnisse anderer zu achten und diese in unser Handeln einzubeziehen, oder, die es eben nicht gelernt haben, die Rechte anderer zu beachten und eigenen Raum dort enden zu lassen, wo der Raum, der anderen zusteht, beeinträchtigt werden könnte..oder wird.

      Wir sind es selber..denke ich, die die Fehler machen..uns schrecklich verhalten..und wir können mutig sein und vielleicht sagen, dass SmartPhones uns leichter erkennen lassen, was für eine Art Mensch uns da gegenübersteht, mit uns im Zug sitzt, unser Geschäft betritt... Höchstens dies...

      Ich liebe die unendlichen Möglichkeiten, die das SmartPhone mir bietet, z. B. Begriffe sofort nachschlagen zu können und nicht bis zu Hause warten zu müssen, die Kartenfunktionenn des SmartPhones finde ich hochwertvoll. Und..ja..auch die leichte Möglichkeit, schnelle Infos auszutauschen. Und selbstverständlich gehören Gespräche in einen Raum,der für alle aktiv und passiv Beteiligten ok ist...

      Mein Statement: Wie wir SmartPhones nutzen zeigt, welche Person wir schon vorher oder ohne es waren..es ändert unser Verhalten NICHT.

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        #4
        Liebe MissPig,

        ich empfinde da sehr ähnlich wie Du. Wie Du hatte auch ich schon Situationen im Familienleben, in denen ich ziemlich genervt war, zuletzt an Weihnachten, als ich es höchst überflüssig fand, dass nicht nur mein großer Sohn in permanentem Kontakt mit seiner Freundin stand, sondern auch mein Mann auf WhatsApp mit seiner Schwester chattete. Aber normalerweise - zum Beispiel am Esstisch - wird unsere gemeinsame Zeit nicht von den Smartphones unterbrochen, denn im Privaten kann man zum Glück über solche Wahrnehmungen und Wünsche sprechen.

        Gesamtgesellschaftlich sieht das anders aus, und ich beobachte durchaus mit einer gewissen Sorge, wie der Kontakt mit abwesenden Menschen offenbar immer mehr Vorrang vor dem Austausch mit anwesenden Personen zu erhalten scheint.

        Ich wohne sehr innenstadtnah und bin praktisch immer zu Fuß unterwegs. Dabei sehe ich fast keine Mütter mehr, die sich in irgendeiner Weise mit den Kindern, die sie begleiten, abgeben. Die Kinder werden in Kinderwagen geschoben, auf dem Laufrad vorausgeschickt oder an der Hand hinterhergezerrt, aber bis auf wenige Ausnahmen scheinen alle Mütter nur am Smartphone zu hängen. Manche stillen und tippen währenddessen einhängig WhatsApp-Nachrichten, andere klemmen sich das Telefon unter so unter das Kopftuch, dass sie auch beim Schieben des Einkaufs- oder Kinderwagens ständig mit anderen reden können oder sprechen zwar in Richtung Kind, aber nur, um eine Sprachnachricht an andere Menschen zu versenden. Soviel Abwesenheit in Anwesenheit halte ich für problematisch!

        Zugleich befremdet es mich, wie viel "Kontakt" täglich zwischen erwachsenen Kindern und ihren Eltern besteht. Viele meiner Bekannten beunruhigt es, wenn sie länger als zwei Stunden nichts von ihren erwachsenen Kindern hören. Auf Seiten der erwachsenen Kinder scheint dafür aber auch jedes Problemchen erstmal den Eltern mitgeteilt zu werden.

        Ich selbst besitze ein (geerbtes) Smartphone, nutze es aber kaum. In der Regel schalte ich es einmal in 1-2 Wochen ein und finde dann einen Haufen Nachrichten aus der WhatsApp-Gruppe meiner Kolleginnen vor. Obwohl ich keine dieser Nachrichten zeitnah lese, habe ich nichts verpasst, weil alles Wichtige bei der Arbeit besprochen wird und es sich bei diesen Nachrichten nur um Belanglosigkeiten handelt. Soviel Überflüssiges finde ich meist so frustrierend, dass ich das Smartphone direkt wieder ausschalte (also richtig aus, nicht stumm).

