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  #61  
Alt 21.08.2011, 15:46
Benutzerbild von Mygga
Koboldin aus Überzeugung
 
Registriert seit: 30.07.2011
Ort: Ruhrgebiet
Beiträge: 732
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Ich habe einige von denen, die ich virtuell kannte, auch rl getroffen, manche einmalig, andere häufiger. Die Begegnungen waren eigentlich immer ganz verschieden von dem, was virtuell an Eindruck rüberkam.

Vom Aussehen her war ich meist - naja - nicht unbedingt positiv überrascht. Ich hab es in der Zukunft dann mehr oder weniger ignoriert (auch bei weiteren Treffen), und mich eben drauf konzentriert, dass es eher auf den Geist ankommt. (Was nicht richtig gewesen sein muss.)

Ein virtueller Bekannter entsprach überhaupt nicht meiner Vorstellung, dem Bild, was ich von ihm hatte. Gar nicht. Ohne das Wissen, wer das virtuell ist, wäre ich völlig unaufmerksam an dem vorbeigerannt. Gar nicht meine Liga.

Wir leben jetzt 6 Jahre zusammen. So kann's gehen. ;)

Mygga
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  #62  
Alt 22.08.2011, 08:47
Benutzerbild von Shepherd
Guter Geist
 
Registriert seit: 12.03.2010
Ort: in einem kleinen, alten Haus am Donnersberg
Beiträge: 2.183
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Wir hören eine Stimme am Telefon, lesen einen Textbeitrag im Internet und meist assoziieren wir mit diesen "Anhaltspunkten" eine Idealvorstellung, bzw. eine Minimalvorstellung.
Es sind unsere inneren Anker an ähnliche, schon sinnlich erlebte und/oder bestätigte Erfahrungen, aus denen wir manchmal/oft Bilder von jemand entstehen lassen, von dem wir nur einen Aspekt kennen, beispielsweise eine Stimme oder - wie im Forum - eine Schreibe und das, was die Person dahinter uns über das Medium Sprache oder Schreibe mitteilt, was wir aus dem Mitgeteilten schließen, ...

Hinzu kommen andere Einflüsse, beispielsweise aus Unterhaltungs- und Bildungsmedien, die uns dazu verleiten, einer Stimme einen bestimmten Körper und ein bestimmtes Wesen zuzuordnen (siehe Klischees usw.)

Glaubenssätze und Projektionen spielen auch hier eine Rolle, wie wir uns den/diejenige vorstellen, von der/dem wir nur einen Anhaltspunkt haben. Zu guter Letzt sind es unsere Phantasien, unsere Wunschträume und Wunschvorstellungen, unsere Idealisierungen etc. die den Anhaltspunkt illustrieren und die Person dahinter "visualisieren".

Ob ein "schöner Geist auch einen schönen Körper braucht, haben sollte, haben muss, ist kaum verbindlich festzulegen, da schon der Begriff "Schönheit" (siehe Vespis Post) nicht verbindlich für jedermann gleich zu interpretieren ist. Dasselbe gilt auch für "einen schönen Geist", was immer der Einzelne auch darunter verstehen mag.

Eine ruhige, angenehm tönende Stimme als Träger einer ansprechenden Konversation (wobei "ansprechend" schon wieder der individuellen Wertung entspricht) hat etwas für sich und insofern weder Stimme noch Konversation "gestellt" sind, wird auch die Erscheinung desjenigen Sein, wenn ein reales Treffen stattfindet.
Dabei kann "Schönheit" viele Facetten haben.
Ein warmer, verständnisvoller, gar "wissender" und verstehender Ausdruck in den Augen beispielsweise eines schwer deformierten Buckligen können den Schock-Eindruck, den sein Gebrechen beim Gegenüber spontan erweckt haben mag, fast augenblicklich annulieren. Eine anschließende Konversation wird das "Handikap" möglicherweise endgültig wegfegen und der "Mensch" wird im "Buckligen" sichtbar (V.Hugo - Quasimodo/Die Elenden). Dasselbe gilt für entstelle Gesichter (vergl. Mel Gibson - Der Mann ohne Gesicht) oder Rollstuhlfahrer (erfolgreiche Sportler) oder Autisten (außergewöhnliche geniale Intelligenzen usw) ...

