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Soziales Engagement Allerlei nicht-gewerbliche soziale Projekte, für die man sich engagieren kann. Themen werden erst nach Prüfung von der Moderation freigeschaltet.

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  #1  
Alt 01.06.2011, 22:48
Benutzerbild von Mane
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Blinzeln Blumen für den Friedhof

Bei meinen regelmäßigen Besuchen des Grabes meines Vaters kam ich an einigen vergessenen Gräbern vorbei, die als solche nicht mehr zu erkennen waren. Wahrscheinlich sind die Angehörigen weit weggezogen, oder sie haben nicht die Möglichkeit, sich um die Pflege des Grabes zu kümmern.

Für mich ist der Friedhof ein Platz voller Würde, wo Zurückbleibende einen Ort zum Trauern finden. Diese verwahrlosten, verfallenen Ruhestätten machten mich traurig.

Seit drei Jahren sind es drei weniger. In meinem Garten habe ich beim Teilen von Stauden oder bei der Aussaat neuer Blumen immer vieles übrig. Nachbarn und Freunde sind mittlerweile versorgt, auch meine Kinder haben schon reichlich Ableger bekommen.

Ich befreite die Gräber vom Wildwuchs, achtete aber darauf, dass die Pflanzen, die die Angehörigen irgendwann mal eingepflanzt hatten, unversehrt blieben. Der freundliche Friedhofsgärtner sorgte für Erde und richtete einen umgefallenen Grabstein wieder auf.

Nachdem ich reichlich Ableger gepflanzt hatte, sieht es auf den drei Gräbern so ähnlich aus, wie in meinem Garten. Etwas unordentlich, aber schön.

Ob dies hier in diesen Faden passt, weiß ich nicht so recht. Das sollen die guten Geister entscheiden. Für mich ist es ein Engagement, welches mir viel Spaß macht.
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  #2  
Alt 02.06.2011, 12:17
Benutzerbild von NLP-Schnecke
Guter Geist
 
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Eine schöne Idee, liebe Mane, ich finde solchen vergessenen Gräber auch sehr traurig.
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  #3  
Alt 02.06.2011, 12:33
Benutzerbild von just me
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mir gefällt deine idee auch richtig gut liebe marne. verwahrloste gräber stimmen mich auch traurig und da du auch noch selbst spass hast, finde ich es einfach perfekt. besser gehts nicht
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  #4  
Alt 02.06.2011, 12:48
Benutzerbild von Kuestenkind
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Finde ich toll!

Meine Oma wohnte gegenueber vom Friedhof, somit war ich als Kind haeufig da, auch um meine Ma und Urgrosseltern dort oben zu besuchen .. und fand ich die traurigen, z.T. sogar eingesackten Graeber immer sooo endlos traurig.

Dass Du Dich nun um diese drei kuemmerst, finde ich einfach schoen
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  #5  
Alt 03.06.2011, 21:16
Benutzerbild von Mane
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VLP-Schnecke, Just me, Kuestenkind, ich danke Euch für Euren Zuspruch.

Was mag es, außer den Genannten, noch für Gründe haben, dass man sich nicht mehr um das Grab eines Verstorbenen kümmert? Der Friedhofsgärtner schimpft immer über die ungepflegten Gräber, wo die Angehörigen auch auf Anschreiben nicht reagieren. Sie sollen in der Nähe wohnen und seit der Beerdigung der Verstorbenen nicht mehr am Grab gewesen sein. Das ist mittlerweile 15-20 Jahre her.

Meiner Mutter ist es immer sehr wichtig gewesen, dass das Grab von meinem Vater "ordentlich" aussieht. Ich habe es bis vor kurzem immer nach ihren Vorstellungen mit ihr zusammen gestaltet. Mittlerweile ist sie 91 Jahre alt und ich mache es allein, so dass es ihr gefällt. Mein Vater ist jetzt über 20 Jahre tod. Die ersten Jahre war meine Mutter mehrmals in der Woche am Grab. Sie fühlte sich ihm dort nahe, es gab ihr Trost.
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  #6  
Alt 03.06.2011, 22:21
Benutzerbild von Kermit
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Frage ...was bedeutet dir das?

hallo Mane,
was bedeutet, oder was bringt dir die pflege der gräber, ich kann das nicht so
richtig nachvollziehen. ich persönlich kann überhaupt nichts mit friedhöfen anfangen.
ich möchte nach meinem tod nicht bestattet werden, man soll mich in alle winde zerstreuen,
oder ins wasser. mir persönlich bringts nichts, wenn ich an die gräber meiner verstorbenen gehe.
die sind ja nicht wirklich mehr da, die sind in meinem herzen, meinen erinnerungen.
da zünde ich ab und zu im gedenken an die, eine kerze bei mir zu hause an.
aber das grab gibt mir keinen trost, oder ich fühl mich dem verstorbenen da nicht näher.
liebe grüsse, kermit.
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  #7  
Alt 03.06.2011, 23:05
Benutzerbild von Chaja
* die Seele fest umarmt *
 