        Mir ist bewusst, dass es Berufe gibt, in denen man auf ein solches Kommunikationsmittel nicht verzichten kann. Ich glaube allerdings nicht, dass man ein Familienleben mit mehreren Kindern nur organisieren kann, wenn man für jeden permanent erreichbar ist. Ich schwöre allerdings auch auf "Old-style"-Absprachen, die vorab getroffen und nach Möglichkeit eingehalten werden

        Liebe Grüße!
        Chaja

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          #5
          Zitat von MissPig Beitrag anzeigen
          Hallo, Ihr Lieben!

          Ich weiß es oft nicht, schwanke hin und her, und immer wieder fühle ich mich hilflos und alleine. Ist es nur das, was ich suche: Das Bewußtsein, nicht alleine zu sein?

          Wie geht es Euch mit diesem Themenkomplex?
          du schreibst toll, das war echt spannend zu lesen.

          ich selber habe keins und auch kaum Erfahrung mit anderen damit.

          persönlich hatte ich letzte Woche eine gute Situation damit, ich war in einer, mir fremden Gegend und suchte eine Strasse, ich fragte eine junge Frau, sie sagte "keine Ahnung" aber ich kann das finden und in kurzer Zeit hatte sie einen Plan mit dem Standort wo wir waren und wo die gesuchte Strasse, auf diesem Smartding.

          Zitat von MissPig Beitrag anzeigen
          Voriges Jahr hatten wir beim Frühstück so eine Situation: Mein Lebensgefährte, seine 15jährige Tochter und ich saßen bei mir beim Frühstück. Wir unterhielten uns, ich redete gerade. Das Smartphone der Tocher brummte, sie las, beugte sich zu ihm, zeigte ihm was da stand, und die zwei wechselten zwei Sätze. Dann wandte mein Lebensgefährte sich mir wieder zu "sorry, das war nur die Antwort von Ts Mutter, weil wir uns gestern über xy unterhalten hatten, was hast du gesagt?" Ich selbst war ... fassungslos, wütend, enttäuscht, richtig, richtig aufgewühlt und reagierte mit "weiß ich nicht mehr, ist eh sch...-egal, interessiert ja niemanden, unterhaltet euch über xy, das ist ja viel wichtiger." Er: "Komm, sei nicht so, natürlich interessiert uns das, wir hatten nur gestern ..." Ich fing mich das kleine Bißchen, das nötig war, um in der Emotion auch wieder inhaltlich sprechen zu können, und mit viel Wut, Enttäuschung und fast Tränen in der Stimme gelang es mir, den beiden aufzuzeigen, was da gerade passiert war...
          du weist, dass es mit dem Smartphone wahrscheinlich nichts zu tun hat als deine Wut hoch kam?

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            #6
            Für mich haben Handys und die darauffolgende InternetVerknüpfung der Telefone einen positiven Effekt, den ich sehr schätze und viel nutze, eigentlich zwei, die miteinander verknüpft sind.
            Früher war es für mich oft unmöglich, mit Familie oder Freunden, die in anderen Ländern wohnen / sich in anderen Ländern aufhalten, regelmäßigen Kontakt zu halten, da die Verbindungskosten horrend teuer waren und man wegen Zeitverschiebung selten synchron gesprächsbereit war. Heute ist es (fast) kostenfrei und durch Dinge wie messenger services kann ich eine "Unterhaltung" führen, wenn ich gerade Zeit habe / wach bin, auch mit Menschen, die gerade in einer anderen Zeitzone sind.
            Diesen Luxus / Fortschritte genieße ich sehr und möchte ihn nicht missen.

