
29.01.2012, 16:48
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 | Über-Schreiberling | | Registriert seit: 24.03.2007 Ort: Hessen Alter: 59
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Zitat:
Zitat von Spunk
Jedes Ritual, an dem man sich lang hangeln kann, um sich etwas "unbegreiflichem" anzunähern, ist für mich hilfreich. (Wenn man es aus freien Stücken anwendet, nicht, weil irgendjemand das so erwartet!)
Und wenn jemand in seiner Trauer auf der Suche nach Trost etwas in einem Lebenshilferatgeber findet, was ihm gut tut, ist das für mich auch okay.
Ich habe manchmal den Eindruck, daß viele Menschen heute Angst vor den Ritualen um das Sterben, den Tod und die Trauer haben. Ich weiß nicht, warum das so ist. Vielleicht haben wir uns "vom Tod" entfernt... aber es ist sinnlos, ihm ausweichen zu wollen. Er erwischt uns trotzdem...
LG
Spunk | Hallo Spunk,
danke für Deine Beitrag.
Oft kann man selbst nicht einschätzen, was einem selbst mal in so einer Situation plötzlich wichtig ist, was tröstet, was weiter hilft. Manche Bücher, Lieder oder Texte, über die man ansonsten hinweggehört hat, bekommen eine viel tiefere Bedeutung - später kann man sie vielleicht nicht mehr hören....
In unserer Gegend wird auch noch zum Kaffeetrinken nach der Beerdigung eingeladen. Als junges Mädchen fand ich das ausgesprochen doof - wie kann man nur! Später, so ab 30, wurde ich dann bei Trauerfeiern von Nachbarn regelmäßig gefragt, ob ich auch beim Kaffeeausschenken helfen würde - hab ich natürlich.
Und da merkte man auf einmal, wie wichtig es ist, dass man sich noch einen Moment zusammensetzen und ein paar Worte mit Leuten wechseln kann, die den Verstorbenen auch gut kannten.
Früher wunderte ich mich über meinen Vater, wenn er zu Beerdigungen von Leuten ging, die er auch nur flüchtig gekannt hatte.
Später fand ich es ausgesprochen tröstlich, zu sehen, wie viele Nachbarn meinen Eltern "die letzte Ehre" erwiesen haben.
Kommt halt auch immer auf den Blickwinkel an und wie man betroffen ist... |