Treffpunkt Leben – Einzelnen Beitrag anzeigen – �berforderte �rzte, kaputte Patienten ?

Einzelnen Beitrag anzeigen

 
#20  

31.03.2007, 09:23

Vertrauen???

Zitat:

Flokati

Gast
 
Beitr�ge: n/a

Zitat von Wayfinder
Hallo,
heute ist im Kurier ein Artikel der sich „Jenseits der Grenze“ nennt.
In diesem Artikel geht es darum wie sich der Dienst in den Krankenh�usern auf die Ausbildung unserer �rzte (Fach�rzte) auswirkt, und was fertig ausgebildete Fach�rzte in ihrer t�glichen Arbeit leisten.

Turnus�rzte werden zu Systemerhaltern:
Umfrage in Wiener Spit�lern bei den Turnus�rzten hatte folgendes Ergebnis.
65% der Turnus�rzte arbeiten mehr als 72 Stunden w�chentlich.
22% sogar �ber 100 Stunden w�chentlich und das regelm�ssig !!!!
Bei Wochenenddiensten 49 Stunden durchgehend mit oft nur 1 Stunde Schlaf.

Der Sinn des Turnus ist ja an sich die Praxisnahe Ausbildung, doch in Wahrheit werden diese �rzte st�ndig f�r Systemerhaltende Dienste herangezogen, was nichts anderes heisst wie T�tigkeiten durchzuf�hren die der Oberarzt oder Chef der Station nicht machen kann (weil er selber genau den gleichen Stress hat) oder will, – oder aber auch weil es zu wenig Verwaltungsangestellte gibt.

Auf der Gynekologie, Chirurgie und internen Stationen gehts den Ober�rzten oder Chirurgen nicht besser.
50% geben an �ber 72 Stunden w�chentlich zu arbeiten, 16% mehr als 100 Stunden.
Nat�rlich ist da auch „nur Bereitschaftsdienst“ eingerechnet, doch je nach Patientenstatus kommen die �rzte nicht dazu sich auszuruhen.

Ich selber musste in letzter Zeit 3 Operationen �ber mich ergehen lassen, und hatte das Gl�ck einen Chirurgen durch einen Bekannten empfohlen zu bekommen. Das tolle an der Sache war, dass ich zu Nachbehandlungen nicht in die Ambulanz musste, sondern der Arzt gab mir seine Telefonnummer, wir machten uns einen Nachbehandlungstag aus, und ich rief ihn an wenn er Dienst hatte, und zwischen den Operationen die er durchf�hrte, – oder wenn er Bereitschaftsdienst hatte, hat er mich nachbehandelt. Ich war bestimmt 40- 45 mal bei ihm zur Nachbehandlung, und konnte dabei sehen in welchem „Zustand“ er immer wieder war.
Dies Nachbehandlungen fanden meist am Abend zwischen 19 und 21 Uhr statt, und manchmal auch am Samstag zeitig in der Fr�h. Manchmal aber auch (2-3mal) zu Ambulanzzeiten.
Ich kann mich noch an einen Tag sehr gut erinnern, es war 8 oder 9h morgens, er kam zu mir mit Ringen unter den Augen und Bartstoppeln, es war klar ersichtlich dass er v�llig ko war.
Er hat mir erz�hlt, dass er vom Vortag zu Mittag bis 5h Fr�h, eine Operation nach der anderen durchf�hrte, und insgesamt seit 45 Stunden durchgehend Dienst hatte weil ein Kollege ausgefallen war.
�brigens fand eine meiner Operationen um 24h statt.

Bis zu 2000 �rzte fehlen in den Krankenh�usern �sterreichs, was laut Kurier Artikel der �rztekammerpr�sident im Juli 2006 best�tigte.

Wie sich alleine das oben beschriebene auf die „Qualit�t“ der Behandlungen auswirkt kann sich wohl jeder vorstellen.

Dazu kommt noch der Mangel an Pflegepersonal……

Die Zukunft schaut gar nicht rosig aus, denke ich…

Was meint Ihr dazu, wie wird das weitergehen, welche L�sungsm�glichkeiten k�nnte es geben ?
Gibt es eine realistische L�sung f�r dieses Problem, oder muss man sich darauf einstellen in zB. 20 jahren einfach gar nicht mehr behadelt zu werden ?

LG
Erich

Flokati