            Wenn ich mal eine Zeit lang länger pendeln muss, finde ich es praktisch, die Zeit zu nutzen, um Nachrichten zu lesen, meine "Post" zu beantworten oder mich mit anderen zu vernetzen. Der Nachteil - ich lese weniger Bücher als vorher.

            Ich stimme zu, dass die Gewöhnung an diese "convenience" manchmal dazu führt, dass ich das Werkzeug in unpassenden Momenten nutze. Das liegt dann an meiner Unachtsamkeit.

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              #7
              Das Smartphone an sich ist schon eine tolle Erfindung. Wer hätte vor wenigen Jahren gedacht, dass es mal ein quasi allwissendes Gerät geben würde, mit dem man nicht nur telefonieren kann, sondern das einem auch Auskunft geben kann über Fahrpläne, Weginformationen, Worterklärungen, das Wetter, und so weiter.

              Nachteilig wirkt es sich aber schon auf das Kommunikationsverhalten vieler Menschen aus, die nicht mehr ohne das Ding lassen können, und einerseits ständig auf jeden Mucks des Geräts reagieren, und andererseits unentwegt den Kontakt halten wollen (z.B. zu den Familienmitgliedern). Wie erwähnt, erwartet sogar meine alte Mutter neuerdings, dass ich sofort jederzeit auf ihre Anrufe reagiere, während wir früher tagelang nichts voneinander gehört hatten.

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                #8
                Mich persönlich stört das gesmartphone nicht besonders.

                Vermutlich auch deshalb, da ich einen Familien- und Freundeskreis habe, die damit sparsam und umsichtig umgehen. Unsere Unterhaltungen werden so gut wie nie gestört, denn jeder ist der Meinung, dass man nicht gleich immer und überall Gewehr bei Fuß stehen muss. Und fremde Leute, na wenn sie sich gerne zuhören lassen wollen wenn sie neben einem ihr Privates zur Schau stellen, bitte, sollen sie doch. Ein kurzes zulächeln zeigt oft Wirkung.

                Interessant finde ich, wer sich als Eltern im Alter als Helikopter-Eltern herauskristallisiert, und diese nun wissen wollen wo sich ihre (alternden) Sprösslinge permanent befinden.

                Somit sind Helikopter-Eltern keine neue Spezies, sondern die ältere Generation waren nur verhinderte Helis aufgrund fehlender Technik, welche nun ihren Kontrollzwang und Gehorsamkeiteseinforderungen nachträglich noch Raum geben können.

                Dieses sensationelle Spielzeug manipuliert uns zum überwachen und freiwilligen überwachen zu lassen. Wer wo wann ist, unser Kaufverhalten .....

                Ein Spiegel unseres persönlichen kontrollierens und kontrollieren lassen.

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                  #9
                  Zitat von Faszinosum Beitrag anzeigen
                  Somit sind Helikopter-Eltern keine neue Spezies, sondern die ältere Generation waren nur verhinderte Helis aufgrund fehlender Technik, welche nun ihren Kontrollzwang und Gehorsamkeiteseinforderungen nachträglich noch Raum geben können.

                  .
                  Ich weiß nicht, ob man das generell so sagen kann. Vor 20 oder 30 Jahren gab es generell bei den meisten Eltern noch nicht dieses Verlangen, ihre Kinder übermäßig stark betreuen oder kontrollieren zu wollen. Zu meiner Schulzeit empfand ich es eher als peinlich, wenn meine Mutter mal zu sehr in Erscheinung getreten ist. Man geriet rasch in den Ruf, ein Muttersöhnchen zu sein.

                  Meine ganze Schulzeit über bin ich allein zur Schule geradelt (von der 1. Klasse vielleicht mal abgesehen, daran kann ich mich nicht mehr so genau erinnern - obwohl ich da wegen der geringen Entfernung wahrscheinlich zu Fuß gegangen war). Und in den Schulferien bin ich oft nachmittags stundenlang ohne Aufsicht allein im Schwimmbad, am Fluss oder sonst irgendwo gewesen. Niemand war deswegen beunruhigt gewesen.

