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Werkstatt September

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    Werkstatt September

    Hallo ihr Lieben, ich hoffe, ich breche nicht irgendwelche Regeln... der September ist schon fast im 2. Tag und hat noch kein neues Thema. Darf ich?


    Weil der September für mich eine besondere Bedeutung hat - mein Mann und ich feiern da immer unseren Kennenlerntag, der ist uns bedeutsamer als der Hochzeitstag - würde ich mich freuen, von euch etwas zum Thema

    Annäherung


    zu lesen und zu sehen. Mögt ihr?

    #2
    Mein Beitrag hier ist jetzt nicht besonders kreativ; ich poste lediglich Gedanken und Eindrücke von mir.

    Annäherung findet bei mir eigentlich selten statt. Ich kann mich nicht erinnern, mich einer Sache oder einem Menschen vorsichtig angenähert zu haben.
    Ich platze meistens ziemlich auffällig in das Leben eines anderen hinein, pardauz, da bin ich! Sieh zu, wie du mit mir klar kommst.
    Nicht die feine englische Art, gebe ich zu, aber ich bin weder fein noch englisch. Ich bin meist sehr direkt.

    Auch was Aufgaben, Hobbys oder Sonstiges angeht, nähere ich mich selten an. Entweder ich tue es, dann aber sofort und ganz, oder ich tue es eben nicht.
    Während mein 2. Vorname Neugier ist, ist mein 3. Vorname Ungeduld.
    Abwarten, annähern und Ähnliches ist nicht mein Ding.

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      #3
      .
      Zuletzt geändert von ; 03.09.2014, 10:38. Grund: Umzug in den richtigen Strang :-)

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        #4
        Mein gelöschter Beitrag steht jetzt in "Dialog September".

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          #5


























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            #6
            Das ist zwar schon ein etwas älteres Bild, passt aber irgendwie zum Thema. Echte Heidschnucken, wie ich mir vom Schäfer habe sagen lassen.

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              #7


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                #8
                Amsterdam Gay Pride 2010


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                  #9

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                    #10

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                          #13


                          Annäherung erfolgreich :)

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                            #14
                            Sie wird einen anderen Namen brauchen!