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Liebe Mane,

Zitat:
Zitat von Marne Beitrag anzeigen
Was mag es, außer den Genannten, noch für Gründe haben, dass man sich nicht mehr um das Grab eines Verstorbenen kümmert?
Wie Kermit schon andeutet, empfindet bestimmt nicht jeder so wie Du in bezug auf Gräber. Manche Menschen meiden Friedhöfe generell, weil sie mit dem Tod nicht konfrontiert werden wollen. Manchen macht es zwar nichts aus, sich auf Freidhöfen aufzuhalten, aber es bedeutet ihnen auch nichts. Manchen würde nie einfallen, Geld für gerade diesen Verstorbenen auszugeben. Manche macht es zu traurig, das Grab zu pflegen, weil dann immer wieder die unbewältigte Trauer aufsteigt usw. usf.

Ich persönlich finde die jüdische Tradition, die Gräber "ruhen" und so auch über Jahrhunderte von Gras und Efeu überwuchern und verfallen zu lassen (daher die vielen schief abgesunkenen Grabsteine) sehr ansprechend. Ein "ungepflegtes Grab" auf einem christlichen Friedhof macht mich deswegen auch nicht traurig. Zudem denke ich: Respekt vor der Verstorbenen KANN sich in der Grabgestaltung ausdrücken, muss es aber nicht. Aus meiner Sicht ist das Grab ein Ort für die Hinterbliebenen, nicht so sehr für den Toten. Deswegen stört es mich keineswegs, wenn jemand für sich entscheidet, diesen Ort nicht pflegen und als Ort der Trauer nutzen zu wollen.

Dass Du selbst so viel Freude am Mitpflegen anderer Grabstätten hast, freut mich aber für Dich!

Liebe Grüße,
Chaja
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  #8  
Alt 04.06.2011, 08:11
Mensch
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Also ich finde, wenn schon Grab, dann auch Pflege.
Die Verstorbenen haben sich sicher darauf verlassen, dass gepflegt wird, sonst hätten sie sich eine andere Bestattungsart gewählt.
Da wir keine Angehörigen mehr haben werden, die pflegen, wählen wir eine Urnenbestattung in einem Wiesengrab.
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  #9  
Alt 04.06.2011, 11:34
Benutzerbild von Mane
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YouTube - ‪Die Toten Hosen - Nur zu Besuch [MML Berlin]‬‏

Ich lasse mal dieses Lied hier, welches Campino nach dem Tod seiner Mutter geschrieben hat. Es trifft meine Gefühle sehr gut.


Kermit, Chaja und Mensch, danke für Eure Antworten. Ich werde später darauf eingehen.

Liebe Grüße von Mane
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  #10  
Alt 04.06.2011, 17:11
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liebe marne,

weil hier nun die unterschiedlichen ansichten so schön zum ausdruck kommen, habe ich auch noch ein wenig darüber nachgedacht. es gibt in solchen fällen, wenigstens nach meiner persönlichen erfahrungen immer verschiedene "betroffene". wenn man vor dem verstorbenen selbst weiss, wie er über grabstätten dachte, ist man vielleicht schon ein kleines schrittchen weiter. von meinem vater z.b. weiss ich, dass er sagte, das man ihm keine blumen auf's grab stellen soll, weil er nicht käme, um dran zu riechen.

trotzdem tat es mir als kind weh, dass meine mutter sich so gar nicht für dieses grab interessierte. leider war es für mich auch nicht so einfach zu erreichen, aber als ich dann mobil wurde, bin ich ab und zu mal hingefahren. soweit ich mich erinnere, war ich mit meiner mutter nur einmal, bei der beisetzung selbst an diesem grab.

als ich den anfang des lieds hörte, kam auch bei mir sofort diese friedhofsstimmung auf, die etwas ganz besonderes hat. mich hat das von jeher schon fasziniert. dabei fällt mir spontan ein, dass ich schon sehr lange nicht mehr auf dem friedhof war und es an der zeit sein könnte, mal wieder einen besuch zu machen.

wie ich es für mich selbst mal haben möchte, weiss ich noch nicht. vielleicht kommt ja mal der moment, über sowas mit meinen angehörigen zu reden, aber im moment sehe ich keine veranlassung dazu.
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