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                    #10
                    Geht jetzt vermutlich etwas OT
                    Zitat von solipsist
                    Ich weiß nicht, ob man das generell so sagen kann. Vor 20 oder 30 Jahren gab es generell bei den meisten Eltern noch nicht dieses Verlangen, ihre Kinder übermäßig stark betreuen oder kontrollieren zu wollen.
                    Wer weiß. Wenn die Eltern damals die Möglichkeiten gehabt hätten die es heute gibt. So wie mit dem Smartphone?

                    Zu meiner Schulzeit empfand ich es eher als peinlich, wenn meine Mutter mal zu sehr in Erscheinung getreten ist. Man geriet rasch in den Ruf, ein Muttersöhnchen zu sein.
                    Glaubst du, dass es heute nicht noch genau so ist?

                    Ich kann mir gut vorstellen, dass es so manchem Kind/Jugendlichen überaus peinlich ist, wenn die "Alten" dazwischen quatschen und bevormunden.

                    Meine ganze Schulzeit über bin ich allein zur Schule geradelt (von der 1. Klasse vielleicht mal abgesehen, daran kann ich mich nicht mehr so genau erinnern - obwohl ich da wegen der geringen Entfernung wahrscheinlich zu Fuß gegangen war). Und in den Schulferien bin ich oft nachmittags stundenlang ohne Aufsicht allein im Schwimmbad, am Fluss oder sonst irgendwo gewesen. Niemand war deswegen beunruhigt gewesen.
                    Das war einfach so, weil die meisten Eltern (beide) arbeiten mussten, und das mehr als 30 oder 40 Std. die Woche. Es noch Waschtage gab und so manche technische Erleichterung des heutigen Haushalts sich noch nicht jeder leisten konnte, wenn es sie überhaupt schon gab. Man hatte schlichtweg nicht die Zeit zum Helikoptern.

                    Man vertraute darauf, dass die Kinder Verantwortung für sich selbst übernehmen können.

                    Den Kindern wurde einfach etwas zugetraut (musste zugetraut werden).

                    Aber wer weiß....wenn damals all die Möglichkeiten vorhanden gewesen wären, die freie Zeit vorhanden ewesen wäre...wer weiß?
                    Andere Zeiten, andere Möglichkeiten, andere Herangehensweisen.

                    Mir ging es in meiner Kindheit so wie dir.
                    Vertrauensvolle Freiheiten erhalten um Selbsterfahrungen sammeln zu können/dürfen, sich auszuprobieren und dadurch Selbstbewusstsein zu steigern und zu festigen.

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                      #11
                      Vielleicht ein bissle OT - dennoch in meinen Augen sehr wichtig:

                      Der gesundheitliche Aspekt der Schädlichkeit von Mobilfunk und Co.