                            Lena und ich sind gestern hier in Brasilien angekommen. Es liegen noch drei Wochen Strandurlaub vor uns, unsere Hochzeitsreise.
                            Nach einem gemütlichen Abendessen sind wir auf dem Weg zurück ins Hotel als Lena mich plötzlich in Richtung Strand zieht.
                            "Lena, das ist um diese Zeit gefährlich. Wir sind hier nicht in Deutschland", versuche ich ihr zu erklären. Doch sie wischt meine Einwände beiseite und zerrt weiter an meiner Hand. Kopfschüttelnd gebe ich nach und kurz darauf haben wir bereits weichen Sand unter den Füßen.
                            Der Mond ist fast voll und erzeugt wunderschöne Reflexe auf dem Meer. Lena zieht ihre Schuhe aus und läuft ein paar Schritte ins Wasser. Nachdenklich schaue ich ihr nach. Ich wundere mich immer noch ein wenig darüber, dass sie gerade mich geheiratet hat. Sie ist so hübsch und hätte jeden haben können. Und ich bin total durchschnittlich und überhaupt nichts Besonderes.
                            Von irgendwoher kommen Geräusche. Ich höre Trommeln und Gesang. Lena kommt zurück und zieht mich weiter den Strand entlang.
                            Wir laufen um einen Pavillon herum und schauen auf ein großes Feuer um das etwa 30 Menschen sitzen. Sie halten sich an den Händen und singen. Der Rhythmus der Trommel ändert sich und ein Teil der Gruppe beginnt zu tanzen. Zwei kleine Gestalten lösen sich aus dem Lichtkreis und tanzen auf uns zu. Ich will zurückweichen doch Lena bleibt eisern stehen. Die beiden Mädchen, fast noch Kinder, fassen uns bei den Händen und ziehen uns freundlich lächelnd in die Gruppe. Ich lasse es geschehen, obwohl mir mulmig ist. Wir setzen uns in den Kreis. Die Gruppe besteht fast nur aus Jugendlichen. Ob das hier eine Art Zeltlager ist? Zwei ältere Frauen und ein alter Mann scheinen sie zu beaufsichtigen.
                            Eine Weile sehe ich zu, doch dann packt es auch mich und ich schließe mich an. Die Trommeln haben etwas Hypnotisches. Zeit wird unwichtig - alles wird unwichtig. Meine Welt schrumpft auf ein Feuer, zwei Trommeln und das Stampfen vieler Füße. Irgendwann kann ich nicht mehr und sinke schwer atmend in den Sand. Lena legt sich zu mir. Ein Weilchen keucht sie noch vor lauter Anstrengung, dann schläft sie ein. Sanft streichle ich über ihr durchgeschwitztes Haar. Die jungen Leute tanzen weiter. Ich fühle mich wohl und eingebunden in die mir völlig fremde Gemeinschaft. Lange Zeit später wird es ruhig. Die Trommeln verstummen. Fast alle Jugendlichen liegen nahe am Feuer und schlafen. Der alte Mann, der mich im Laufe der Nacht immer wieder einmal gemustert hatte, kommt auf mich zu. In einem seltsam kindlichen Portugiesisch bittet er mich, ein paar Schritte mit ihm zu gehen. Ich lasse Lenas Kopf vorsichtig auf den Sand sinken und folge ihm ein paar Schritte vom Feuer weg. Dort setzen wir uns auf den kühlen Boden. Ich achte darauf, dass ich Lena in meinem Blickfeld behalte.
                            "Wo kommt ihr her", fragt mich der Alte nach einer Weile.
                            "Aus Deutschland", antworte ich ihm.
                            "Wo ist das?" Ich muss lächeln.
                            "In Europa, in der Nähe von Spanien".
                            "Wir leben am Amazonas, in den Wäldern. Manchmal sind wir hier um uns unserer Wurzeln zu versichern. Wir kommen ja alle aus dem Meer." Ich nicke nachdenklich.
                            "Wenn wir hier sind, laden wir gerne Fremde zu unserem Fest ein. Damit wir nicht vergessen, dass es nicht nur unsere Art zu Leben gibt sondern noch viele andere Wege zum Glück. Und ihr zwei seid glücklich. Stimmt’s?" fährt er fort. Ich nicke abermals.
                            "Wir haben gemeinsam getanzt. Wir sind nun verbunden. Früchte werden reifen, in und unter unseren Herzen. Und ihr werdet euch immer an uns erinnern, genauso wie wir immer an euch denken werden." Nach einer Weile des Schweigens steht der Alte auf. Streicht mir mit seinen knorrigen Händen über den Kopf und murmelt einen Segen. Verlegen bedanke ich mich. Er lächelt und geht zurück zur Gruppe. Ich bleibe sehr nachdenklich sitzen. Erst als Lena aufwacht und sich suchend nach mir umsieht, kehre ich zurück.
                            Lena hat diese Nacht nie wieder erwähnt. Mir blieb der Alte noch lange im Gedächtnis doch nach und nach verblasste auch bei mir die Erinnerung.
                            Einige Monate später leite ich eine wichtige Sitzung als mein Handy klingelt. Das kann nur eins bedeuten. Unser erstes Kind wird auf die Welt kommen. Ich unterbreche kurz und telefoniere mit Lena. Sie ist auf dem Weg ins Krankenhaus und ich verspreche ihr, bald zu ihr zu kommen. Doch ich habe zu viel versprochen. Die Sitzung kann ich ohne Probleme abkürzen. Aber auf dem Rückweg gerate ich in einen Stau. Ohnmächtig sehe ich die Minuten verrinnen. Die Autobahn ist total gesperrt ich kann nur warten bis es weitergeht. Fünf Stunden nach Lenas Anruf komme ich endlich im Krankenhaus an. Im Kreissaal finde ich sie nicht mehr. Ich erkundige mich nach ihrer Zimmernummer. Kurz atme ich durch, versuche die Enttäuschung darüber, dass ich die Geburt meines ersten Kindes verpasst habe beiseite zu schieben und richte mich auf ihre berechtigten Vorwürfe ein.
                            Ich klopfe an die Türe und trete nach kurzem Warten ein. Sie ist alleine im Zimmer und ihre Augen sind rot. Tränen rinnen über ihre Wangen. Erschrocken setze ich mich ans Bett und nehme ihre Hand.
                            "Was ist los? Geht es dir gut?", frage ich besorgt.
                            "Mir geht es gut. Aber unser Kind....", weinend bricht sie ab. Es fühlt sich an wie ein Schlag in die Magengrube. Nie habe ich darüber nachgedacht dass etwas schief gehen könnte. Ich habe mich einfach nur gefreut.
                            "Was ist mit ihr, ist sie krank?" frage ich vorsichtig. Lena schaut mir direkt in die Augen.
                            "Das dachten die Ärzte erst. Doch nun scheint sie doch gesund zu sein." Ich atme auf, obwohl ich weiß es kommt noch irgendwas. Lena weint nicht weil sie glücklich ist, sie weint weil sie Kummer hat. Sie schluckt und lässt meine Hand los.
                            "Glaub mir bitte, ich habe dich nicht betrogen. Obwohl ... ach... schau einfach selbst...." stammelt sie. Sie dreht sich zur Seite und holt ein kleines Bündel aus dem winzigen Bettchen. Vorsichtig legt sie mir meine Tochter auf den Schoß. Neugierig schaue ich sie an. Ihr kleines Gesicht ist noch ganz zerdrückt von der Geburt. Ihre Haare sind lang und dunkelbraun, die Haut ist sehr dunkel und ihre geschlossenen Augen sind seltsam geformt.
                            "Hat sie Trisomie23?" frage ich Lena nachdenklich. Lena schüttelt den Kopf. Das dachten die Ärzte anfangs, doch es ist fast ausgeschlossen, ein letzter Test steht noch aus.
                            Das Mädchen verzieht den Mund und gähnt und öffnet die Augen. Neugierig fixieren mich ein paar tiefschwarze Augen. Und plötzlich wird mir alles klar. Eine längst vergessene Stimmer erklingt in meinem Kopf: " Früchte werden reifen, in und unter unseren Herzen. Und ihr werdet euch immer an uns erinnern, genauso wie wir immer an euch denken werden."
                            Verschiedene sehr starke Gefühle beherrschen mich. Unglaube – Angst – Stolz - Freude. Ich weiß, sie ist meine Tochter und doch trägt sie ein fremdes Erbe in sich. Ich schaue in Lenas Augen und beginne zu lachen. Tränen laufen mir über die Wangen und während ich hilflos vor mich hin kichere spüre ich, wie meine Tochter meinen kleinen Finger mit ihrer Hand umfasst und drückt.
                            Lena sieht mich völlig fassungslos an. Was sie wohl denken mag? Ich kann es ihr noch nicht erklären, ich muss mich erst beruhigen. Tausend Gedanken schießen mir durch den Kopf. Ob heute wohl irgendwo am Amazonas ein kleiner weißhäutiger Junge mit blauen Augen geboren wurde?
                            "Sie wird einen anderen Namen brauchen. Sie soll Luna heißen." presse ich, immer noch haltlos kichernd, hervor.
                            Zuletzt geändert von Nordhimmel; 08.09.2014, 05:20. Grund: Fehler beseitigt

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