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Juni 2014: Feindbilder und was sie bewirken

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    #46
    Zitat von solipsist Beitrag anzeigen
    Wobei ich mich persönlich auch solchen Aussagen nicht anschließen würde, da sie in meinen Ohren doch letztlich auch wieder ein anderes Feindbild (nämlich die Presse) schaffen, oder nicht? Jedenfalls erscheint mir das so... Ich bin ja immer für differenzierte Kritik, und das Herziehen über die Presse klingt in meiner Wahrnehmung etwas pauschal.
    Ich bin nicht dafür, überhaupt Feindbilder zu schaffen. Im Gegenteil, ich möchte mich Feindbildern entziehen.
    Vielleicht kannst du mir ja helfen: Wie kann man es neutral formulieren, wenn Presseleute (nicht alle, aber so einige) bewusst lügen und bewusst Feindbilder kreieren?
    Ich weiß, dass auch Journalisten Menschen sind und ihre Vorgaben haben, was sie schreiben/sagen sollen, ich bin also nicht wütend auf die Journalisten selbst, da ich nicht in ihrer Haut stecke... aber ich bin wütend über die Tatsache, dass die Presse (wer auch immer die Entscheidungen trifft) a) Unwahrheiten verbreiten und b) Informationen vorenthalten (bzgl. Ukraine).
    Gerne können wir darüber sprechen, wie man diesen Umstand verändern kann.

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      #47
      Zitat von Vespi Beitrag anzeigen
      Wie kann man es neutral formulieren, wenn Presseleute (nicht alle, aber so einige) bewusst lügen und bewusst Feindbilder kreieren?
      Hm, weiß nicht genau. Vielleicht, indem man gezielt zitiert und Täuschung und Tatsache gegenüberstellt? Dann kritisiert man den einzelnen Sachverhalt und nicht eine Branche/einen Berufszweig als Ganzes...

      Im übrigen ist mir klar, wie schwierig oft Wahrheit von Täuschung zu unterscheiden ist, weswegen ich Berichterstattungen (von welcher Seite auch immer) meistens mit einer gewissen Skepsis gegenüber stehe. Oft denke ich mir: "Na, ob das wohl alles so stimmt..."

      Auch merke ich, wie schwierig es ist, nicht selber in irgendwelche Feindbilder zu verfallen. Irgendwie denkt man halt letztlich immer, man wäre davor gefeit, was aber nicht stimmt. Ich selber merke dann manchmal, dass ich doch in eine Falle getappt bin und auf ein Feindbild hereingefallen bin.
      Zuletzt geändert von solipsist; 11.06.2014, 23:05.

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        #48
        Mal ein Gedanke:
        Brauchen wir nicht vielleicht Feindbilder, um uns weiter zu entwickeln? Genauso wie wir Vorbilder haben, die vielleicht eine Eigenschaft haben, die wir bewundern?

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          #49
          Hm, das kommt vielleicht auf das Feindbild an... In Einzelfällen mag das vielleicht zutreffen (wenn man sich in einem Wettkampf den Gegner zum Feindbild hochstilisiert kann das vielleicht die Motivation verstärken).

          Normalerweise finde ich aber, dass Feindbilder die Entwicklung eher bremsen bzw. in eine falsche Richtung lenken. Sie können einen dazu verleiten, Energie in destruktive Gedanken oder Handlungen zu investieren, die man anderswo besser einsetzen könnte.

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            #50
            Mit Feindbild meine ich jemanden/etwas, das ich für mich nicht will. Vielleicht bedeutet der Begriff etwas anderes. Ein Feindbild kann, aber muß nicht, eine bestimmte Person/Gruppe sein, wohingegen ein Feind eine klare Person/Gruppe/?Gegenstand? ist.

            Für mich, ist sogar z.B. das Strafgesetz etwas, das gegen ein Feindbild gerichtet ist, die Straftäter.

            Ich sehe daher das Feindbild nicht unbedingt negativ, denn es bedeutet doch auch, daß ich nicht alles akzeptieren muß.

            Vielleicht wäre zu unterscheiden zwischen: Was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht - also grundlosem Pflegen eines Feindbilds und einem begründeten Ablehnen.

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              #51
              Ja, vielleicht muss man doch erstmal drüber diskutieren, was man eigentlich unter dem Begriff "Feindbild" verstehen kann.

              Für mich hat "Feindbild" etwas mit Vorurteilen und Stereotypen zu tun. Also mit dem pauschalen Ablehnen gewisser Menschengruppen, ohne auf die individuellen Unterschiede zu achten.

              Klar gibt es auch begründbare Feindbild-Gruppen, wie z.B. Gewalttäter oder Psychopathen, denen man verständlicherweise lieber aus dem Weg geht, aber an die dachte ich jetzt nicht in erster Linie.

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                #52
                Ein Feindbild ist für mich nur dann von Nutzen, wenn ich mich näher damit beschäftige, warum ich die Person so total ablehne.
                Dabei entdecke ich teilweise (nicht immer) Anteile, die sehr wohl mit mir zu tun haben, weniger mit dem anderen.
                Daran kann ich dann arbeiten, für mich.

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                  #53
                  Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                  Ein Feindbild ist für mich nur dann von Nutzen, wenn ich mich näher damit beschäftige, warum ich die Person so total ablehne.
                  Das kommt bei mir übrigens komischerweise nur sehr selten vor. Klar mag ich nicht alle Menschen, aber meistens versuche ich dann nur, demjenigen aus dem Weg zu gehen. Ein explizites Ablehnungsgefühl habe ich dennoch nicht, es ist dann eher ein Ausweichen aus Selbstschutzgründen.

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                    #54
                    Ein Feindbild kann überwunden werden. Es können sich die Umstände ändern (früheres Feindbild Schule, wird nach Schulabgang aufgelöst), es kann sich die Sicht auf die Dinge ändern (Mädchen/Jungs sind doof, wenn man noch recht jung ist). Man kann auch bewußt daran arbeiten, indem man sich auf das "Feindbild" einläßt und schaut, ob es aus der Nähe betrachtet anders wirkt.

                    Natürlich kann man sich damit auch einfach arrangieren. Wenn an einer Person nur eine Eigenschaft als "Feindbild" wahrgenommen wird, kann ich darüber hinweg sehen, wenn ich mich ansonsten mit der Person gut verstehe.

                    Daher meine ich, daß ein Feindbild zur Entwicklung beiträgt, weil ich mich (mehr oder weniger freiwillig) damit beschäftige, darüber nachdenke und entscheide. Einiges wird man niemals gut finden, anderes kann überwunden werden.

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