                      WLAN
                      • WLAN – eine Gefährdung im Ausmaß von Contergan - Wen kümmerst ? - HIER
                      • WLAN im Auto und Klassenzimmer beeinflusst Gehirnströme - Bericht in RTL über Studie der Uni Mainz - HIER
                      • Hier finden sich Studien über die Schädlichkeit von Mobilfunk, WLAN udgl. http://www.mobilfunkstudien.org/
                      • WLAN tötet laut neuer Studie Spermien ab: Argentinische Wissenschaftler lassen mit einer neuen, beunruhigenden Studie aufhorchen. Ihren Forschungen zufolge tötet WLAN schnell und effektiv Spermien ab, zudem wird die DNA beschädigt. - HIER
                      • Unbekannte Warnungen vor einer Risiko-Technologie - HIER
                      • Die Grenzwerte schützen vor etwas was nicht das Problem ist. Siehe Film HIER
                      • Studie legt Zusammenhang zwischen WLAN-Strahlung und Fehlgeburten nahe - HIER
                      • WLAN an Schulen: In Strahlgewittern - Zunehmende WLAN-Dichte gefährdet die Gesundheit - HIER
                      • Bundesamt warnt Schulen vor WLAN-Netzen – Forscher raten vor allem Schulen von Funkverbindungen ab. HIER
                      • WLAN in Schulen? Kopfschmerzen und Herzrhythmusstörungen bei Kindern sind nicht normal. HIER
                      • Warnung vor WLAN in Bedienungsanleitung von WLAN Router (Siehe Seite 21): " Vermeiden Sie das Aufstellen Ihres Speedport in unmittelbarer Nähe zu Schlaf-, Kinder- und Aufenthaltsräumen, ……" HIER
                      • WLAN darf in Schulen nicht eingesetzt werden - Studienergebnisse zur WLAN-Frequenz - HIER
                      • Hier können Sie man hören, wie sich WLAN, DECT udgl. anhört - HIER
                      • Die unerkannte Sensation: Hauptverfechter der „Harmlosigkeit“ des Mobilfunks muss zugeben – Handyfelder fördern Tumorbildung - HIER


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                        #12
                        Zitat von Kalua Beitrag anzeigen
                        Vielleicht ein bissle OT - dennoch in meinen Augen sehr wichtig:
                        ja das wäre wichtig und man weis das schon sehr lange, weshalb es ignoriert wird ist, weil es die Gegenseite gibt die alles abstreitet, alles halb so schlimm und der Mensch glaubt dem, dem er glauben will, die Wahrheit interessiert nicht.

                        Kommentar


                          #13
                          Zitat von viva58 Beitrag anzeigen

                          ja das wäre wichtig und man weis das schon sehr lange, weshalb es ignoriert wird ist, weil es die Gegenseite gibt die alles abstreitet, alles halb so schlimm und der Mensch glaubt dem, dem er glauben will, die Wahrheit interessiert nicht.
                          Dank für diese Aussage - (fett von mir)

                          Kommentar


                            #14
                            Zitat von viva58 Beitrag anzeigen
                            ja das wäre wichtig und man weis das schon sehr lange, weshalb es ignoriert wird ist, weil es die Gegenseite gibt die alles abstreitet, alles halb so schlimm und der Mensch glaubt dem, dem er glauben will, die Wahrheit interessiert nicht.
                            Was ist die Wahrheit?

                            Der Mensch glaubt dem, in dessen Glaube es sich wieder findet.

                            https://www.forum-treffpunkt-leben.d...61#post1247961

                            https://www.forum-treffpunkt-leben.d...42#post1248242

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                              #15
                              Zitat von Faszinosum Beitrag anzeigen
                              Das war einfach so, weil die meisten Eltern (beide) arbeiten mussten, und das mehr als 30 oder 40 Std. die Woche. Es noch Waschtage gab und so manche technische Erleichterung des heutigen Haushalts sich noch nicht jeder leisten konnte, wenn es sie überhaupt schon gab. Man hatte schlichtweg nicht die Zeit zum Helikoptern.

                              .
                              Ja, kann sein, dass das einer der Gründe ist, warum das Helikoptern früher nicht so üblich war. Wobei zu meiner Kindheit nur mein Vater arbeiten gegangen ist, meine Mutter war Hausfrau. Sie hätte schon Zeit gehabt, sich stärker um mich zu kümmern bzw. mich zu bemuttern. Witzigerweise fand ich damals meine Mutter schon zu überfürsorglich und ängstlich, obwohl es im Vergleich zu heute relativ viel Freiheit und Unabhängigkeit für mich gegeben hatte. Jedenfalls wurde nie ernsthaft darüber nachgedacht, mich täglich zur Schule bringen zu wollen, oder mir in meine Nachmittagsgestaltung reinreden zu wollen.

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