Dass eine Stimme oder eine Schreibe und das, was sie vermitteln, sich bei einem Treffen als stimmig mit der Vorstellung herausstellen, ist sicher kein Zufall, möglicherweise aber ein Glücksfall ... oder schichtweg von vorneherein das Resultat einer gesunden Unbefangenheit.
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  #63  
Alt 23.08.2011, 22:43
Benutzerbild von Cärol
nicht wasserscheu
 
Registriert seit: 01.10.2009
Ort: am See im Kohlen-Pott
Alter: 47
Beiträge: 1.690
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Einige hier haben offensichtlich das Bedürfnis, das Thema unter einem ganz anderen Fokus als dem von mir beabsichtigten zu diskutieren.

Ich freue mich, wenn ich euch hier dazu eine Anregung geben konnte und hoffe, dass ihr damit für euch weiter kommt.

Da mich mehr interessiert, was einen Menschen motiviert, schön sein zu wollen (wie auch immer man das interpretieren kann), als: ob ich Menschen akzeptieren kann, die nicht schön sind, verabschiede ich mich hiermit aus diesem Faden.
Ich wünsche euch noch viel Spaß bei der Diskussion!

Ich danke allen, die sich auf meine Gedankengänge einlassen konnten, für die teils sehr inspirierenden Anregungen und Hinweise !!!


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  #64  
Alt 21.02.2012, 16:27
Benutzerbild von Condor
Über-Schreiberling
 
Registriert seit: 18.02.2012
Ort: In mir
Alter: 42
Beiträge: 371
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Hallo,

ich halte nichts von diesen Sprüchen wie eben "ein schöner Geist wohnt in einem schönen Körper" oder "ohne körperliche Gesundheit ist der geistige Weg nicht gangbar" oder "denn in einem geschmeidigen Körper wohnt ein beweglicher Geist".

Vielleicht, weil ich genau zu dieser Gruppe Menschen nicht gehöre.

Wozu gibt es solche Sprüche, die dann auch gern zu "Weisheiten" werden?

Ich denke, um Menschen in Gruppen einzuteilen, in bessere und schlechtere Menschen, in beliebte und unbeliebte, in liebenswerte und nicht liebenswerte und in ästhetische und unästetische Menschen. - Und wer möchte dabei schon zur "falschen" Gruppe gehören?

Ich denke, dass allein unsere Erziehung bestimmt, was wir später als ästhetisch ansehen.
Aufgrund dieser Grundlage suchen wir uns unsere Freunde aus, umgeben wir uns mit einer gewissen Gruppe von Menschen.

Die anderen, die nicht zu unserer Gruppe von Ästhetik gehören, würden wir auf der Straße nicht beachten. Vielleicht uns sogar drüber lustig machen oder ausgrenzen.

Zum Glück hat nicht jeder Mensch die selben ästethischen Vorstellungen. Allerdings ist mir aufgefallen, dass in den letzten Jahrzehnten diese Vorstellungen immer mehr zusammen gerückt sind. Die Nischen dazwischen werden immer kleiner und gefährlicher für diejenigen, die diese Nischen bewohnen und auf sie angewiesen sind, weil es in den "ästethischen Gruppen" keinen Platz für sie gibt.

Dafür sind Internetforen eine echte Bereicherung. Hier "reden" Menschen aus den unterschiedlichsten Gruppen miteinander, oft so als wären sie gute Freunde. Doch wären sie sich im realen Leben begegnet, hätten sie sich vermutlich mit dem A**** nicht angeguckt.

Aber auch in Internetforen greifen diese angelernten Empfindungsmuster. Hier (damit meine ich das Internet im Allgemeinen und nicht speziell dieses Forum) werden die ausgegrenzt, die aus dem Schema der allgemein beliebten Sprachgruppen heraus fallen.

Somit bleibt das, was wir als Kinder über Ästethik gelernt haben, allseits und überall in unseren Köpfen hängen.

Condor
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  #65  
Alt 21.02.2012, 18:39
Benutzerbild von mystery
Frei- & Selbstdenker
 
Registriert seit: 10.02.2008
Ort: Kanarische Inseln
Alter: 45
Beiträge: 3.202
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Geändert von mystery (21.02.2012 um 19:37 Uhr)
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